szmmctag

  • Deutschland - die Chance ist wohl endgültig vertan.

    Zugegeben: mich zu dieser Erkenntnis durchzuringen bedurfte zahlloser zerquetschter Träume, Wünsche, die an der bundesdeutschen Realität zerschellten.

    Nach den erheblichen, politischen Bodengewinnen der ultrarechten Szene in Deutschland aber werde ich wohl der Wirklichkeit ins Auge zu sehen haben.

    Die Zeit, in der ich mir noch erfolgreich einreden konnte, es handele sich bei den braunen Spinnern nur um ein paar, letztlich isolierte, Auswürfe unserer Gesellschaft und jede humanistisch geprägte Demokratie müsse sowas ertragen, ist endgültig vorbei. Dazu gibt es mittlerweile viel zu viele Erfahrungen, die auf eine besondere Breite und vor allem gesellschaftliche Tiefe der Rechtsradikalen hinweisen.

    Die vollständig verlorenen Idioten, die sich mit der Geschwindigkeit eines Flächenbrandes multiplizierten, finden sich vor allem in den "Neuen Fünf Ländern". Nirgendwo findet sich derart viel irrationaler Hass, nirgendwo bricht sich dieser mit derart brutaler Gewalt Bahn wie ausgerechnet dort.

    (Ich zitiere im Folgenden aus: http://www.netz-gegen-nazis.de)

    Wenn die Flüchtlinge in Mecklenburg-Vorpommern untergebracht werden, kommt zu all dem Elend allerdings außerdem der rassistische Hass. Es ist ein rassistischer Hass, wie er kaum vorstellbar ist für ein sich demokratisch nennendes Land, und er wird umso schlimmer, je dunkler die Hautfarbe des Flüchtlings ist.

    Für jeden Deutschen ist angesichts dieser Zeilen Fremdschämen angesagt; ein starkes wie beinah übelkeitserregendes Gefühl muss sich jedem einstellen, für den dieses Deutschland mehr ist als nur ein Schriftzug in einem Atlas. Da ich damit nicht gemeint, durch meine Konversion selbst aber Ziel für irrationalen Hass (geworden) bin und schon seit Jahrzehnten kein "Heimatgefühl" mehr kenne, bleibt mir nur, mich für meine politischen Träume von damals zu schämen.
    Sie sind allesamt in Rauch aufgegangen.
    Als aufmerksamer Schüler habe ich die Grundsätze dieses Landes in der Schule gelernt; ich habe mich auf zahllosen Veranstaltungen, Parteiinformationsabenden und Versammlungen herumgetrieben und fand den Ansatz der damals noch jungen Bundesrepublik gut. So gut, dass ich ihn für beispielgebend hielt.

    Was hatte Deutschland damals nicht alles auf der Agenda!
    An wievielen hohen und hehren Zielen wurde damals nicht gearbeitet! Welche Ansprüche sind damals nicht an die Gesellschaft gerichtet worden!

    Und nun das.
    Aziz, eine Syrerin, die mit ihren zwei Söhnen den Weg aus dem syrischen Irrsinn zu uns fand:

    „Da sind die Nazis. Sie beschimpfen uns, sie spucken auf uns, sie schreien. Hier im Haus beschützt uns wenigstens der Sicherheitsdienst.“ Und wie läuft es in der Schule? Aziz lächelt: „Alles gut“. Ihr Sohn, der schon recht gut Deutsch versteht und spricht, schaltet sich ein: „Ich bin blond genug, dass ich keine Probleme habe.“ Wie oft muss ein Siebenjähriger das schon gehört haben, dass er auf so eine Idee kommt?

    Die alte Nazi-Denunziationsmode, der ekelerregende Rassismus finden neue Wege tief hinein in diese Gesellschaft, die so fulminant versagt hat, weil sie sich entsetzlich wehrlos dagegen zeigt:

    Mecklenburg-Vorpommern hat eine verhältnismäßig große und gewalttätige Nazi-Szene, die das Flüchtlings-Thema nutzt, um über rassistische Stimmungen ihren Einfluss in der Gesellschaft zu sichern. Flüchtlings-Helfer berichten, dass die NPD in Schulen Anweisungen herausgibt, sich nicht mit jugendlichen Flüchtlingen anzufreunden oder gar Geschenke auszutauschen. Viele Jugendliche sind schon dadurch so eingeschüchtert, dass sie Ärger für ihre eigene Person befürchten und sich strikt daran halten.

    Wer das liest, kann, darf und muss den Mut sinken lassen. :(
    Es scheint vorbei zu sein - das "Experiment Deutschland" ist jämmerlich gescheitert, wir können den Laden zumachen.

    Ich erinnere mich an die "Kriegsfibel" von Bertold Brecht - und angesichts des letzten Blattes, welches ein Foto von Adolf Hitler zeigt und unter dem steht:

    "Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch."

    ... weiß ich folgende Zeilen aus dem zitierten Artikel wohl ganz richtig einzuordnen:

    Schlimmer noch trifft die Flüchtlinge allerdings der Rassismus der Mehrheitsgesellschaft, der ihnen alltäglich entgegenschlägt. „Wenn wir das Heim hier in Güstrow verlassen, zeigen uns die Menschen auf der Straße den Mittelfinger, sie schreien und rempeln uns an“, erzählt Abdoulaye aus Mauretanien. Wie oft passiert das? „Jeden Tag. Immer.“

    Es sind aber nicht die Alten, die Verkalkten, die Aussterbenden - sondern nur allzu häufig mittlerweile auch die ganz jungen, die den nie abgetöteten Hass weiter auszubrüten haben und ihn zu ganz neuen Blüten führen:

    Und dann treffe ich im Flüchtlingsheim in Ludwigslust ein kleines Mädchen, das im Hof Fahrrad fährt und lacht. Gehst Du hier zur Schule? „Ja“, sagt sie. Und, wie ist es da? „Sehr gut. Ich lerne viel.“ Und wie geht es mit den Mitschüler_innen? „Meine Klassenkameraden sind sehr nett. Aber leider gibt es die Hofpause. Dann laufen die anderen Kinder um uns herum und rufen ‚Ausländer, Ausländer, wir spielen nicht mit Euch‘.“ Das ist ja gemein. Was machen denn dann Eure Lehrer_innen? „Sie sind dann nicht da. Sie machen gar nichts.“ Sie setzt sich auf das Fahrrad und fährt weiter.

    Sie sind nicht da .... die LehrerInnen. Nicht da.
    Aber wo sind sie?
    Sind sie vielleicht da, wo Millionen von Deutschen waren, als es mit industriellen Tötungsmethoden gegen die ging, die vermutet "anders" waren? Nämlich im Nichts? In der verzweifelt selbst errichteten Ahnungslosigkeit, die am Ende des Tages auch nicht vor dem Horror der Straße schützt?
    Wenn man sie eines Tages einmal fragt, diese LehrerInnen, die nicht da sind, wo sie denn wohl gewesen sind, als die ersten Scheiterhaufen errichtet worden sind - was sagen sie denn da?

    Das gleiche vielleicht, wie Millionen von Deutschen vor ihnen?
    Und was war das für eine himmelsschreiende Zirkusnummer, als diese vormaligen LehrerInnen auf Befehl der Alliierten damals zwangsweise durch "unaufgeräumte" Konzentrationsläge geführt worden sind? Was haben sie sich damals schreiend, heulend und kreischend die Hände vors Gesicht geschlagen - wo sie doch ebenfalls einfach nur "nicht da" gewesen sind und angeblich von nichts gewusst haben wollten. Sie haben selbst dann nichts geahnt haben wollen, als die dunkelschwarzen, furchtbar stinkenden Rauchwolken aus den Verbrennungsöfen über ihre Städte gezogen sind und zehntausende vor allen Augen in die Läger einfuhren, aber keiner mehr je dort herauskam.

    Nein - dieses Land hat seine Chance verpasst und freiwillig, ohne jeden Zwang, ohne Not, ohne Druck den Weg des dummen wie dumpfen Hasses und der Dummheit gewählt.
    Ich lebe hier nur noch aus ganz pragmatischen Gründen, die mein Fortgehen nachhaltig verhindern und ich zähle mittlerweile ganz ernsthaft bereits die Monate, bis ich frei genug zum Gehen bin.

    Deutschland - manchmal ekelst Du mich richtig an.

  • "IS" - Nabelschau eines Intellektuellen dazu

    Elias Khoury zählt zu den bedeutenderen, international bekannten, kenntnisreichen Journalisten und Beobachtern im Nahen Osten; wer sich mit den Medien der Region etwas auseinandersetzt, begegnet seinem Namen häufiger.
    Nicht jeder ist sein Freund, denn dazu ist er, obschon er noch immer am Leben ist, viel zu offen und unverblümt. Man sollte auf Khoury hören, denn von seinem Sitz in Beirut aus beobachtet er kenntnisreich und erfahren alles, was in seiner Region so geschieht.

    Es gibt auf Qantara.de einen lesenswerten Essay von ihm, den ich hier in Auszügen zitiere.

    Der IS ist ein Kind des späten Kalten Krieges und zugleich der Beginn eines totalen Krieges gegen die Länder des arabischen Ostens. Er ist die Folge des Zusammenbruchs politischer, moralischer und sozialer Werte in der Region.

