szmmctag

  • Meine persönliche Kritik: "Noah" - der Film

    Man kann, vermutlich muss man den Film auf verschiedenen Ebenen betrachten. Da er ganz bewußt, gewollt und gezielt mit einer ganz speziellen Episode in der Geschichte der Menschheit spielt, müssen seine Macher auch des Umstandes bewußt sein, dass er von verschiedensten Menschen auf verschiedenste Weise betrachtet - und letztlich auch beurteilt wird.

    Ich habe mich (ganz ohne Popcorn, dafür mit einem Sahne-Heidelbeer-Kefir) zum Publikum gemacht und versucht, mir das Dargebotene völlig offen als Version einer Geschichte von Kinomachern anzusehen.

    Und das kommt bei mir dabei heraus:

    Kamera- und Animationsarbeit des Filmes können nicht hoch genug gelobt werden; hier waren spürbar absolute Profis am Werk, die mit gutem Auge und einem hohen Maß an Kreativität ans Werk gegangen sind. Und ganz offensichtlich von der Idee des Fims begeistert waren. Jedenfalls sind die Bilder mehr als opulent, zuweilen dramatisch mit sparsamen Kontrasten und karger Gegenden in Front großartiger Gebirgskulissen in Szene gesetzt. Orchestriert zusammen mit beständig offenbar trübem und harschem Wetter, fokussiert der Hintergrund gewollt auf die handelnden Personen.
    Und die fügen sich hervorragend in die zugrundegelegte Kulisse und spielen mit ihr. Die Schnitte sind bei tragenden Szenen wohltuend lang und verkürzen sich der ansteigenden Dramatik der Szene angemessen.

    Keine Frage: für Freunde guter Bilder ist der Film ein Genuss.

    Damit enden aber leider auch die guten Nachrichten.

    Spirituell betrachtet gibt es für mich als Muslimen durchaus ein wenig Bauchschmerzen, eine so hochgeschätzte und wichtige Figur unseres Glaubens überhaupt dargestellt zu sehen. Für mich existiert durchaus ein gewisses Darstellungsverbot, und deshalb lehne ich persönlich auch jeden Bedeutungszusammenhang zwischen dem Film und meinem Glauben rigoros ab. Infolgedessen sehe ich den Film als Version einer weit überregional aufzufindenden, zentralen Legende der Umstände um die historisch belegte "Sintflut", die, selbst in den mannigfaltigen Versionen, immer eine Person aufweist, die Noah genannt wird.
    Wenn man die Eistenz eines solchen Noah für sich (noch) annimt, stolpert man dennoch (oder gar erst recht!) über die "Alten Wächter" im Film, die als haushohe, vielarmige Steinmonstren daherkommen und "gefallene Engel" sein sollten. Spätestens da fiel mir beinahe mein Sahnekefirlöffel aus den Fingern und ich fand für mich keine Antwort auf die dringliche Frage, weshalb zum Donnerwetter der Drehbuchschreiber auf eine solche Idee kommen musste. War seine erste, ehrwürdigere Version den Financiers zu "langweilig" und sie waren es, die lustige Aufreger hineinbringen wollten? Sie als filmisches Element zu verwenden, zeugt von der Panik der Macher und dem mangelnden Vertrauen in die Tragfähigkeit des Stoffes als solcher.

    Aber wenn es wenigstens noch dabei geblieben wäre - dann hätte möglicherweise noch Hoffnung bestanden.
    Stattdessen aber kraxelt Russel Crowe im linnernenden Gewand geschwind bergan, um einem vergreisten Anthony Hopkins zu begegnen. Den Moment, als die beiden also aufeinandertrafen und Russel leise flüsterte: "Mensch, Tony, diesen Film werden wir bald bereuen. Zumal: wir sind nicht mehr jung und das Geld brauchen wir eigentlich auch nicht.", haben sie beim Schnitt herausgenommen. Aber darin hätte viel Weisheit gelegen und man hätte den Mut sinken und das weitere Verfolgen des Films auch lassen können.

    Anthony Hopkins geriert sich als etwas beleibterer Gollum aus dem "Herrn der Ringe" und kriecht ähnlich wie dieser durch die Landschaft. Dabei verfügt er über ähnlich rätselhafte Kräfte wie die, die in diesen merkwürdigen Energiesteinchen eingearbeitet sind, mit denen man offensichtlich sowohl Eisen schmieden als auch Feuer anmachen kann. Diese seltsamen Filmelemente erschließen sich dem Betrachter überhaupt nicht - und geben dem gesamten Film zusätzlich den herben Charme eines halbdurchdachten X-, Y- oder Z-Movies. Er verpasst Crowe einen Trip mit einem Tee, macht mit einer Geste unfruchtbare Frauen fruchtbar und redet eine Menge halbgares Zeugs.

    Russel Crowe enttäuscht ebenfalls auf ganzer Linie.
    Zeitweise sieht man ihn als gewohnten Hau-drauf, der gegen überwältigende Übermachten feste zuschlagend den einen oder anderen Kiefer bricht oder Lanzen in Körper treibt. Dann wieder als etwas verschwiemelten, wohl irgendwie unter Drogen stehenden Waldhippie, der tiefsinnige Worte denkt und spricht, während er an einem Blümchen riecht. Nur wenige Momente später erlebt man ihn als wahrhaft durchgeknalltesten Salafisten, Sprengstoffgürtelattentäter und wirklich hässlichen Extremisten. Da tropfen gezischelte Hasstiraden unter zusammengezogenen Augenbrauen von seinen Lippen und sein Blick erzählt von tödlichem Hass, schmerzhafter Entschlossenheit und grenzenloser Wut. Die Hauptrolle zerbricht, weil der Charakter weder eine nachvollziehbare Entwicklung erfährt, noch weil zumindest wichtige Wesenszüge in jeder Situation wiederzuerkennen wären. Kurz: der Filmcharakter "Noah" ist von sich aus bereits unglücklich angelegt - ihr gibt letztlich nur noch der Umstand den Rest, dass Crowe von vornherein eine Fehlbesetzung war.
    Er hätte die Rolle zwingend ablehnen müssen, Hopkins im Übrigen ebenso.

