szmmctag

  • Israel - manchmal kommts eben einfach hoch!

    Zugegeben: unsere eigene Presse ist auch nicht ganz schuldlos an dem unglaublich geschmacklosen Hype um die Beerdigung der getöteten, israelischen Soldaten.

    Dabei sind die Berichte geradezu widerwärtig; sie tropfen und triefen vor Mitleid, Mitgefühl und sanften Worten.
    Ich will nicht dafür eintreten, diejenigen, die sich zu Handlangern des waffengroßindustriellen Terrors gemacht haben, in Schmach und Schande einzubuddeln und zu vergessen - denn auch diese Toten haben Mütter, Frauen, Männer und Kinder. Und die haben ein Recht darauf, ihre Angehörigen ihren Regeln und Riten, ihren Empfindungen entsprechend zu bestatten.

    Wenn es diese Beerdigungen, in derartige Worte und Texte gekleidet, auf die allerersten Positionen in der Presse schaffen - dann hat die Welt so einiges noch nicht verstanden.

    Da wäre die rein menschliche Seite:

    Palästina hat über tausend Todesopfer zu beklagen, zerrissen, teilweise eingeäschert und noch immer eingeklemmt unter den Trümmern ihrer Häuser. Hier und da schimmert mal ein Beitrag auf, dessen Tonlage etwas wärmer und ein wenig mitfühlender klingt als ein erbärmlich tabellentechnisches Abrasseln von Todeszahlen.
    Die israelischen Soldaten sind samt und sonders bewusst, beabsichtigt und geplant in die kriegerische Auseinandersetzung gegangen; aufgrund irgendeines furchtbaren Wahnwitzes bildeten sie sich ein, einen Auftrag zum Töten zu haben.
    Die toten Palästinas aber hat es zumeist aus dem "Off" getroffen; vorher saßen sie noch beim Tee, nur wenige Augenblicke später steht ein fassungsloser Angehöriger vor dem Steinhaufen, in welchem er sie vermutet.
    Wobei er selbst auch noch von Heckenschützen abgeknallt wird.

    Da wäre die rein militärische Seite:

    Es ist kaum zu glauben, wie hilflos, schlecht ausgerüstet und unfähig die israelische Armee ist. Angesichts von immerhin 43 Todesopfern müssen sie jeweils nach nur kurzen Gefechten ums Leben gekommen sein und Hamas verfügt ganz offensichtlich über weit mehr Training, Ausrüstung und Erfahrung als je zuvor.
    Man erfährt von 50-jährigen Vehikeln, mit welchen das Kommando Soldaten nach Gaza und somit in den Tod geschickt hat. So alte Karren fährt so mancher Dritt-Welt-Staat nicht.
    Mir fällt nur die Vokabel "hilflos" angesichts des militärischen Desasters ein, welches Israel nach derart massivem Einsatz von flächenvernichtenden Waffen, nach all diesen vielstündigen Bombardements schwerer Artillerie erlebt. 
    Das Hamas-Oberkommando hatte entgegen aller meiner Erwartungen durchaus Recht, als es zu Beginn der Offensive die Soldaten mit den Worten: "Ihr werdet die Hölle erleben!" empfangen hatte.

    Das internationale Aufheulen angesichts der Beerdigungen in Israel ist widerwärtig - und wird von der Führung Israels auch noch medienpolitisch ausgenutzt.

  • Israel - Sprache will Wahrheiten schaffen.

    Das gesprochene, viel mehr noch das geschriebene Wort ist bindend; es kann aufgezeichnet, multipliziert, interpretiert - aber selten nur wieder eingefangen werden.

    Deshalb verlegt sich Israel hinsichtlich seiner Informationspolitik auf insbesondere zwei verbale Strategien:

    Die Taktik des "Nein!"

    Netanjahu übt diese nicht nur in Kriegszeiten. Als er vor vielen Monaten einmal nach der Soldatenkampagne "Break The Silence" gefragt wurde, bestritt er mit zwei, drei dürren und höchst ärgerlichen Sätzen, überhaupt Kenntnis von der Existenz dieser Gruppe zu haben. Er hätte sich mit dieser Gruppe auseinandersetzen müssen, würde er deren bloße Existenz nicht in Zweifel gezogen haben. 