    Unerheblich, welcher (Verschwörungs-) Theorie man gerade folgt ist und bleibt wahr, dass ein "IS" ohne die nachhaltigen Destabilsierungen des Westens niemals würde existiert haben können. Der "IS" stößt in ein Vakuum vor und übernimmt Macht und Verantwortung dort, wo kein Staat, keine Regierung mehr existierte. Schon vor Jahren war festzustellen, dass der Islam überall dort, wo alle anderen Strukturen jämmerlich versagten, als funktionierendes Gesellschaftssystem etabliert wurde. Dies gilt nicht nur für geographische Regionen, sondern auch für kopfinterne. Im Herzen von Kairo konnte sich seit nunmehr Jahrhunderten eine Form von "Paralleljustiz" ausbilden und halten, die von islamischen Gelehrten betrieben wurde und bis heute unangefochten, unwidersprochen weiterhin ausübt. In diesem Falle hat das überhaupt nichts mit "Extremismus" in irgendwelcher Form zu tun; die islamische Rechtsprechung z.B. in Ägypten hat einen hervorragenden Ruf und mit Gewalt, Brutalität, Körperstrafen oder Menschenrechtsverletzungen überhaupt nichts zu tun.
    Die irrationale, bizarre Radikalität des "IS" ist der langanhaltenden Gewalt zu verdanken, denen Millionen von Menschen ungeschützt ausgesetzt waren. Sie versammeln sich unter anderem auch mit dem Gefühl, endlich Rache an all den korrupten und verlogenen Politikern zu üben, unter der schwarzen Kriegsflagge des "IS".

    Es ist aber nicht einfach eine amerikanische Verschwörung, wie manche Naiven glauben, und auch keine israelische, wie wir gern behaupten würden, sondern eine arabische. Wir Araber haben uns gegen uns selbst verschworen, und wir sollten uns dies zunächst eingestehen, um uns dann das Recht nehmen zu können, über die Mitverantwortung anderer zu sprechen.

    Das ist fraglos richtig so. Der Westen hat sich die vorherrschenden Verhältnisse lediglich zunutze gemacht und stellenweise sicherlich auch initiiert. Es braucht ja nicht viel, fragile, neue Strukturen nachhaltig zu erschüttern. Ohne den Selbsthass der Stämme Arabiens allerdings wäre das Geschäft für den Westen ganz wesentlich schwieriger.

    Die arabischen Monarchien des verordneten Schweigens, zu denen auch die Erbrepubliken von Syrien über Ägypten, Irak, Libyen bis nach Tunesien und Jemen gehörten beziehungsweise gehören, sind ein Produkt von Parteien, Armeen und Landeseliten, die sich während des Kalten Krieges auf den Trümmern der Freiheit erhoben, die es verstanden, die Niederlage gegen Israel für sich zu nutzen und unter denen Korruption und Konfessionalismus epidemisch wurden.
    Statt die versprochene soziale Gerechtigkeit zu schaffen, zerstörten sie die Mittelschichten, machten die Armen noch ärmer, zerstörten moralische Werte und hinterließen eine jedem Angriff schutzlos ausgesetzte Gesellschaft.

    Hier kommt Khoury zum Punkt und erklärt uns, wie dieses politische, gesellschaftliche Vakuum entstehen konnte. Wie es eigentlich möglich wurde, dass ein allerdings in jeder Beziehung reicher Landstrich zum schmutzigen und hungernden Hinterhof der Welt verkommen konnte. Denn es bleibt eine beunruhigende wie besorgniserregende Entdeckung, dass Länder, die im Grunde genommen wirtschaftlich die Führung der Welt innehaben müssten, sich am genau entgegengesetzten Ende wiederfinden, von Hunger, Kriegen und Schreiereien zerrissen sind.
    Der letzte Satz Khourys zeigt, woher der Extremismus, die brutale Radikalität stammen - sie sind das Werk der Angst, des Gefühls, allein gelassen zu sein, schutzlos, jedem dahergelaufenen Bandenchef hilflos ausgeliefert.

    Die nominellen Monarchien am Golf ihrerseits schufen mit ihren Öleinnahmen ein System der Prostitution, das alle Lebensbereiche erfasste – von der körperlichen Prostitution bis zur politischen, von der Presse über die Kultur bis hin zum Sport. An die Stelle von Sauerstoff trat Gas, das den Verstand vergiftete, und alle verneigten sich vor den Worten von Hand- und Halsabschneidern.

    Und die Strukturen, die überhaupt noch existieren und arbeiten, sind weder Vorbild, noch stünden sie für irgendwelche Werte. Sie vermitteln nur das Bild, dass der Brutalere, der Schnellere, der Gewissenlosere Gewinne und Sicherheit für sich, seine Familie, seinen Stamm erreichen könne. Währenddessen haben sich die Führungen etlicher Golfstaaten eingemauert; sie umgeben sich mit Unmengen höchstmoderner Waffen, riesigen Sicherheitsringen und top-effektiven Durchschnüffelungs- und Unterdrückungsapparaten, die sie sich vom Westen liefern lassen.
    Niemand kritisiert Saudi-Arabien und man müsste sich eigentlich sehr erstaunt fragen, warum das nicht geschieht. Das Land ist eine stahlharte, eiseskalte und brutale Monarchie, die vermittels öffentlicher Hinrichtungen, Folter und Verstümmelungen seit nunmehr Jahrzehnten durch den Wahhabismus ein Schreckensregiment führt. Wir haben uns offenbar in Europa niemals Gedanken darüber gemacht, wie der "kleine Mann" auf saudischen Straßen fühlt, welchem Unrecht er täglich ausgesetzt ist, wie schmerzhaft sein Knebel und seine Fesseln sitzen. Aber dafür machen wir in der Tat märchenhafte Geschäfte mit diesem Land.

    Die zweite Illusion bestand darin, dem globalisierten neoliberalen Diskurs Gehör zu schenken und zu glauben, Europa und die USA würden den Arabischen Frühling als eine Fortsetzung des Osteuropäischen Frühlings betrachten und ihn entsprechend unterstützen. Die NATO würde es schon richten, so wie anfangs in Libyen. Weit gefehlt!

    Dies war sicherlich einer der tragischsten und folgenreichsten Fehler, dem hunderttausende, aufgeklärte Araber im "Arabischen Frühling" zum Opfer gefallen sind.
    Vielleicht hatten die Aktivisten des "Frühlings" von Anfang an gar keine andere Hoffnung oder Chance, auf die würden gesetzt haben können und so haben sie aus dem Wunsch den Vater des Gedankens gemacht. Vielleicht sind sie sehenden Auges in das Meer aus Blut gestiegen und hatten gehofft, der Westen würde schon kommen, wenn es herzzerreißend hart käme.
    Aber der Westen kam nicht.
    Im Gegenteil. Er verstärkte zunächst nur seine waffentechnische Unterstützung der despotischen Unterdrücker.

    Der IS ist ein Kind des späten Kalten Krieges und zugleich der Beginn eines totalen Krieges gegen die Länder des arabischen Ostens. Bewaffnete treten wie Monster aus dem Dunkel der Gegenwart hervor. Ihr Schrei ist eine Mischung aus krimineller Besessenheit und Blutdurst und einer Sehnsucht nach der Wiedererrichtung jenes islamischen Kalifats, das die Osmanen vor fünf Jahrhunderten von den Arabern übernommen hatten, bevor es am Ende des Ersten Weltkriegs zerfiel.

    All diese "Bewaffneten" von heute hatte noch vor Jahresfrist kein einziger Stratege auf dem Schirm. Alle betrachteten all diese vielen Millionen abgerissener Hungerleider nicht anders als Bedarfsträger, Notleidende, Verzweifelt, Bedürftige und niemand konnte sich vorstellen, was aus ihnen eines Tages würde werden können: eine einzige, gigantische, blutsaufende und hysterische Bestie namens "IS".
    In den zurückliegenden Jahrhunderten vermochte es keine Dynastie, kein Herrscher, keine Vereinigung irgenwelcher Art, die zugrundeliegenden, tribalen Strukturen in der Region dauerhaft zu befrieden - ob mit dem Mittel schierer Unterdrückung oder gar im (versuchten) Dialog.
    Die letzten, denen das über einige Zeiträume gelungen war, waren die Kalifen, deren Leben und Wirken sich mehr in Legenden und Märchen, als in Form historischer Fakten bis heute volksnah überliefert. Es sind, unter dem Eindruck latenter Sehnsucht nach Stabilität, ganz sicher viele mit der Zeit verzerrte, idealisierte Erzählungen, die die Errichtung eines Kalifats für die Menschen attraktiv erscheinen lassen.
    Allerdings ist an jeder dieser Geschichten natürlich auch immer ein Körnchen Wahrheit: immerhin gelang es den Kalifen, für eine vergleichsweise lange Zeit eine vergleichsweise hohe Stabilität in der Region herbeizuführen.

    Militärisch wird der IS nicht zu besiegen sein, was immer man sagen mag über intelligente Luftschläge oder den türkischen Traum, die Region wie früher zu dominieren. Man mag den IS schwächen oder vielleicht aus der einen oder anderen Stadt vertreiben können. Doch das ändert nichts daran, dass diese Terrororganisation ein Ausdruck der kompletten Verzweiflung in den Ländern ist, in denen er sich eingenistet hat.

    Wie unschwer in meinem blog recherchierbar, teile ich Khourys Meinung zu hundert Prozent und gelange gleich ihm zum gleichen, frustrierenden wie eigentlich entsetzlichen Schluss: der "IS" ist da und wird nicht mehr verschwinden. Er ist Realität; unbesiegbar, beinahe unverletzlich, monolithisch, furchteinflößend - und genau das ist es, was er auch sein will.