    Der Film wird nur dem Bildenthusiasten gerecht - aber niemandem sonst.
    Würde man ihn als nüchtern umgesetzte, säkular angelegte und regionale Legende sehen wollen, so ist man wegen der bizarren Steinmonster und der fragwürdigen Energiekristalle ebenso enttäuscht wie von den verrückten Zauberkräften eines Golum-Hopkins.
    Der spirituell empfindende Zuschauer muss das Machwerk nach nur wenigen Augenblicken mehr oder weniger entsetzt zurückweisen, selbst wenn man vom eigentlichen Bilderverbot (das eigentlich auch für Christen gilt!) aus künstlerischen Gründen einmal absehen wollte. Da scheint der Film etwas wie eine hilflose Bleistiftzeichnung eines Sechsjährige von einem Kernkraftwerk zu sein; er trägt ein unglaublich umfassendes Nichtwissen, Ignorieren und Verzerren in sich, dass er um Lichtjahre von jeder spirituellen Auslegung oder Version der Figur "Noah" entfernt blebt. Dieser Film stellt auch keine Fragen, er provoziert nicht, bietet keine Denkmuster, keine Entwürfe, keine Diskussionsgrundlage - er ist schlicht blöd.

    Den völlig schmerzfreien Unterhaltungssucher mag er zur Not neben dem reinen Bildliebhaber auch noch bedienen; Monster, Zauber, tolle Kulissen und Schlachtszenen mit ausreichend Brutalität sind ja üppig genug eingearbeitet.

    Wer aber Wert auf wenigstens ein bisschen Kultur, Stimmigkeit, Filmkunst legt und vielleicht sogar ein gewisses Geschichts- oder auch Religionsverständnis hat, der erspare sich das Machwerk und schaue lieber "Gladiator", da muss man Crowe nur die etwas lächerliche Gladiatorenmaske vorwerfen und sonst nichts. Da genießt man Hopkins viel besser und intensiver im "Schweigen der Lämmer".

  • Ägypten - findet in seinen alten (Mubarak-) Tritt zurück

    Es waren Massenhinrichtungen notwendig und es mussten wohl hunderte von Menschen auf offener Straße abgeknallt werden wie tollwütiges Vieh, bis die alte Marschrichtung, die den USA und Israel so sehr gelegen kam, wieder neu installiert war.

    Aber nun ist es soweit und die für die genannten Staaten so unbequeme, ärgerliche und sorgenbereitende Freiheit in Ägypten ist ausgestanden.

    Zuerst "freut" sich US-Außenminister John Kerry letzten Montag darüber, dass der neue Pharao alle notwendigen Beseitigungsfälle offenbar glücklich zum Abschluss bringen und das Land wieder dahin zurückbringen konnte, was schon unter Mubarak von den USA als "erfolgreiche Schritte auf dem Weg zur Demokratisierung" bezeichnet wurde.

    Das ist ja nun auch problemlos möglich - weil keine Opposition mehr da ist und die unbequeme, weil leider in einem Moment der Unachtsamkeit tatsächlich demokratisch vom Volk gewählte Regierung vollständig beseitigt ist und deren "Reste" nunmehr allumfassend mit dem Prädikat "Terroristen!" zur Zielscheibe ganz offener Verfolgung und Eliminierung gemacht worden sind.

    Zugegeben: die Zeit war für die USA nicht leicht. Obama muss das kleinkindhafte Aufheulen Netanjahus, welches von dutzenden von Fernsehkameras aufgezeichnet worden war, als man Mubarak endlich glücklich davongejagt hatte, bis Mitte letzten Jahres in den Ohren geklungen haben. Netanjahu bezeichnete Mubarak als "Freund" - Grund genug, ihn seinerzeit vollständig politisch zu beseitigen und zu verhaften.

    Derzeit liegt die Schätzung bei, wenn ich richtig informiert bin, ungefähr 47.000 politischen Häftlingen in Ägypten; vermutlich ist diese Zahl um einiges zu gering. Viele dieser und solcher Häftlinge sind als solche gar nicht bekannt, weil sie entweder längst erschossen und irgendwo verscharrt sind und man den Angehörigen erzählt, man habe angeblich "keine Informationen" über den Verbleib der Vermissten. Oder, was ebenfalls gern gemacht wird, man hat den Häftlingen bei ihrer Entlassung mit dem Tode gedroht, wenn sie irgendwelche Umstände ihrer Verhaftung und ihrer Folterung an Medien geben.

    Obama und Netanjahu können aufatmen - denn der Blutsäufer al-Sisi hat zwischenzeitlich sogar genau die "Opposition gegen Morsi", deren Existenz und Agitation er wiederum die Berechtigung für seine Massaker entnahm, in weiten Teilen verhaftet und verboten.

    Es ist also alles wie gehabt. Alles wie früher.

    Auf Ägyptens Straßen kann wie gewohnt kein offenes, geschweige denn ein unbedachtes Wort gesprochen werden, ohne das Verhaftung und Ermordung drohen. 
    Es gibt nirgendwo in Ägypten irgendeine politische Strömung, die al-Sisi als "Opposition" dulden würde und die Kräfte, mit denen er angeblich verhandele und spreche, reduzieren sich auf wenige, machtversessene Speichellecker, die von den alten Mubarak- zu den neuen al-Sisi-Fleischtöpfen wechseln.

    Selbst wenn es Kontakte zwischen der Muslimbruderschaft in Ägypten und der Gaza-Hamas gegeben hat, so sind die Erzählungen oder Vorwürfe von "konspirativen Tätigkeiten" oder Extremismus Märchen mit der gewünschten Auswirkung: Mursi wurde entfernt, da er dem rassistischen Abschlachten Israels keinesfalls tatenlos zugesehen hätte.
    Dem eifrigen Muslim al-Sisi hingegen sind Palästinenser und Muslime solange egal, wie er mithilfe der nun wieder ungestörten, parasitären Geldsaugerei am ägyptischen Volk nebst der Einnahme der 1,3 Milliarden Dollar "Militärhilfe" aus den USA mit seinem Militär gut versorgt im Luxus leben und Macht frei nach Belieben ausüben kann.