    Das gereicht ihm nicht zum Schaden.
    Wer immer in einer israelischen Regierung den Effekt des stereotypen "Nein!" entdeckt hat, der hat ihn auch kultiviert. In Form stillschweigender Akzeptanz verhalten sich alle Verbündeten völlig ruhig und stellen keine weiteren Fragen.
    Ein einfaches "Nein!" - mehr bedarf es nur selten für Israel.

    Die Taktik des "Stimmt nicht."

    Obschon alle Medien weltweit mittlerweile im Stundentakt neue Fotos von großflächigen Verwüstungen und hunderte von Menschen zeigen, die Tote aus den Trümmern ziehen, wird Israel niemals zugeben, Fläche statt punktuell ausgewählte Ziele mit großkalibriger Munition aller Gattungen zu beschießen.
    Auch das kann nur in Verbindung mit den Verbündeten gelingen, weil sich diese entweder gar nicht oder nur unter dem vorangestellten Hinweis dazu äußern, Israel habe angeblich ein "Recht auf Selbstverteidigung", wobei niemand schlüssig erklären könnte, wie breitflächige Bombardements von zivilien Stadtteilen dem Ziel dienen sollen, ausschließlich nur ausgewählte, militärische Einrichtungen zu treffen. 
    Das ist aber auch vollkommen unnötig - weil kaum jemand diese Aussage aus der Militär- und Regierungsspitze Israels in Zweifel zieht.

    (Zitat: SPIEGEL-Online)

    " ... Die israelische Armee hat jede Verantwortung für den tödlichen Beschuss einer Uno-Schule in Gaza bestritten. Zwar räumte sie ein, dass eine israelische Mörsergranate den als Flüchtlingslager des Palästinenserhilfswerks UNRWA dienenden Komplex getroffen habe. Nach eingehender Untersuchung sei aber erwiesen, dass die Schule zu dem Zeitpunkt bereits geräumt gewesen sei."

    Der Treffer auf eine UN-Schule mit mehr als einem Dutzend Toter ist ein solcher Fall.
    Diese Meldung steht in den News und niemand reflektiert auf die ungeheure, offen zu tage liegende Diskrepanz in der Aussage, nach welcher die Granate also ein leeres Gebäude getroffen habe. Woher dann die Toten kommen, überlässt Israel samt seiner Verbündeten der Phantasie.

    Das ist die Taktik der "Folgenlosen Übergriffe"

    Auch hier wieder ein SPIEGEL-Zitat:

    "UNRWA-Vertreter hatten erklärt, dass sie versucht hätten, mit den Israelis eine rechtzeitige Räumung der Schule zu koordinieren. Dies sei aber fehlgeschlagen."

    Derartige Vorfälle hat es 2009 beim letzten Massaker mehrere gegeben; da sind nicht nur Schulen, sondern auch Krankenhäuser in größerer Zahl als heute mit schweren Waffen angegriffen worden - obschon die UN auch damals weit im Vorfeld dieser Angriffe mit der israelischen Gefechtsleitung Kontakt aufgenommen und ebenso dringlich wie vergeblich um Verzicht auf den Beschuss unter dem Hinweis gebeten hatte, dort würden sich viele Flüchtlinge und Verletzte versammeln.

    Schon 2006 feuerten Israelis trotz Funkkontakts mit dem Ziel selbst mehrfach (!) gezielt und bewusst auf UN-Einrichtungen; Warn- und Hilferufe wurden ignoriert.

    Aber diese Strategien führen nur wegen uns zum Erfolg:

    Es ist ein ebenso altbekannter wie dämlicher Reflex, der größere, weltweite und schärfere Proteste unter den Bevölkerungen unterdrückt. Weder eine Merkel, noch ein Cameron, Hollande oder Obama unterdrücken ihre Bevölkerungen. Wir erhalten alle notwendigen Informationen, das Netz mag überwacht sein, dennoch ist es nach wie vor frei genug, um immer alles erfahren zu können.
    So sind all die unretuschierten, unzensierten Live-Mitschnitte von gezielten wie unprovozierten Erschießungen durch Israelis nur wenige gezielte Rechercheklicks entfernt. Sie zu suchen und auch zu finden, ist das Werk von noch nicht einmal zwei Minuten. Wir können hunderte, wenn nicht gar tausende frei gemachter Fotos finden - wenn wir das alles denn wirklich haben wollen oder glauben, haben zu müssen.
    Wir sind keineswegs von der vermuteten Deutungshoheit unserer Regierungen gefangen und sie verpflichtet uns zu nichts. Wir wären die Herren unserer eigenen Empörung und in der Lage dazu, ihr gehörig Aufmerksamkeit zu verschaffen. Dennoch tun wir nichts, als der Diskriminierung weiter Teile tatsächlich doch stattfindender Proteste tatenlos zuzuschauen und wir entwickeln womöglich sogar auch noch Angst, selber in die gleiche "Antisemitismus!"-Schreierei zu geraten. 

