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  • Israel and friends - dämliche Desinformationspolitik zur Freedom Flotilla

    "Dämlich" kann nicht heißen, dass Israels Informationsmanipulation nicht auch gerissen wäre - weil sie eben bei hässlichen Christen und ihren Freunden auf fruchtbaren Boden fällt. Die glauben nämlich so ziemlich alles; ihnen geht es darum, auf Basis ihres sehr seltsam gelebten Glaubens zusammen mit den jüdischen Extremisten Israels militärisch, politisch und verbal gegen Muslime zu Felde zu ziehen und Palästina zu beschädigen.

    Zahlreiche Zeitungen und Magazine ergehen sich in entlarvend "heiteren" und spöttischen "Kommentaren" und "Berichten" zur Kaperung der Freedom Flotilla III. Allein die Wortwahl in diesen "Berichten", die ziemlich an den nationalsozialistischen "Stürmer" erinnern. Das ist keine Zynik, ich meine das durchaus ernst - man muss sich diese Ergüsse nur einmal durchlesen. Wer aber auch nur ein bisschen recherchiert, stößt auf interessante Einzelheiten:

    Die Zitierten bespotten die auf der gekaperten "Marianne of Gothenburg" geladenen Hilfsgüter und identifizieren ein Inhalationsgerät und einen Sonnenkollektor für ein Krankenhaus in Gaza. Sie entblöden sich auch nicht, davon auch noch Fotos zu machen und diese zu publizieren Mit der Frage: "War das alles an Hilfsgütern? Also alles doch nur ein politischer Schachzug ohne Substanz?" will Israel über seine Sprachrohre den Eindruck erwecken, als bestünde die gesamte Freedom Flotilla nur aus viel Publicity und habe sonst keine humanitäre Substanz. Verschwiegen wird da natürlich, dass die Organisatoren selbst im Vorfeld darauf aufmerksam gemacht hatten, dass die "Marianne" nicht zu einem Frachtschiff tauge - die Inaugenscheinnahme von Fotos des Schiffes neben dem Umstand, dass sich dort allein 14 Passagiere aufgehalten hatten, überzeugt davon sofort. Da erscheint es noch als Wunder, dass das Schiff den Kollektor und das Inhalationsgerät überhaupt noch hatte laden können.
    Die vier Schiffe samt ihren Ladungen, die die "Marianne of Gothenburg" begleitet hatten, finden bei diesen isarelverbundenen Hetzern entweder gar keine Erwähnung oder landen allesamt in einem halblaut dahergemurmelten Halbsatz. Auch nicht, dass sie sofort nach Aufbringung des Flaggschiffs "Marianne" sofort beidrehten und Kurs auf die Häfen genommen hatten, aus denen sie losgemacht hatten. Die ziemlich verzweifelten Versuche Israels, vermittels feiger und verdeckter Anschläge die Flotte zu sabotieren, werden selbstverständlich auch nicht erwähnt.

    Schon 2010 beschädigten Taucher das teilnehmende Schiff "Juliano", das zuvor in einem griechischen Hafen vor Anker gelegen hatte. Sie zersägten die Antriebswelle. Auch bei der diesjährigen Freedom Flotilla wurde die "Juliano II" sabotiert - ihr wurde die Schiffsschraube so sehr zerstört, dass sie mit letzter Kraft den Hafen erreichte, bevor sie sank, da sie durch die Zerstörung Wasser genommen hatte.

    Diese energische Desinformations- sprich: Verarschungspolitik läuft ins Leere; sie wird natürlich nicht verhindern, dass weiterhin mindestens einmal jährlich Freedom-Flotillas mit Kurs auf Gaza losmachen. Im Jahr 2010 drang eine solche Flotte durch und entlud in Gaza, seitdem aber wütet ein extremistischer Netanjahu und hat sich vorgenommen, ohne Verhandlungen, ohne Gnade jeden Widerstand zusammenschießen zu lassen.

  • Israel - UN-Bericht zum letzten Gaza-Massaker

    Eine UN-Untersuchungskommission hat Dienstag einen abschließenden Bericht über die Vorgänge beim israelischen Massaker in 2014 vorgelegt.

    (Nebenbei sei bemerkt, dass nach meinen Erkenntnissen wiederum keine deutsche, womöglich keine europäische Presse ein Sterbenswörtchen hierüber verliert - die Reihen sind geschlossen, die Bürger werden für dumm verkauft. Leider zwingt mich dieser Umstand dazu, meinen Stil, letztlich nur für mich selbst zu schreiben, wieder einmal zu verlassen und auf Basis von Fakten allerdings tatsächlich eine möglichst breite Leserschaft zu informieren)

    Wie die "Egyptindependent" schreibt, erwähnt der UN-Bericht "zuverlässige Hinweise auf Verstöße gegen internationale Menschenrechte" neben "Verantwortungslosigkeiten" seitens der israelischen Armee.

    Zitat:

    The attacks were deliberately directed towards civilians, causing mass casualities. Apart from the destruction of civilian infrastructure, at least 1,462 Palestinian civilians were killed, including 299 women and 551 children, and six civilians were killed in Israel.

    (Übers.: "Die Angriffe waren absichtsvoll gegen Zivilisten gerichtet und verursachten massenhaft Todesfälle. Neben der Zerstörung bürgerlicher Infrastruktur wurden mindestens 1.462 palästinensische Bürger getötet, einschließlich 299 Frauen und 551 Kinder und sechs Bürger wurden in Israel getötet.")

    Das alles ist schon schlimm genug und liefert die objektive wie neutrale Bestätigung dessen, was Beobachter während und nach den Angriffen Israels schon immer gesagt hatten. Frustrierenderweise aber griff das Moratorium des allgemeinen Totschweigens seitens der europäischen Regierungen und der USA, es gab kaum Presseberichte zum aktuellen Massaker und auch heute soll dieser Bericht neben tausenden weiterer Zeugenaussagen durch Schweigen erstickt werden.
    Die zentrale wie strategische Absicht Israels hat zu keinem Zeitpunkt jemals wirklich in einem Niederringen einer Hamas bzw. der Eliminierung ihrer Fähigkeit, Kurzstreckenraketen auf Israel feuern zu können, gelegen. Die zentrale wie strategische Asicht Israels lag ganz klar in der Beseitigung möglichst vieler Palästinenser und die völlige Demoralisierung der gesamten Bevölkerung des Gaza-Streifens. Dieser soll durch das Militär politisch "sturmreif" geschossen werden. Israel bildet sich anscheinend noch immer ein, es könne Palästina mundtot und willenlos schießen und quälen:

    Moreover, the report highlighted the clear Israeli military policy to target civilians through airstrikes and the use of artillery and other explosive weapons in highly populated regions.

    (Übers.: "Außerdem hebt der Bericht die klare, israelische Militärpolitik hervor, Zivilisten mit Luftschlägen der Luftwaffe, dem einsatz von Artillerie und anderer Explosivwaffen in dicht bevölkerten Regionen ins Fadenkreuz zu nehmen.")

    Ich weise an dieser Stelle nochmals ganz besonders darauf hin, dass es sich bei diesem Bericht um das Ergebnis einer UN-Untersuchungskommission handelt. Alle Versuche, die dort geschilderten Fakten unter dem Vorwurf von Tendenziosität, Einseitigkeit und Manipulation zurückweisen zu wollen, scheitern an dieser Urheberschaft. Dieser Hinweis geht vor allem an den hässlichen Christen, der sich solche und ähnliche Dinge in seiner bizarren Gedankenwelt solange schöndenkt, bis sie ihm passen. Er steht dabei persönlich und als Synonym nur für eine gewaltige, schweigende Masse, die sich aus schierer Bequemlichkeit und dem Unwillen zum Umdenken "Gründe" für ihre Tatenlosigkeit und Dummheit zusammensuchen.

    The UN investigation committee concluded that several Israeli attacks, considered “war crimes”, were the responsibility of the military commanders and senior officials, seeing as how they executed these crimes.

    (Übers.: "Die UN-Untersuchungskommission stellte fest dass einige der israelischen Attacken, vermutlich "Kriegsverbrechen", in der Verantwortung von militärisch Kommandierenden und hoher Beamter lagen, wenn man sich anschaut, wie diese Kriegsverbrechen begangen worden sind.")

