szmmctag

  • "PKK" und Kurden - hat sich Volker Kauder schon strafbar gemacht?

    Tja - wie geht Deutschland jetzt damit um? :roll:

    Der Unionsführer der "C"DU, der SPIEGEL schreibt in seiner Online-Ausgabe heute darüber und ich habe darauf ebenfalls bereits reflektiert, denkt zumindest über Waffenlieferungen an die "PKK" nach.

    Zitat: SPIEGEL-Online

    SPIEGEL ONLINE: Die Waffen gehen an die Peschmerga. Gegen den IS kämpfen aber auch andere Gruppen wie die PKK. Müsste die PKK auch unterstützt werden?

    Kauder: Ich weiß, welche Probleme die Türkei mit der PKK hat, aber zuzuschauen, wie die IS wichtige Grenzstädte einnimmt und sich immer mehr zu einer Bedrohung der weltweiten Sicherheit entwickelt, kann nicht die Lösung sein. Die Unterstützung von weiteren Gruppen schließe ich nicht aus. Aber das ginge sicher nicht gegen die Türkei, sondern nur mit ihr. Das gilt auch für eine Unterstützung der PKK. Natürlich sind alle Waffenlieferungen mit Risiken verbunden. Es gibt keine hundertprozentige Sicherheit, dass die Waffen dort bleiben, wohin sie geliefert wurden. Aber wenn der IS überhaupt nicht gestoppt wird, ist das Risiko noch viel größer.

    Noch hat sich Kauder nach meinem persönlichen Dafürhalten damit nicht in die direkte Schusslinie des Strafgesetzbuches begeben - aber bis dahin ist es jetzt nur noch ein winziger Schritt.

    Der Beweis liegt zunächst einmal in der Organisation der "PKK" selbst; ich zitiere Wikipedia:

    Die Organisation und ihre Nachfolger werden unter anderem von der Türkei, der EU und den USA als terroristische Vereinigung eingestuft. Seit dem 30. Mai 2008 ist die PKK auf der Drogenhandelsliste des Foreign Narcotics Kingpin Designation Act in den USA.[4] Der deutsche Verfassungsschutz sieht laut dem Verfassungsschutzbericht von 2011 keine Hinweise auf eine Verwicklung der PKK in den Drogenhandel in Deutschland.[5] Gemäß einer Analyse des Council on Foreign Relations verübte die PKK im Jahr 2011 insgesamt 35 Terrorakte und steht damit an Position 9 der weltweit aktivsten Terrororganisationen.[6]

    Und nun halten wir diesem Text das Strafgesetzbuch unmittelbar vor:

    § 129a
    Bildung terroristischer Vereinigungen

    (1) Wer eine Vereinigung gründet, deren Zwecke oder deren Tätigkeit darauf gerichtet sind,

    1. Mord (§ 211) oder Totschlag (§ 212) oder Völkermord (§ 6 des Völkerstrafgesetzbuches) oder Verbrechen gegen die Menschlichkeit (§ 7 des Völkerstrafgesetzbuches) oder Kriegsverbrechen (§§ 8, 9, 10, 11 oder § 12 des Völkerstrafgesetzbuches) oder
    2. Straftaten gegen die persönliche Freiheit in den Fällen des § 239a oder des § 239b
    zu begehen, oder wer sich an einer solchen Vereinigung als Mitglied beteiligt, wird mit Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren bestraft.

    .... soweit die reine Definition - und jetzt zum zutreffenden Paragraphen:

    (5) Wer eine in Absatz 1, 2 oder Absatz 3 bezeichnete Vereinigung unterstützt, wird in den Fällen der Absätze 1 und 2 mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren, in den Fällen des Absatzes 3 mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

    Der Fall liegt wasserklar: die "PKK" kann und darf von Deutschland mit nichts und niemandem unterstützt werden.
    Das passt Kauder natürlich nicht in den Kram. Für jemanden seiner extremistisch-konservativen Ader und seines Alters dürfte auch kaum noch zu verstehen sein, weshalb nicht automatisch jeder Schlag gegen die Türkei moralisch vertretbar sein soll. Kauder stammt noch aus einer Zeit, in welcher Gesetze immer soweit ausleg- und ignorierbar waren, solange derartige Interpretationen im Sinne der Machthabenden lagen. Sie haben natürlich dann niemals Gültigkeit, wenn aus behaupteten Gründen der Staatsräson oder -Bereicherung gerade anders agiert werden soll.
    Kauder entstammt einfach einer anderen Zeit. Als junger Mensch hatte er gelernt, dass der Nationalsozialismus nicht durch innere Wandlung bezwungen wurde, sondern nur durch das Herbeten frommer Phrasen. Denn die Beliebigkeit, das passende Zurechtschnitzen behaupteter Werte war die Spezialität der Nazis und viel zu viele haben nach Kriegsende sehr gut verstanden, dass sie nur ein paar Floskeln herunterleiern oder stattliche Summen zu bezahlen hatten, um einer nahezu sowieso unwirksamen "Entnazifizierung" zu entkommen.

    Kauder erinnert mich in wahrhaft erschreckender Weise an viele alte Leute aus meiner Kindheit. Allesamt und ausnahmslos Übriggebliebene, den Siegern des Weltkrieges Entkommene, in jeder Hinsicht unbeschädigt verbliebene Nazis. Ich lernte ihre richtigen Gesichter zu sehen und wusste ihre nach wie vor vorhandenen Weltbilder in ihren Halbsätzen aufzufinden, die sie nur schlampig hinter eilig hintangesetzte "Bekenntnisse" zum "neuen Deutschland" herredeten; wohlwissend, dass aufmerksame Zuhörer genau verstanden hatten.
    All jene bauten noch immer und unverbrochen in ihren Köpfen an Gaskammern und Massengräbern; sie zeigten einander verstohlen auf andere, murmelten verschwörerisch: "Dat isse ne Jutt." und ich wusste, dass dieser "Jutt" in ihrer Gesellschaft keinen Fuß an die Erde bekommen würde.

    Kauder würde selbst den Teufel bewaffnen und (seinem) Gott mit Luftangriffen drohen. Ihm ist das Schicksal der Menschen in der Region herzlich egal; ihm geht es ausschließlich nur um drei Dinge:
    Er will den Kadavergehorsam den USA gegenüber unangetastet bleiben sehen.
    Er will die Türkei in einen Bürgerkrieg versinken sehen.
    Er freut sich über zusätzliche Absatzmärkte für deutsche Waffen.

  • "IS" - Terror in allen Schattierungen

    Was könnte mich mehr zu beißenden Satiren inspirieren als die Realität? 8|

    In der Tat arbeite ich derzeit an einer; allerdings fürchte ich ganz ernsthaft (!), dass sie trotz ihrer bisher zusammengeschriebenen Verrücktheiten weit hinter dem zurückbleibt, was die Welt derzeit selbst treibt.

    Der Kampf um Ain al-Arab ("Kobane") gerät von Tag zu Tag irrer. Die Stadt wird zu einem Sammelbecken von Geisteskranken, von Ver- wie Abgestoßenen, von tausenden von Leuten, die sich statt der offiziellen eigene "Realitäten" suchen.
    Ernstzunehmen jedenfalls ist das "Phänomen Ain al-Arab", wie ich es nennen möchte, jedenfalls nicht mehr.

    Da geht ein Volker Kauder, immerhin kein geringerer als der Unionsfraktionschef der "C"DU (und wieder einmal erweist es sich als richtig, das "C" tatsächlich in Anführungszeichen zu setzen!) hin und schließt laut SPIEGEL Waffenlieferungen an die PKK nicht mehr aus.
    Natürlich.
    Warum auch nicht.
    Immerhin ist der Mob auf Europas Straßen dumm genug, um selbst das nicht nur zu kaufen, sondern gar einzufordern. Wer hätte gedacht, wie tiefgreifend die Verblödung Deutschlands zwischenzeitlich geraten ist. Denn selbstverständlich findet man mit wenigen Klicks stichhaltige Begründungen dafür, dass die PKK bis heute völlig zu Recht als "gefährliche Terrororganisation" geführt und verboten ist. Sie hat nicht weniger als 40.000 Menschenleben auf dem Gewissen und legte erst vor wenigen Tagen noch einen türkischen Militärposten unter Feuer und tötete etliche Soldaten. Die Geisteshaltung der PKK-Mörder ist mindestens so eindimensional wie brutal und grausam; sie töten, sie foltern und sie bomben.