  • Israel - tendenziöse, halbblinde Berichterstattung und die Folgen

    Die Berichterstattung in unseren Medien (Tagesschau, Prersse) aus dem Gaza-Streifen zeigt, wie stark unsere Gesellschaften und Regierungen durch die Politik beeinflusst sind.

    Hier nur ein paar wenige, exemplarische Ereignisse, die in unseren Medien entweder gar keine oder eine verharmlosende Randnotiz darstellten - leider ist zu betonen, dass die erwähnten Beispiele für eine ungewisse, allerdings hohe Anzahl einschlägiger Vorkommnisse sind:

    In Khuzaa, einer kleinen Stadt im Süden des Gaza-Streifens, war es Anwohnern und Journalisten möglich, während einer kurzen Feuerpause dorthin zurückzukehren. Der Journalist Jesse Rosenfeld fand herumliegende Leichen, der gesamte Straßenzug stank nach Verfäulnis. In einem Haus fand er folgendes vor (Zitat):

    "Blut und geschwärzte Überreste sind auf dem Badezimmerboden verkrustet. Die Wände sind in Blut getränkt worden, und sie sind mit zahlreichen Einschusslöchern, die aussehen, als ob sie aus einer automatischen Waffe in Hüfthöhe abgefeuert wurden übersät."

    Hier handelt es sich recht offensichtlich um den Ort einer Massenexekution.

    Wiederholt ist nach Zeugenaussagen seitens israelischer Soldaten auf Zivilisten gefeuert worden, die gut sichtbar weiße Flaggen getragen hatten. Man muss ohnehin den Eindruck gewinnen, dass solche Zivilisten sehr häufig bevorzugte Ziele israelischer Soldaten sind, da es eine ganze Menge Berichte über derartige Vorkommnisse gibt.

    Am 24. Juli erlaubte die israelische Militärführung dem Roten Kreuz, das abgeriegelte Khuzaa zu Rettungszwecken zu betreten. Bei dieser Gelegenheit geriet dort ein Rot-Kreuz-Helfer unter israelisches Feuer, während er Verwundete versorgte. Ein weiterer Trupp von Helfern, die den verwundeten Rot-Kreuz-Freiwilligen bergen und in ein Krankenhaus verbringen wollten, wurde ebenfalls beschossen. Der Rot-Kreuz-Mann ist gestorben.

    Am 25. Juli beschoss die israelische Armee ein Wohnhaus, in welchem 120 Menschen Zuflucht im Keller gesucht hatten. Bei diesem Beschuss starben drei Menschen: ein fünf Jahre alter Junge und zwei ältere Leute.
    Als die Überlebenden mit einer weißen Fahne erhoben flüchten wollten, erfolgte ein zweiter Angriff, der einen Mann tötete und einen weiteren verletzte.

    Akram al-Najjar, ein 15-jähriger Junge, gab zur Protokoll, dass er zusammen mit seiner Familie am 23. Juli in Khuzaa von Haus zu Haus hastete um Schutz vor den Bombenangriffen zu suchen. Sie fanden sich mit ca. 100 weiteren Flüchtlingen in einem Haus zusammen, das dann von den Soldaten aufgefunden wurde. Die Menge wurde dazu aufgefordert, das Haus zu verlassen. Akram sagt aus: 

    " .... Der erste, der aus dem Haus gehen konnte, war Shahid al-Najjar. Er hatte seine Hände erhoben, aber die Soldaten haben auf ihn geschossen. Er wurde in den Kiefer getroffen und schwer verletzt, aber er überlebt. "

    Man kann nur wiederholen: die geschilderten Ereignisse werden sich in der vorliegenden Form ungeahnte Male wiederholt haben, genaue Daten und vollständige Zeugenaussagen, sofern möglich, werden wohl erst Monate oder gar Jahre später vorliegen.

    Und auch dies ist nur ein einziges, allerdings sehr gut dokumentiertes Beispiel für die irrationale Hatz, den Ausbruch schieren Wahnsinnes in den Reihen der israelischen Bevölkerung selbst:

    Am 25. Juli wollten Amir Shwiki (17) und Samer Mahfouz (22) in Jerusalem zu Fuß von einem Abendessen zurück nach Hause. Ein jüngerer Mann trat an sie heran und verlangte eine Zigarette. Als er den arabischen Akzent hörte, wandte er sich zunächst ab und kehrte dann mit ungefähr zwölf anderen zu den beiden zurück. Die beiden wurden mit Eisenstangen halbtot geprügelt.
    Die herbeigerufene Polizei weigerte sich, einen Krankenwagen zu rufen. Die schwer Verwundeten wurden erst durch Passanten in ein Krankenhaus überstellt. Ermittlungen bzw. Verhaftungen fanden hierzu nicht statt.

    Am 24. Juli kam es in Westjerusalem zu einem vermutlich noch entlarvenderen Zwischenfall:
    Zwei Brotlieferanten, Amir Mazin Abu Eisha und Laith Ubeidat, wurden von einer Horde von etwa zwanzig rassistischer Israelis gestellt und brutal zusammengetreten. Als die Polizei hinzukam und sich die Horde ein wenig entfernte, legten die Polizisten ihre Gewehre auf sie an und schossen in ihre Richtung. Als die beiden daraufhin haltmachten, begann der Angriff der Meute erneut. Nachdem Abu Eisha wegen schwerer und bleibender Ohrverletzungen und Kopfwunden im Krankenhaus behandelt wurden, nahm die Polizei sie unter der Anschuldigung fest, sie hätten angeblich Messer bei sich getragen und die Arbeit der Polizei behindert.

    Israelischer Rassismus bricht sich offenbar zwischenzeitlich freie Bahn und scheint mittlerweile zur israelischen Normalität zu gehören. So wurde die Jaffa-Straße in Jerusalem mit Flugblättern bedeckt, die Araber davor warnen, an jüdische Frauen überhaupt nur zu denken. Die Flyer wurden von der Organisation "Lehava" gedruckt und verteilt, die eine Schwesterorganisation von "Hemla" ist. "Hemla" wird vom Staat unterstützt und will jüdische Frauen aus Romanzen mit Arabern "retten".