    Dieser Passus macht Israels Militär und Regierung die Ausflüchte unmöglich, man habe derartige Übergriffe und Verbrechen weder gewollt noch befohlen. Schon beim Massaker in 2009 sagten israelische Soldaten aus, dass sie explizit und wörtlich Befehle von ihren Vorgesetzten erhalten hätten, die den direkten Beschuss von erkennbar unbeteiligten und wehrlosen Zivilisten und Kindern forderten.
    Auch beim letzten, hier behandelten Massaker wurde absichtsvoll auf Fliehende und erkennbar Unbewaffnete und Wehrlose geschossen - häufig von Scharfschützen aus dem Hinterhalt. Abgeknallt wurden häufig Menschen, die sich nach Artilleriebeschuss aus den Trümmern ihrer Häuser retten wollten und direkt in hinterhältiges, israelisches Feuer liefen. Dazu gibt es bewegende wie überzeugende Videos. Einige davon haben sicherlich Eingang in die Beweisfindung der UN gefunden.

    Additionally, the UN investigation committee pointed out that current Israeli domestic tactics fail to comply with international standards of impartiality, independence, promptness and effectiveness.

    (Übers.: "Darüberhinaus führte die UN-Untersuchungskommission aus, dass sich die gegenwärtige israelische Taktik nicht an internationale Standards der Unparteilichkeit, Unabhängigkeit, Schnelligkeit und Effizienz hielt.")

    Im Grunde sagt dieser Punkt aus, dass Israels Militär in vielen Punkten motiviert durch blanken Hass agierte und alle internationalen Standards, die im Falle kriegerischer Auseinandersetzungen den größtmöglichen Schutz der Zivilbevölkerung einfordert, ignoriert hat.
    Das ist nachvollziehbar wenn man weiß, dass Israels Truppen in weiten Teilen unmittelbar vor dem Einsatz konzentriert in "Seminare" geschickt wurden, in welchen radikale und extremistische Rabbiner sie indoktrinierten - und zum Beschuss von Frauen, Kindern und alten Menschen explizit aufforderte. Das ist nachweisbar. Entsprechende Zeugenaussagen von darüber verstörten Soldaten der IDF liegen reihenweise vor.

    Der UN-Bericht, kaum erstellt und zum Vergessen und Verschwinden verdammt, geht in seinen Details noch weiter:

    The report emphasized the failure of national accountability in Israel in the form of escaping the penalties associated with the violations of the international human rights law allegedly committed by Israeli forces, including murders in Gaza, as well as torture and ill-treatment in the West Bank.

    (Übers.: "Der Bericht betont das Scheitern der nationalen Rechenschaftspflicht in Israel in Form von Flucht vor den Strafen wegen der Verletzungen der internationalen Menschenrechtsnormen die angeblich von den israelischen Streitkräften begangen wurden, darunter Morde in Gaza sowie Folter und Misshandlung in der Westbank.")

    Im Grunde bedeutet das nichts als ein hilfloses Achselzucken der UN. Obschon sie die Verbrechen Israels benennt und hierfür überzeugende Beweisen in Händen hält, registriert sie frustriert ein "Scheitern der Rechenschaftspflicht" - die UN akzeptiert also, dass all diese Verbrechen womöglich für immer ungesühnt bleiben - obschon sich darunter Scheußlichkeiten wie staatlich befohlene und organisierte Morde und Folter befinden.

    Das "Cairo Institute for Human Rights Studies" (CIHRS) begrüßte den UN-Bericht - und äußert ihm gegenüber Klagen wegen zahlreicher Lücken:

    The CIHRS, however, blames the UN investigation committee’s report for not recognizing the alleged crimes against humanity committed by Israel. Additionally, the organization believes the UN failed to investigate cases of internationally displaced Palestinians in Gaza, now amounting to almost 100,000 people, and violations against Palestinians in the West Bank, particularly East Jerusalem, as a result of the conflict.

    (Übers.: "Wie auch immer, beschuldigt das CIHRS den UN-Bericht, die vorgeworfenen Menschenrechtsverletzungen durch Israel nicht wahrgenommen zu haben. Diesbezüglich denkt die Organisation, dass die UN fälschlich nicht Fälle vertriebener, obdachlos gewordener Palästinenser untersucht hat, die sich nun auf etwa 100.000 Menschen erstrecken und auch nicht die Gewalttätigkeiten gegen Palästinenser in der West Bank, speziell Ost-Jerusalem als Ergebnis des Konflikts.")

    Wenn man auch das CIHRS nicht als international rennomierte, beachtenswerte Organisation wahrnimmt, so bleiben diese Vorwürfe dennoch valide - schon da sie neutral zu bestätigen sind. Die Fälle, in welchen Palästinenser aus schierem Hass von israelischen Soldaten drangsaliert, verhaftet, zusammengeschlagen und erschossen worden sind, sind in ihren Zahlen mit Beginn des zugrundeliegenden Konflikts sprunghaft angestiegen. Allerdings könnte nicht bestätigt werden, dass sich die israelische Armeeführung darum bemüht hätte, derart hasserfüllte und außerhalb ihrer konkreten Befehle agierende Soldaten moralisch, juristisch "einzufangen". Eher im Gegenteil existieren ausreichend Hinweise, dass die Armeeführung mal mehr, mal weniger offen zu derartigen Aktionen aufruft.
    Im Grunde also muss man die Hinweise des CIHRS, da sie nicht zu relativieren oder, aufgrund der schieren Faktenlage, vom Tisch zu wischen sind, als weitere Klagepunkte unter den UN-Bericht schreiben.

    Was ebenfalls nicht von europäischer Presse gemeldet wurde, oder höchstens nur als bedeutungslose Randnotiz Erwähnung fand ist die Tatsache, dass Palästina in der letzten Woche offiziell Klage gegen Israel vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag eingereicht und dazu jede Menge Unterlagen eingereicht hatte.
    Im Rahmen der Verhandlung wird der oben zitierte UN-Bericht sicherlich Eingang finden - und dennoch kein Urteil gegen Israel fällen, da dies politisch natürlich nicht opportun erscheint.
    Das allerdings ist zweitrangig - wichtig erscheint der Umstand, dass die (europäische und weltweite) Öffentlichkeit trotz eingeschworenen Informationsembargos aller mitschuldigen Regierungen informiert wird.

  • Freedom Flotilla - Israel lügt ganz offen

    Zugegeben: man muss Allah danken, wenn man sich Israel körperlich nähert, Kritik am Land übt, sich seinem Rechtsbruch nicht beugt - und trotzdem mit dem schieren Leben davonkommt.
    Insofern wäre man fast geneigt, der offiziellen Darstellung Israels über die rechtswidrige Kaperung eines Schiffes in internationalen Hoheitsgewässern zuzustimmen, nach welcher es angeblich "keine Gewalt" beim Entern der "Marianne of Gothenburg" gegeben hatte.

    Es ist wohl richtig: es hat diesmal keine Toten gegeben.

    Dennoch mochte die israelische Marine auf körperliche Gewalt gegen die Passagiere des führenden Schiffes einfach nicht verzichten. Ein aufschlussreiches Video beweist, dass die Soldaten vollkommen unprovoziert und ohne jedes Anzeichen irgendeiner Bedrohung mit Tasern auf Passagiere geschossen haben.
    Zu Beginn, als das israelische Schiff längsseits der "Marianne von Gothenburg" lag, hatte es Verhandlungen zwischen Basil Ghattas, einem Aktivisten an Bord und Mitglied des israelischen Parlaments und dem Offizier der Marine über Megaphone gegeben. Der Vorschlag Ghattas, zur Vermeidung jedweder Eskalation und Gewalt möge ein unbewaffneter Offizier zu Verhandlungen an Bord kommen, wurde ausgeschlagen. Die Marine wählte natürlich und wie kaum anders zu erwarten einen martialischen Auftritt in vollen Waffen.
    Dann ergeht sich der Offizier in schwachsinnigen Tiraden und fragt den unter anderem an Bord befindlichen Ex-Präsidenten Tunesiens, Moncef Marzouki, weshalb er ein Regime unterstütze, welches vor kurzem einen Terroranschlag an der Küste seines Landes verübt habe. Das ist natürlich vollkommener Unsinn; dem Offizier war in seiner extremistischen Verblendung offensichtlich gar nicht klar, dass es vor wenigen Tagen erst eine Quasi-Kriegserklärung des "IS" gegen die Hamas gegeben hatte und weder die Flotte, noch ihr politisches Ziel das geringste mit einem "IS" zu tun haben. Schlimmer noch: in seiner Indoktrination realisierte der Offizier auch nicht, dass keine einzige Untersuchung aller vorangegangenen Flottenaktionen Zusammenarbeit mit einer Hamas nachgewiesen hatte. Es ist halt nur in Israel populär, die Flottenaktivisten als "Terroristen" zu begreifen und da für sie die Hamas auch nichts als eine "Terrororganisation" ist, glauben sie einfach nur eins und eins zusammenzählen zu können.