    Aus allen Teilen der Welt strömen die Abgeprallten, die Dummgebliebenen und die Aufgehetzten zum Konfliktherd und verlangen, teilweise unverschämt, reichlich bewaffnet zu werden.

    Jetzt haben sich "Rocker" auf den Weg nach Ain al-Arab gemacht; wie SPIEGEL schreibt, handelt es sich um eine deutsch-niederländische, illustre Versammlung von Schlägern. Das darauf angesprochene Bundeskriminalamt zeigt mit seinem "Nachdenken" darüber, wie denn mit solchen Rückkehrern dereinst umgegangen werden sollte, könnte, müsste, dass es gegenüber der Politik Kreide gefressen hat. Denn soviel ist klar: diese Rocker trainieren den bewaffneten Kampf und beteiligen sich, eingebettet in eine international geächtete Terrororganisation, aktiv an ihm und damit unterscheiden sie sich durch nichts von potenziellen Rückkehrern vom "IS" - bei diesen allerdings wird nicht groß "nachgedacht", sondern gleich ein Strafbefehl ausgestellt und Anklage erhoben.

    (Zitat: SPIEGEL-Online)

    Verboten sei das nicht, so der Sprecher der niederländischen Staatsanwaltschaft Wim de Bruin. "Man darf lediglich nicht gegen die Niederlande kämpfen." Und eben nicht auf der Seite des IS. "Der große Unterschied ist, dass der IS als Terroristengruppe geführt wird", so de Bruin. Damit sei sogar die Vorbereitung der Unterstützung für die Dschihadisten strafbar.

    Erstaunlicherweise zeigen sich auch die Niederlande durchaus bereit dazu, objektiv festzustellende Wahrheiten vollständig zu ignorieren. Es sei also nicht verboten, sich am Kampf gegen den "IS" zu beteiligen - damit ist es also durchaus erlaubt, sich der Mörderbande der "PKK" anzuschließen.

    Aha. :crazy:

    De Bruin entblödet sich auch nicht, im gleichen Interview allen möglichen Kämpfern des "IS" ungewollt ebenfalls einen Persilschein für alle erdenklichen Untaten und Grausamkeiten auszustellen:

    Sollten niederländische Bürger jedoch in dem Bürgerkrieg foltern oder vergewaltigen, werde das natürlich verfolgt. Aber auch dabei schwächte de Bruin ab: "Das passiert natürlich sehr weit weg und ist somit sehr schwierig zu beweisen."

    Ist es nicht herrlich? Wundervolle Zeiten brechen für alles Halbintelligente an, die bis zur ersten Schlacht noch an "Counter-Strike-Romantik", Lagerfeuer, frei erhältliche und benutzbare Frauen glauben! Wer würde ihnen denn nach ihrer Rückkehr in die Heimat dort beweisen wollen, dass sie in Syrien nachts im Zelt eine gekaufte Sklavin mit Gewehrkolbenhieben gefügig gemacht hatten? Wer?
    Wenn sie nicht auch noch dumm genug dazu sind, sich dabei fotografieren oder filmen zu lassen, können sie nach Herzenslust enthaupten, niederbrennen, plündern und abknallen - eben genauso wie die Leute von der "PKK".

    Könnte man nicht ein riesiges Stadion um Ain al-Arab errichten und alles, was so gern kämpfen möchte, dort in die Manege lassen? Der Vorteil läge auf der Hand: alles, was man tot und zerrissen hinaustrüge, wäre in jedem Fall ein Terrorist gewesen!

  • Ägypten - Ägypter lernen Ägypten kennen.

    Es war damals, als ich das erste Mal nach Ägypten reiste, eine für mich tatsächlich sehr seltsame Entdeckung: das moderne Ägypten hatte seine Geschichte förmlich vergessen und betrachtete sämtliche Monumente und sonstige, historische Werte lediglich als Attraktion für Touristen.
    Anders, dachte ich, würden Franzosen ihr "Disney-Resort" bei Paris oder Deutsche ihr "Fantasialand" bei Brühl auch nicht bewerten. Spaß ohne Hintergrund, Anziehungspunkt für Millionen von Reisenden, die mit vollen Taschen in ihr Land kommen.

    Die Gründe für diese innere Haltung, musste ich lernen, sind und waren mannigfaltig. Ich begrüße sie bis heute nicht, kann sie aber zwischenzeitlich besser verstehen. Grob dargelegt, zerfallen diese Gründe in zwei Teilbereiche:

    1. Pyramiden kann man nicht essen.
    Hört sich trivial an - ist es aber nicht.
    Ägypten findet seit nunmehr vier, fünf und mehr Generationen (!) nicht aus seiner prekären Lage heraus. Es dürfte kaum einen durchschnittlichen Ägypter geben, der noch Erinnerungen an eine zumindest auskömmliche Lage des Landes hat. Die normale, ägyptische Familie kennt tagein, tagaus bis heute nichts anderes als die Sorge darum, alle Lieben am Tisch vielleicht doch noch mal satt zu bekommen. Nur eine ganz extrem dünne Oberschicht kennt diese Sorge nicht, aber die kümmern sich eher um den Ausbau ihrer Bankkonten und scheren sich ebenfalls kaum bis gar nicht um die Geschichte ihres Landes.

    2. Extreme Strömungen im Islam wollen die Monumente zerstören
    In vollendet verrückter wie völlig verblendeter Interpretation einiger Verse des Qur'an, nach welchen die Anbetung von Orten, Gegenständen, lebenden oder gar verstorbener Menschen tatsächlich verboten ist, trachten Islamisten nach Sprengung aller Tempel und Statuen etwa.

    (Kurzer Exkurs eines Muslimen dazu: richtig ist natürlich, dass nichts zwischen dem Menschen und Allah einer Anbetung würdig ist und richtig ist völlig unzweifelhaft auch, dass zahlreiche dieser Tempel und sonstigen Kunstschätze einmal Gegenstand von Anbetung gewesen sind. Wir leben aber heute definitiv in einer anderen Zeit als die, in welcher sich Muslime umringt sahen von animistischen Kulten, die Standbildern blutige Opfer darbrachten, Leichen für "Reliquien" auseinanderrissen und ihre Völker knechteten, damit sie goldene Gerätschaften und Statuen für ihre "Götter" machen konnten. Die gezielte und allgemeine Vernichtung derartiger Anbetungsstätten nebst all ihrer Standbilder war in der Frühzeit des Islam nicht nur angeraten, sondern gar zwingend erforderlich.)

    Aber schon vor Jahren setzte hier eine spürbare, neue Entwicklung ein; ich habe ein langsam beginnendes "Erwachen" im Land gespürt und es hatte mich begeistert und glücklich gemacht, als ich einmal plötzlich in Karnak bis zur Brust in einem Meer von lachenden, ägyptischen Kindern steckte, die im Rahmen einer schulischen Veranstaltung ihre eigene Geschichte kennenlernen sollten.

    Es ist höchste Zeit für Ägypten, nationalistischer zu werden! B)
    Leider habe ich bisher nur wenige Ägypter getroffen, deren Rücken gerade mir als Westeuropäer gegenüber durchgedrückt und deren Blick voller Stolz war.
    Die Geschichte Ägyptens ist ein wundervolles Geschenk, sie beherbergt unsäglich schöne Orte voller Zauber und Schönheit. Diese Geschichte ist es auch, die die Menschen am Nil über Jahrhunderte geprägt und ihnen etwas ganz Besonderes mitgegeben hat - denn das Leben auf den Straßen Ägyptens beinhaltet ein Geheimnis, dem ich immer wieder aufs Neue verfalle, bei dem ich mittue, in das ich aufgehen möchte und von dem ich am liebsten ein Teil wäre.

    Nachdem die Touristenzahlen nach neueren Erkenntnissen um gut 30 Prozent eingebrochen sind, ist Platz für eine ganz neue Aktion, die dem ganzen Land eine neue Entwicklung geben kann.