    Das für mich Erschütterndste liegt in Khoury letzten Sätzen des Essay. Darin liegt die für mich berührendste, schmerzhafteste Wahrheit, die, einmal ausgesprochen, beinahe neue Wunden in die blutende Seele schlagen kann:

    In der blutigen Auseinandersetzung, die vor uns liegt, bleibt uns nur die Option, an den Werten von Freiheit und Gerechtigkeit festzuhalten und ihnen konkrete Bedeutung zu verleihen. Wir dürfen nicht weiter auf eine Rettung warten, die nicht kommen wird. Das arabische System der Tyrannei wird uns ebenso wenig retten, wie Amerika sich um unsere Schmerzen schert.
    Es ist ein Kampf menschlicher Werte gegen die Barbarei, und dieser Kampf wird lange dauern. Wir müssen ihn als Einzelne wie als Gemeinschaft in dem Bewusstsein dessen führen, der aus seiner Verzweiflung ein Fenster der Hoffnung macht.

    Khourys Botschaft ist ganz besonders für empfindsame und aufgeklärte Muslime verständlich, da sie von ur-islamischen Werten und Disziplinen spricht, mithilfe derer die Menschen ihren Weg durch das Blut finden, das noch vor ihnen liegt. Es macht einen Kloss im Hals, denn in diesen Sätzen steckt nur wenig Hoffnung, aber viel Anforderung - ja beinahe Androhung.

    Es wird, und Khourys Essay unterstützt mich auf eine für mich wirklich schmerzhafte Weise in diesen Gedanken, noch eine Zeitspanne von vermutlich mehreren Generationen blutiger Kriege und Zerstörungen vor uns liegen.
    Und wir hier im Westen, wir haben wirklich keine Anstrengung unterlassen, es auch wirklich dahin kommen zu lassen.

  • Kanada - Nun ist es wirklich fester Teil der westlichen Staatengemeinschaft!

    Wenn auch durch andere als gewünschte Indizien hierzu geadelt zu sein. 8|

    Kanada darf sich nicht wundern; mit großem Bedauern, aber nur gelindem Schreck, lese ich die Nachricht, dass islamistischer Terror nun auch in Ottawa angekommen ist.

    Nunja. Was soll man sagen? :roll:
    "Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um!" vielleicht?
    Oder besser: "Mitgefangen, mitgehangen."?

    Die Welt wird erzwungenermaßen vom Terror polarisiert; Regierungen, die sich heute nicht explizit gegen das westliche Staatenbündnis stellen und deren Aktionen im Nahen Osten verurteilen, geraten früher oder später in das Fadenkreuz entweder verrückter Einzeltäter oder radikalisierter Organisationen.
    Ich halte diesen Trend für leider unumkehrbar - er wird früher oder später zwangsläufig in nicht nur große, regional begrenzte Schießereien, sondern in furchtbare Massentötungen durch Luftangriffe oder großangelegte Terroranschläge münden.

    Der Fantasie sind hier überhaupt keine Grenzen gesetzt - es darf sich vor allem gefürchtet werden, was man sich so ausdenken kann: Giftgasangriffe auf U-Bahnen etwa (wie in Japan bereits vorexerziert!), die viele hundert Tote fordern und durch nichts zuverlässig zu verhindern sind.
    An die Anblicke "irrtümlich" niedergebrannter Dörfer durch den Westen sind wir ja schon lange gewöhnt, das schreckt uns nicht mehr.

    Uns wird aber in Zukunft ganz sicher sehr viel geboten werden, was uns dann tatsächlich doch schrecken wird, weil der Tod auf den Spaß eingeht und zu uns kommen wird.
    Myriaden von Tätern, die entweder jetzt noch gar keine sind, aber morgen früh als solche aufwachen werden, Schläfer, diese berühmten "Rückkehrer" .... mit ihnen setzt sich schon sehr bald ein Heer von Unauffälligen, Unaufgefallenen in Bewegung die Dank guter Bildung durchaus in der Lage dazu sind, große und größte Schäden anzurichten und unter ihren Mitbürgern Opfer zu fordern.

    Es war ein Fehler zu glauben, man könne den Konflikt im Nahen Osten erst künstlich erzeugen und dann wie ein Ungeheuer zuverlässig im regionalen Käfig festhalten, während man immer und immer wieder mit Lanzen durch die Gitterstäbe auf es einsticht.

    Weil Geld nicht denkt, sondern sein einziges Interesse auf seine Multiplikation bündelt, weil unsere Bevölkerungen zum Begreifen längst zu blöd geworden sind, wird die "Bestie Terror" ihren Ausbruch nicht nur vollenden, sondern zu immer neuen Spitzen führen.
    Drei, vier Tropfen Gift in unsere Wasserversorgung vielleicht ..... hunderttausende sterben daran.
    Will man wirklich alle Wissenschaftler, alle Rohstoffe dazu lückenlos überwachen? Geht das?

    Und was würde das helfen, wenn, wie in den USA ja tatsächlich geschehen, aus einem loyalen Soldaten tatsächlich über Nacht ein durchgeknalltes Nervenbündel wird, welches im Zentrum des Militärs plötzlich um sich schießt und Dutzende Menschen tötet?

    Wir haben uns ein unglaublich verrücktes, bizarres, erlogenes und geheucheltes Bewusstsein um das Thema "islamistischer Terror" gebildet, welches von der verzerrten Geschichtsdarstellung lebt, die wir nur allzu gern als bequemes "Wissen" haben aneignen lassen.
    Unsere Menschen hier sind derartig verbogen, dass es ihnen noch nicht einmal mehr auffällt, dass ihnen die Vokabel "Muslim" gar nicht mehr einfallen will und für sie in aller Harmlosigkeit jeder Muslim begrifflich ein "Islamist" ist! Das verhält sich, als würden etwa ägyptische Eltern über Westler ganz leidenschaftslos immer nur von "Schweinen" sprechen - und sich dann wundern, wenn ihr Kind einen deutschen Gast ganz fröhlich und harmlos mit den Worten begrüßt: "Tritt ein, Schwein." - Aber was würde diese Anekdote (wenn ich sie mir nicht ausgedacht hätte!) über den Glaubensinhalt, über die Überzeugungen der Eltern erzählen?

    Bitte - ich halte all diese Verbogen- wie Verlogenheiten für mittlerweile systemisch implantiert und kann mir nicht vorstellen, wie gerade jüngere Generationen diesen Gedankenbildern entkommen will.
    Aber viele, wirklich viele Millionen von Muslimen in Europa leiden darunter - jeden Tag.
    Sie können nicht weggehen, was sich so viele der dummen Westler so wünschen, weil sie hier geboren und aufgewachsen sind, weil sie den Islam nicht aufgeben wollen und werden. Weil sie als Bürger von ihrem Nachbarn nicht unterschieden werden können - und dürfen!

    Irgendwann einmal ist jede Nachricht immer eine zuviel gewesen - und ein bis dato freundlicher und friedlicher Muslim steht morgens als Amokläufer auf.
    Es kann ein Bericht über ein erschossenes Kind in Afghanistan sein, für dessen Tod seine Mörder noch nicht einmal ein einziges Wort des Bedauerns, des Erschreckens finden sondern wie üblich nur murmeln: "Naja. War halt ein Versehen."
    Es mag ein Film über die entsetzlichen Zerstörungen in Gaza gewesen sein oder die Nachricht an ihn, dass Teile seiner Familie durch fehlgegangene Bomben der USA ausgelöscht worden sind.
    Aber der Morgen wird kommen, an dem ein solcher Muslim aufsteht, in Tränen ausbricht und Opfer sucht. Opfer, die er als Teil ihrer Gesellschaft unter anderem auch als verantwortlich für all diese Toten und Zerstörungen erkennt - und erkennen darf. Weil sich diese lieben Mitbürger als Bürger eines demokratischen Staates um ihre Verantwortlichkeit nicht scheren und sogar ihn selbst jeden Tag ein wenig drangsalieren, verspotten, beleidigen, herabsetzen.
    Aber jeder verspottet diesen Muslimen ja immer nur ein bisschen ... das wird der "blöde Mohammedaner" doch wohl nicht krummnehmen, wie scheiße ist der denn drauf ... ist ja nur ein kleiner Spaß ... nur ein einzelner Zahn auf dem Sägeblatt, welches irgendwann einmal den dicken Stamm durchgeschnitten hat.

    Ich behaupte:
    Solange unsere Bürger hier nicht endlich das Verlangen haben, sich der Schicksale all dieser Menschen anzunehmen, sich objektiv zu informieren und ihren Regierungen ultimativ einen Strategie- und Politikwechsel abverlangen, solange wird die Terrorgefahr ebenso konsequent wie schnell weiter ansteigen, noch um ein Vielfaches unberechenbarer, bösartiger und furchtbarer werden.
    Wir werden es eines Tages wirklich erleben, dass plötzlich ganze Innenstädte zerrissen werden, tausende von Menschen an spontan erzeugten Vergiftungen sterben und Gebäude, Gegenstände und Orte von besonderem Wert in Flammen aufgehen oder in Stücke gerissen werden.
    Wenn wir unsere Kinder nicht lehren, dass Menschen ganz generell niemals und unter keinen Umständen bedrängt, beschossen, beleidigt und gefoltert werden dürfen und selber daran glauben,
    wenn wir nicht endlich damit aufhören, einfachen Rezepten zu folgen oder gar danach selbst zu fragen,
    wenn wir nicht endlich damit aufhören, für unser Wohlergehen tausende von Kilometern entfernt sterben zu lassen,

    dann wird es uns eines Tages nicht nur in unserer eigenen Heimat, sondern im eigenen Zuhause tödlich treffen. Dann werden wir es sein, die nach einem Anschlag kaum genug "Material" für eine ordentliche Bestattung finden können und es werden unsere Mütter sein, die sich verzweifelt auf Särge und Trümmer werfen.

    Kanada ist nur ein Anfang.