    Ganz offensichtlich aus schierem Hass feuerte ein israelischer Soldat seine Taser-Waffe auf einen Passagier ab; die per Video aufgezeichnete Szene zeigt deutlich den schreienden Mann. Hier muss noch einmal betont werden, dass es keinerlei Anzeichen irgendwelcher Gegenwehr seitens der Passagiere gegeben hatte - der Angriff war willkürlich und unprovoziert.

    Hier ist das Video zu sehen: https://www.youtube.com/watch?v=HRgUEzUOfXA

    Der israelischen Führung muss zugute gehalten werden, dass sie aller Wahrscheinlichkeit nach den Befehl zur Vermeidung von Toten bei der Aktion herausgegeben hatte. So wie die Dinge liegen, wird man wohl vor der Prominenz des ehemaligen Staatspräsidenten Tunesiens einigermaßen Angst gehabt haben, dass die Weltöffentlichkeit nun tatsächlich würde reagieren können, wenn er und möglichst noch mehr Passagiere wieder einmal abgeknallt worden wären, wie bei der vorhergehenden "Freedom Flotilla" geschehen.

    Andererseits wäre es ebenso gut möglich wie entlarvend, wenn Israel tatsächlich angesichts der Vorgänge an Bord der gekaperten "Marianne of Gothenburg" keine "Gewalt" verübt haben will; in diesem Fall wäre der brutale Übergriff mit dem Taser, weil er eben nicht tödlich verlaufen war, für Israel gar keine "Gewalt". Vermutlich waren die israelischen Soldaten der Meinung, sehr freundlich mit den Untermenschen umgegangen zu sein, für die sie die Aktivisten halten.

    Wie weit die kopfinterne Verdrehung in Israels Soldaten bereits fortgeschritten ist, kann entsetzen. Der Offizier, der den unglaublich blödsinnigen Vorwurf in Richtung "IS" abgelassen hatte, zeigte, dass er die aktuellen Entwicklungen gar nicht kannte und offenbar vollkommen verdrängt hat, dass es ein Benjamin Netanjahu war, der vor einiger Zeit Kämpfer des "IS" in israelischen Krankenhäusern persönlich mit großer Dankbarkeit für ihren Kampf per Handschlag und lächelnd begrüßt hatte. Diese Bilder und Tatsachen werden in Israel totgedrückt, erstickt, weil sie politisch nicht mehr genehm sind. Zu allem Überfluss zeterte Netanjahu vor der letzten Wahl auch noch in Richtung der Opposition, diese wolle angeblich dem "IS" eine Eintrittskarte nach Israel ausstellen. Ihm selbst war da seine eigene Aktion plötzlich höchst unangenehm und er wollte sie (erfolglos!) ungeschehen machen.

    Nebenbei, wenn man sich diesem Thema und den aktuellen Entwicklungen schon nähern will, darf sich Israel heute vor dem Feind fürchten, den es einst selbst genährt, gesundgepflegt und wohl auch ausgerüstet hatte. Heute erklärt der "IS", er käme dem Gaza-Streifen und Israel "immer näher" und er würde "erledigen", was die Hamas nicht geschafft habe - und diese gleich mit von der Bildfläche fegen. Das war der deutlich ausformulierte Teil der beinah ganz offiziellen Kriegserklärung des "IS" gegen die Hamas.
    Netanjahu ist verlogen und gerissen - wenn er nun nicht auch noch ein rechtsradikaler, jüdischer Extremist wäre, so würde erwartet werden können, dass er nun die Hamas bewaffnet, gesundpflegt und ausrüstet - denn gegen die Macht und Gewalt eines "IS" ist die Hamas nichts als eine harmlose Kindergeburtstagsparty (was vielleicht kein gutes Bild ist, weil Israel bekanntlich gern, absichtsvoll und gezielt auf Kinder schießen lässt).

    Israel hat sich mit größter Mühe nun beinah ein halbes Dutzend Feinde und Fronten geschaffen, an denen es aufgrund derer Zähigkeit größten Schaden nehmen wird: Ägypten, dessen Bevölkerung gerade wegen der brutalen Niederdrückung durch den Diktator immer größeren Hass auf Israel schürt, die Hamas, die seit vielen Jahren im Kampf gegen Israel steht, nun den "IS", der mit ungeheuren personellen wie militärischen Mitteln die Gefährlichkeit einer Hamas um das gefühlte Zwanzigfache überflügelt. Immer mehr "Freunde" Israels wenden sich ab und der internationalen Presse mit immer schärferer Kritik zu.

    In dieser Situation konnte sich Israel völlig unmöglich eine tödliche Aktion gegen die "Freedom Flotilla" erlauben; mögliche Folgen daraus wären unkalkulierbar gewesen und hätten theoretisch eine blutige Anschlagswelle in Israel auslösen und den "IS" nun konkret und zeitnah in Marsch setzen können, denn rein instinktiv nährt sich der "IS" von der Wut und den Ängsten der einfachen Leute - und Israel verspricht mit seinen Verbrechen reiche Beute.

    Wie ich höre, kümmern sich die Organisatoren der "Freedom Flotilla" bereits jetzt um ein neues Schiff, eine neue Mannschaft, neue Ladungen von Hilfsgütern für Gaza - auf die "Freedom Flotilla III" wird die Aktion "IV" folgen. Die Zeiten dafür stehen gut - der faschistische und rassistische Staat Israel ist politisch schwer angeschlagen; es ist nicht unmöglich, dass sie eine der nächsten Flotten zu Gaza durchlässt und die Seeblockade fallenlässt.

  • Polemik: Europa - Totentanz zur Menschlichkeit

    Meine Kinder haben es irgendwie nie verstanden. Obschon ich es ihnen detailreich schilderte und mit eigenen Erlebnissen bebildert hatte, hat sie meine Botschaft irgendwie nie erreicht.

    Als ich ihnen erzählte, wie ich als kleines Kind an der deutsch-niederländischen Grenze von argwöhnischen wie bewaffneten Zöllnern aus dem Auto geholt und durchsucht wurde. Weil mein Vater theoretisch am Körper seines kleinen Sohnes noch viel mehr Zigarretten hätte deponiert haben können als er freiwillig vorgewiesen hatte.
    Von Manövern an den Grenzen habe ich ihnen erzählt und dass es kein gutes Gefühl war, im Abstand von nur wenigen Kilometern schwere Kampfpanzer aufmarschieren zu sehen, die die Landesverteidigung gegen Deutschland übten.
    Vom Misstrauen habe ich ihnen erzählt. Davon, dass wir als Gruppe Jugendlicher als "Nazi!" beschimpft in England beinah zur versammelten Gegenwehr gezwungen waren, weil wir uns massiv bedroht fühlten.
    Vom französischen Naserümpfen über die "Boche" habe ich ihnen erzählt und davon, dass uns damals in Europa der Krieg innerlich wie äußerlich weitaus näher war als Frieden.

    Die Botschaft kam nie so richtig an. :(

    Aber wenigstens sind meine Kinder im Zweifel, ob die wohlfeile Großmäuligkeit ihrer Landsleute in Bezug auf Griechenland überhaupt Substanz hat. Sie beteiligen sich wenigstens nicht an herablassenden und verletzenden Tiraden der meisten Deutschen, die die Vorwürfe von "Faulheit", "Dummheit", "Dreistigkeit" und "unverschämter Forderungshaltung" in sich tragen.

    SPIEGEL-Online, allgemein ebenfalls nicht mehr als seriöses und unabhängiges Magazin ernstzunehmen, schrieb unlängst über einen Briten, der mit dem Stilmittel "Crowdfunding" eine ganz gute Idee hatte: er sammelt Geld ein und stellt den Spenden vorsichtig Artikel gegenüber, die die Spender dafür erhalten könnten. Von der Idee geleitet, dass ausreichend Ameisen ganze Berge abtragen können, will er stattliche Beträge einsammeln, um in Form von Millionen finanzwirtschaftlich ein Zünglein an der ganz großen Politikwaage bilden zu können.
    Ich halte das für eine hervorragende Idee.
    Wir Europäer müssen seit vielen Jahren mit der ernüchternden wie deprimierenden Feststellung umgehen, dass die Politik aus Europa ein gigantisches Bankinstitut mit enormen Gewinnansprüchen gezimmert und sämtliche höheren, kulturellen Werte vergessen hat. Im Ergebnis fühlt sich auch der europäische Bürger für keinen einzigen Griechen irgendwie verantwortlich; da die Kreditinteressen der Großbanken bisher mit dem Geld der Bürger befriedigt worden sind, glaubte man, genug geleistet zu haben. Dass aus genau diesem Grunde in Griechenland in einigen Bevölkerungsschichten breitflächig existenziell bedrohliches Elend ausbricht, realisiert gerade hier in Deutschland niemand mehr.