    In der vorletzten Woche wurde in Haifa der arabische, stellvertretende Bürgermeister zusammen mit seinem Sohn brutal zusammengeschlagen. Die Täter riefen "Tod den Arabern!".

    In Tel Aviv macht ein neues "Volkslied" die Runde:

    "Morgen ist schulfrei in Gaza,
    es sind keine Kinder mehr da!"

    Dov Lior, Chefrabbi der Siedlung Kiryat Arba im Westjordanland, veröffentlichte ein religiöses Edikt, nach welchem es erlaubt sei, mit "allen Mitteln, die geeignet erscheinen," eine "feindliche Bevölkerung zu schlagen", selbst wenn dies "die Auslöschung" sein sollte.

    All dies sind Szenen, Berichte, Vorkommnisse, die ihren Weg niemals in deutsche Presse finden werden - weil sie unserer politischen Führung unangenehm sind und, wenn sie denn zur Kenntnis genommen werden müssten, in jedem Fall Konsequenzen erforderlich machen würden. Und die wird man nicht ziehen wollen - weil man nicht darf.

    Das ist das wahrhaft Unangenehme und Peinliche für Angela Merkel: sie läuft konkret Gefahr, dass sie auf diese Ereignisse angesprochen wird und sich dazu stellen muss. Sie wird, solange sie es nur irgendwie vermeiden kann, all diese Übergriffe niemals zur Kenntnis nehmen. Und auf intensive Vorhaltungen wird und kann sie sich nur schützend vor Israel stellen und diese Ereignisse als "einzelne Vorkommnisse" bezeichnen, die "natürlich nichts mit dem Staat Israel" als solchem zu tun hätten.
    Deshalb schweigt sie auch zur Ermordung von sieben deutschen Staatsbürgern in Gaza - sie opfert ihre Landsleute, um bloß nicht politisch reagieren zu müssen.


  • Israel - erhält die zu erwartende Antwort

    Der Auftakt ist gemacht: in Jerusalem rastete ein offenbar palästinensischer Baggerfahrer aus, fuhr Amok und tötete einen Fußgänger, zerstörte einen Verkehrsbus und verletzte fünf weitere Personen.

    Wohl nicht ganz unbeteiligt an dieser Tat dürfte die Ansprache eines (laut SPIEGEL) "ranghoher Funktionär der palästinensischen Islamisten" namens Fausi Barhum sein, welcher letzte Woche zu Attentaten eben dieses Zuschnitts aufgerufen hatte - um damit den Terror der Angst, der Zerstörung und des Todes mitten nach Israel hineinzutragen.

    Ich habe mich schon immer gegen jede Form von Attentaten ausgesprochen; neben ihrer allgemein anerkannten, global installierten wie säkularen Rechtsphilosophie und, was mir persönlich noch wichtiger ist, meinen festgefassten Überzeugungen als Muslim sind sie als besonders schwere Straftat, als feiger Mord ohne jede Berechtigung aufzufassen.

    All diejenigen, die sich vorbereitend oder durchführend an derartigen Anschlägen beteiligen, machen sich vor jedem religiösen und nichtreligiösen Gesetz schwerstens schuldig - aber genau da liegt auch das Problem.

    Dass Israel ganz andere Möglichkeiten zur "Feindes"-Vernichtung als einem armgebliebenen Palästinenser zur Verfügung stehen, ist unstrittig. Und dass Israel genau diese Möglichkeiten auch konkret zur Massenvernichtung auf Basis niedrigster Absichten vollständig einsetzt, musste die Welt in den letzten Wochen erleben.
    Dass die Verbündeten Israels (u.a. auch ein Deutschland, das noch nicht einmal auf sieben in Gaza umgebrachte Landsleute reflektiert!) das massenhafte Schlachten Israels nahezu zwanghaft wie falsch als "Verteidigung" ummünzen, ändert nichts an den Tatsachen, so wie sie von Israel geschaffen worden sind.
    Die UN beklagt konkret, dass auf bestimmte (!) Schulen insgesamt fünf Mal gezielt mit schwerer Artillerie in dem konkreten Wissen, dass sich dort z.T. tausende Flüchtlinge aufgehalten haben, gefeuert worden sei. Krankenhäuser sind wiederholt unter Beschuss genommen worden - und die Presse der Verbündeten meldet zwar die "Aussage" Israels, angeblich hätten sich dort Hamas-Kämpfer oder Waffenlager befunden, nicht aber die empörte Entgegenhaltung der Betreiber, dass dem tatsächlich nicht so gewesen sei.

    Israels Überfall ist in keinster Weise als "Verteidigung" aufzufassen, sondern lediglich als Versuch, die Bevölkerung im Gaza-Streifen zu dezimieren und zu traumatisieren; der Streifen soll so weit heruntergeschossen werden, dass menschliche Ansiedlung dort im Grunde nicht mehr möglich ist. Deshalb werden Schokoladenfabriken und Elektrizitätswerke vernichtet; neben großen Arbeitgebern sollte auch die Grundversorgung zerstört werden, was ja auch gelang.

    Dafür gibt es keinen anderen Begriff als den des Staatsterrors.

    Wie ich in den letzten Tagen recherchiert und in Grundzügen hier niedergelegt hatte, existiert in Israel, vorsichtig ausgedrückt, eine sehr starke, extrem rechtslastige und rassistische Bewegung. Diese speist sich aus diversen, extremistischen Judengruppen, allgemein aufgehetzter Bevölkerung und wird befeuert durch entsprechende, rhetorische Ausfälle und Auswürfe der Regierung selbst. Hohe Amtsträger veröffentlichen recht sorgenfrei Pamphlete mit, nochmal sehr vorsichtig ausgedrückt, höchst geringschätzigen Betrachtungen von Arabern und Palästinensern. 
    Zitate, die ich fand, bedienen sich gar schamlos an der Nazi-Terminologie und reden ganz offen und wörtlich von "Konzentrationslägern", in welche man Araber und Palästinenser stecken solle.

    Wo da nun der qualitative Unterschied zu Extremisten, die sich in den Reihen einer Hamas verstecken, noch liegen soll, entzieht sich vollständig meiner Kenntnis.