    “Ana Awla Bahlwtha”, übersetzt etwa: "Wir haben das Recht, uns daran zu erfreuen!" hat sich auf die Fahne geschrieben, zusammen mit Archäologen etwa gezielt Führungen durch historische Städte für Ägypter anzubieten.
    Ahmed Zakarya, der Gründer dieser Aktion, stellt das gleiche Bedürfnis der Ägypter fest wie ich es getan hatte, ohne mein Erstaunen darüber recht greifen zu können. In einem Interview sagt er mit großem Bedauern, dass zahlreiche historische Schätze kaum einem Ägypter bekannt seien - und dem gelte es Abhilfe zu schaffen.

    Ich selbst hatte die Ehre und das ganz und gar ungeheuerliche Vergnügen, einem jungen Ägypter die Tempelinsel Philae zeigen zu dürfen, von deren schierer Existenz er bis dahin gar nichts gewusst hatte. Da es für mich nicht der erste Besuch dort war und ich auch sonst etwas beschlagen in diesen Dingen bin, konnte ich ihm vieles erklären und er sog alles wie ein trockener Schwamm auf.
    Als wir wieder im Motorboot saßen und die Rückfahrt zum Festland antraten, bedankte er sich überschwenglich und mit Tränen in den Augen, weil ich ihm, wie er sagte, ein wunderschönes Stück seiner eigenen Heimat geschenkt hätte. Ich hatte einen Kloß im Hals und war gerührt.

    Ich würde mich wirklich freuen, eines Tages neben stolzen Arabern auch wahrhaft stolze Ägypter in Ägyptern wiederzufinden.

  • USA - von Ebola vollständig traumatisiert und hysterisch

    Wohin eine Gesellschaft gerät, die auf Entertainment setzt und von sachlichen Informationen und Darstellungen ultimativ trivialen Unterhaltungswert verlangt, können wir genau jetzt an den USA gut erkennen.

    Schieben wir uns diesen Staat auf einem Objektträger unter ein Mikroskop und schauen genauer hin - wie ist die tagesaktuelle Situation?

    (Zitate: SPIEGEL-Online)

    Elisabeth Hasselbeck vom US-Kabelsender Fox News: "Wieso lassen wir noch Leute in dieses Land?", entsetzt sich die Moderatorin, eine bekannte Konservative. "Wieso stellen wir nicht die Flüge ein und schließen die Grenzen?"

    Wie kann es nur möglich sein, dass sich derartiger Schwachsinn Bahn bricht?
    Wer oder was trägt an solchen Auswürfen Schuld?

    Zumindest in Deutschland konnte sich offenbar erfolgreich die Information in den Köpfen der Menschen festsetzen, dass sich Ebola nur äußerst schwierig und ausschließlich nur durch direkten (Körper-) Kontakt mit Infizierten überträgt; selbst eine kleine, räumliche Distanz schützt bereits.
    Wir haben in Europa nebenbeibemerkt natürlich auch das Thema "Globalisierung" offenbar ganz wesentlich besser verstanden als die Menschen in den USA und wir haben natürlich auch vollumfänglich begriffen, dass die Schließung von Grenzen und eine Einstellung von Flugverkehr vollkommen unmöglich sind.

    "Eins und eins ist zwei." - Also halten wir uns von möglicherweise Infizierten etwas entfernt, demzufolge alle Grenzen auch offen, errichten für verdächtige Einreisende Kontrollen und haben deshalb auch keine Angst.

    Auch wenn die Behörden mit demonstrativer Besonnenheit zu agieren versuchen - die US-Medien halten dagegen, schüren Panik und Paranoia. Als sich die Seuche noch aufs fremde Afrika beschränkte, war sie für die meisten Amerikaner kaum von Interesse. Das änderte sich mit den ersten US-Fällen schlagartig: Seither befeuert Ebola eine Endlosschleife aus Desinformation und Demagogie, als Schlagzeile, Schlachtruf und filmreifes Twitter-Hashtag, #EbolaInAmerica.

    Es mag ja nett sein und für ein gewisses Gefühl von Aufrichtigkeit eines Medienorgans wie dem SPIEGEL sorgen, sinnvoll aber ist ist es natürlich keinesfalls, den US-Medien die Schuld in die Schuhe schieben zu wollen.
    Denn es gibt nicht nur den, der füttert - es gibt immer auch den dabei, der frisst. :roll:

    Dabei ist es natürlich auch für jeden US-Amerikaner problemlos möglich, sich innerhalb von buchstäblich wenigen Augenblicken nüchtern, objektiv und sachlich zu informieren - aber da kommen wir mit unserer Betrachtung wieder am Anfang an wenn wir uns vor Augen führen, dass der Intellekt des durchschnittlichen US-Amerikaners möglicherweise unter dem Dauerfeuer des Infotainments längst zu schmelzen begonnen hat. Vielleicht müssen wir langsam zu dem Schluss kommen, dass der durchschnittliche US-Bürger schon gar nicht mehr in der Lage dazu ist, nüchterne und objektive Informationen nachzufragen oder gar mental zu vertragen.

    Da setzen sich regelrecht irrwitzige Prioritäten selbst:

    Nach einer Erhebung des Pew Research Centers berichteten die US-Newssender in den letzten Wochen mehr und dramatischer über Ebola als über den Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) - und auch mehr als zuvor über andere Krankheiten wie Schweinepest, Mers oder Rinderwahnsinn.

    Das scheint vollkommen verrückt zu sein - wirft aber ein höchst faszinierendes Licht auf die allgemeine Einstellung, Laune, Bevorzugungen auf den Straßen Amerikas.
    Und es wirft meiner Meinung nach ein erschreckendes, geradezu schreckliches Bild auf die Dinge, die die US-Regierung offenbar problemlos in der eigenen Bevölkerung durchzusetzen in der Lage ist. Es scheint nur wahrhaft geringfügiger "Massage" der Presse zu bedürfen, um die Erde zu einer Scheibe, den Präsidenten zu einem Gott und alle Araber zu Teufeln zu erklären.
    Ich bin sogar recht fest davon überzeugt, dass der US-Führung der "Ebolawahn" äußerst gut in den Kram passt; solange der "Kampf" gegen den "IS" von der Öffentlichkeit weniger betrachtet und möglicherweise kritisch beurteilt wird, geht in Syrien und dem Irak alles seinen geplanten und beabsichtigten Gang. Hier hat die US-Führung ein höchst bequemes Ziel, um mit wenigen Schritten eine vorgebliche "Gefahr" gebannt und in Form eines gefühlten "Sieges" in den Griff zu bekommen.

    "Nur Minuten, nachdem er von einem neuen Ebola-Opfer gehört hatte, ging der Präsident golfen!", echauffierte sich Moderatorin Harris Faulkner. Ihr Kollege Eric Bolling fantasierte, dank Obama könne Ebola nun "auf dem Rücken des 'Islamischen Staates' über unsere Grenzen kommen". Und Kommentatorin Laura Ingraham fachte sogar das absurde Gerücht an, Ebola könne sich durch die Luft verbreiten.

    Viele springen darauf offenbar an. 40 Prozent der Amerikaner halten Ebola einer neuen Umfrage zufolge für eine Bedrohung der öffentlichen Gesundheit, doppelt so viele wie noch im September. Jeder Vierte gab an, seine Reisepläne geändert oder storniert zu haben.

    Die genannten 40 Prozent rekrutieren sich natürlich aus dem unteren Rand der US-Gesellschaft; die Bildungselite, die dünne, aber alles entscheidende Oberschicht hingegen schlürft auch weiterhin völlig ruhig ihre Cocktails - aber es sind wiederum genau diese 40 Prozent, die kurzfristig für unschöne Szenen auf den Straßen sorgen und einen dadurch beschleunigten Meinungsumschwung anfachen könnten.

    Aber auch in dieser Oberschicht findet man in Ebola eine Chance, Kapital aus allgemeiner Verunsicherung und zunehmender Angst zu schlagen:

    Doch sind es ja nicht nur die Medien. Republikanische Politiker springen auf den Zug auf: Sie sehen Ebola als neues Argument gegen Einwanderer. Südstaaten-Gouverneure wie Bobby Jindal (Louisiana) und Rick Perry (Texas) rufen nach kompletter Abschottung. Denn alle Immigranten, so der Abgeordnete Phil Gingrey, könnten "Schweinepest, Dengue-Fieber, Ebola und Tuberkulose" einschleppen.