    So ist der SPIEGEL-Artikel mit Kommentaren der Leserschaft unterlegt, die einem überzeugten Europäer und Deutschen ganz extrem peinlich sind.
    Eine Auswahl:

    Warum sollte ich Geld spenden, das doch nicht in Griechenland ankommt und der dortigen Bevölkerung hilft, sondern sofort an die IWF-Banditen weiter überwiesen wird?

    Nein, diese Aktion ist wohl eher ein Ausbruch britischen Humors. Die Pleite Griechenlands kann durch nichts und niemanden abgewendet werden, denn sie ist seit sieben Jahren Realität und es ist besser, wenn man endlich dieser Realität ins Auge schaut, denn nur dann kann es überhaupt besser werden.

    Ich hab gerade einen 5 Euro Schein geschreddert! Das war ein gutes Gefühl und hilft den Griechen vermutlich genauso! Ich will diesem Land garnicht helfen; so züchtet man sich nur eine weitere Gruppe an Transferleistungsempfängern heran; nur eben auf noch höherem Niveau diesmal ist es gleich ein kompletter Staat! Die linken Umverteiler können stolz auf sich sein...

    Vielleicht gegen jeden nüchternen Verstand, möglicherweise durch meine eigene Vernagelung habe ich die Hoffnung um Europa in den letzten Jahren aufrecht erhalten. Irgendwie hatte ich wohl gehofft, dass die Bürger eines nicht allzu fernen Tages kapieren, was sie da mit ihren Gedanken und Werken wegminimieren, riskieren, verlieren.
    Diese Hoffnung hat sich nicht bewahrheitet. Heute muss ich frustriert und deprimiert einsehen, dass die europäischen Bürger noch lange nicht soweit sind, mehr zu verstehen als ihren eigenen Dorfanger, ihren eigenen Hinterhof. Da sie durch aktive Politikvermeidung, durch ihre mangelhafte und ungenügende Beteiligung an nationalen Wahlen bereits beweisen, dass sie untauglich zur Wahrnehmung der Demokratie sind und ihre Verpflichtung zur aktiven Beteiligung noch immer nicht begriffen haben, wäre wohl die Realisierung dessen, was ein "echtes Europa" an menschlichen Werten und Disziplinen abfordert, viel zu viel verlangt.

    Europa ist tot. :(

    Wir, die Bürger, viele Millionen davon also, wir haben jeder Europa unseren persönlichen Dolch in den Rücken gestoßen, die Dame hängt nun tot und blutüberströmt auf dem Rücken des Stieres - und rast in Richtung Hölle.
    Es ist vorbei, aus, zur bloßen Geschichte, zu einem vergangenen wie bunten Intermezzo herabgesunken. Das Ziel ist nicht erreicht; aus unserem Bündnis wird vielleicht noch eine profitable Großbank, aber kein Hort der Solidarität auf Basis gemeinsamer Werte mehr.
    Diverse Regierungen werden von widerlich rechtsradikalen "Parteien", Horden Blöder also, überrannt und scheren bereits dadurch aus der zerbröckelten Allianz derer aus, denen vielleicht einmal mehr an Europa als an Geldsäcken gelegen war. Zäune werden wieder errichtet, Mitglieder ethnischer Minderheiten mit neuem Verve beleidigt und verfolgt und vor allem bilden sich Deutsche wieder ein, "etwas Besseres" zu sein - wobei ich mich ernsthaft am Kopf kratze und mich frage, wie ein ungebildetes, arbeitsloses, schlechtriechendes und arbeitsunwilliges Hartz-IV-Subjekt auf derartige Ideen kommen kann. Vielen davon hat ihre Dummheit nichts gelassen außer derart frechem wie dämlichem Selbstbewusstsein. Dem ist aber so - viele von denen, die nichts begreifen, nichts lernen oder gelernt haben, sich allem verweigern und noch nicht einmal trotz Optionen für ihre eigene Versorgung arbeiten, überschütten notleidende Griechen heute mit ätzendem Spott und Beleidigungen. Früher, da war den Dummen ihre Dummheit wenigstens noch peinlich. Heute halten sie sie für "national".

    Europa ist tot.
    Eingegangen an Geldgeilheit und Blödheit.

  • Terror: Rückgang des Antisemitismus

    Man muss eine Faust in der Tasche ballen und gute Miene zum bösen Spiel machen - unter dem Strich aber bleibt es auf jeden Fall eine gute Nachricht:

    Die Attentate auf Juden und jüdische Einrichtungen haben offensichtlich zu einem Rückgang des Antisemitismus und zu größerer Solidarität mit jüdischen Mitbürgern geführt.

    Die Faust in der Tasche gehört dabei der Tatsache, dass frustrierenderweise ausgerechnet islamistischer Terror notwendig dazu war, die Aufgabe unserer Regierungen zu erledigen. Das weckt die Hoffnung, dass derartige Terrorzellen daraus die ernüchternde Erkenntnis ziehen, dass ihnen auf diesem Wege nicht gelingen wird, was sie beabsichtigen: die Provokation von immer mehr Gewalt gegen Juden.

    Möglicherweise führt dies wiederum zu völlig neuem Erkenntnisgewinn; hierzulande sind einfache, triviale, eindimensionale Rezepte en vogue und diesen zufolge ist Israel ein jüdischer Staat und somit in seiner Präsenz untrennbar mit jedem Juden verbunden. Die Einsicht, dass es gerade auch im Judentum wie in jeder anderen Religion und Politik auch immer ganz unterschiedliche Strömungen gibt, die das jeweils betreffende Individuum auch noch individuell umsetzt, scheint sich zögerlich Bahn zu brechen. Das erschwert den Umgang mit der gesamten Materie ganz erheblich, denn der gemeinsame Nenner, auf den sich theoretisch alles subsummieren ließe, wird immer kleiner, je mehr man notwendigerweise differenziert.

    Zunächst einmal freut mich die Nachricht als solche ganz ungemein; wäre ich nur zynisch genug, so müsste ich mir in Europa ja jüdisch-extremistische Attentate auf Muslime wünschen, um europäische Solidarität mit Muslimen zu provozieren.
    In der Tat trägt Deutschland eine ganz besondere Verantwortung und es muss uns Deutsche zutiefst, als erste und bis ins Mark erschrecken, wenn Juden in unserem Land bedroht oder gar angegriffen werden. Ich begrüße sie als festen Bestandteil meines Landes, als selbstverständliches Element unserer Gesellschaft und als kulturellen Motor.

    Die "Anti-Defamation-League" aus den USA, die den Rückgang des Antisemitismus im Rahmen ihrer Untersuchungen entdeckt hat, erwähnt allerdings auch eine etwas frustrierende Beobachtung. Sie stellt ausdrücklich fest, dass es eben tatsächlich der Terror war, der diese Solidarisierung ermöglicht hatte, weil er die Regierungen zu klaren, unmissverständlichen Aktionen und Äußerungen gezwungen hatte. Die Lehre daraus ist, dass diese Regierungen eben ganz offenbar in den vergangenen Dekaden in dieser Richtung vollständig versagt haben - denn wie hätte es sonst zu einer Zunahme von Antisemitismus kommen können?
    Das Ergebnis jedenfalls ist nicht unterzubewerten, auch wenn auf diesem Wege diesmal blutiger Terror der Lehrmeister für unsere Gesellschaft war und Leben gekostet hat.

    Dass es überhaupt Millionen von Menschen in Europa geben kann oder konnte, die andere aufgrund marginaler Unterschiede wie Sprache, Hautfarbe, Religion oder Herkunft anders als andere bewerten, muss uns Europäern ganz furchtbar peinlich sein. Insofern ist ein "Rückgang von Antisemitismus" noch lange kein "Erfolg", sondern verringert nur etwas unsere Bringschuld gegenüber der Welt.

    Europa hat für diese Entwicklung einen hohen Preis bezahlt - zeigen wir uns und der Welt, dass die vielen geopferten Leben nicht umsonst waren und entdecken wir uns neu.
    Denn am Ende sind wir innerhalb europäischer Grenzen einfach nur Europäer und als solchen steht es gerade uns nicht zu, irgendjemanden für besser oder schlechter zu halten als uns selbst.