    Heute vor genau hundert Jahren brach der Erste Weltkrieg los.
    Alle Zeitungen sind voll von der Schwadroniererei, wie schnell man dereinst doch zu einem derart umgreifenden und überregionalen Krieg mit sovielen Millionen Toten gelangen konnte. Aber man erkläre mir doch heute, ob wir denn in unserer Gegenwart wirklich weiter von einer derartigen Gefahr entfernt sind. 
    Die gleichen Automatismen, mit denen ein jeder mehr oder weniger rhetorisch begabt und mit mehr oder weniger machtvollen Bündnisverträgen ausgestattet hingehen und mit Fingern auf andere zeigen kann, arbeiten bis heute ungebremst. Wie sich der "kleine Mann" 1914 von der Einpeitscherei seiner Regierung hat begeistern und mitreißen lassen, so sind wir auch heute bereit dazu, uns beinah sehenden Auges Unwahrheiten auftischen zu lassen.

    Die Waffe der Worte ist nur scharf, wenn das Ziel auch geduldig hinhält und die Flugbahn passend freimacht - das ist die Lektion, die uns Israel heute beibringt. 
    Wir werden massiv belogen, weil wir die Lüge wollen, weil uns die Wahrheit Unannehmlichkeiten bescheren und unsere Regierungen in Verlegenheit bringen würde. Deshalb muss der Aggressor immer die Hamas und das Opfer immer Israel sein.
    Es ist vorbei.
    Heute können die Verbündeten Israels nicht mehr aus ihrer Ecke der blinden Zustimmung und des eisigen Totschweigens herausfinden. Wenn sie auch nur eine Kritik an den blindwütigen Zerstörungen und Massakern üben (ohne sie gleichzeitig mit Vorwürfen gegen Hamas zu entwerten!), tragen sie sofort Mitverantwortung.

    Ich glaube mit einiger Berechtigung, dass die Offensive bald enden wird.
    Wie ich vor gut zwei Wochen (!) schon vermutete, wollte Netanjahu von vornherein eine Strecke von mindestens tausend Toten - und die hat er ja nun erreicht. Jeder weitere Tote wäre ein Hinzugewinn für ihn, den er politisch nicht zwingend braucht, obschon er eine anwachsende Todesziffer sicherlich begrüßen würde.

  • Israel - und das schäbige Deutschland

    Beinah ist tragisch mitansehen zu müssen, wie die Presse in dem bisschen verbalem Unrat, das derzeit aus Berlin verlautet wird, verzweifelt nach Vokabeln oder Redewendungen gräbt, die man loben könnte.

    (Quellen: SPIEGEL-Online)

    " .... Die Bundesregierung versucht nach Informationen von SPIEGEL ONLINE vorsichtig, sich von der eskalierenden Militärkampagne Israels gegen die Hamas im Gazastreifen zu distanzieren. "

    Nein - die Vokabel "vorsichtig" selbst, und gerade zusammen mit dem Wort "versucht", sind viel zu weit interpretiert und erzeugen falsche Ideen zu dem, was da derzeit aus Berlin kommt.
    Denn die weitaus meisten aller Aussagen von außen-Staatssekretär Markus Ederer sind dicht gesprenkelt von derlei Einschränkungen, Relativierungen, Hintertürchen und halben Lügen.