    Nun ist es ein offenes Geheimnis, dass sich die Republikaner zumeist selbst aus regelrecht dummen Menschen zusammensetzen; obschon sie der Elite der Gesellschaft angehören, reicht es bei ihnen nur in den seltensten Fällen zu einer mindestens mittelmäßigen Bildung. So kann nicht ausgeschlossen werden, dass manche Republikaner den Unsinn, den sie erzählen, vielleicht sogar selber glauben.

    Wir haben hier auf der Welt eine Gefahr, die für entwickelte und vergleichsweise kultivierte Industriestaaten überhaupt keine ist: Ebola eben.
    Und somit dient Ebola für Politiker und (Gesellschafts-) Philosophen aus diesen Staaten beinahe als Feldversuch, wohin und mit welch hoher Geschwindigkeit eine Gesellschaft an den Rand des Irrsinns getrieben werden kann.

    Ebola kann uns zeigen, wie eine solche Gesellschaft aufgebaut ist, oder sein muss, um wie ein verwundetes Vieh mit Leichtigkeit in jedes offene Gatter, in jedes aufgeschnappte Messer gescheucht werden zu können.
    Beinah unnötig zu sagen, dass unsere eigene, deutsche wie europäische Bevölkerung den gleichen Weg der gezielten Verblödung geht; offenbar haben unsere Politiker die Vorzüge solcherart konditionierten Stimmviehs zu schätzen gelernt und würden dies Modell gern innerhalb ihrer eigenen Nationengrenzen verwirklicht sehen.

    Wir erkennen: soweit sind wir noch nicht. :roll:

    Bisher ist es in Bezug auf Ebola ruhig in unseren Städten und das bleibt es auch wohl.

    Warten wir noch etwa zehn oder fünfzehn Jahre - dann sind wir selbst in dieser Entwicklung ganz sicherlich entscheidende Schritte nach vorn gekommen.

  • USA - Ben Affleck, unerwarteter, unverhoffter Anwalt der Muslime

    Es geschehen noch Zeichen und Wunder. 8|

    Seit einer langen, schwarzen Zeit, die sich seit gut zwei oder gar drei Jahrzehnten langsam durch den Westen frisst, steht tatsächlich einmal jemand auf und erhebt seine Stimme.

    Ben Affleck, unter anderem als Darsteller in "Pearl Harbor" bekannt, hat in einer TV-Show durchaus ein wenig die Nerven verloren und redete erstaunlichen Klartext. In dem HBO-Talkformat "Real Time", das von Bill Maher moderiert wird, trat Affleck in aller Offenheit Mahers Islamophobie entgegen.
    Auf die Frage von Maher, weshalb er so verärgert reagiere, wenn Muslime kritisiert würden, antwortete Affleck:

    “We killed more Muslims than they killed Christians,”

    (Übers.: "Wir haben mehr Muslime getötet als sie Christen.")

    und er setzte nach:

    “What about the billion of other Muslims who are not fanatics and who do not beat women,”

    (Übers.: "Was ist mit der Milliarde von Muslimen, die keine Fanatiker sind und die keine Frauen schlagen")

    “They just want to go to school, eat their sandwiches and pray five times a day. They do not do the things you say all Muslims do.”

    (Übers.: "Sie wollen nur zur Schule gehen, ihre Sandwichtes essen und fünfmal am Tag beten. Sie tun die Dinge nicht von denen Sie behaupten, dass sie alle Muslime tun.")

    und, schlussendlich, fügte Affleck noch hinzu:

    “We have invaded more countries than they did. Was this by accident? Haven’t we invaded Iraq?”

    (Übers.: "Wir sind in mehr Länder eingefallen als sie es taten. Waren das Unfälle? Sind wir etwa nicht in den Irak eingefallen?")

    Es sind nur ein paar wenige und naheliegende, in letzter Zeit aber völlig untergegangene Weisheiten, die Affleck in der Show geäußert hatte.
    Und gerade das ist das wahrhaft Verblüffende daran: seine offensichtlich etwas genervt vorgebrachten Entgegenhaltungen sind tatsächlich trivialste, ganz einfach nachprüfbare Tatsachen - die offenbar kaum noch jemand im Westen vor Augen hat.

    Jürgen Todenhöfer, ehemals immerhin "C"DU-Fraktionsmitglied des Bundes, geht in seinen Dar- und Klarstellungen noch weit über Afflecks Sicht auf die Dinge hinaus; nach seinen Informationen steht der Faktor "10:1" - für jeden getöteten Westler haben bisher zehn Muslime sterben müssen. Davon wiederum haben sich nach allgemeinem Dafürhalten wenigstens 80 Prozent keinerlei Extremismus' schuldig gemacht, sich nie gegen allgemeine Gesetze gestellt, haben niemanden umgebracht und auch niemandem jemals den Tod gewünscht.

    Aber heute interessiert dies niemandem mehr und deshalb reagiert die Öffentlichkeit verblüfft, beinahe erschrocken, wenn solche wie die Affleck'schen Sätze auftauchen.
    Es ist trendy geworden, wohl weil es vor vielleicht zwanzig Jahren verrückterweise auf einmal Kennzeichen von Intellektualität war, gegen den Islam zu sein. Die weitaus meisten Menschen, die den Islam und Muslime abwertend betrachten, schmähen und sich gegen beide vergehen, denken, sie erhielten dadurch nach außen einen Touch von Geist und sie verstehen nicht, dass sie sich ausschließlich nur als ausgemachte Dummköpfe outen.

    So erfreulich dies Bonmot auch ist - es hat etwas Tragisches. :roll:
    Einerseits, weil Affleck kein hochrangiger Politiker ist, dessen persönliche Meinung sich auf den Straßen multipliziert und andererseits, weil die Wogen des allgemeinen wie krankhaften Hasses über ihm zusammenschlagen werden.

    Nichtsdestotrotz wurden diese Sätze von der arabischen Presse nicht nur registriert, sondern mit einem Grundton von Freude reflektiert. Ich fand gleich bei mehreren Publikationen Abhandlungen darüber.

    Schade, dass dem so ist - aber mich erfüllen Afflecks Sätze mit einer gewissen Dankbarkeit und beschützen das letzte Bisschen Hoffnung in mir, dass vielleicht doch nicht alles zuschanden geht.

    Inshallah haben viele Menschen Afflecks Botschaft gehört. :wave:

  • "IS" - und die Doppelzüngigkeit des Westens

    Vor Jahren schon war mir klar, was in dieser Zeit nur allzu offen zutage trat:
    Niemand seitens der USA nebst all ihrer Verbündeten hatte jemals beabsichtigt, soetwas wie "Stabilität" in die Region zu tragen. All diese vollmundigen Beteuerungen hätten seit nunmehr Monaten längst mit Leben gefüllt werden müssen und so spricht die augenblickliche Situation Bände für die Annahme, dass hier ein ausgewachsener Krieg angezündet worden war, der nun auf "kleiner Flamme" alles kleinkocht, was innerhalb der nächsten Generationen Ideen wie "Selbständigkeit", "Autonomie" und "Selbstbestimmung" würde hegen können.

    Die Bestie "IS" ist mehr oder weniger zielgerichtet zur Welt gebracht und hierfür auch mit Waffen und Finanzen ausgestattet worden.

    Ain al-Arab ("Kobane") ist nichts als das besonders unappetitliche Symptom dieser Politik; die erdgas- und ölreiche Gegend soll insgesamt möglichst kleinfragmentiert werden, um kein Emporkommen neuer, verhandlungsstarker und selbstsicheren Nationen mehr zu riskieren.

    Man würde bei dieser Gelegenheit auch ganz gern die Türkei ins Feuer dieses Krieges geworfen haben - aber leider reagiert Erdogan nicht wie gewünscht, was allerdings die Handlungsnot des gesamten, westlichen Bündnisses noch verstärkt. Es hätte den Europäern ganz gut in den Kram gepasst, wenn die Türkei ihren Sturm nach vorn und nach oben hätte verlangsamen müssen und Teile ihrer neuen Macht in den Trümmern dieses Krieges hätte dahingehen sehen.