    Weniger Antisemitismus? Ich freue mich darüber. Danke, Europa! :wave:

  • USA ./. Ägypten - Obama beklagt den Tod des befreundeten Metzgers

    Es gibt Momente, die haben diverse Regierungen einfach nicht im Griff. Da hebt sich kurz das Gewand der Geschichte, der Geschichtchen und der Märchen und der schmutzige Schlüpfer darunter wird sichtbar.

    Es scheint so harmlos zu sein, dass Obama vor den Mikrophonen der Welt den blutigen Anschlag auf den Generalstaatsanwalt Ägyptens, Hisham Barakat, verurteilt. "Na klar," denkt man reflexhaft, "Terroranschläge müssen verurteilt werden."

    Zunächst einmal stimmt das. Allerdings ist dies hier nur die halbe Wahrheit.

    Barakat hat auf Befehl des Diktators entsetzlich gewütet; ihm wird die Festsetzung von 40.000 Menschen aus politischen Gründen vorgeworfen, zudem hat er einen gehörigen Anteil an Verantwortung für die tausende von Todesurteilen, die fließbandartig gefällt und durchgezogen werden.
    Barakat zeichnete direkt für den Vorwurf der UN verantwortlich, der Verfolgungsdruck in Ägypten sei "beispiellos in der Menschheitsgeschichte."

    Es kann kein Zweifel daran bestehen, dass die Entfernung Barakats aus seinem Amt zwingend erforderlich war.
    Die von der Terrorgruppe gewählten Mittel sind selbstverständlich abzulehnen, dennoch muss man eine Antwort auf die Frage finden, wie sich Ägyptens Bevölkerung gegen das, was sie unwissentlich und uwillentlich an die Stelle der Muslimbrüder gesetzt hatte, wieder loswird.
    Der Diktator richtet sich auf eine für ihn höchst gewinnbringende, lange Zeit im Amt ein; dass er gedenkt, gänzlich ohne jede Volksbeteiligung auch langfristig ein brutales wie blutiges Regiment zu führen kann der Tatsache entnommen werden, dass sich die Zeitachse für die Wahl eines Parlamentes immer weiter in die Zukunft legt.
    In zwei, drei Jahren wird man in Kairo nur noch gebetsmühlenartig und selten flüstern, dass man ja vielleicht in fünf oder zehn Jahren an eine Wahl würde denken können. Nur eben genau jetzt nicht. So hatte es auch Mubarak gehalten, der wenigstens noch formal einem Parlament untergeben war, auch wenn er dies vollständig kastriert hatte.

    Hisham Barakat handelte auf Befehl und war weit mehr als nur ein "Rädchen im System". Er war Mitbetreiber, aktiver Unterstützer und er ordnete die gesamte Justiz Ägyptens den Wünschen des Diktators unter.

    Obama hätte besser ganz geschwiegen. Nicht nur, dass er ganz persönlich für die unhaltbaren Zustände in Ägypten verantwortlich zeichnet, er hat mit seiner reflexhaft vorgebrachten Verurteilung des Anschlages auch deutlich gemacht, dass er das derzeitige System der brutalen Unterdrückung unterstützt - weil es direkt seinen eigenen Zwecken dient.
    Obama kann nicht anders; er muss auf maximale Unfreiheit in Ägypten bauen und zählen. Es gibt eine hochinteressante Umfrage, ein spannendes Meinungsbild der Bürger Ägyptens zum "Thema Juden und Israel". Anlässlich einer unerwartet hochpopulären TV-Serie, die sich mit der Vergangenheit jüdischer Mitbürger in Kairo befasst, förderte sich Unerwartetes zutage. Zum einen äußerte sich die überwältigende Mehrheit aller Befragten bedauernd zum Umstand, dass kaum noch Juden in Ägypten leben würden. Gleichzeitig aber wird das Auftreten Israels schwerst und vernichtend kritisiert, man könnte von latenter Wut auf den Nachbarn sprechen. Dies Gefühl wird als ungebrochen und anhaltend bedeutsam charakterisiert und findet Eingang in die Köpfe der Kinder.
    Wie kurz nach der seinerzeitigen Amtsübernahme durch Präsident Mohammed Mursi überrascht festgestellt werden musste, kann sich der Unmut der Bürger über Israel auch spontan in größeren Demonstrationen manifestieren.

    Das ist die Gefahr, der Obama einerseits einen Diktator und andererseits eine abhängige und grausam wie brutal herrschende Justiz als Riegel vorschiebt. Dies lässt er sich neben den 1,5 Milliarden US-Dollar jährlich, die direkt und ohne jeden Umweg über irgendein Kontrollinstrument an das ägyptische Militär überwiesen werden, auch die Lieferung von vielen weiteren Waffen und Apache-Kampfhubschraubern kosten. Nie und zu keinem Zeitpunkt sollte das ägyptische Militär etwa ein "Vaterland verteidigen"; es ging grundsätzlich immer nur um harte wie effiziente Kontrolle nach Innen.

    Aus diesem Grunde verurteilt Obama den Terroranschlag auf einen Generalstaatsanwalt, der sein Amt und seine Person explizit in die Dienste der totalen Unterdrückung und Kontrolle gestellt und alle Aufgaben eines Rechtsstaats vergessen hat. Barakat steht nicht für ein "Terroropfer", sondern für einen der willfährigen Handlanger eines brutalen Regimes, welches sich mit rechtsstaatlichen Mitteln nicht (mehr) entfernen lassen wird.
    Die Bilder des kurzerhand abgeknallten Ceaucescu, der bis 1989 in Rumänien eine wahre Schreckensherrschaft geführt hatte, sind um die Welt gegangen - und niemand bezeichnete die Erschießung des Staatschefs je als "Terrorakt". Im Gegenteil: ein Seufzer der Erleichterung ging durch die ganze Welt; jeder freute sich, dass der Alpdruck zuende war.

    Die Geschichte mag entscheiden, was im Nachhinein als Terror und was als Akt eines Widerstands gewertet werden muss. Fakt ist, dass der Diktator durch seine blutige Verfolgung der Muslimbrüder eine Atmosphäre der Gewalt und der Rücksichtslosigkeit, der Unsicherheit, Unterdrückung und Unfreiheit in Ägypten geschaffen hat - und Barakat war ein überaus wichtiges Zahnrad in seinem Getriebe.
    All das kann weder Terror rechtfertigen, noch terroristische Strukturen dulden - soviel muss klar sein! Terrorakte sind grundsätzlich immer Akte der Feigheit und Dummheit; Veränderungen können auch auf anderen Wegen herbeigeführt werden, man muss sie nur finden. Es gibt aber Momente, in welchen sich "Terror" und "Widerstand" beinahe berühren, und der Tod Barakats ist ganz offensichtlich ein solcher.

  • Kairouan - wie man eine ganze Stadt umdeutet

    Es gibt da ein Subjekt beim SPIEGEL, das wird "Hasnain Kazim" genannt und dieser Schriftzug findet sich zuweilen als Kennzeichnung der Urheberschaft über Artikeln in diesem Magazin.

    Ich weiß nicht, wer Kazim ist.
    Ich weiß nur, dass er seit Jahren durch zuweilen höchst merkwürdige Artikel auffällt - Kazim äußert sich irgendwie immer dann, wenn es Personen, Gruppen, Länder und nun auch Städte zu diskreditieren gilt. Nun also hat sich das Subjekt Kairouan vorgenommen.

    Schon der Einstieg in den Artikel verspricht Großes:

    Der Mann kriegt sich vor Wut nicht ein. Er fuchtelt mit den Armen, brüllt herum, mal auf Arabisch, mal auf Französisch, und versucht, die Reporter zu verscheuchen.

    Wow. Starker Auftritt. Echt. 88|
    Was lernen wir daraus? Na, ist doch klar: Kairouan, das ist der Hort des Übels, die Mutter aller Schreierei, der Vater allen Brüllens, der Wut. In dieser Stadt, das haben wir nach zweieinhalb Zeilen schon intus, in dieser Stadt findet man den Tod leichter als ein Sandkorn.

    Kazim weiß auch, dass der Attentäter von Sousse "aus Kairouan kam" - und weil dem so ist und ja (jetzt) bekanntlich alles übel, aggressiv, dumm und vor allem islamistisch ist, was aus Kairouan kommt, wundern wir uns natürlich gar nicht mehr. Schon mal gar nicht, wenn wir folgendes lesen:

    "Ich habe ihn ein paar Mal gesehen, ein unauffälliger, netter Kerl", sagt Mohammed Mejbri, ein weiterer Nachbar. "Halt doch endlich deinen Mund, die Journalisten sollen abhauen", blafft ihn der wütende Nachbar an. "Du beschmutzt nicht nur Tunesien, du beschmutzt den Islam, wenn du mit diesen Leuten redest!"