    Es wird mit großer Sicherheit viel, sehr viel schlimmer kommen. :(

  • Der ("IS"-) Rattenfänger von Deutschland

    Man ahnt heute, dass der erste Teil der beliebten und bekannten Sage eher Fiktion ist und aus unerfindlichen Gründen dem zweiten Teil "angeheftet" worden war, in welchem der Rattenfänger zum Entfernen der Ratten gegen Geld nach Hameln geladen worden sein soll.
    Im zweiten Teil jedenfalls verlockte angeblich sein Flötenspiel, für dessen Erfolg bei den Ratten entgegen der Abmachung kein Geld geflossen war, nachts aus Rache die Kinder dazu, ihre Betten, Eltern und die Stadt zu verlassen, um ihm nachzufolgen. Ihre Spur verliert sich im Sande; mancher malt sich einen dritten, lethalen und grausigen Akt der Sage aus.

    Heute zieht wieder einmal ein grausiger Rattenfänger durch - und zwar durchs ganze Land, quer durch den ganzen Kontinent. Und wieder krabbeln sie zu hunderten nachts aus ihren Betten, werfen die Schule hin, verlassen ihre Eltern und folgen vollmundigen Versprechungen.
    Aber heute spielt der Rattenfänger keine lustigen Volkslieder - sondern düstere Nasheeds, zuweilen extreme, islamische Glaubensgesänge. Und der Fänger trägt auch keine bunten Kleider, sondern ist von der schwarzen Kampfflagge des Monstrums "IS" umhüllt.

    Und am Morgen, da hocken dann die weinenden Eltern vor den leeren Betten ihrer Kinder - und wie ehedem stellen sie sich die völlig falschen Fragen, weshalb auch die modernen Kinder letztlich verloren sind.

    (Zitat: SPIEGEL-Online)

    Dantschke [Claudia Dantschke; Mitarbeiterin bei der Deradikalisierungshotline "Hayat", d. Verf.] und ihre Kollegen versuchen, sich ein möglichst komplexes Bild zu machen: Wie war das Leben des Kindes bis jetzt? Was könnte ihm gefehlt haben? Wieso ist es ansprechbar für Radikale? Dantschke sagt, es sei sehr wichtig, die Eltern spüren zu lassen, dass man ihnen keine Schuld gebe - sie würden sich ohnehin schuldig fühlen.

    Es mag ja wichtig sein - aber ist es auch richtig, die Eltern ihre Verantwortung, ihre eigene Schuld nicht spüren zu lassen?

    Hinzu kommt, dass die Fragestellung von Dantschke, und mit ihr geht das ganze Land völlig fehl, eine irrsinnig falsche und in Teilen gar erlogene, geheuchelte ist, weil die richtigen Fragen niemand stellen will.
    In jedem Fall ist jedes Kind, welches sich auf dubiosen Umwegen auf die Reise nach Syrien macht und einen nichtexistierenden, eingebildeten, märchenhaften "Jihad" zu kämpfen, vollkommen allein mit sich, seiner Welt und den Verrücktigkeiten darin.
    Wir haben hier lange aufgegeben, nach Sinn, Wahrheit, Werten und Grundsätzen zu suchen, geschweige denn um sie zu kämpfen. Wir haben für unsere Kinder nur die frustrierende, eisig kalte, und niedrige Sicht auf die Dinge im Angebot, nach welcher das Streben nach Geld das allein seligmachende Prinzip auf der Erde sei.
    Wir lassen sie hautnah miterleben, mit welchem Ekelgefühl wir über Gestrandete hinwegsteigen, stellenweise unverhohlenen Spott über diese üben und uns in dem Gefühl sonnen, dass wir besser als jene sind - bloß, weil wir (etwas) mehr Geld haben.

    Und das falsche Lied des Rattenfängers namens "IS", es flötet von der heilen Welt hoher Werte, von Solidarität, von Gerechtigkeit - und vor allem davon, dass (nur) bewaffneter Kampf diesen leidvollen Widerspruch zwischen den Worten und Taten ihrer Eltern auflösen kann.
    Wir haben einfach ein paar tausendmal nicht hingesehen, wenn die Augen der Kinder von der Tageszeitungsschlagzeile in unser Gesicht wanderten, weil sie sehen wollten, wie wir jetzt reagieren. Und sobald die Pubertät aus ihrem Schweigen und Staunen eine Reaktion hat werden lassen, hatten wir sie verloren.

    Voller Stolz können meine Frau und ich sagen, dass wir unter Aufbietung wahrhaft all unserer Kräfte unseren vier Kindern immer haben zeigen wollen und müssen, dass es allerdings tatsächlich Werte gibt, für die einzutreten und zu kämpfen allerdings unaufschiebbare Aufgabe ist. Voller Demut müssen wir auch Fehler eingestehen - nicht alles gelang, was wir erzielen wollten.

    Nach historischen Erkenntnissen gibt es starke Indizien aus dem Mittelalter, dass die Kinder Hamelns tatsächlich über Nacht einer Einflüsterung, einem Werben von außen erlegen sind und ihre Heimat verlassen hatten. Allerdings waren sie zu einem Leben im Osten in neuen Gebieten angeworben worden.

    Schon ein gutes Dutzend mal habe ich hier im blog über die mangelbehaftete, erstarrte, erkaltete und allzu häufig geheuchelte und gar erlogene "Kultur" Deutschlands räsoniert.
    Nach einem fulminanten Start der jungen Bundesrepublik, als sich dies Land hier nach dem ultimativen Erschrecken über die eigene Verführbarkeit und Grausamkeit eine so weitreichende Verfassung namens Grundgesetz gegeben hatte, wären heute Millionen von überzeugten, aktiven und agilen Demokraten in Deutschland zu erwarten - wenn wir unser Grundgesetz nicht allesamt verraten hätten.

    Unsere Kinder verlassen uns, so könnte man polemisieren, rechtzeitig bevor wir sie in all unserer eigenen Überforderung selbst getötet haben. In zumindest gefühlt steigendem Maße erschießen, erschlagen wir unsere eigenen Kinder, manchmal lassen wir sie einfach verdursten. Und das sind nur die Kinder, die wir überhaupt noch zur Welt bringen.

    .... Und da fragen wir uns, warum unsere Kinder empfänglich für die Botschaft Radikaler seien?
    Ist das so? :roll:
    Meinen wir das ehrlich? Oder nur genauso ehrlich, wie Volker Kauder (Fraktionsvorsitzender einer angeblich "christlichen" Partei, die ja dem Pazifismus absolut verpflichtet wäre!) der über eine Bewaffnung von Terrororganisationen nachdenkt?
    Ist es wirklich schon "radikal", wenn Kinder ihre Eltern fragen, wie sie mit der Welt eigentlich umgehen?

    Was eigentlich erklären die vielen Eltern da draußen in diesem famosen und ach so rechtschaffenen Deutschland ihren Kindern, wenn sie von ihnen gefragt werden, was sie gegen das Zocken der Lebensmittelindustrien unternehmen, wegen derer Millionen von Menschen jedes Jahr sterben? Wie erklären das Väter, wenn Samstags eine Demo gegen Rechts angesetzt ist, und trotzdem Fußball geschaut wird?

    Offenbar geben wir unseren Kindern außer Geld und an sie gerichtete Forderungen gar nichts.
    Wir glauben sie zu lieben, weil wir uns mit ihrem Notendurchschnitt beschäftigen, ihren Bedarf an Nachhilfestunden erkennen und bezahlen.
    Das mag uns so erscheinen, als seien die wichtigsten Disziplinen des Lebens damit abgedeckt - weil wir selbst als unmittelbare Nachkriegsgeneration ebenso ähnlich wie mittelbar Schäden davongetragen haben.
    Dennoch trifft uns alle, die wir Eltern sind, ein hohes Maß an Schuld, wenn unsere Kinder sich nachts aus dem Fenster abseilen und ihr Heil in Syrien unter einer schwarzen Fahne suchen.

  • "PKK" und Kurden - hat sich Volker Kauder schon strafbar gemacht?

    Tja - wie geht Deutschland jetzt damit um? :roll:

    Der Unionsführer der "C"DU, der SPIEGEL schreibt in seiner Online-Ausgabe heute darüber und ich habe darauf ebenfalls bereits reflektiert, denkt zumindest über Waffenlieferungen an die "PKK" nach.

    Zitat: SPIEGEL-Online

    SPIEGEL ONLINE: Die Waffen gehen an die Peschmerga. Gegen den IS kämpfen aber auch andere Gruppen wie die PKK. Müsste die PKK auch unterstützt werden?

    Kauder: Ich weiß, welche Probleme die Türkei mit der PKK hat, aber zuzuschauen, wie die IS wichtige Grenzstädte einnimmt und sich immer mehr zu einer Bedrohung der weltweiten Sicherheit entwickelt, kann nicht die Lösung sein. Die Unterstützung von weiteren Gruppen schließe ich nicht aus. Aber das ginge sicher nicht gegen die Türkei, sondern nur mit ihr. Das gilt auch für eine Unterstützung der PKK. Natürlich sind alle Waffenlieferungen mit Risiken verbunden. Es gibt keine hundertprozentige Sicherheit, dass die Waffen dort bleiben, wohin sie geliefert wurden. Aber wenn der IS überhaupt nicht gestoppt wird, ist das Risiko noch viel größer.

    Noch hat sich Kauder nach meinem persönlichen Dafürhalten damit nicht in die direkte Schusslinie des Strafgesetzbuches begeben - aber bis dahin ist es jetzt nur noch ein winziger Schritt.