    Steinmeier, der das ganz dicke Problem auf sich zukommen und damit die maßlosen Schwierigkeiten heraufdämmern sieht, die einer UN zumindest mittelfristig drohen, rudert schon mal mit halben Wahrheiten das Krakeele der deutschen "Grünen" zurück:

    "Das lässt sich leicht fordern, wenn man weiß, dass es ein solches Uno-Mandat nicht geben wird und wir gesagt haben, dass wir keine Bodentruppen entsenden werden".

    Sagt er und weiß natürlich, dass es ein solches Mandat durchaus in nicht allzuferner Zukunft geben wird. Und ob er nebst seiner Kameraden von der Regierungsspitze in diese Richtung irgendwann einmal irgendwas gesagt hätten, das ahnen wir bereits, zählt zum Geschwätz von gestern, was morgen niemanden mehr interessieren wird.
    Der "IS" gerät den Herrschaften aus den Hinterzimmern vielleicht nicht militärisch, aber medial ganz sicherlich zur Katastrophe. Bisher hat man einige Enthauptungen ausgesessen, mit dem üblichen und erwartbaren Rhetorikgeschwalle zugekippt und auch mal fotogen eine Faust geschüttelt. Der Genozid an den Jesiden wurde mit halber Kraft und eher unlustigen Einsatz tatsächlich gestoppt, aber vor den Folgen der Übernahme von Ain al-Arab graust es den Entscheidern denn doch - ihnen werden zwar die zahllosen Bildern von Leichen in den Straßen egal sein, die Folgen dieser Medienpräsenz des "IS" allerdings nicht.

    Sie fürchten nicht etwa, der "IS" könne mit seinen Massenhinrichtungen, Vergewaltigungen und Versklavungen weitermachen, sie fürchten viel eher, dass ihre Bevölkerungen in Europa und den USA in Proteststürme ausbrechen und sie dazu zwingen werden, den so mühevoll errichteten Brandherd tatsächlich doch mit tauglichen Mitteln wie Bodenoffensiven auszutreten.
    Sie fürchten vielmehr ihre eigenen Mütter, die angesichts der Schrecken der "IS" zu tausenden die Fäuste schütteln, und dies gegen ihre eigenen Regierungen.
    Sie würden sich wünschen, der "IS" würde sich etwas geräuschloser verhalten, weitere Orte und Bereiche in der Region ohne größeres Medienecho einfach einnehmen.

    Das Ziel soll eben eine für die nächsten Dekaden zuverlässig in Trümmern, Blut, Dreck und Tote zerschossene Landschaft sein - denn die verlangt nur nach Waffen und Essen und träumt nicht davon, um den Preis ihres Öls Wohlfahrt für ihre eigenen Leute zu erlangen. Diese Wohlfahrt soll sich in den USA und Europa in Form von günstigen Tankrechnungen niederschlagen - aber doch nicht auf den Tellern der Eigentümer des Öl!

    Meldungen vom Verbleib ungeheurer Mengen Bargeld, die die USA nach ihrem Überfall in den Irak gepumpt hatten, wirken unappetitlich und versanden recht schnell. Dass unlängst eine knappe Milliarde (!) Dollar in einem Bunker im Libanon aufgetaucht war, möchte eigentlich niemand so recht zur Kenntnis nehmen.
    Solche Gelder existieren dort in dem Bereich, um die Finanzierung extremer und extremistischer Organisationen sicherzustellen; einmal in deren Händen, nehmen solche Mittel zuweilen abenteuerliche Wege und manchmal tauchen sie in Banknoten und Zeugenaussagen eben wieder auf.

    Derzeit bilden die USA in der Region auch konsequent weiterhin "gemäßigte, syrische Rebellen" aus - so wie zur Mitte des vergangenen Jahres, als John McCain persönlich dort unten zu Besuch war und mit dem späteren "Kalifen"-Idioten selbst gesprochen hatte, der zu dieser Zeit die damalige "ISIS" bereits gegründet hatte und sie bewaffnen wollte.
    Er habe, sagte McCain seinerzeit, als sein Besuch wider Erwarten doch breit bekannt geworden war, nur mit "zuverlässigen, gemäßigten Rebellen" gesprochen und, wie Dokumente später zeigen sollten, Zusagen von Waffenlieferungen gegeben.

    Heute versucht man uns mit Mühe und Macht, die (vor Ort) operierenden Geheimdienste als hilflose Idioten zu verkaufen, denen heute nicht klar ist, was sie mit ihren Waffenlieferungen morgen anrichten und welche angeblich ungeahnten Konfliktfelder daraus wieder erwachsen. Ich halte das für mehr oder minder geschickte Manipulation und es eher für als gesichert anzunehmen, dass spätestens zu Beginn des letzten Jahres (!) ausformuliert und abgemacht war, soetwas wie einen "IS" entweder (selber) zu gründen oder irgendeinen Haufen von halbintelligenten Dummköpfen dahin auszubauen.
    Der Rest lief, wie zu erkennen ist, ja ab wie geplant und geschmiert:
    im Irak laufen seit mehr als zehn Jahren (!) frühere Angehörige der Saddam-Regierung vor den Verfolgungen des ehemaligen "Präsidenten" al-Maliki davon; sie verfügen nach wie vor auf Basis ihrer tribalen und militärischen Strukturen über gut funktionierende Netzwerke. Da erschien es nur absolut folgerichtig und logisch, dass sie sich einem "IS", der über Zulieferungen frisch von den USA trainierter und ausgerüsteter Kämpfer verfügt, zugesellen würden.
    Alles andere entwickelte sich ebenso logisch.
    Die USA haben tausende von Tonnen leichter, mittelschwerer und schwerer Waffen in den Irak gekarrt und überall wie Kriegsoasen im Land verteilt. Die längst zermürbten und frustrierten "Soldaten" der "irakischen Armee" warfen nur allzu gern und begeistert alle Waffen von sich und flüchteten, wenn der "IS" am Horizont erschien und auf sie zumarschierte. Oder sie schlossen sich ihm gleich an.

    Wie könnte da ein Steinmeier, der mit am Tisch dieser illustren Hinterzimmerrunde gesessen haben musste, heute auch nur den Hauch einer Wahrscheinlichkeit diskutieren lassen, es könnte vielleicht zu Bodenoffensiven kommen?
    Was wäre denn das Ergebnis eines erfolgreichen Krieges gegen den "IS"?
    Doch nur ein Irak, der wieder einmal in die Steinzeit zurückgebombt worden ist, wieder einmal eine völlig desolate Infrastruktur und nichts als Frust und Angst in den Häusern hat?
    Wer will den schon?
    Und, vor allem, wer will denn dann dafür zuständig sein?

    Heute, so hofft Steinmeier wohl, heute "hilft" man dem Irak ja nur, seine eigene, (natürlich nicht existierende!), nationale Integrität zu verteidigen.
    Wenn sie eines Tages dahin sein wird, nun, dann drückt man sich vor den Kameras der Welt ein Krokodilstränchen aus dem Auge, verhandelt mit den Kriegsherren wie üblich in den bekannten Hinterzimmern supergünstige Öllieferverträge und trägt nur noch Sorge dafür, dass der Konflikt im Land nie ganz einschläft. Hier und da ein paar Attentate (bei zu langen Pausen vielleicht gar selbst inszeniert?), ab und zu ein plattgemachtes Dorf, alle paar Monate mal die eine oder andere Enthauptung - und schon kommt der Irak nie zur Ruhe.
    Man würde die Türkei zurechtgestutzt haben, da sie der akuten Kriegsgefahr nie entrinnen kann, vielleicht kriegt man sogar als Zusatzgewinn noch Assad gestürzt und somit mittelbar die Russen in der Region kompromittiert und provoziert.

    Deshalb darf Steinmeier und niemand mit ihm unter keinen Umständen zur Bodenoffensive greifen.
    Sie könnte ja Erfolg haben.

  • Ein guter Muslim KANN kein Terrorist sein!