    " .... Vor allem die massiven Luftschläge der vergangenen Tage, so Ederer laut mehreren Teilnehmern, seien teilweise "unverhältnismäßig". "

    Was heißt denn hier "vor allem"?
    Das kann und soll auch wohl nur heißen, dass möglicherweise, eventuell vielleicht der eine oder andere Artillerieangriff, der in Batteriestärke vorgenommen wurde und im Minutentakt schwere Granaten in Wohnviertel feuerte, doch nicht unbedingt ausschließlich nur Hamas-Kämpfern gegolten hat.
    Die Erschießung von zwefelsfrei erkennbar Unbewaffneten, die ebenso zweifelsfrei nicht nach einer neuen Raketenstartfläche, sondern nach vermissten Angehörigen gesucht haben, wird von Ederer natürlich nicht erwähnt. Ebensowenig wie die Auslöschung einer ganzen, siebenköpfigen, deutschen Familie in Gaza und auch nicht den gezielten und absichtsvoll geführten Raketenangriff auf Kinder.

    Zuvor hatte er zwar die Linie der Regierung wiederholt, das Israel das Recht habe, sich gegen die Raketenangriffe der Hamas zu wehren. Außerdem hätten die radikalen Palästinenser den Konflikt angefangen. 

    "Zuvor"! Bevor er also mit seinem Einschränkungs-, Verdrängungs- und Leugnungsorgasmus einsetzte, betonte er noch schnell genrell die Rechtmäßigkeit und Zulässigkeit des Massakers.
    Damit erst gar keine Zweifel aufkommen, dass Israel der Ansicht der Bundesregierung nach also tatsächlich das Recht dazu habe, hunderte von Menschenleben auszulöschen. So, wie Ederer sich anhört, bleiben Merkel und Netanjahu beste Freunde, wenn letzterer von hundert Artilleriegranaten je eine mit dem Bild von Rosen schmückt und in die See lenkt.

    Nur ein kleines, winziges bisschen weniger offenes Massakrieren bitteschön - das ist also die offizielle, deutsche Linie.
    Das ist der indirekte wie heiße Wunsch unserer Regierung, Israel möge bitte bei den nächsten Angriffen auf zivile Wohngebiete Sorge dafür tragen, dass nicht soviele Kameras zuschauen, die das Feuer, die Vernichtungen, die Toten und die vielen Beerdigungen in die Welt tragen können.
    Dabei passt die israelische Armee durchaus schon auf und vernichtet gern und gezielt selbst in "Friedens"-Tagen alle Kameras in den Händen von Menschen, die sie entdecken. Und wenn sie damit zu spät kommen, dann drohen sie schon mal ganz offen, jemanden von Hunden zerfleischen zu lassen wenn er unangenehme Aufnahmen hat - oder auch nur haben könnte.

    Man soll sich wohl, so das Kalkül von Merkel und Netanjahu, über ein paar hingeworfene Brosamen freuen:

    "Dass der Spitzenbeamte allerdings die massiven Luftschläge für die Bundesregierung als teilweise unverhältnismäßig geißelte, war aus Sicht vieler Teilnehmer eine neue Tonlage."

    Was ist das? Eine "neue Tonlage"?
    Weil unsere Regierung in der Stimmlage eines Kastraten ein, zwei Wörtchen innerhalb einer ganzen Oper singt, die nicht nur nach Parfüm duften?

    Was Ederer da ablabert, ist hilfloser, entlarvender Dreck - da hätte die ganze Regierung besser die Klappe ganz gehalten, dann würde sie ein bisschen mehr von ihrem Gesicht gewahrt haben.

    Eigentlich hoffe ich, dass das niemand gehört hat.
    Es gibt Grund für diese Hoffnung; in den letzten Jahren hört zu recht kaum jemand auf internationalem Parkett wirklich hin, was Deutschland sagt. Wozu auch die Kopie bemühen - das Original in Washington gibt ja immer gern Auskunft, wie zu denken, zu werten, zu gewichten und zu entscheiden ist.

  • Deutschland, Europa, Israel - Antisemitismus?

    Zweifellos übt die israelische Regierung, wie sie selbst im Falle der untersagten Flüge nach Tel Aviv zugab, "auf allen Ebenen" ungeheuren Druck aus, um sein Outstanding wenigstens irgendwie aufrechtzuerhalten.
    Wie wir an den europäischen Versammlung beinahe aller Regierungen und auch der US-amerikanischen erkennen können, werden diese Anstrengungen dankbar angenommen und auch umgesetzt. Teil dieser Strategie ist es, möglichst große Teile aller größeren Demonstrationen mit dem Vorwurf des "Antisemitismus" zu diskreditieren - und somit als Meinungsäußerung und politischen Protest zu entwerten.