    Der Beweis liegt zunächst einmal in der Organisation der "PKK" selbst; ich zitiere Wikipedia:

    Die Organisation und ihre Nachfolger werden unter anderem von der Türkei, der EU und den USA als terroristische Vereinigung eingestuft. Seit dem 30. Mai 2008 ist die PKK auf der Drogenhandelsliste des Foreign Narcotics Kingpin Designation Act in den USA.[4] Der deutsche Verfassungsschutz sieht laut dem Verfassungsschutzbericht von 2011 keine Hinweise auf eine Verwicklung der PKK in den Drogenhandel in Deutschland.[5] Gemäß einer Analyse des Council on Foreign Relations verübte die PKK im Jahr 2011 insgesamt 35 Terrorakte und steht damit an Position 9 der weltweit aktivsten Terrororganisationen.[6]

    Und nun halten wir diesem Text das Strafgesetzbuch unmittelbar vor:

    § 129a
    Bildung terroristischer Vereinigungen

    (1) Wer eine Vereinigung gründet, deren Zwecke oder deren Tätigkeit darauf gerichtet sind,

    1. Mord (§ 211) oder Totschlag (§ 212) oder Völkermord (§ 6 des Völkerstrafgesetzbuches) oder Verbrechen gegen die Menschlichkeit (§ 7 des Völkerstrafgesetzbuches) oder Kriegsverbrechen (§§ 8, 9, 10, 11 oder § 12 des Völkerstrafgesetzbuches) oder
    2. Straftaten gegen die persönliche Freiheit in den Fällen des § 239a oder des § 239b
    zu begehen, oder wer sich an einer solchen Vereinigung als Mitglied beteiligt, wird mit Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren bestraft.

    .... soweit die reine Definition - und jetzt zum zutreffenden Paragraphen:

    (5) Wer eine in Absatz 1, 2 oder Absatz 3 bezeichnete Vereinigung unterstützt, wird in den Fällen der Absätze 1 und 2 mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren, in den Fällen des Absatzes 3 mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

    Der Fall liegt wasserklar: die "PKK" kann und darf von Deutschland mit nichts und niemandem unterstützt werden.
    Das passt Kauder natürlich nicht in den Kram. Für jemanden seiner extremistisch-konservativen Ader und seines Alters dürfte auch kaum noch zu verstehen sein, weshalb nicht automatisch jeder Schlag gegen die Türkei moralisch vertretbar sein soll. Kauder stammt noch aus einer Zeit, in welcher Gesetze immer soweit ausleg- und ignorierbar waren, solange derartige Interpretationen im Sinne der Machthabenden lagen. Sie haben natürlich dann niemals Gültigkeit, wenn aus behaupteten Gründen der Staatsräson oder -Bereicherung gerade anders agiert werden soll.
    Kauder entstammt einfach einer anderen Zeit. Als junger Mensch hatte er gelernt, dass der Nationalsozialismus nicht durch innere Wandlung bezwungen wurde, sondern nur durch das Herbeten frommer Phrasen. Denn die Beliebigkeit, das passende Zurechtschnitzen behaupteter Werte war die Spezialität der Nazis und viel zu viele haben nach Kriegsende sehr gut verstanden, dass sie nur ein paar Floskeln herunterleiern oder stattliche Summen zu bezahlen hatten, um einer nahezu sowieso unwirksamen "Entnazifizierung" zu entkommen.

    Kauder erinnert mich in wahrhaft erschreckender Weise an viele alte Leute aus meiner Kindheit. Allesamt und ausnahmslos Übriggebliebene, den Siegern des Weltkrieges Entkommene, in jeder Hinsicht unbeschädigt verbliebene Nazis. Ich lernte ihre richtigen Gesichter zu sehen und wusste ihre nach wie vor vorhandenen Weltbilder in ihren Halbsätzen aufzufinden, die sie nur schlampig hinter eilig hintangesetzte "Bekenntnisse" zum "neuen Deutschland" herredeten; wohlwissend, dass aufmerksame Zuhörer genau verstanden hatten.
    All jene bauten noch immer und unverbrochen in ihren Köpfen an Gaskammern und Massengräbern; sie zeigten einander verstohlen auf andere, murmelten verschwörerisch: "Dat isse ne Jutt." und ich wusste, dass dieser "Jutt" in ihrer Gesellschaft keinen Fuß an die Erde bekommen würde.

    Kauder würde selbst den Teufel bewaffnen und (seinem) Gott mit Luftangriffen drohen. Ihm ist das Schicksal der Menschen in der Region herzlich egal; ihm geht es ausschließlich nur um drei Dinge:
    Er will den Kadavergehorsam den USA gegenüber unangetastet bleiben sehen.
    Er will die Türkei in einen Bürgerkrieg versinken sehen.
    Er freut sich über zusätzliche Absatzmärkte für deutsche Waffen.

  • "IS" - Terror in allen Schattierungen

    Was könnte mich mehr zu beißenden Satiren inspirieren als die Realität? 8|

    In der Tat arbeite ich derzeit an einer; allerdings fürchte ich ganz ernsthaft (!), dass sie trotz ihrer bisher zusammengeschriebenen Verrücktheiten weit hinter dem zurückbleibt, was die Welt derzeit selbst treibt.

    Der Kampf um Ain al-Arab ("Kobane") gerät von Tag zu Tag irrer. Die Stadt wird zu einem Sammelbecken von Geisteskranken, von Ver- wie Abgestoßenen, von tausenden von Leuten, die sich statt der offiziellen eigene "Realitäten" suchen.
    Ernstzunehmen jedenfalls ist das "Phänomen Ain al-Arab", wie ich es nennen möchte, jedenfalls nicht mehr.

    Da geht ein Volker Kauder, immerhin kein geringerer als der Unionsfraktionschef der "C"DU (und wieder einmal erweist es sich als richtig, das "C" tatsächlich in Anführungszeichen zu setzen!) hin und schließt laut SPIEGEL Waffenlieferungen an die PKK nicht mehr aus.
    Natürlich.
    Warum auch nicht.
    Immerhin ist der Mob auf Europas Straßen dumm genug, um selbst das nicht nur zu kaufen, sondern gar einzufordern. Wer hätte gedacht, wie tiefgreifend die Verblödung Deutschlands zwischenzeitlich geraten ist. Denn selbstverständlich findet man mit wenigen Klicks stichhaltige Begründungen dafür, dass die PKK bis heute völlig zu Recht als "gefährliche Terrororganisation" geführt und verboten ist. Sie hat nicht weniger als 40.000 Menschenleben auf dem Gewissen und legte erst vor wenigen Tagen noch einen türkischen Militärposten unter Feuer und tötete etliche Soldaten. Die Geisteshaltung der PKK-Mörder ist mindestens so eindimensional wie brutal und grausam; sie töten, sie foltern und sie bomben.

    Aus allen Teilen der Welt strömen die Abgeprallten, die Dummgebliebenen und die Aufgehetzten zum Konfliktherd und verlangen, teilweise unverschämt, reichlich bewaffnet zu werden.

    Jetzt haben sich "Rocker" auf den Weg nach Ain al-Arab gemacht; wie SPIEGEL schreibt, handelt es sich um eine deutsch-niederländische, illustre Versammlung von Schlägern. Das darauf angesprochene Bundeskriminalamt zeigt mit seinem "Nachdenken" darüber, wie denn mit solchen Rückkehrern dereinst umgegangen werden sollte, könnte, müsste, dass es gegenüber der Politik Kreide gefressen hat. Denn soviel ist klar: diese Rocker trainieren den bewaffneten Kampf und beteiligen sich, eingebettet in eine international geächtete Terrororganisation, aktiv an ihm und damit unterscheiden sie sich durch nichts von potenziellen Rückkehrern vom "IS" - bei diesen allerdings wird nicht groß "nachgedacht", sondern gleich ein Strafbefehl ausgestellt und Anklage erhoben.

    (Zitat: SPIEGEL-Online)

    Verboten sei das nicht, so der Sprecher der niederländischen Staatsanwaltschaft Wim de Bruin. "Man darf lediglich nicht gegen die Niederlande kämpfen." Und eben nicht auf der Seite des IS. "Der große Unterschied ist, dass der IS als Terroristengruppe geführt wird", so de Bruin. Damit sei sogar die Vorbereitung der Unterstützung für die Dschihadisten strafbar.

    Erstaunlicherweise zeigen sich auch die Niederlande durchaus bereit dazu, objektiv festzustellende Wahrheiten vollständig zu ignorieren. Es sei also nicht verboten, sich am Kampf gegen den "IS" zu beteiligen - damit ist es also durchaus erlaubt, sich der Mörderbande der "PKK" anzuschließen.

    Aha. :crazy:

    De Bruin entblödet sich auch nicht, im gleichen Interview allen möglichen Kämpfern des "IS" ungewollt ebenfalls einen Persilschein für alle erdenklichen Untaten und Grausamkeiten auszustellen:

    Sollten niederländische Bürger jedoch in dem Bürgerkrieg foltern oder vergewaltigen, werde das natürlich verfolgt. Aber auch dabei schwächte de Bruin ab: "Das passiert natürlich sehr weit weg und ist somit sehr schwierig zu beweisen."

    Ist es nicht herrlich? Wundervolle Zeiten brechen für alles Halbintelligente an, die bis zur ersten Schlacht noch an "Counter-Strike-Romantik", Lagerfeuer, frei erhältliche und benutzbare Frauen glauben! Wer würde ihnen denn nach ihrer Rückkehr in die Heimat dort beweisen wollen, dass sie in Syrien nachts im Zelt eine gekaufte Sklavin mit Gewehrkolbenhieben gefügig gemacht hatten? Wer?
    Wenn sie nicht auch noch dumm genug dazu sind, sich dabei fotografieren oder filmen zu lassen, können sie nach Herzenslust enthaupten, niederbrennen, plündern und abknallen - eben genauso wie die Leute von der "PKK".