    Soeben fand ich einen sehr klugen Text von einem sehr viel klügeren Muslimen als ich je einer sein könnte. Mit großer Begeisterung unterschreibe ich ihn in der vorliegenden Form - denn er enthält für mich unumstößliche Wahrheit, an der ich die herrschende Realität auf den Straßen und in den Köpfen der Menschen messe.

    »Ich distanziere mich nicht vom Terrorismus, aber nicht deshalb, weil ich für Terrorismus wäre – das bin ich keinesfalls -, nicht deshalb, weil ich ihn guthieße – das tue ich keineswegs -, sondern schlicht deshalb, weil ich mit Terrorismus gar nichts zu tun habe.«

    So ist es.
    Für mich gibt es allerdings überhaupt keinen Grund, mich von Terrorismus zu distanzieren oder mich der Notwendigkeit ausgesetzt zu sehen, solches explizit erklären zu sollen.

    Weshalb auch?
    Mit dem gleichen Grund könnte ich eine x-beliebige Mutter auf der Straße ansprechen und ihr abfordern, sie möge sich bitte sofort, aufrichtig und unmissverständlich, am besten schriftlich von Kindstöterinnen distanzieren. Sie schlüge dies Anersinnen völlig zu Recht ab - und würde mich mit gleichem Recht sicherlich auch sofort nach meinem Verstand fragen.

    Wenn Frau Merkel oder Herr Schäuble sich vom Terrorismus distanzieren würden, würden die Leute lachen und denken: »Aber sie haben doch damit gar nichts zu tun!« Genau so ist es in meinem Falle und im Falle der großen Zahl der Muslime in Deutschland und auf der ganzen Welt. Wir haben überhaupt keinen Grund, uns zu distanzieren, weil wir damit gar nichts zu tun haben. Der Irrsinn beginnt schon in dem Wahn, zu glauben, Muslime müßten sich als solche vom Terrorismus distanzieren. Das ist einfach falsch. Ich sehe für mich jedenfalls keinen Grund, das zu tun.

    Besser könnte ich das nicht ausdrücken!

    Dies blog, mein Leben ist durchzogen von immer wieder erneuerten Bekenntnissen zum Rechtsstaat Deutschland, zum Grundgesetz und jedem Menschenrecht. Hierauf könnte ich, wenn ich das nur wollte, alle Eide schwören und im Gegensatz zu vielen nichtmuslimischen Deutschen wäre ich durchaus auch bereit dazu, dies Land mit der Waffe in der Hand zu verteidigen - was zu meinem großen wie maßlosen Entsetzen längst nicht jeder Deutsche tut.

    Ich fühle mich, selbst wenn das jetzt komisch klingen sollte, als Muslim dem Islam verpflichtet - und deshalb bin ich definitiv an ultimative wie weitreichende Friedensgebote gebunden.

    Das in dieser Hinsicht öffentlich wahrnehmbare Bild guter Muslime wird deshalb grundsätzlich immer folgendem Satz gehorchen:

    Der Tradition des ahli s-sunna wa l-jamâ‘t verpflichtete Muslime werden nie Terroristen sein können.

    Was andere Muslime oder "Muslime" tun oder denken, ist mir in dieser Hinsicht herzlich egal. Ich bin meiner Aufgabe, die mir der Qur'an auferlegt, sehr sicher und werde nie etwas anderes versuchen zu sein als ein produktives, freundliches und friedliches Mitglied dieser Gesellschaft - so wie Millionen von Muslimen mit mir!

  • Kurden, Kurdistan, die PKK und ihr blutiger Weg

    Das, was ich jetzt hier schreibe, ist unwahrscheinlich unpopulär in diesen Tagen. Weder die Bundesregierung, noch große Mengen deutscher wie kurdischer Mitbürger werden dies gern hören oder lesen - dennoch ist es die Wahrheit, ist in allen Einzelheiten recherchierbar und wert, in Erinnerung gebracht zu werden.

    Die Widerstandsorganisation in Ain al-Arab ("Kobane") wird größtenteils von der YPG ("kurdische Volksverteidigungseinheit") mit Kämpfern beschickt. Die YPG gilt ist eine direkte Unterorganisation der PKK ("kurdische Arbeiterpartei").

    Ihr 1999 zum Tode verurteilte Ex-Chef, Abdullah Öcalan, hat zahllose blutige Terroranschläge zu verantworten; insgesamt werden die Opfer mit 40.000 Menschen angegeben, die über einen Zeitlauf von Jahrzehnten von der PKK durch Bomben zerfetzt, von Brandanschlägen getötet oder von Kugeln getroffen worden sind.
    Öcalan steht unter dem Verdacht, selbst wie ein blutiger Despot in den Reihen der eigenen Anhänger gewütet, regelrecht verrückte Regeln aufgestellt und eigenhändig etliche Mitglieder der PKK liquidiert zu haben. Von Beginn an setzte der Führer Öcalan nicht auf Dialoge, sondern ließ sofort nach seiner Machtübernahme Terroranschläge verüben.

    Zitat von der page "Gesellschaft für bedrohte Völker":

    In vieler Hinsicht übertraf die politische Praxis Öcalans die diktatorische Härte Assads. Seine Partei organisierte er nach stalinistischen Prinzipien. Der große Führer regelte alles. Während er selbst kurdische Freiheitskämpferinnen missbrauchte, untersagte er seinen Partisanen sowohl die Ehe als auch erotische Kontakte. Vielfach liquidierte er junge kurdische Kämpfer, die Dienst in seinen Lagern hatten. Vor allem jene, die ihm widersprachen. Öcalan beseitigte sein gesamtes erstes Politbüro. Er mordete von Schweden über Deutschland bis in den Libanon. Öcalan überzog die kurdischen Gemeinschaften aus der Türkei im Exil und viele der kurdischen Städte der Türkei mit einem Netz von Kontrolle, Denunziation und Repressionen gegen Menschen, die sich nicht einordnen wollten.

    Der Terror Öcalans, gegen den es in den vornehmlich von Kurden bewohnten Landesteilen der Türkei kaum bis gar kein Mittel zu geben schien, steigerte sich in den achtziger Jahren in immer neue Verrücktheiten:

    Unerträglich, dass diese kurdische so genannte Arbeiterpartei sich über Jahre in ihren Pressekommuniques der täglichen Abschussquoten in Sachen "Dorfschützern" rühmte. Kein Wunder, dass etwa 35.000 der 40.000 Todesopfer des türkisch-kurdischen Bürgerkrieges Kurden waren.

    Auch nach der Festnahme Öcalans 1998 und seinem Gerichtsurteil, welches 1999 die Todesstrafe gegen ihn verhängt hatte, ging der blutige Kampf der PKK weiter. Sie unterhielt Camps außerhalb der Landesgrenzen und unternahm Entführungen und Terroranschläge in der Türkei.

    Hier die Zeugenaussage von einem Gefangenen der PKK aus dem Jahre 2001:

    Sie haben mich an Händen und Füßen gefesselt auf einen Hügel geschleift und mich mit einer dünnen, reißfesten Schnur an einen Baum gebunden. Einer trat mir mit Wucht auf den Bauch auf meine gerade verheilte Operationsnarbe. Als ich wieder zu mir gekommen war, schlug einer mit dem Gewehrkolben gegen meine Wange. Blutüberströmt und schweißgebadet wachte ich wieder auf. Mir fehlten mehrere Zähne. Dann stürzten sie mich gefesselt einen Abgrund hinunter. Ich schlug mit dem Kopf gegen einen Felsen.

    Fraglos hatte die junge Türkei unter Atatürk Schuld auf sich geladen, als sie die Kurden zuerst gezielt gegen Armenier und andere Minderheiten bewaffnet und regelrecht benutzt hatte.
    Es war jedoch Erdogan, der vor vielen Monaten von sich aus einen Dialog mit der PKK startete und zunächst in Geheimgesprächen und dann vor der Weltgemeinschaft einen Friedensprozess startete, wobei er parallel dazu strenge Gesetze aufweichte. Die damals bestehende Gesetzgebung hätte die türkische Regierung in die Lage versetzt, schwere Repressionen gegen Kurden zu verhängen, die eine Autonomie anstrebten. Die vormals verbotene, kurdische Sprache wurde zugelassen. In vielen Gegenden begann sich die Lage zu entspannen; Erdogan hatte einen wirksamen Gesprächsverlauf in Szene gesetzt.
    Die Bilder sind um die Welt gegangen, als es vor wenigen Monaten zu ersten, gemeinsamen und öffentlichen Auftritten von türkischen Regierungsmitgliedern und Vertretern der PKK kam.