    Wie ihm zumindest indirekt von Netanjahu vorgeschrieben, erwähnt unser Bundespräsident nur allein die getötete, 7-köpfige, deutsche Familie aus Gaza nicht - will aber auf deutschen Straßen mit der "Antisemitismus!"-Keule Proteste ersticken.

    Es müsste langsam immer mehr Deutschen dämmern, dass unsere eigene Regierung mit dem Mittel der massenhaften Meinungsmanipulation vermittels einseitiger Einfärbung vorgeht und immer mehr müssten sich zumindest jetzt langsam fragen, warum dem eigentlich so ist.

    Es wäre höchstens an der Zeit, dass unser jüdischen Mitbürger tun, was Volkesmund immer und immer wieder und immer aggressiver von deutschen Muslimen einfordern: sich laut und vernehmlich von den entsetzlichen Massakern zu distanzieren, die u.a. auch in ihrem Namen, mit religiös-fanatischen Begründungen abgehalten werden.

    Dass das möglich ist, zeigt Rolf Verleger. 
    Er geißelte die offizielle, israelische Kriegspolitik in Gaza öffentlich in einem Interview als "Massaker". Nun ist Verleger nicht irgendjemand; er war immerhin schleswig-holsteinischer Delegierter für den Zentralrat der Juden und somit als Kenner des jüdischen Glaubens ernstzunehmen. Verleger tut, was mich ganz wesentlich erleichtert: er wehrt sich gegen die Idee, dass die brutalen Übergriffe Israels irgendetwas mit seiner Religion zu tun hätten und er besteht darauf, dass sein Glaube ein friedfertiger sei. 

    Israel fährt einen ganz extremen Kurs; es bezeichnet sich selbst als "neo-zionistisch" und bemüht sich nicht, extremistischen, hysterischen und aggressiven Lautäußerungen im Namen der Religion Einhalt zu gebieten. Es scheint eher sogar das Gegenteil der Fall zu sein, Schreiereien und Gewaltanwendung greifen auch in der Knesset selbst um sich.
    Die religiös-extremistische"Gefangennahme" des Glaubens durch Netanjahu und die breitflächige "Verpflichtung" der gesamten Bevölkerung auf rassistisch verzerrte, bizarre, unwahre und hetzerische Lesarten des Judentums zwingt (leider) alle aufrechten und aufrichtigen Juden dazu, sich dagegenzustellen.
    Ich schrieb schon oft, dass Netanjahus Statement, wonach Israel angeblich ein "jüdischer Staat" sei ungefähr so werthaltig und sinnvoll ist wie die hysterisch-kranken Schreiereien eines Hitler, der das "Germanentum" Deutschlands besungen hatte. Es ist furchtbarer, psychiotischer und manischer Blödsinn, was Netanjahu da ablässt - Israel ist kein "jüdischer Staat"!

    So darf heute kein Jude außerhalb Israels, der die Werte seines Glaubens ehrt und vertritt, heute schweigen.
    Ich bin überzeugt davon, dass nur wenige, eindeutige Sätze aus den jüdischen Gemeinden ausreichen würden, alle Übergriffe auf Privatpersonen, Synagogen und Geschäfte auf beinahe Null zurückzubringen.
    Welche Chance geben die Juden ihren nichtjüdischen Nachbarn außerhalb Israels sonst? Was sollen, was können Nichtjuden über das Judentum allgemein denken, wenn sie von krankhaften, "Groß-Israel"-, also "Herrenmenschen" -Wahnideen faseln hören?
    Sprüche wie "Nur ein toter Araber ist ein guter Araber!" sind derzeit von immer hochrangigeren Mitgliedern des öffentlichen Lebens aus Israel zu hören und auf Zurückweisungen solcher Äußerungen oder auch nur Relativierungsversuchen seitens der Regierung wartet man vergebens. Warum ist dem so?
    In den nächsten Tagen werde ich ein wenig über den Anteil extremistischer Positionen seitens der führenden Rabbinerschaft Israels recherchieren; ich will herausbekommen, ob der Netanjahu'sche Schwachsinn dort weite Verbreitung - oder gar Vorbereitung und Unterstützung findet.