    Könnte man nicht ein riesiges Stadion um Ain al-Arab errichten und alles, was so gern kämpfen möchte, dort in die Manege lassen? Der Vorteil läge auf der Hand: alles, was man tot und zerrissen hinaustrüge, wäre in jedem Fall ein Terrorist gewesen!

  • Ägypten - Ägypter lernen Ägypten kennen.

    Es war damals, als ich das erste Mal nach Ägypten reiste, eine für mich tatsächlich sehr seltsame Entdeckung: das moderne Ägypten hatte seine Geschichte förmlich vergessen und betrachtete sämtliche Monumente und sonstige, historische Werte lediglich als Attraktion für Touristen.
    Anders, dachte ich, würden Franzosen ihr "Disney-Resort" bei Paris oder Deutsche ihr "Fantasialand" bei Brühl auch nicht bewerten. Spaß ohne Hintergrund, Anziehungspunkt für Millionen von Reisenden, die mit vollen Taschen in ihr Land kommen.

    Die Gründe für diese innere Haltung, musste ich lernen, sind und waren mannigfaltig. Ich begrüße sie bis heute nicht, kann sie aber zwischenzeitlich besser verstehen. Grob dargelegt, zerfallen diese Gründe in zwei Teilbereiche:

    1. Pyramiden kann man nicht essen.
    Hört sich trivial an - ist es aber nicht.
    Ägypten findet seit nunmehr vier, fünf und mehr Generationen (!) nicht aus seiner prekären Lage heraus. Es dürfte kaum einen durchschnittlichen Ägypter geben, der noch Erinnerungen an eine zumindest auskömmliche Lage des Landes hat. Die normale, ägyptische Familie kennt tagein, tagaus bis heute nichts anderes als die Sorge darum, alle Lieben am Tisch vielleicht doch noch mal satt zu bekommen. Nur eine ganz extrem dünne Oberschicht kennt diese Sorge nicht, aber die kümmern sich eher um den Ausbau ihrer Bankkonten und scheren sich ebenfalls kaum bis gar nicht um die Geschichte ihres Landes.

    2. Extreme Strömungen im Islam wollen die Monumente zerstören
    In vollendet verrückter wie völlig verblendeter Interpretation einiger Verse des Qur'an, nach welchen die Anbetung von Orten, Gegenständen, lebenden oder gar verstorbener Menschen tatsächlich verboten ist, trachten Islamisten nach Sprengung aller Tempel und Statuen etwa.

    (Kurzer Exkurs eines Muslimen dazu: richtig ist natürlich, dass nichts zwischen dem Menschen und Allah einer Anbetung würdig ist und richtig ist völlig unzweifelhaft auch, dass zahlreiche dieser Tempel und sonstigen Kunstschätze einmal Gegenstand von Anbetung gewesen sind. Wir leben aber heute definitiv in einer anderen Zeit als die, in welcher sich Muslime umringt sahen von animistischen Kulten, die Standbildern blutige Opfer darbrachten, Leichen für "Reliquien" auseinanderrissen und ihre Völker knechteten, damit sie goldene Gerätschaften und Statuen für ihre "Götter" machen konnten. Die gezielte und allgemeine Vernichtung derartiger Anbetungsstätten nebst all ihrer Standbilder war in der Frühzeit des Islam nicht nur angeraten, sondern gar zwingend erforderlich.)

    Aber schon vor Jahren setzte hier eine spürbare, neue Entwicklung ein; ich habe ein langsam beginnendes "Erwachen" im Land gespürt und es hatte mich begeistert und glücklich gemacht, als ich einmal plötzlich in Karnak bis zur Brust in einem Meer von lachenden, ägyptischen Kindern steckte, die im Rahmen einer schulischen Veranstaltung ihre eigene Geschichte kennenlernen sollten.

    Es ist höchste Zeit für Ägypten, nationalistischer zu werden! B)
    Leider habe ich bisher nur wenige Ägypter getroffen, deren Rücken gerade mir als Westeuropäer gegenüber durchgedrückt und deren Blick voller Stolz war.
    Die Geschichte Ägyptens ist ein wundervolles Geschenk, sie beherbergt unsäglich schöne Orte voller Zauber und Schönheit. Diese Geschichte ist es auch, die die Menschen am Nil über Jahrhunderte geprägt und ihnen etwas ganz Besonderes mitgegeben hat - denn das Leben auf den Straßen Ägyptens beinhaltet ein Geheimnis, dem ich immer wieder aufs Neue verfalle, bei dem ich mittue, in das ich aufgehen möchte und von dem ich am liebsten ein Teil wäre.

    Nachdem die Touristenzahlen nach neueren Erkenntnissen um gut 30 Prozent eingebrochen sind, ist Platz für eine ganz neue Aktion, die dem ganzen Land eine neue Entwicklung geben kann.

    “Ana Awla Bahlwtha”, übersetzt etwa: "Wir haben das Recht, uns daran zu erfreuen!" hat sich auf die Fahne geschrieben, zusammen mit Archäologen etwa gezielt Führungen durch historische Städte für Ägypter anzubieten.
    Ahmed Zakarya, der Gründer dieser Aktion, stellt das gleiche Bedürfnis der Ägypter fest wie ich es getan hatte, ohne mein Erstaunen darüber recht greifen zu können. In einem Interview sagt er mit großem Bedauern, dass zahlreiche historische Schätze kaum einem Ägypter bekannt seien - und dem gelte es Abhilfe zu schaffen.

    Ich selbst hatte die Ehre und das ganz und gar ungeheuerliche Vergnügen, einem jungen Ägypter die Tempelinsel Philae zeigen zu dürfen, von deren schierer Existenz er bis dahin gar nichts gewusst hatte. Da es für mich nicht der erste Besuch dort war und ich auch sonst etwas beschlagen in diesen Dingen bin, konnte ich ihm vieles erklären und er sog alles wie ein trockener Schwamm auf.
    Als wir wieder im Motorboot saßen und die Rückfahrt zum Festland antraten, bedankte er sich überschwenglich und mit Tränen in den Augen, weil ich ihm, wie er sagte, ein wunderschönes Stück seiner eigenen Heimat geschenkt hätte. Ich hatte einen Kloß im Hals und war gerührt.

    Ich würde mich wirklich freuen, eines Tages neben stolzen Arabern auch wahrhaft stolze Ägypter in Ägyptern wiederzufinden.

  • USA - von Ebola vollständig traumatisiert und hysterisch

    Wohin eine Gesellschaft gerät, die auf Entertainment setzt und von sachlichen Informationen und Darstellungen ultimativ trivialen Unterhaltungswert verlangt, können wir genau jetzt an den USA gut erkennen.

    Schieben wir uns diesen Staat auf einem Objektträger unter ein Mikroskop und schauen genauer hin - wie ist die tagesaktuelle Situation?

    (Zitate: SPIEGEL-Online)

    Elisabeth Hasselbeck vom US-Kabelsender Fox News: "Wieso lassen wir noch Leute in dieses Land?", entsetzt sich die Moderatorin, eine bekannte Konservative. "Wieso stellen wir nicht die Flüge ein und schließen die Grenzen?"

    Wie kann es nur möglich sein, dass sich derartiger Schwachsinn Bahn bricht?
    Wer oder was trägt an solchen Auswürfen Schuld?

    Zumindest in Deutschland konnte sich offenbar erfolgreich die Information in den Köpfen der Menschen festsetzen, dass sich Ebola nur äußerst schwierig und ausschließlich nur durch direkten (Körper-) Kontakt mit Infizierten überträgt; selbst eine kleine, räumliche Distanz schützt bereits.
    Wir haben in Europa nebenbeibemerkt natürlich auch das Thema "Globalisierung" offenbar ganz wesentlich besser verstanden als die Menschen in den USA und wir haben natürlich auch vollumfänglich begriffen, dass die Schließung von Grenzen und eine Einstellung von Flugverkehr vollkommen unmöglich sind.

    "Eins und eins ist zwei." - Also halten wir uns von möglicherweise Infizierten etwas entfernt, demzufolge alle Grenzen auch offen, errichten für verdächtige Einreisende Kontrollen und haben deshalb auch keine Angst.

    Auch wenn die Behörden mit demonstrativer Besonnenheit zu agieren versuchen - die US-Medien halten dagegen, schüren Panik und Paranoia. Als sich die Seuche noch aufs fremde Afrika beschränkte, war sie für die meisten Amerikaner kaum von Interesse. Das änderte sich mit den ersten US-Fällen schlagartig: Seither befeuert Ebola eine Endlosschleife aus Desinformation und Demagogie, als Schlagzeile, Schlachtruf und filmreifes Twitter-Hashtag, #EbolaInAmerica.

    Es mag ja nett sein und für ein gewisses Gefühl von Aufrichtigkeit eines Medienorgans wie dem SPIEGEL sorgen, sinnvoll aber ist ist es natürlich keinesfalls, den US-Medien die Schuld in die Schuhe schieben zu wollen.
    Denn es gibt nicht nur den, der füttert - es gibt immer auch den dabei, der frisst. :roll:

    Dabei ist es natürlich auch für jeden US-Amerikaner problemlos möglich, sich innerhalb von buchstäblich wenigen Augenblicken nüchtern, objektiv und sachlich zu informieren - aber da kommen wir mit unserer Betrachtung wieder am Anfang an wenn wir uns vor Augen führen, dass der Intellekt des durchschnittlichen US-Amerikaners möglicherweise unter dem Dauerfeuer des Infotainments längst zu schmelzen begonnen hat. Vielleicht müssen wir langsam zu dem Schluss kommen, dass der durchschnittliche US-Bürger schon gar nicht mehr in der Lage dazu ist, nüchterne und objektive Informationen nachzufragen oder gar mental zu vertragen.