    Das irrationale Wüten Öcalans schien vergessen, eine weittragende Einigung zwischen der Türkei und der PKK schien erreichbar.
    Letztlich lernte die Türkei nach ihrem letzten, militärischen Angriff auf PKK-Stellungen außerhalb ihres Staatsgebietes mit über 600 Toten, dass Kampfeinsätze das "Kurdenproblem" nicht würden lösen können.

    Nach allem Dafürhalten ist die harte Forderungshaltung, die die Kurden derzeit wegen ihrer von ihnen besetzten und umbenannten Stadt Ain al-Arab ("Kobane") international und zuweilen bei bewaffneten Demonstrationen an den Tag legen, nicht gerechtfertigt.
    In der Tat hat die Türkei derzeit weder eine moralische, noch eine militärische Verpflichtung irgendwelcher Art, genau die Organisation mit dem Leben ihrer Soldaten zu beschützen, die nach wie vor nach Gewalt gegen die Türkei selbst ruft, um ihre Autonomieforderungen durchzusetzen.

    Nach meiner ganz persönlichen Meinung wäre höchstens die internationale Gemeinschaft, allen voran natürlich die USA aus humanitären Gründen in der Pflicht, gegen den "IS" die Waffen zu erheben.
    Speziell, nachdem sich Abdullah Öcalan aus seiner Haft mit einer unmissverständlichen Drohung an die Öffentlichkeit gewandt hatte und über die mögliche Aufkündigung des Friedensprozesses für den Fall sprach, dass sich die Türkei auch weiterhin passiv gegen den Aufmarsch des "IS" verhalten sollte.

    Dem verrückten Terrorfürsten kann seine aktuelle Haltung nicht nachgesehen werden; er beschädigt nicht nur das langsam entstandene Vertrauen, sondern führt, wie in Dyiabakir und anderen Orten klar erkennbar, nur in weitere Gewalt und Morde.
    Der PKK und mit ihr allen Kurden ist heute ultimativ abzuverlangen, für immer dem Terror abzuschwören und alle Waffen niederzulegen bzw. zu zerstören. Es darf erwartet werden, dass sich die heutigen Befehlshaber der PKK in aller Deutlichkeit und unmissverständlich gegen Abdullah Öcalan wenden und den von ihm geäußerten Unsinn durch ihre Zuverlässigkeit Ankara gegenüber zurückzuweisen.
    Forderungen hat kein Kurde, hat keine PKK an Ankara zu richten.

    Sobald die erwarteten Solidaritätsbekundungen der PKK vorliegen und glaubhaft sind, kann das türkische Militär über ein Eingreifen in Ain al-Arab nachdenken.

    Das ist meine Meinung.

  • USA - Bekenntnis zur gezielten Nutzung entstehender Destabilisierung

    Durch Zufall stieß ich auf eine interessante Quelle, die ich aufgrund diverser Unsicherheiten hinsichtlich ihrer Inhalte (noch) nicht nennen oder breiter nutzen werde.

    Beim ersten, groben Darüberschauen aber stolperte ich bereits über zahllose, von dieser Quelle aufgezeigte und von mir zwischenzeitlich parallel verifizierte Unstimmigkeiten zwischen den vollmundigen Reden der US-Staatsführung und ihrem tatsächlichen Handeln.
    Die Quelle operiert mit Unterlagen, die in der Tat nicht vom Tisch zu wischen sind und nur sehr geringe Interpretationsbreiten übriglassen.

    Um nur ein Beispiel zu nennen:

    In den USA existiert ein vierteljährlich erscheinendes, vom United States Army War College (Militärakademie) Magazin mit dem Titel "Parameters".
    Hierin veröffentlichte Ralph Peters (geb. 1952, im Ruhestand befindlicher Lieutenant Colonel) einen hochinteressanten Artikel, der ein ebenso hochinteressantes Licht auf tagesaktuelle Vorgänge wirft.

    Hier der Link, ich zitiere daraus:
    http://strategicstudiesinstitute.army.mil/pubs/parameters/articles/01winter/peters.pdf

    The United States will go to war over economic threats, as in Desert Storm.

    (Übers.: "Die USA werden wegen ökonomischer Bedrohungen in den Krieg ziehen, so wie bei Desert Storm")

    Hier haben wir entgegen aller Verlautbarungen und Beteuerungen aus dem Oval Office das Bekenntnis eines hochrangigen Militärs aus seiner eigenen Feder in der Hand, nach welchem alle Behauptungen, der Irak-Krieg habe keine wirtschaftlichen Gründe gehabt, zu Mumpitz degradiert werden.

    Auf der siebten Seite des Peter'schen Pamphlets stehen ein paar entscheidende Sätze:

    By exciting false hopes of an ill-defined peace, we only inflame passions we cannot quench. Again, we have gotten into the habit of speaking loudly and laying our stick aside. We would do better with fewer press releases and more behind-the-scenes firmness--when engagement is to our advantage. And the occasional show of overwhelming force in the region works wonders.

    (Übers.: "Durch die Erregung falscher Hoffnungen mit schlecht definiertem Frieden, entflammen wir nur Leidenschaften, die wir nicht löschen können. Wir sind wieder in die Gewohnheit verfallen, uns laut zu äußern und den Stock zur Seite zu legen. Wir wären besser beraten, weniger Pressemitteilungen zu machen und mehr Festigkeit 'Hinter-den-Kulissen' zu zeigen, wenn es zu unserem Vorteil ist. Und die gelegentliche Zurschaustellung überwältigender [Militär-, d. Verf.] Macht wirkt Wunder.")

    Peters führt deutlich und mit vielen, z.T. historischen Beispielen aus, dass die Suche nach Stabilität bei Eingriffen von außen nie wirklich gelingen konnte und er sucht und findet in der gezielten Beobachtung und Ausnutzung instabiler Verhältnisse größere Erfolgsaussichten. Diese Veröffentlichung stammt vom 19. November 2001

    Mir scheint, Peters Botschaft ist im Oval Office angekommen.
    Die USA haben sich allerdings in Verfeinerung der Peter'schen Idee darauf verlegt, den Ausbruch von Unruhen und Kriegen als stiller Beobachter zu begleiten und, wo sich größtmögliche Aussichten auf Erfolg zeigen, solche künstlich zu initiieren bzw. durch Waffenlieferungen beispielsweise in die gewünschte Richtung zu manövrieren.

    Darunter kann auch der Besuch von US-Senator John McCain im syrischen Idlib in der Mitte des vergangenen Jahres verstanden werden, bei welchem enorme Waffenlieferungen angekündigt wurden und von dem (ungeschickterweise, da der Besuch nicht öffentlich bekanntgemacht worden war!) einiges an Fotos existiert. Man mag es für schiere, alterssenile Dummheit von McCain oder für gerissene Politik halten, bei diesem Besuch aber wurden Aufteilungen für die Waffenlieferungen besprochen, die im Nachgang sogar von der FSA, der syrischen Freiheitsarmee, sorgfältig brieflich bestätigt worden sind. Einiges an Waffen ging mehr oder weniger direkt an die Terrororganisation "ISIS", die heute als "IS" bekannt ist und furchtbar wütet. Der spätere "Kalif" hatte an diesem Besuch teilgenommen.
    Organisiert wurde McCains Reise pikanterweise von der "Syrian Emergency Task Force", die entgegen ihres Namens tatsächlich eine Unterorganisation der jüdischen Vereinigung "AIPAC" ist.

    McCain verstrickte sich, als seine Reise öffentlich bekannt wurde, in Widersprüche: seiner Darstellung zufolge haben sich seine Gastgeber als durchwegs "Gemäßigte, denen man vertrauen könne", gezeigt. Es existiert ein Foto, welches McCain schräg gegenüber von Ibrahim al-Badri sitzend zeigt; das Bild lässt die Deutung zu, dass sich McCain gerade im Gespräch mit ihm befindet. Blickkontakt hatten die zwei allemal.
    Ibrahim al-Badri allerdings ist in der Tat heute der berühmte "Kalif" des "IS".