    Ich schrieb schon wohl dutzendfach, dass ich das seit vielen Jahren für eine feiste, schlimme Lüge halte, die schon immer Israel exakt dahin treiben sollte, wo es derzeit steht.
    Wie Nazi-Deutschland auch, peitscht Netanjahu Israel in eine ebenso exponierte wie isolierte Position; diese Strategie soll die Aktivierung aller auch wankenden Kräfte außerhalb Israels aktivieren und Druck- wie Drohkulissen errichten, die von der Bedrohung und möglichen Auslöschung Israels leben.
    Netanjahu missbraucht seine Religion - mir ist das völlig klar und ich bin Lichtjahre weit davon entfernt, einen Juden auf einer deutschen Straße deshalb auch nur schräg anzusehen. Ich verstehe, in welcher Situation er sich befindet und ich teile seinen Zorn, wenn er heute allein aufgrund seines Glaubens Ziel von Angriffen wird.
    Ich weiß aber auch, dass ich naturgegebenermaßen sehr viel tiefer in der Materie stecke und kraft meines Wissens vor solchen Fehlern geschützt bin; viele Menschen auf unseren Straßen ist dies nicht gegeben und angesichts der israelischen Politik ist ihr Irrtum, die Massaker von Gaza mit all den toten Kindern sei "jüdisches Werk", tragischerweise nachvollziehbar.

    Schlimm steht es um Muslime, die sich an antijüdischen Schreiereien und Übergriffen beteiligen, weil sie aus gleich dreifachem Grund schuldig werden:
    1. sie verletzen das deutsche Recht
    2. bei deutschen/erupäischen Juden handelt es sich nicht um Täter
    3. da kein Angriff von den Juden in Europa auf Muslime ausgeht,
         existiert kein Recht auf igendeine Gewalt.
    Sie machen sich nicht nur nach geltendem Gesetz, sondern auch nach Maßgabe des Islam auf jeden Fall strafbar.

    Für mich gilt zumindest in religiös-moralischer Hinsicht noch eine weitere Schuld für Muslime, die hier bei uns Juden angreifen: Dummheit. Dummheit, weil sie die oberen drei Punkte entweder sehen und beiseite wischen oder, schlimmer noch, weil sie ihnen nicht klar sind. Und soviel weiß ich über Allah: Dummheit ist nach Seinem Gesetz strafbar.

    Es kann, es darf nicht sein, dass Rolf Verleger der einzige Jude einer außerisraelischen Gemeinschaft ist, der offene Worte findet und für sich und seinen Glauben Ehre einlegt.
    Wenn die Gemeinden in dieser Situation weiterhin schweigen oder mit dubiosen Mitteln versuchen sollten, die anwachsenden Proteste mit fragwürdigen Mitteln zu ersticken, riskieren sie allerdings eine massive Schieflage in der öffentlichen Wahrnehmung ihres Glaubens. Es steht ja völlig außer Frage, dass die nahe Zukunft grauenvolle Details aus dem augenblicklichen Massaker zutage fördern wird. Im Gaza-Streifen sind viel zu viele Journalisten, viel zu viele Privatleute, die mit einfachsten wie auch professionellen Mitteln Informationen aufnehmen, speichern, sammeln. Schon heute werden von Youtube über Instagram bis Facebook alle sozialen Netzwerke und sonstige Dienste wahrhaft überschwemmt von entsetzlichen Bildern und Beschreibungen.

    Eines nicht allzu fernen Tages werden immer mehr Menschen angesichts der ungeheuren Todesrate in Gaza eine klare Schuldfrage stellen.

  • Israel - Jüdischer Extremist Feiglin in hohem Amt

    Es gilt der Mär entgegenzutreten, man könne bei den Kontrahenten im Gaza-Krieg lediglich auf seiten der Hamas von "Extremismus" und "religiösem Wahn" sprechen.

    Vor einiger Zeit stellte ich (mir) die Frage, woraus eigentlich das israelische Volk so besteht und auf wie breiten Füßen Netanjahu als bekennender Wahnsinniger mit seiner Politik eigentlich so steht.
    Zwischenzeitlich muss ich den Eindruck gewinnen, dass es verlässliche Untersuchungen hierzu kaum oder gar nicht gibt; es scheint in der Tat völlig unklar, wie die Bevölkerung tatsächlich mehrheitlich entscheiden würde und wirklich denkt.