    Da setzen sich regelrecht irrwitzige Prioritäten selbst:

    Nach einer Erhebung des Pew Research Centers berichteten die US-Newssender in den letzten Wochen mehr und dramatischer über Ebola als über den Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) - und auch mehr als zuvor über andere Krankheiten wie Schweinepest, Mers oder Rinderwahnsinn.

    Das scheint vollkommen verrückt zu sein - wirft aber ein höchst faszinierendes Licht auf die allgemeine Einstellung, Laune, Bevorzugungen auf den Straßen Amerikas.
    Und es wirft meiner Meinung nach ein erschreckendes, geradezu schreckliches Bild auf die Dinge, die die US-Regierung offenbar problemlos in der eigenen Bevölkerung durchzusetzen in der Lage ist. Es scheint nur wahrhaft geringfügiger "Massage" der Presse zu bedürfen, um die Erde zu einer Scheibe, den Präsidenten zu einem Gott und alle Araber zu Teufeln zu erklären.
    Ich bin sogar recht fest davon überzeugt, dass der US-Führung der "Ebolawahn" äußerst gut in den Kram passt; solange der "Kampf" gegen den "IS" von der Öffentlichkeit weniger betrachtet und möglicherweise kritisch beurteilt wird, geht in Syrien und dem Irak alles seinen geplanten und beabsichtigten Gang. Hier hat die US-Führung ein höchst bequemes Ziel, um mit wenigen Schritten eine vorgebliche "Gefahr" gebannt und in Form eines gefühlten "Sieges" in den Griff zu bekommen.

    "Nur Minuten, nachdem er von einem neuen Ebola-Opfer gehört hatte, ging der Präsident golfen!", echauffierte sich Moderatorin Harris Faulkner. Ihr Kollege Eric Bolling fantasierte, dank Obama könne Ebola nun "auf dem Rücken des 'Islamischen Staates' über unsere Grenzen kommen". Und Kommentatorin Laura Ingraham fachte sogar das absurde Gerücht an, Ebola könne sich durch die Luft verbreiten.

    Viele springen darauf offenbar an. 40 Prozent der Amerikaner halten Ebola einer neuen Umfrage zufolge für eine Bedrohung der öffentlichen Gesundheit, doppelt so viele wie noch im September. Jeder Vierte gab an, seine Reisepläne geändert oder storniert zu haben.

    Die genannten 40 Prozent rekrutieren sich natürlich aus dem unteren Rand der US-Gesellschaft; die Bildungselite, die dünne, aber alles entscheidende Oberschicht hingegen schlürft auch weiterhin völlig ruhig ihre Cocktails - aber es sind wiederum genau diese 40 Prozent, die kurzfristig für unschöne Szenen auf den Straßen sorgen und einen dadurch beschleunigten Meinungsumschwung anfachen könnten.

    Aber auch in dieser Oberschicht findet man in Ebola eine Chance, Kapital aus allgemeiner Verunsicherung und zunehmender Angst zu schlagen:

    Doch sind es ja nicht nur die Medien. Republikanische Politiker springen auf den Zug auf: Sie sehen Ebola als neues Argument gegen Einwanderer. Südstaaten-Gouverneure wie Bobby Jindal (Louisiana) und Rick Perry (Texas) rufen nach kompletter Abschottung. Denn alle Immigranten, so der Abgeordnete Phil Gingrey, könnten "Schweinepest, Dengue-Fieber, Ebola und Tuberkulose" einschleppen.

    Nun ist es ein offenes Geheimnis, dass sich die Republikaner zumeist selbst aus regelrecht dummen Menschen zusammensetzen; obschon sie der Elite der Gesellschaft angehören, reicht es bei ihnen nur in den seltensten Fällen zu einer mindestens mittelmäßigen Bildung. So kann nicht ausgeschlossen werden, dass manche Republikaner den Unsinn, den sie erzählen, vielleicht sogar selber glauben.

    Wir haben hier auf der Welt eine Gefahr, die für entwickelte und vergleichsweise kultivierte Industriestaaten überhaupt keine ist: Ebola eben.
    Und somit dient Ebola für Politiker und (Gesellschafts-) Philosophen aus diesen Staaten beinahe als Feldversuch, wohin und mit welch hoher Geschwindigkeit eine Gesellschaft an den Rand des Irrsinns getrieben werden kann.

    Ebola kann uns zeigen, wie eine solche Gesellschaft aufgebaut ist, oder sein muss, um wie ein verwundetes Vieh mit Leichtigkeit in jedes offene Gatter, in jedes aufgeschnappte Messer gescheucht werden zu können.
    Beinah unnötig zu sagen, dass unsere eigene, deutsche wie europäische Bevölkerung den gleichen Weg der gezielten Verblödung geht; offenbar haben unsere Politiker die Vorzüge solcherart konditionierten Stimmviehs zu schätzen gelernt und würden dies Modell gern innerhalb ihrer eigenen Nationengrenzen verwirklicht sehen.

    Wir erkennen: soweit sind wir noch nicht. :roll:

    Bisher ist es in Bezug auf Ebola ruhig in unseren Städten und das bleibt es auch wohl.

    Warten wir noch etwa zehn oder fünfzehn Jahre - dann sind wir selbst in dieser Entwicklung ganz sicherlich entscheidende Schritte nach vorn gekommen.

  • USA - Ben Affleck, unerwarteter, unverhoffter Anwalt der Muslime

    Es geschehen noch Zeichen und Wunder. 8|

    Seit einer langen, schwarzen Zeit, die sich seit gut zwei oder gar drei Jahrzehnten langsam durch den Westen frisst, steht tatsächlich einmal jemand auf und erhebt seine Stimme.

    Ben Affleck, unter anderem als Darsteller in "Pearl Harbor" bekannt, hat in einer TV-Show durchaus ein wenig die Nerven verloren und redete erstaunlichen Klartext. In dem HBO-Talkformat "Real Time", das von Bill Maher moderiert wird, trat Affleck in aller Offenheit Mahers Islamophobie entgegen.
    Auf die Frage von Maher, weshalb er so verärgert reagiere, wenn Muslime kritisiert würden, antwortete Affleck:

    “We killed more Muslims than they killed Christians,”

    (Übers.: "Wir haben mehr Muslime getötet als sie Christen.")

    und er setzte nach:

    “What about the billion of other Muslims who are not fanatics and who do not beat women,”

    (Übers.: "Was ist mit der Milliarde von Muslimen, die keine Fanatiker sind und die keine Frauen schlagen")

    “They just want to go to school, eat their sandwiches and pray five times a day. They do not do the things you say all Muslims do.”

    (Übers.: "Sie wollen nur zur Schule gehen, ihre Sandwichtes essen und fünfmal am Tag beten. Sie tun die Dinge nicht von denen Sie behaupten, dass sie alle Muslime tun.")

    und, schlussendlich, fügte Affleck noch hinzu:

    “We have invaded more countries than they did. Was this by accident? Haven’t we invaded Iraq?”

    (Übers.: "Wir sind in mehr Länder eingefallen als sie es taten. Waren das Unfälle? Sind wir etwa nicht in den Irak eingefallen?")

    Es sind nur ein paar wenige und naheliegende, in letzter Zeit aber völlig untergegangene Weisheiten, die Affleck in der Show geäußert hatte.
    Und gerade das ist das wahrhaft Verblüffende daran: seine offensichtlich etwas genervt vorgebrachten Entgegenhaltungen sind tatsächlich trivialste, ganz einfach nachprüfbare Tatsachen - die offenbar kaum noch jemand im Westen vor Augen hat.

    Jürgen Todenhöfer, ehemals immerhin "C"DU-Fraktionsmitglied des Bundes, geht in seinen Dar- und Klarstellungen noch weit über Afflecks Sicht auf die Dinge hinaus; nach seinen Informationen steht der Faktor "10:1" - für jeden getöteten Westler haben bisher zehn Muslime sterben müssen. Davon wiederum haben sich nach allgemeinem Dafürhalten wenigstens 80 Prozent keinerlei Extremismus' schuldig gemacht, sich nie gegen allgemeine Gesetze gestellt, haben niemanden umgebracht und auch niemandem jemals den Tod gewünscht.

    Aber heute interessiert dies niemandem mehr und deshalb reagiert die Öffentlichkeit verblüfft, beinahe erschrocken, wenn solche wie die Affleck'schen Sätze auftauchen.
    Es ist trendy geworden, wohl weil es vor vielleicht zwanzig Jahren verrückterweise auf einmal Kennzeichen von Intellektualität war, gegen den Islam zu sein. Die weitaus meisten Menschen, die den Islam und Muslime abwertend betrachten, schmähen und sich gegen beide vergehen, denken, sie erhielten dadurch nach außen einen Touch von Geist und sie verstehen nicht, dass sie sich ausschließlich nur als ausgemachte Dummköpfe outen.

    So erfreulich dies Bonmot auch ist - es hat etwas Tragisches. :roll:
    Einerseits, weil Affleck kein hochrangiger Politiker ist, dessen persönliche Meinung sich auf den Straßen multipliziert und andererseits, weil die Wogen des allgemeinen wie krankhaften Hasses über ihm zusammenschlagen werden.

    Nichtsdestotrotz wurden diese Sätze von der arabischen Presse nicht nur registriert, sondern mit einem Grundton von Freude reflektiert. Ich fand gleich bei mehreren Publikationen Abhandlungen darüber.

    Schade, dass dem so ist - aber mich erfüllen Afflecks Sätze mit einer gewissen Dankbarkeit und beschützen das letzte Bisschen Hoffnung in mir, dass vielleicht doch nicht alles zuschanden geht.