    All diese Zusammenhänge sind nie öffentlich geworden, so dass sich die westliche, kriegführende Staatengemeinschaft erhoffen darf, dass ihre ziemlich fragwürdigen "Spielchen" nie offen diskutiert werden.

    Aber hier liegen harte, überprüfbare Fakten vor - auch wenn sie von den Betreffenden nie selbst je zur Sprache gebracht wurden und werden.
    Die Peter'sche Abhandlung in "Parameters" existiert - und McCains Besuch in Idlib ebenso. Sein Zusammentreffen mit dem späteren "Kalifen" bei dieser Gelegenheit ist ebenfalls unstrittig wie auch die bei diesem Treffen verabredete Waffenlieferung - und nun möge jeder eins und eins zusammenzählen.
    Jedenfalls erscheint die Zögerlichkeit und Tatenlosigkeit der USA gegen den "IS" damit unter einem neuen Licht.

  • Ain al-Arab ("Kobane") fällt - was nicht anders zu erwarten war.

    Der Anblick der flatternden, schwarzen Kriegsfahnen des "IS" jagt ganz offensichtlich nicht nur hilflosen Zivilisten enorme Angst ein.
    Nein - auch die angeblich so machtvolle US-Armee rennt bereits schreiend davon, noch bevor sie überhaupt losgelaufen ist.

    Der SPIEGEL vermutet, Obama könne seiner "kriegsmüden" Nation nicht noch einen umfang- wie verlustreichen Bodenkrieg zumuten. Ich halte das für eine himmelschreiende Feigheit, die sich für die USA wenn nicht gleich, dann aber bald bitter und blutig rächen wird.
    Die ungeheure Großmäuligkeit, mit der Obama persönlich noch vor wenigen Tagen (!) vor der UN die "Weltführerschaft" für sein Land reklamierte und die farbenfrohen Lobhudeleien an die vorgeblich so wundervollen, moralischen Werte, für die die USA angeblich stünden, wirken heute wie eiseskalte und zusammengelogene Zynik.

    Und so hält der "IS" mit Mengen erbeuteter, großkalibriger Waffen fröhlich von einigen Hügeln mitten in die Stadt hinein - vor den Augen der gesamten Welt.

    Bravo - kann ich da nur sagen.
    Deutlicher, überzeugender als Ihr alle selbst im geldglänzenden Westen kann niemand den Bürgern Syriens, Palästinas und des Iraks nahebringen, wie wenig Euer Wort wert ist.

    Voller Liebe und Solidarität übernehmt Ihr zwar unkritisch den falschen Namen für die Stadt Ain al-Arab, weil Ihr wenigstens rhetorisch an der Seite der Verfolgten stehen wollt. Aber außer ein paar Bömbchen aus der Luft habt Ihr nichts, um den Einwohnern der Stadt oder der Region zu helfen.
    Und Ihr kriegt es selbst mit dem bisschen Unterstützung aus der Luft noch immer hin, "versehentlich" mal eben ein paar Dutzend unschuldiger Zivilisten zu treffen.
    Auch das noch.

    Da sitzt Mitte vergangenen Jahres der US-Senator John McCain in Syrien zusammen mit "Rebellen" und wird wohl Waffenlieferungen zugesagt und abgestimmt haben. Und er entblödet sich nicht, auf Fotos zusammen mit dem späteren "Kalif"-Fatzken al-Baghdadi aufzutreten und sogar lachend unter der schwarzen Fahne des "IS" zu posieren. Das Internet ist voll davon; wer es selber sehen möchte, bitteschön, der google einfach unter "Bildern" mit den Stichworten "McCain al Baghdadi".

    Da stehen die dicksten Kumpels scherzend zusammen - wer sagts denn. |-|

    Der nicht durchgeführte Kampf der Türkei gegen den "IS" darf nicht weiter verwundern. Der soeben aus der (Haft-) Versenkung aufgetauchte Ex-Chef der brutalen Terror-PKK, Öcalan, bedroht die Regierung in Ankara für den Fall, dass sie nicht zackig gegen den "IS" eintreten, doch glatt mit der Aufkündigung des zur Zeit herrschenden Friedens zwischen der Türkei und der PKK.
    Es könnte sein, dass sich die damals milde Entscheidung, das Todesurteil gegen Öcalan in eine Haft umzuwandeln, ein fataler Fehler gewesen ist. Richtete sich das nicht gegen fundamentale Menschenrechte, so müsste ihm zwangsweise der Mund mit Seife ausgewaschen werden. Er darf der türkischen Regierung um den Preis der Waffenkameradschaft gegen den "IS" die völlige Entwaffnung der PKK auf türkischem Boden ankündigen und das Unterbleiben von Terror für alle Zukunft versprechen - mehr aber doch nicht!
    Mit welchem Grund sollte Ankara Kurden (womöglich auch noch mit Waffen!) aus sich heraus und ohne Gegenleistung unterstützen, die jahrzehntelang mit ihrer Terrororganisation Zerstörung, Tod und Schrecken in der Türkei gesät hatte?

    Wenn Claudia Roth von den Grünen angesichts türkischer Politik von "dreckig" spricht und lauthals krakeelt, die NATO müsse ihrem Bündnispartner mal den Kopf waschen deshalb, dann zeigt auch sie, dass sie längst von der westlichen Profitkumpanei gekauft ist, die auf brutale Ausweitung von Märkten vermittels Waffen, Intrigen, Lügen und Kriegen setzt statt auf Dialog, Verhandlung und Vertrauensaufbau.

    Mir ist absolut unbegreiflich, dass die USA wegen ihrer mangelhaften Bereitschaft, nicht schleunigst ein massives Truppenkontingent von mindestens einer halben Million Mann nebst allem benötigtem Gerät in Marsch zu setzen, nicht international unter schärfste Kritik geraten und Maßnahmen gegen sie für den Fall der Zuwiderhandlung zu gegenwärtigen haben!
    Das Ansehen der USA ist im gesamten, Nahen Osten für die nächsten Generationen vernichtet. Man muss sich das Bild nicht schöner denken, als es ist: wie groß ist wohl die Chance für ein Kind, das weinend an der Leiche seiner Eltern hockt, freundschaftliche Gefühle für die USA zu hegen? Wird es nicht wohl sein brennendster Wunsch sein, schnell zu wachsen, damit es endlich, endlich, endlich eine Kalashnikov halten und damit auf den Kopf eines US-Bürgers zielen kann?

    Die kurdische Kritik, die sich in Deutschland durch Schlägereien und Großdemonstrationen Bahn bricht, gehört tatsächlich verboten. Nicht genug damit, dass Berlin die PKK-Milizen längst mit tausenden von Kleinwaffen und Panzerfäusten versorgt hat, sie muss auch der Tatsache eingedenk sein, dass sie damit eine Organisation mit Waffen "bedient", die hierzulande offiziell als "Terror-Organisation" eingestuft ist.

    Ain al-Arab fällt und gerät dem ach soooo tollen Westen zum Schandmal - so ähnlich, ist selbst dem SPIEGEL aufgefallen, hat sich Obama über Srebrenica geäußert, als man dem Hinschlachten von tausenden von Muslimen tatenlos zugeschaut hatte.

    Soll sie das weinerliche Zögern und Zicken der US-Regierung, die den gesamten Schlamassel dort erst angerichtet und angezündet hat, zuerst einmal als "dreckig" bezeichnen!

    Ain al-Arab fällt - und sobald die schwarze Fahne des "IS" über seinen Dächern weht, wird sich das Terror-Monstrum auf den Weg nach Baghdad selbst machen.
    Schuß für Schuß, Granate für Granate, Rakete für Rakete wird man uns, den wohlig-satten Reichtumsbürgern, die wir (noch) umringt von tiefem Frieden sind, Leichen in die Zeitungen und in unser Heim schleppen.

    Solange, bis wir endlich verstanden haben.

    Also werde ich das sicherlich nicht mehr erleben. :roll:

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