    Der "blaffende, wütende" Nachbar ist natürlich auch so einer! Wir verstehen zwar nicht, wie der Vorredner mit seinen unschuldigen Charakterisierungen des Attentäters den "Islam beschmutzen" könne, aber wir verstehen, dass der "wütende Nachbar" selbstverständlich auch "so einer" ist.
    Wir haben ja schon viele Jahre, eigentlich Jahrzehnte damit zugebracht, nicht verstehen zu wollen. Am allerwenigsten verstehen wir es, dass unsere Gesprächspartner von Mal zu Mal immer unruhiger und ungeduldiger werden, bloß weil sie uns nun zweihundert Mal zugewandt, ruhig und freundlich ergebnislos zu erklären versucht haben, dass Muslime keineswegs alle immer ihre Frauen steinigen und von morgens bis abends mit Sprengstoffgürteln herumlaufen und alles nur nach "Ungläubigen" absuchen, denen sie endlich ein Messer in den Rücken stecken können. Deshalb verstehen wir auch nicht, dass sich immer mehr und immer mehr Muslime vor uns verschließen - sie ertragen es einfach nicht, immer und immer wieder die gleichen, dämlichen Unterstellungen widerlegen zu sollen.
    Ich jedenfalls, der Muslime unter derartigen Vorwurfs- und Beleidigungskanonaden schon hat in Tränen ausbrechen sehen, ich kann das verstehen.
    Der "wütende Nachbar" jedenfalls hat natürlich recht: es ist völlig sinnlos, mit solchen "Journalisten" reden zu wollen. Zieht man seinen Glauben schon nicht selbst durch den Schmutz, so werden eben alle möglichen Aussprüche dorthin gedreht. Heraus kommt jedenfalls immer eine völlig verzerrte Darstellung des Gesagten.

    Das muss ja auch so sein. Wir wollen gar nichts anderes, wobei uns die Wahrheit hinter dem, was Subjekte wie Kazim uns "berichtet", sowieso völlig egal ist.
    Wenn wir Kairouan nicht zum Hort des Terrors und Tunesien als vom Islamismus geschüttelt empfänden, dann müssten wir ja etwas tun. Wenn wir erst, und das begreifen wir durchaus!, unsere eigene Mitschuld an den Anschlägen in Sousse realisieren würden, dann wäre es mit unserer Gemütlichkeit vorbei und wir würden damit nur unsere Regierungen dazu zwingen, uns noch blutigere, noch falschere, noch dreister erlogene Horrorgeschichtchen aufzutischen, damit die alte Bräsigkeit zurückkehrt.

    Wir brauchen die "Terrorhochburg Kairouan" für unseren guten Schlaf. Solange wir "wissen", dass der "IS" natürlich nicht unsere eigene Erfindung ist und solange wir so tun können, als sei es nicht ein US-Senator gewesen, der seiner Gründung durch reichliche Waffen- und Geldlieferungen erst ermöglicht hatte, solange lassen wir unsere Regierungen unkontrolliert alleine handeln - und außerhalb unserer geliebten Märchen europäische Heere für billige Rohstoffe schießen.
    Tunesien ist ein bedauertes Opfer.
    Nein - wir mögen nun auch keine größeren Schießereien, jedenfalls nicht da, wo wir Urlaub machen. Da hat eben alles fröhlich und unbeschwert zu sein, man könnte mit Sommersandälchen auch allzu leicht in Blutlachen ausrutschen. Tunesien tut uns leid. Für einen kurzen Moment - solange, bis uns Thailand, Mexiko oder Malle mit interessanten Alternativen lockt.

    Dies "Subjekt Kazim" war wohl noch nie in Kairouan oder der Preis für seine Zeilen war einfach zu gut.
    Er hat mit seinem Artikel stinkenden Publizistendreck gegen einen ehrwürdigen und wunderschönen Ort voller Gelehrsamkeit und Fröhlichkeit, Lachen und Buntheit geworfen.

    Das nehme ich ihm übel.

    Ich kenne Kairouan als Hort lebendigen Gesprächs, einer alles überbietenden Gastfreundschaft, und beides hat sich die Stadt in ihren Jahrhunderten als Markt- und Handelszentrum zum Stil mit hohem Wiedererkennungswert entwickelt. Die Stadt hat schon immer von der friedlichen Auseinandersetzung, vom Miteinander profitiert und viele wunderbare Muslime aller Hautfarben und Herkünfte in ihren Mauern versammelt.
    Einen Schmierfinken wie das Subjekt Kazim überlebt sie allemal - und auch wenn er deshalb zerplatzt: die Stadt wird immer Treffpunkt guter und friedlicher Muslime sein.

    Nur mal so zum Spaß:

    Kairouan wurde Hochburg der Salafisten. Die terroristische Bewegung Ansar al-Scharia hielt hier eine öffentliche Versammlung vor der Großen Moschee ab und ließ die schwarze Flagge mit dem islamischen Glaubensbekenntnis wehen, jenes Symbol, das heute der IS benutzt.

    Daraus macht man dann:

    Dresden wurde Hochburg der Rechtsradikalen. Einige ihrer terroristischen Bewegungen hielten hier öffentliche Versammlungen vor dem Bundestag ab und ließen ihre Flaggen mit hasserfüllten, widerlichen Sprüchen wehen, jene Symbole, die heute viele deutsche Rechtsradikalen benutzen.

    Sollte man im arabischen Raum einmal den unteren Text veröffentlichen lassen?

  • Freedom Flotilla - erneut gekapert.

    Was würde wohl passieren, wenn ein deutscher Handelsfrachter auf hoher See, in internationalen Hoheitsgewässern befindlich, unter Androhung von maximaler Gewalt von einer fremden Marine angegriffen und gekapert würde?
    Ob es die Bundesregierung wohl für angezeigt hielte, den Vorfall mit keiner einzigen Silbe zu kommentieren?
    Was, wenn bei einer solchen Kaperaktion vorher schon einmal zehn Besatzungsmitglieder eines solchen Frachters abgeknallt worden wären? Würden dann etwa immer noch deutsche Politiker aus Dankbarkeit mit Tränen in den Augen vor der Knesset sprechen?

    Weil die Entscheidung so unappetitlich ist und man sowieso schon wegen der ertrinkenden Flüchtlinge international in der Kritik steht, soll Palästina insgesamt möglichst leise erdrosselt werden. Jedes Gut, welches die Not der Menschen im Gaza-Streifen etwa lindern könnte, entfernt die Weltgemeinschaft von diesem Ziel. Also muss die Anlieferung von Medikamenten, Lebensmitteln, Baustoffen und vielen Dingen des täglich dringenden Bedarfs unterbunden werden.
    Gleichzeitig, weil man nicht alle Stimmen aus der betroffenen Region für immer verstummen lassen kann, wird eine Politik der gezielten Diskreditierung aufgelegt und über harte Manipulation die Wahrheit verdreht. Die Hamas wird kurzerhand auf ihren militärischen Zweig reduziert und ihre soziale Komponente auf Null gefahren. Die Tatsache, dass die Hamas weite Teile der Bevölkerung unterstützt, Krankenhäuser und Schulen betreibt und nach Kräften eine Grundversorgung aufrechterhält, verfängt hier nicht. Hamas sind "Terroristen". Basta.

    Die "Marianne of Gothenburg" ist also wieder einmal in internationalen Hoheitsgewässern mit Gewalt aufgrebracht und geentert worden. Nach geltendem Seerecht ist dies ein Verbrechen. An dieser Tatsache gibt es keinen Irrtum, keinen "Deutungsspielraum" und keine andere Interpretationsmöglichkeit.
    Das doppelte Verbrechen eben liegt in der Tatsache begründet, dass die geladenen und bezahlten Hilfsgüter wieder einmal ihr Ziel nicht erreichen. Damit, dass Israel die "Marianne of Gothenburg" in seinen Hafen Ashkelon zwangsverschleppt und dort entlädt ist gewährleistet, dass die Güter ihre Bestimmung nie erreichen.