    Ich erlebe in den letzten Wochen nur einen Goliath, der David mit einer Hand den Hals zudrückt und wie von Sinnen mit dem Eselsbacken in der anderen Faust auf David einschlägt. Staatsterror eben.

    Palästina hat weder Kampfflugzeuge noch Panzer - es hat aber Bagger, Autos, Messer, hier und da eine Feuerwaffe, einzelne Granaten vielleicht, unverdächtige Existenzen und die Faust im Bauch, die Mörder macht.

    Wenn ich richtig aufgepasst habe, dann hatte Israel zumindest vorübergehend 85.000 bis an die Zähne hochgerüstete "Soldaten" in den Gaza-Streifen geschickt; ich nenne sie allerdings unterschiedslos zu palästinensischen Extremisten nur "feige Mörder". 
    Jeder einzelne von ihnen hätte natürlich von seinem Tun abgehalten werden müssen, denn sie haben wiederholt auf offener Straße "mal eben so" auf Flüchtende gefeuert, Moscheen, wie ausgesagt wurde, ohne jeden Grund gesprengt, in zumindest einem Fall sieben (!) Jugendliche in ein Bad getrieben und dort exekutiert.

    Israel wird mit einer jahrelang andauernden "Antwort" in den Reihen der eigenen Bevölkerung den Preis dafür zu bezahlen und selbst Tote zu beklagen haben. 
    Ebensowenig wie es möglich war, Israel während seines Wütens und Rasens in den Weg des Blutes zu treten und es aufzuhalten, sowenig wird es möglich sein, den jüngst tausendfach produzierten Hass einzudämmen und hunderttausende von leidzerrissenen Menschen von Attacken wie den Baggerangriff in Jerusalem abzuhalten.

  • Israel - setzt neue Spezialwaffen gegen Menschen ein

    Obschon die Menschen auf den Straßen beim Massaker 2008-2009 der Welt kaum bis gar nicht besonders darauf reflektiert hatten, scheint die israelische Armee beim diesmaligen Massaker in Gaza durchaus weniger auf Waffen zu setzen, deren Wirkung auch auf große Entfernung noch gut mit Kameras festzuhalten ist.

    Die Phosphorwaffen, die Israel seinerzeit über Gaza-Stadt angewendet hatten, setzten weithin sichtbar und hoch in der Luft bereits sehr viele, kleine Brandsätze ab, die weiß aufleuchteten und mit einer deutlich erkennbaren Spur zu Boden sanken. Dort platzten sie auf und ergossen ihren chemischen Inhalt über die Menschen - das durch diesen Phosphor erzeugte Feuer gilt größtenteils als unlöschbar. Die Flammen sind weder durch Luftabschluss oder durch Wasser zu ersticken.
    In der Folge gab es tausende von Fotos und Videos, die auf das wahrhaft entsetzlichste verbrannte Menschen zeigten. Dutzende von Kindern mit völlig verbrannter Körperoberfläche - das Bildmaterial ist tatsächlich nicht zu ertragen.

    Es wird wohl politischer Druck hinter den Kulissen aufgebaut worden sein, möglichst keine derartigen Waffen mehr zum Einsatz zu bringen, weil sie eben entsetzliche Bilder produzieren, die Israel langfristig schaden könnten. Denn eines zeigt der diesmalige Krieg gegen Gaza sehr deutlich: massenhafte Vernichtung von Mensch und Material, unterschiedsloses, beinahe wahlloses Feuern in Menschenmengen scheint der Weltbevölkerung zu verkaufen zu sein, denn einzelne Bilder von zerstörten Häusern und toten Menschen können isoliert betrachtet und mit gemeinsamer Anstrengung zu relativieren zu sein.

    Ein Arzt aus Norwegen ist es diesmal, Mads Gilbert, der im Gaza-Streifen bei seinen Notfallbehandlungen sowohl erstaunliche, als auch erklärbare Verletzungen und Wunden bei palästinensischen Angriffsopfern registrieren konnte.
    Al-Haq, eine Menschenrechtsorganisation, konnte weitere Details zu den bisher beinahe unbekannten Verletzungsmustern liefern und aufzeigen, dass die konkret Getroffenen von israelischen Drohnen unter Feuer genommen worden waren, die mit Hellfire-Raketen bestückt waren.
    Gilbert kam aufgrund der Befundung zu dem Schluss, dass hier "DIME"-Waffen eingesetzt worden sein mussten.

    Von DIME-Waffen Getroffene weisen keine (metallenen) Schrapnell-Verletzungen, dafür jedoch schier unvorstellbare Verbrennungen auf; die in diesen Waffen verarbeiteten Schwermetalle liegen in Pulverform vor, die das Feuer sehr breitflächig und tief in einen menschlichen Körper hineinbringen. 
    In der Tat liegen Berichte von herumliegenden Leichen vor, die nicht nur bis zur Unkenntlichkeit verbrannt sind, sondern auch im (letztlich aufgeplatzten) Körperinneren ein anderes Verbrennungsmuster aufweisen als auf (den Resten noch vorhandener) Haut.
    Nach Lage der Dinge sollen diese Waffen vorzugsweise in bzw. über reinen Wohngegenden eingesetzt worden sein, denn gerade dort häuften sich Beobachtungen über derartige Funde.

    Im Umkreis von 4 Metern ist eine derartige Waffe unbedingt tödlich - und dazu ist sie auch entwickelt. Sie soll eigentlich von Militärs gegen Schützengräben eingesetzt werden, um die dort verborgenen, feindlichen Soldaten sicher ausschalten zu können. Aufgrund dieser"Effizienz" im Vernichten von Menschen wurde diese Waffen vermutlich über Wohngebieten im Gaza-Streifen eingesetzt.

    Die US-amerikanische Firma "Defense Tech" schreibt, laut Wikipedia:

    «das Ergebnis ein unglaublich zerstörender Schlag in einem kleinen Area [sei] l» und die «zerstörerische Kraft der Mischung verursacht weit größeren Schaden als reine Explosivstoffe»

    Die 1980 ins Leben gerufene Konvention gegen chemische Waffen verbietet Systeme, die überflüssige Verletzungen oder übermäßiges Leiden verursachen.
    Israel hat diese Konvention ebenfalls unterzeichnet.