    Inshallah haben viele Menschen Afflecks Botschaft gehört. :wave:

  • "IS" - und die Doppelzüngigkeit des Westens

    Vor Jahren schon war mir klar, was in dieser Zeit nur allzu offen zutage trat:
    Niemand seitens der USA nebst all ihrer Verbündeten hatte jemals beabsichtigt, soetwas wie "Stabilität" in die Region zu tragen. All diese vollmundigen Beteuerungen hätten seit nunmehr Monaten längst mit Leben gefüllt werden müssen und so spricht die augenblickliche Situation Bände für die Annahme, dass hier ein ausgewachsener Krieg angezündet worden war, der nun auf "kleiner Flamme" alles kleinkocht, was innerhalb der nächsten Generationen Ideen wie "Selbständigkeit", "Autonomie" und "Selbstbestimmung" würde hegen können.

    Die Bestie "IS" ist mehr oder weniger zielgerichtet zur Welt gebracht und hierfür auch mit Waffen und Finanzen ausgestattet worden.

    Ain al-Arab ("Kobane") ist nichts als das besonders unappetitliche Symptom dieser Politik; die erdgas- und ölreiche Gegend soll insgesamt möglichst kleinfragmentiert werden, um kein Emporkommen neuer, verhandlungsstarker und selbstsicheren Nationen mehr zu riskieren.

    Man würde bei dieser Gelegenheit auch ganz gern die Türkei ins Feuer dieses Krieges geworfen haben - aber leider reagiert Erdogan nicht wie gewünscht, was allerdings die Handlungsnot des gesamten, westlichen Bündnisses noch verstärkt. Es hätte den Europäern ganz gut in den Kram gepasst, wenn die Türkei ihren Sturm nach vorn und nach oben hätte verlangsamen müssen und Teile ihrer neuen Macht in den Trümmern dieses Krieges hätte dahingehen sehen.

    Steinmeier, der das ganz dicke Problem auf sich zukommen und damit die maßlosen Schwierigkeiten heraufdämmern sieht, die einer UN zumindest mittelfristig drohen, rudert schon mal mit halben Wahrheiten das Krakeele der deutschen "Grünen" zurück:

    "Das lässt sich leicht fordern, wenn man weiß, dass es ein solches Uno-Mandat nicht geben wird und wir gesagt haben, dass wir keine Bodentruppen entsenden werden".

    Sagt er und weiß natürlich, dass es ein solches Mandat durchaus in nicht allzuferner Zukunft geben wird. Und ob er nebst seiner Kameraden von der Regierungsspitze in diese Richtung irgendwann einmal irgendwas gesagt hätten, das ahnen wir bereits, zählt zum Geschwätz von gestern, was morgen niemanden mehr interessieren wird.
    Der "IS" gerät den Herrschaften aus den Hinterzimmern vielleicht nicht militärisch, aber medial ganz sicherlich zur Katastrophe. Bisher hat man einige Enthauptungen ausgesessen, mit dem üblichen und erwartbaren Rhetorikgeschwalle zugekippt und auch mal fotogen eine Faust geschüttelt. Der Genozid an den Jesiden wurde mit halber Kraft und eher unlustigen Einsatz tatsächlich gestoppt, aber vor den Folgen der Übernahme von Ain al-Arab graust es den Entscheidern denn doch - ihnen werden zwar die zahllosen Bildern von Leichen in den Straßen egal sein, die Folgen dieser Medienpräsenz des "IS" allerdings nicht.

    Sie fürchten nicht etwa, der "IS" könne mit seinen Massenhinrichtungen, Vergewaltigungen und Versklavungen weitermachen, sie fürchten viel eher, dass ihre Bevölkerungen in Europa und den USA in Proteststürme ausbrechen und sie dazu zwingen werden, den so mühevoll errichteten Brandherd tatsächlich doch mit tauglichen Mitteln wie Bodenoffensiven auszutreten.
    Sie fürchten vielmehr ihre eigenen Mütter, die angesichts der Schrecken der "IS" zu tausenden die Fäuste schütteln, und dies gegen ihre eigenen Regierungen.
    Sie würden sich wünschen, der "IS" würde sich etwas geräuschloser verhalten, weitere Orte und Bereiche in der Region ohne größeres Medienecho einfach einnehmen.

    Das Ziel soll eben eine für die nächsten Dekaden zuverlässig in Trümmern, Blut, Dreck und Tote zerschossene Landschaft sein - denn die verlangt nur nach Waffen und Essen und träumt nicht davon, um den Preis ihres Öls Wohlfahrt für ihre eigenen Leute zu erlangen. Diese Wohlfahrt soll sich in den USA und Europa in Form von günstigen Tankrechnungen niederschlagen - aber doch nicht auf den Tellern der Eigentümer des Öl!

    Meldungen vom Verbleib ungeheurer Mengen Bargeld, die die USA nach ihrem Überfall in den Irak gepumpt hatten, wirken unappetitlich und versanden recht schnell. Dass unlängst eine knappe Milliarde (!) Dollar in einem Bunker im Libanon aufgetaucht war, möchte eigentlich niemand so recht zur Kenntnis nehmen.
    Solche Gelder existieren dort in dem Bereich, um die Finanzierung extremer und extremistischer Organisationen sicherzustellen; einmal in deren Händen, nehmen solche Mittel zuweilen abenteuerliche Wege und manchmal tauchen sie in Banknoten und Zeugenaussagen eben wieder auf.

    Derzeit bilden die USA in der Region auch konsequent weiterhin "gemäßigte, syrische Rebellen" aus - so wie zur Mitte des vergangenen Jahres, als John McCain persönlich dort unten zu Besuch war und mit dem späteren "Kalifen"-Idioten selbst gesprochen hatte, der zu dieser Zeit die damalige "ISIS" bereits gegründet hatte und sie bewaffnen wollte.
    Er habe, sagte McCain seinerzeit, als sein Besuch wider Erwarten doch breit bekannt geworden war, nur mit "zuverlässigen, gemäßigten Rebellen" gesprochen und, wie Dokumente später zeigen sollten, Zusagen von Waffenlieferungen gegeben.

    Heute versucht man uns mit Mühe und Macht, die (vor Ort) operierenden Geheimdienste als hilflose Idioten zu verkaufen, denen heute nicht klar ist, was sie mit ihren Waffenlieferungen morgen anrichten und welche angeblich ungeahnten Konfliktfelder daraus wieder erwachsen. Ich halte das für mehr oder minder geschickte Manipulation und es eher für als gesichert anzunehmen, dass spätestens zu Beginn des letzten Jahres (!) ausformuliert und abgemacht war, soetwas wie einen "IS" entweder (selber) zu gründen oder irgendeinen Haufen von halbintelligenten Dummköpfen dahin auszubauen.
    Der Rest lief, wie zu erkennen ist, ja ab wie geplant und geschmiert:
    im Irak laufen seit mehr als zehn Jahren (!) frühere Angehörige der Saddam-Regierung vor den Verfolgungen des ehemaligen "Präsidenten" al-Maliki davon; sie verfügen nach wie vor auf Basis ihrer tribalen und militärischen Strukturen über gut funktionierende Netzwerke. Da erschien es nur absolut folgerichtig und logisch, dass sie sich einem "IS", der über Zulieferungen frisch von den USA trainierter und ausgerüsteter Kämpfer verfügt, zugesellen würden.
    Alles andere entwickelte sich ebenso logisch.
    Die USA haben tausende von Tonnen leichter, mittelschwerer und schwerer Waffen in den Irak gekarrt und überall wie Kriegsoasen im Land verteilt. Die längst zermürbten und frustrierten "Soldaten" der "irakischen Armee" warfen nur allzu gern und begeistert alle Waffen von sich und flüchteten, wenn der "IS" am Horizont erschien und auf sie zumarschierte. Oder sie schlossen sich ihm gleich an.

    Wie könnte da ein Steinmeier, der mit am Tisch dieser illustren Hinterzimmerrunde gesessen haben musste, heute auch nur den Hauch einer Wahrscheinlichkeit diskutieren lassen, es könnte vielleicht zu Bodenoffensiven kommen?
    Was wäre denn das Ergebnis eines erfolgreichen Krieges gegen den "IS"?
    Doch nur ein Irak, der wieder einmal in die Steinzeit zurückgebombt worden ist, wieder einmal eine völlig desolate Infrastruktur und nichts als Frust und Angst in den Häusern hat?
    Wer will den schon?
    Und, vor allem, wer will denn dann dafür zuständig sein?

    Heute, so hofft Steinmeier wohl, heute "hilft" man dem Irak ja nur, seine eigene, (natürlich nicht existierende!), nationale Integrität zu verteidigen.
    Wenn sie eines Tages dahin sein wird, nun, dann drückt man sich vor den Kameras der Welt ein Krokodilstränchen aus dem Auge, verhandelt mit den Kriegsherren wie üblich in den bekannten Hinterzimmern supergünstige Öllieferverträge und trägt nur noch Sorge dafür, dass der Konflikt im Land nie ganz einschläft. Hier und da ein paar Attentate (bei zu langen Pausen vielleicht gar selbst inszeniert?), ab und zu ein plattgemachtes Dorf, alle paar Monate mal die eine oder andere Enthauptung - und schon kommt der Irak nie zur Ruhe.
    Man würde die Türkei zurechtgestutzt haben, da sie der akuten Kriegsgefahr nie entrinnen kann, vielleicht kriegt man sogar als Zusatzgewinn noch Assad gestürzt und somit mittelbar die Russen in der Region kompromittiert und provoziert.

    Deshalb darf Steinmeier und niemand mit ihm unter keinen Umständen zur Bodenoffensive greifen.
    Sie könnte ja Erfolg haben.

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