    Wenigstens haben die israelischen Soldaten diesmal nicht zehn Menschen dabei abgeknallt und weitere brutal zusammengeschlagen - wie die Dinge stehen, müsste man ihnen dafür fast schon dankbar sein.
    Die Presse ist wegen dieses neuen Akts der menschenverachtenden Drangsalierung schon mies genug; die Meldung über ein weiteres Massaker brächte Israel in akute Gefahr.
    Unsere ach so "freie" Presse hier verschont uns damit, den Bürgern das vielschichtige Verbrechen Israels am Gaza-Streifen näherzubringen. Es grenzt beinah an ein Wunder, dass der feindselige Akt der Schiffsübernahme überhaupt in den Meldungen erwähnt wird - wenn er auch zart, sanft, pink und lieblich verkleidet ist, weil man lediglich erwähnt, Israel "habe ein Schiff gestoppt".
    Für Leute, die es sich in ihrer bösartig auswirkenden Desinteressiertheit so gemütlich eingerichtet haben wie mein hässlicher Christ, wurde ja nur "verhindert, dass die Hamas Waffen und Raketen" bekommen hätte wobei diese dummen Menschen natürlich völlig wegblenden, dass Israels Durchsuchung der geladenen Fracht nun auch das dritte Mal in Folge keine Waffen, keine Raketenteile zutage fördern wird. Aber wir schlafen damit eben einfach besser - man muss ja nur einen Schmus servieren der es uns ermöglicht, auch weiterhin einfach nur wegzusehen.
    Wir sollen nur wegsehen und ja nicht wachwerden - deshalb verschont uns unsere Presse mit unappetitlichen Details, die wir gar nicht hören wollen.

    Im Gaza-Streifen sterben Menschen aufgrund dieser Blockade und tausend weiterer Drangsalierungen und Quälereien an Kleinigkeiten. Viele Krankenhäuser sind nach wie vor zerstört und bleiben es, weil Israel keine Baustoffe dorthin liefern lässt. Angeblich, weil die Hamas daraus nur "Bunker" bauen würde. Ob die Hamas auch Pillen, Spritzen, Verbände und Lebensmittel in ihre Qassam-Raketen laden würde weil auch diese nicht in den Gaza-Streifen geliefert werden dürfen, kann ich nicht sagen - dem europäischen Bürger aber ist das so genug. Ihm reicht das so, was uns Berlin und Israel dazu sagen. Nachgewiesener, gezielter (!) Kindsmord interessiert Europa ja auch nicht.

    Es wird Israel natürlich nichts nützen; Netanjahu weiß das nur zu gut. Er spielt falsch und ungeschickt und das wird sich für Israel rächen. Es bleibt nicht ungestraft, dass er zunächst "IS"-Kämpfer unterstützt, weil die Terrororganisation seinen Zielen gedient zu haben scheint und sich nun gegen ihn wendet.
    Die Nachricht über das aufgebrachte Schiff wird ihren Weg in die arabische Welt finden und politisch den "IS" natürlich weiter- und dicker füttern.
    Israel wird die Kontrolle verlieren und geht schweren, leidvollen wie blutigen Jahren entgegen. Es mag sich bisher über Dekaden ungestraft an Palästinensern vergangen haben können, die Zeit jedoch, in welcher sich deren radikale Kräfte mit einem "IS" zusammenfinden um gemeinsam ein höchst populäres Ziel, schwere, zahl- wie extrem verlustreiche Anschläge gegen Israel durchzuführen umzusetzen, naht. Seine Atombomben kann es dabei vergessen, weil sie niemanden abschrecken. Israel wird mit dem Blut seiner Landsleute die Schulden bezahlen, die es mit seinem Massakrieren in den letzten Jahren angehäuft hat.

    Das Sterben wird nicht nur weitergehen, es wird sich verstärken. Anschläge und Kriege werden an Zahl, Intensität und Verlustzahlen zunehmen. Es wird geschehen, was ich seit Jahren befürchte: kaum noch zu überblickende Schlachtfelder werden eröffnet und ein gutes Dutzend Länder destabilisieren, in Brand setzen. Nicht zehn-, aber hunderttausende werden den Tod finden.

    Und der Westen wird Waffen liefern. Immer mehr Waffen, immer mehr Waffen, immer mehr Waffen für den Frieden.
    Und für gutes Geld.

  • Freedom Flotilla - Fahrt in den Tod?

    Meine Gedanken sind jeden Tag an Bord der "Marianne of Gothenburg", die zusammen mit weiteren Schiffen von Sizilien Kurs auf den Gaza-Streifen genommen hat - mit Hilfsgütern vollbeladen und zahlreichen, wirklich mutigen Passagieren an Bord. Es geht um die Belieferung der Bevölkerung im Gaza-Streifen mit Dingen täglichen Bedarfs, Medikamente, Baustoffe, die den Menschen von Israel absichtsvoll entzogen und vorenthalten werden um sie zu demoralisieren.

    Wie die Dinge stehen, könnten einige von ihnen durch Maschinengewehrsalven israelischer Kommados zu Märtyrern werden. Neun sind auf einer früheren Mission vor 5 Jahren auf der "Mavi Marmara" auf diese Weise abgeknallt worden, etliche wurden brutal zusammengeschlagen, bevor das Schiff gewaltsam in einen israelischen Hafen verschleppt worden ist.

    Nun ist es heute die "Freedom-Flotilla-III" - Aktion, für die wiederum 70 Menschen ihr Leben riskieren. Sie fahren unbewaffnet wie immer und sie haben den Tod zu befürchten - wie immer. :(
    Israel wird mit großer Wahrscheinlichkeit erneut ein Blutbad anrichten, um in Palästina im Gaza-Streifen nur ja keinen Schimmer Hoffnung auf Hilfe, Unterstützung und Erleichterung aufkommen zu lassen.

    Die verbrecherische, durch nichts zu rechtfertigende und grausame Blockade Palästinas soll den Völkermord Israels möglichst geräuschlos vonstatten gehen lassen - Israel möchte unter Ausschluss jedweder Öffentlichkeit Palästina langsam erdrosseln.
    Dies öffentlich zu machen, den Menschen dringend benötigte Hilfsmittel zukommen zu lassen, ungebrochenen Widerstand zu leisten und der Welt zu zeigen, dass Israel mit seinen Vernichtungsphantasien noch lange, lange, lange keinen Erfolg haben wird, segelt die Flotte auf die Blockade zu.

    Verbrecher Netanjahu

    Nein - die Opfer weden nicht geräuschlos sterben. Selbst die, die tot sind, haben eine Stimme und sie erheben sie.

  • "Buddhismus" - Mythos, Märchen und Marketing

    Um es gleich vorweg zu schicken: nachzuweisendermaßen legen Buddhisten größten Wert auf die Diskreditierung der großen, monotheistischen Religionen und sie lassen es mehrheitlich an Anstrengungen, diesbezüglich Zweiklassengesellschaften zu installieren, wahrlich nicht mangeln. Umgekehrt allerdings verhält es sich nicht so. Weder bei Christen, noch bei Muslimen oder bei Juden registriere ich Vergleichbares; es kommt bei erzkonservativen Vertretern der Vorgenannten manchmal zu Naserümpfen, schwere Benachteiligungen oder gar Pogrome gegen Buddhisten im Alltag von Monotheisten jedoch bemerke ich nicht.

    Das ist auch gut so.
    Ich selbst finde den Buddhismus in einigen seiner Wesenszügen durchaus spannend und ich schätze die meditative, immer kontemplative Herangehensweise. Ich habe zugegebenermaßen höchst marginale Kenntnisse in diesen Fragen; ich weiß nur, dass ich mich mit entspannten und grunderheiterten Hindus recht gut verstehe und schon eine Menge Spaß mit ihnen hatte. Die Vorzüge der buddhistischen Meditationstechniken kenne ich aus dem Kyudo, dem rituellen, japanischen Bogenschießen, welches den Techniken des Zen-Buddhismus folgt.

    Irgendwie aber war das Marketing von Buddhisten ein sehr viel besseres und effizienteres als das aller anderen. Jedenfalls konnte sich in den zurückliegenden zwanzig Jahren ein Bild dieser Religion etablieren, das lichtvoll, ungemein friedfertig und entspannt wirkte.
    Der durchschnittliche Europäer hat den Buddhismus mit hübschen Fotos eines lächelnden und lachenden Dalai Lama zu verwechseln gelernt - und somit eine dem Islam beispielsweise gegenüber gehandhabte Assoziationstechnik mit "umgekehrten Vorzeichen" für sich umgesetzt. Bilder von hasserfüllten Buddhisten sind uns fremd und wir sind für gewöhnlich geneigt, reflexhaft an boshafte Manipulation zu glauben wenn man uns die Idee näherbringt, dass es im Buddhismus ein ungeheures Gewaltpotenzial gepaart mit regelrecht grausigen, blutigen Visionen gibt.