    Sowohl der Einsatz von Phosphorbomben als auch der von DIME-Waffen durch Israel wurden nie geahndet.

  • Israel - stört sich nicht an der restlichen Welt

    Heute morgen faselte ein israelischer Journalist auf WDR5 auf die konkrete Nachfrage, weshalb Israel nicht nur kürzlich, sondern wiederholt auf UN-Einrichtungen feuerte, tatsächlich etwas davon, dass die "UN sowieso gegen uns ist".

    Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen.

    Dieser Journalist zumindest hält es für völlig gerechtfertigt auf alles zu schießen, was Israels Position kritisiert und nicht in allen Teilen unterstützt.
    In wesentlichen Teilen macht diese Aussage durchaus Sinn, wenn man sie zusammenstellt mit Meinungsäußerungen hochrangiger Persönlichkeiten öffentlichen, israelischen Lebens.

    Der stellvertretende Sprecher der Knesset, Mitglied des regierenden Likud-Blocks unter Netanjahu, schwadroniert öffentlich von der Auslöschung des Gaza-Streifens als nicht-israelischer Landstrich und Übernahme durch Israel. Er droht damit, Palästinenser, die "nicht vorher sowieso schon getötet" worden sind und sich nicht rückhaltlos mit ihrem Fortziehen einverstanden erklären, durchaus ebenfalls beseitigen zu wollen.
    Die Extremzionistische Schlampe Shaked räsoniert öffentlich in Aufrufen, Kinder und Babies von Palästinensern seien "Schlangen" und es sei besser für "die Mütter der Schlangen", sie würden ihren Kindern auf dem Weg ins Jenseits folgen.

    Unter diesem Licht betrachtet ist die Äußerung Netanjahus, zumindest 47 Prozent aller der insgesamt mindestens 1.762 Toten seien "Terroristen" gewesen, natürlich richtig - man muss dabei sehen, dass er auf den Begriff "Schlangen", "Ungeziefer", "unwertes Leben" aus Gründen der Rhetorik natürlich verzichtet und sie lieber als "Terroristen" bezeichnet.

    398 Kinder sind unter den Toten, was angesichts der Forderungen Moshe Feiglins lediglich ein schwachbrüstiger Anfang von dem sein kann, was ihm so vorschwebt.
    So schrieb er einen Brief an Netanjahu des Inhalts, man müsse im Gaza-Streifen "Bereiche" aufbauen, in welchen man die bisherige Bevölkerung des Gaza-Streifens "konzentrieren" könne.

    Es liegen ausschließlich nur Fehler in unserer eigenen Wahrnehmung in Verbindung mit unserem realitätsfernen Wunschdenken, dass wir die israelische Wahrheit nicht sehen, nicht sehen wollen und deshalb nicht sehen können.

    Innerhalb Israels erfreuen sich die kranken Ideen eines Feiglin durchaus größerer Beachtung und auch Zustimmung; die Militärführung "bearbeitet" durch Chefrabbiner Rontzki den letzten Rest von Skrupeln und Gewissensbissen der Soldaten mit extremistischen Einpeitschereien, zu deren Verlesung Soldaten per Befehl einbestellt werden. Rontzki bedrohte schon 2009 die israelischen Soldaten mit angeblicher "Verdammnis", wenn sie etwa "Gnade walten" lassen würden.

    All das will keiner der Verbündeten wissen und alle halten an der offiziell be- wie anerkannten Version fest, Israel wolle sich angeblich "verteidigen". Dass es den Gaza-Streifen ausradieren will und sich ausschließlich nur durch die restliche Welt daran gehindert sieht, Massenvernichtungen durchzuführen - wenn Feiglin selbst schon durchaus von "Concentration camps" fabuliert, ist man von industrieller Serientötung gedanklich nicht mehr weit entfernt.
    Man muss nur hinschauen, um es erkennen zu können: etliche Krankenhäuser, Moscheen und Schulen wurden z.T. mehrfach angegriffen und das, obschon die Betreiber unter Angabe ihrer konkreten Position Warnungen an die israelische Militärführung des Inhalts versandt hatten, dort würden sich sehr viele Flüchtlinge aufhalten. Chancen auf hohe Vernichtungsraten wie diese konnten sich die israelischen Militärs auf keinen Fall entgehen lassen - also wurde gefeuert.

  • Israel - jetzt fallen die letzten Hemmungen

    Nach Zeugenaussagen haben israelische Soldaten sechs palästinensische Jugendliche in einen Baderaum getrieben und dort erschossen. Des weiteren wurde eine Gruppe Behinderter unter Feuer genommen und ausgeläöscht.

    Die Stadt Rafah liegt unter "konstantem" Bombardement durch Panzer, Artillerie und Drohnen, die mit US-amerikanischen HellfireRaketen bestückt nahezu wahllos in die Bevölkerung feuern.

    In einem mit Live-Videoaufnahmen dokumentierten Fall feuerten Israelis gezielt in einen Platz, in welchem sich Krankenfahrzeuge samt Personal und Journalisten aufgehalten hatten. Neben etlichen Toten fand sich auch die Leiche eines Journalisten.

    Allein in den letzten knapp 24 Stunden starben 100 Zivilisten, ganze Stadtteile sind eingeäschert, aufgrund des anhaltenden Beschusses können Leichen nicht mehr geborgen werden. Mediziner von der UN befürchten die Gefahr ausbrechender Seuchen.

    Derweil verfällt die Bevölkerung Israels, wie beobachtet wird, zunehmend in etwas, was wohl nur noch mit dem Begriff "Blutrausch" korrekt bezeichnet werden kann. Es mehren sich Berichte, nach welchen wahllos Araber in Israel selbst buchstäblich gejagt und getötet werden. Etliche Menschen sind bereits mit Eisenstangen erschlagen worden, die Polizei greift entweder gar nicht oder halbherzig Stunden später ein, Ermittlungen gegen Täter werden erst gar nicht aufgenommen.

    Währenddessen bestreitet die Hamas die Gefangennahme eines israelischen Soldaten; diese Entführung wird seitens der israelischen Militärführung jedoch als Grund für die neuerliche Aufnahme seiner Vernichtungsaktion angeführt.

    Damit die Zerstörungen ungehindert fortgeführt werden können, beliefern die USA augenblicklich Israel mit Nachschub an Granaten und Raketen.

    nur_sohn_ueberlebt

    Dies ist nur einer von mittlerweile über tausend Fällen; hier starben Onkel und Vater durch die Bomben und nur der Sohn hat überlebt.
    Aber Israel, so sagte Netanjahu vor ungefähr 14 Tagen, Israel ist ein Land des "Mitgefühls".

  • Israel - Waffenruhe offenbar nicht genehm.

    Bei Rafah sind 25 palästinensische Zivilisten durch israelischen Panzerbeschuss ums Leben gekommen.

    Die Zeitung Ha'retz meldet unter Bezug auf einen offiziellen israelischen Sprecher, dass Israel die UN bereits über die Beendigung der Waffenruhe in Kenntnis gesetzt habe.

    Es wird von "vielen israelischen Scharfschützen" und von Luftschlägen berichtet; bisher ist nicht mitgeteilt, ob diese von Drohnen oder Jets stammen. Offenbar sind wieder Gebäude Ziel schwerer Angriffe, zumindest von einer beschossenen Fabrik ist die Rede.

    Das Massaker geht also weiter. 

  • Israel - Nein! Keine Solidarität mit Mördern und Faschisten! Niemals!

    Es ist eine ganz unglaubliche Frechheit von manchen Organisationen, die von Israel personell, ideologisch und finanziell ausgestattet sind und in Europa wirken, tatsächlich die europäischen Bevölkerungen zu "Solidaritätsdemonstrationen" mit Israel aufzurufen.

    Angesichts der massenhaften, absolut unerträglichen Massaker, die Israel unterschiedslos über die palästinensische Bevölkerung hereinbrechen und wüten lässt, ist das ganz exakte Gegenteil von solchen Demonstrationen unerlässlich:

    Wo man auf der Welt Israelis und Juden trifft, muss man sie ernsthaft danach befragen, ob sie diesen Vernichtungskrieg in ihrem Namen mittragen oder gar unterstützen.

    Wer sich als Israeli und/oder Jude zu diesem Vernichtungskrieg bekennt und ihn unterstützt, mit dem kann es keinen Dialog geben.
    Denn solches käme nur noch der Absicht gleich , mit der man Deutschen vor gut siebzig Jahren Kohle und Gas für die unsäglichen Krematorien in den Konzentrationslägern geliefert hätte - um "Solidarität" mit den Blutsäufern aus Berlin zu zeigen.
    Diese widerwärtige Solidarität zeigen bereits andere: mit heuchlerischen Krokodilstränen im Auge wegen der ach so vielen toten Zivilisten öffnen die USA ihre Munitionsläger in Israel, damit sich die Ärmsten mit Granaten und Raketen versorgen können.

    Die Lügen der israelischen Regierung machen die Handflächen feucht und vor Entsetzen den Mund trocken; die unglaublichen Zerstörungen und absichtsvollen Vernichtungen von Infrastruktur, die genau gezielten Granatenangriffe auf UN-Schulen, Krankenhäusern machen aus Israel einen grausamen, hasserfüllten und hysterischen Staat, der in seiner Raserei keine Grenzen, keine Humanität, keine Gnade, keinerlei Menschlichkeit mehr kennt.

    Hier folgt der Link zu einem weitestgehend unkommentierten Live-Mitschnitt aus dem Bombardement - wer die Wahrheit sehen will und den Verlautbarungen Israels nebst aller seiner Verbündeten zu recht Argwohn entgegenbringt, der sehe sich das Video an.
    Aber Vorsicht.
    Der Film zeigt wahrhaft erschütternde Szenen, unfassbares Grauen, unverstellte Kriegswirklichkeit. Er zeigt, wie es wirklich aussieht, wenn in den Zeitungen steht: "Artillerie feuert auf Gaza" und uns unsere Medien lediglich Bilder von Explosionen aus weiter Entfernung zeigen.
    Dieses Video wurde im Zielgebiet dieser Angriffe gedreht .... man sieht dutzende Leichen, herzzerreissend verzweifelte Mütter, die ihre Kinder unter Trümmern suchen. Verletzte, Sterbende ....

    http://www.aljazeera.com/programmes/specialseries/2014/2014/07/shujayea-massacre-at-dawn-201472621348901563.html

    Nein - wer immer um die Wahrheit bemüht ist, noch klar sehen kann und halbwegs bei Verstand geblieben ist, der muss Israel selbstverständlich nicht nur jede Solidarität verweigern. Er hat das seine zu tun, sich diesem brechreizerregenden Verbrecherregime um Benjamin Netanjahu und seiner hysterisch aufgehetzten und kriegskreischenden Kumpel entgegenzustellen.

    In dieser Stunde Israel an den Pranger zu stellen, es zu isolieren, anzuklagen und all seine Verbrechen aufzuzeigen heißt, Israel ein wahrer, wirklicher und aufrechter Freund zu sein.

  • Israel - eine Antwort auf den deutschen Zentralrat der Juden

    Dieter Graumann, der Vorsitzende des Zentralrats, beklagt, dass es keine "Welle der Solidarität" mit Juden in Deutschland gäbe und er zusammen mit manchen anderen eine Zunahme von Antisemitismus registriere.

    Nun - Herr Graumann. 

    Ich antworte Ihnen hier, weil kein einziger Politiker Deutschlands oder Europas und kein einziges Pressemedium meine Antwort an Ihre Adresse veröffentlichen würde.

    Sie, Herr Graumann, würden nach Würdigung einiger meiner Beiträge hier in meinem blog selbstverständlich öffentlich immer zu dem Schluss, zu der Verurteilung gelangen, ich sei wohl einer der schärfsten Antisemiten, weil ich seit Jahren bereits harte und härteste Kritik am faschistischen  und rassistischen Denken der israelischen Führung übe.