    Dabei hätte man es ahnen können. :roll:

    Darstellungen, Tänze, Riten, Statuen aus dem buddhistischen Raum tragen größtenteils Dämonen- bzw. Teufelsfratzen und "spielen" mit Schwertern blutige Auseinandersetzungen. Was diese allerdings genau zum Inhalt haben, bleibt dem uninformierten Betrachter zumeist verborgen.
    Der Dalai Lama persönlich beschreibt auf seiner page einiges zum (nachfolgend etwas detaillierter behandelten) Initiationsritus, was allerdings peinlich genau auf die Darstellung der zentralen Idee und Absicht hinter dem Ritus vollständig verzichtet. Warum dem so ist, wird gleich klarer.

    Man mag sich gern objektiv informieren:
    http://www.dalailama.com/teachings/kalachakra-initiations

    Hierzulande recht unbekannt ist die spirituelle "Funktion" des aktuellen Dalai Lama, der höchstpersönlich Hunderttausende in die Mysterien des "Kalachakra-Tantra"-Ritus eingeweiht hat, in welchem er selbst eine zentrale Position einnimmt. In der Vision, die der Novize während dieser Einweihungsmeditation durchlebt, visualisiert er den Dalai Lama als Gott "Kalachakra", der sich sexuell mit der Göttin Vishvamata vereint und sich selbst als "Tropfen" empfindet, der vom "Mund des Kalachakra" eingesogen und durch dessen Penis in die Göttin transferiert wird.
    Der Novize entsteht durch diese Meditation als Eingeweihter als weißer "Vajra-Körper" neu, üblicherweise sitzend dargestellt mit überkreuzten Beinen, drei Gesichtern und Gefährtinnen. In dieser Form erhält er spirituell die Berechtigung, als "Shambala-Krieger" wiedergeboren zu werden um in der Endzeitvision zusammen mit allen buddhistischen Gottheiten in den Krieg gegen alles Nichtbuddhistische und insbesondere gegen Monotheisten zu Felde zu ziehen. "Shambala" ist heute ein magischer, in der Vergangenheit möglicherweise gar ein realer Ort; von "Shambala" ziehen in der Endzeit die Krieger aus, um die Weltherrschaft zu erringen.

    Der Gott "Kalachakra", also der personifizierte Dalai Lama, wird in dieser initiierenden Meditation mit 24 Armen visionalisiert, die allesamt todbringende Waffen wie Schwert, Dreizack, Keule, Lanze und Axt tragen.

    An dieser Stelle will ich auf die Schilderung brutaler wie grauen- und übelkeiterregender Einzelheiten direkt verzichten - und exemplarisch nur eine einzige Textstelle (samt Link) zitieren:

    Das Kalachakra-Tantra empfiehlt den Genuss von Fleischarten verschiedener tabuisierter Tiere. Auch Menschenfleisch (maha mamsa) kommt als Ritualsubstanz zur Anwendung. Gewöhnlich stammt es von Toten und ist das "Fleisch von denen, die aufgrund ihres eigenen Karmas starben, die in der Schlacht aufgrund ihres schlechten Karmas oder aufgrund eigener Fehler getötet wurden."

    Das Zitat stammt von folgender page:
    http://www.trimondi.de/Kalachakra/dec.dt.htm
    und die benennt als Quelle für ihre Ausführung/Zitate: John Ronald Newman - The outer wheel of time: Vajrayana buddhist cosmology in the Kalacakra Tantra - Madison 1987, 266 f.

    Buddhisten, eigentlich sogar der Buddhismus verschweigen in Bezug auf die "Friedfertigkeit" überaus konsequent die Petitesse dabei, dass der von ihnen propagierte Friede erst nach der vollständigen Vernichtung eintreten würden. Im Vorfeld allerdings stellt man sich einen Krieg mit grotesken, unvorstellbaren Mitteln vor:

    „Jetzt werden die Maschinen vorgestellt, um die Forts der bösen Feinde zu zerstören.“ – mit diesen Worten beginnt der Gelehrte Pundarika seinem ausführlichen Kalachakra-Kommentar zu den buddhistischen Wunderwaffen. Dabei handelt es sich um verschiedene Arten und Größen von Rotationsscheiben, mit denen man unter anderem blitzschnell die Köpfe von Tausenden seiner Feinde abrasieren und ganze Festungsanlagen „pulverisieren“ kann. Das im Text beschriebene Kriegsgerät durchschießt, zerstückelt, verstümmelt, verbrennt, tötet, rottet aus, zerstört und vernichtet. Eine sogenannte „Windmaschine“ wird gegen Bergforts eingesetzt. Sie schwebt über der feindlichen Anlage und schüttet brennendes Öl darüber aus. Eine „Schwert-im-Boden-Maschine“ reißt jeden in Stücke, der sich dem Shambhala König Rudra Chakrin unrechtmäßigerweise nähert. Die „Harpunen-Maschine“ ist eine Art Stalinorgel (Katjuscha). Nach einem Fingerabzug „schießt sie viele starke Pfeile und scharfe Harpunen ab, die durch den Körper eines durch die Rüstung geschützten Elefanten dringen und ihn in Stücke schneiden.“ – heißt es in der Originalschrift.

    ... Hier wird der Kreis rund und man darf sich aufrichtig erschrecken:
    Wenn nun also der amtierende Dalai Lama nach eigenen Angaben auf seiner eigenen homepage viele hunderttausend Menschen vermittels des "Kalachakra"-Tantra in die hohen Mysterien eingeweiht und somit zur Wiedergeburt im kriegerischen "Shambala-Reich" berechtigt hat - dann, so die reine Logik, bemüht er sich lediglich nur um eine massive Ausweitung des Heers, welches (zunächst rein spirituell, dann aber völlig real!) alles Nichtbuddhistische ausrotten soll. Und erst der Sieg in diesem Krieg wird den ultimativen Frieden bringen, dessen Schilderung jedoch heute als Werbemaßnahme für den Buddhismus wie eine Fahne um die Welt getragen wird. Der niederzuwerfende Feind wird allgemein recht gesichtslos geschildert; lediglich die Muslime, Juden und Christen werden als spezielle und besonders widerwärtige Feinde gesondert genannt, obgleich mit ihnen auch alles andere vernichtet wird, was nicht buddhistisch ist.

    Der Dalai Lama, so wie seine Vorgänger auch, bezieht sich explizit auf Reden und Weisheiten des Shakyamuni, des Religionsstifters. Buddha Gautama selbst soll zumindest die Grundzüge des "Kalachakra"-Mythos persönlich tradiert und als Lehrstoff aufgegeben haben.
    Meiner ganz persönlichen Meinung nach muss da eigentlich ein Fehler, eine Manipulation, eine Verbiegung seiner Lehre stattgefunden haben und die folgt der gleichen Systematik wie der, die mein hässlicher Christ propagiert. Der ultimativ friedfertigen Lehre, die sich mit der eigenen Wahrnehmung der Welt, des eigenen Ichs und der eigenen Bewusstseinsbildung befasst, wird durch geschickte wie gezielte und verblüffend "logisch" wirkende "Argumentations"-Techniken eine weitere, durch Schlüsse gezogene "Lehre" gewaltsam aufgepfropft, die der eigentlichen, zentralen Idee des Stifters Hohn spricht - und sie in ihr Gegenteil verkehrt. Mit dieser Technik "argumentieren" sich Christen die Herabwürdigung anderer, aggressive Kriege und Verfolgungen herbei - und so ergehen sich (wohl nicht allein) lamaistische Buddhisten in irrwitzigen Vernichtungsträumen. Einige vernagelte und ebenso hässliche Muslime vergewaltigen so auch die Lehre des Verehrten Propheten Mohammed (saws) und rufen zu vorgeblich "Heiligem Krieg" auf - was an Widerwärtigkeit den Vernichtungsphantasien eines Dalai Lama in nichts nachsteht.
    Deshalb können sich hässliche Christen auf Jesus und (lamaistische) Buddhisten auf Buddha Gautama berufen und plötzlich "dürfen" Muslime Andersgläubige töten - wobei letztlich alle nur Dreck auf ihre Lehre werfen.

    Wir müssen, wenn wir schon denken, man müsse Islam-"Kritik" üben und zulassen, selbiges auch kritisch mit dem Buddhismus tun. Die lieben Kerlchen, die da mit ihren orangenen Gewändern und glöckchenschwingend, glückselig lächelnd und ach so friedlich unter anderem auch durch unsere Straßen ziehen, verfolgen eine Agenda, die wir eigentlich nicht kennen sollten - denn wir sind der Brennstoff für ihre feurigen wie kriegerischen Ideen.

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