    Die außerisraelischen Juden befinden sich global zugegebenermaßen in einer ganz besonders unangenehmen Situation. Wenn ich den Ideen und Niederschriften Theodor Herzls folge, dann kann ich diese Lage sogar in nicht unwesentlichen Teilen nachvollziehen. Herzl empfand die Lebensumstände der jüdischen Gemeinden u.a. aufgrund der Geschichte als besonders prekär - und das waren sie in der Tat auch.
    Ein Volk wie das Ihre, welches über Jahrhunderte einem Wechselbad von knapper Akzeptanz und leidenschaftlicher Ablehnung bis hin zu sporadisch auftretenden, rauenvollen Vernichtungsversuchen ausgesetzt war, muss zwangsläufig Traumata und Reflexe entwickeln.

    Sie werden mit mir darin übereinstimmen, dass das Judentum sowenig wie die weitaus meisten anderen (Welt-) Religionen ein schwarzer Glaube an Tod und Krieg ist, der von einem grausamen, brutalen und blutdürstigen Gott beherrscht wird.
    Sie werden mir ganz sicherlich ebenfalls zustimmen, wenn ich im Gegenteil den jüdischen Glauben als einen hellen, warmen, friedfertigen bezeichne, dessen Gott ein liebender und fürsorglicher ist.

    Wenn dem aber so ist, beginnt hier für Sie ganz persönlich der wohl schwerste Teil Ihrer Aufgabe: Sie werden diesen Umstand kommunizieren und Ihre Wagenburgmentalität aufgeben müssen, der Sie reflexhaft an die Seite eines Benjamin Netanjahu katapultiert. Es ist ein Benjamin Netanjahu, der sich zusammen mit einigen prominenten Mitgliedern seiner Partei und der Knesset im Zusammenhang mit dem Massaker in Gaza immer und immer wieder auf das Judentum bezieht.

    Wer heute durch Gaza geht (sofern es das beständige Bombardement von zivilen Stadtteilen zulässt!) und etliche der Äußerungen von Netanjahu dabei reflektiert, muss sich entsetzen.
    Das, was Israel da u.a. im Namen der Religion anrichtet, hat, und das ist mir als Muslim völlig klar, mit "dem Judentum" nichts zu schaffen. Wer dennoch getreu der israelischen Führung und Erklärungen das Blutopfer in Gaza betrachtet, erblickt im Gaza-Streifen einen gewaltigen Altar, auf welchem Juden weit mehr als tausend Menschen hinschlachten. Der sieht die Jagdbomber Israels als Arme eines blutsaufenden Gottes - und kann nicht anders, weil schon der Chefrabbiner selbst die israelische Armee als "Gottes Armee" bezeichnet.

    Der deutsche Zentralrat der Juden, Sie werden meinen Standpunkt sicherlich verstehen, begeht derzeit den wohl schwersten Fehler seit seines Bestehens, in dem er schweigt - oder sogar noch Zustimmung zu den blutigen Übergriffen auf Gaza äußert.

    Damit produziert der Zentralrat, mit Ihnen an der Spitze, Herr Graumann, nicht nur die deutsche, sondern gleich alle anderen, nicht nur westlichen  Bevölkerungen ein massives Problem: woher, wenn nicht von Ihnen, sollen die Menschen die Erkenntnis denn gewinnen, dass die absichtsvolle Bombardierung von Schulen, Kliniken und Kindern nicht eine Forderung des jüdischen Glaubens darstellen? 
    Solange Sie dem Sog der Regierung Netanjahu, der mit dem jüdischen Glauben auch Sie gleich mit in die Verantwortung für die unerträglichen Massaker und blindwütigen Zerstörungen hineinzieht, hineinziehen will, nicht aus eigener Kraft entkommen - solange werden Sie damit leben müssen das passieren muss, was passiert.
    Es ist nicht die Schuld Ihrer Religion - es ist die Schuld der Gläubigen, wie so oft, die den Glauben misshandeln, verkaufen, beschädigen und verraten.

    Sie geben den Menschen allgemein und speziell den Deutschen keine Chance, Herr Graumann, das Helle, Friedfertige und Liebende, Liebevolle Ihrer Religion zu finden - und Sie stellen sich furchtbar stumm hinter die entsetzlichen Fernsehbilder und Reportagen, die Sie unverschuldet zu Mittätern, Mitschuldigen macht.
    Unverschuldet - weil ich das Trauma verstehe, welches wohl innerhalb von wenigen Augenblicken grauenvolle Verfolgungsszenen vor Ihrem Auge entstehen lässt, wenn nur die "richtigen" Worte fallen.
    Aber auch verschuldet - denn Sie haben aus den Fehlern Nazi-Deutschlands zu lernen gehabt und müssen realisieren, wohin schweigendes Mitlaufen führt.

    Ich war es, der als Kind der deutschen Nachkriegsgeneration bei vielen Kontakten im Ausland die Ressentiments gegen mein Land fühlte. Ich war es, der Erwachsene in Tränen ausbrechen sah und das Leid fühlen konnte, was die bloße Erinnerung an Deutschland auslöste. Und ich bin es, einer von ganz wenigen, die auch heute noch zur historischen Schuld Deutschlands stehen, sie als ewiges Mahn- und Schandmal versteht.
    Deutsche, Deutschland haben sich dies Gefühl der Scham völlig zu Recht erhalten - im Gegensatz zu den weitaus meisten Deutschen bin ich bis heute der Meinung, dass unser Land auch für die folgenden Generationen ein Mahnmal gegen stillschweigendes Mitlaufen und Mittun darstellen sollte.

    Ersparen Sie den Mitgliedern Ihres Glaubens in Deutschland und Europa dies Schicksal; treten Sie gegen die israelische Führung und für die Werte Ihrer Religion ein. Geben Sie den Menschen hierzulande eine echte Chance, die israelische Zerstörungswut nicht als "Werk von Juden" zu verstehen - denn das ist es nicht.

    Wenn Sie diesen Weg aus dieser (Mit-) Schuld nicht finden, dann tragen Sie ein gerüttelt Maß an unmittelbarer Verantwortung selbst und ganz allein dafür, dass die Menschen hier auf unseren Straßen Hass auf Juden entwickeln - denn die Mörder aus Israel, die sich so furchtbar an Menschen vergehen, verletzen und beschmutzen Ihren Glauben!

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