    Es gibt einen erschreckenden Wust an radikalen und erschreckenden Pamphleten aus Israel - allerdings muss man einschränkend sagen, dass sich in der Tat die extremen und extremistischen Kräfte für gewöhnlich aufgrund ihrer Energie  sehr viel mehr Gehör und Öffentlichkeit finden als ruhigere, gemäßigtere.

    Verlässlicher scheint mir, sich die amtierende Regierung etwas näher anzusehen.

    Das gerät jedoch für Israel sehr unangenehm, weil das Wirken der Regierung recht offen erkennbar zutage tritt.

    Am Beispiel Moshe Feiglins ist das recht gut erkennbar. Feiglin ist immerhin der Stellvertretende Sprecher der Knesset und hat somit ein sehr hohes Staatsamt inne. Zugleich ist er Mitglied des regierenden (!) Netanjahu'schen Likud-Blocks.

    So wie ich bereits am Beispiel der extremistischen Zionistin Ayelet Shaked nachweisen konnte, geht auch Feiglin mit medial brachialer Gewalt innerhalb Israels gegen Palästina vor.

    Feiglin weist schon mal Saalordner der Knesset an, missliebige Abgeordnete aufgrund ihrer Kritik am Feldzug in Gaza aus dem Saal schleppen zu lassen und ist auch noch stolz darauf, weil er die Videoaufzeichnung davon selbst publiziert.

    Aber dabei bleibt es nicht - die undemokratische Beschneidung von Rederechten gewählter Abgeordneter vor dem israelischen Parlament gehört zu Feiglins leichteren Übungen.

    Auf seiner eigenen Facebook-Präsenz etwa führt er selber Links zu jüdisch-extremistischen pages auf, für die er persönlich mit Bild, Unterschrift und eigenen Auswürfen dafür wirbt, bei der sich augenblicklich bietenden Gelegenheit den gesamten Gaza-Streifen zu erobern und alle Palästinenser fortzuschicken - sofern man sie nicht vorher beseitigt hat, weil sie etwa Gegenwehr gegen die Auflösung des Gaza-Streifens in Israel leisten würden.

    Bereits seine Wortwahl ist interessant: er spricht nicht etwa von "Palästinensern", noch nicht einmal von "Terroristen", sondern erklärt gleich alle Bewohner des Gaza-Streifens zur "enemy population", zur "feindlichen Bevölkerung" also. 
    In einem Artikel im Online-Magazin "Arutz Scheva" etwa führt der stellvertretende Sprecher der israelischen Knesset in Form eines feuchten Traums genüsslich aus, wie er sich die totale Übernahme Gazas so vorstellt. In aller Großzügigkeit will er friedlicher Bevölkerung erlauben, in Richtung Sinai von dannen zu ziehen - immerhin. Diese Idee unterbreitet er unter der Überschrift "Elimination", also "Auslöschung", was sich in etwa so liest wie "Endlösung".

    Hier der Link: http://www.israelnationalnews.com/Articles/Article.aspx/15326#.U85Zc_n0OG8

    Überhaupt seufzt er bei jeder Gelegenheit, Gaza sei angeblich "natürlicher Teil" Israels und gehöre daher dringend heim ins Reich.
    Seine Facebook-Präsenz kann nicht geschildert werden, ohne inflationär in die verbale Superlativkiste greifen zu müssen; nun, ich habe mir das angesehen und empfehle jedem, dies selbst zu tun. Mir kam in den letzten Jahren nicht wirklich noch krankeres, verrückteres und auch widerwärtiges Material in die Finger. Man recherchiere selbst bei Facebook unter Moshe Feiglin. Allen Ernstes muss ich sagen, dass selbst einige, extreme (!) Muslime gegen Feiglin nur schwach wirken und regelrechte Pazifisten sind. Die Gewalt- und Herrschaftsphantasien Feiglins sind krank - soviel steht fest.

    Da Feiglin als hohes Mitglied des israelischen Parlaments somit dem Gaza-Teil Palästinas jede Existenzberechtigung abspricht und sich dabei auf wahnsinnige, völlig haltlose wie hysterische "Argumente" stützt, muss man sich fragen, woher er das Recht auf Existenz für Israel nehmen will. 
    Der Mann agitiert im Sinne einer durchgeknallten "Groß-Israel"-Vision und spricht tatsächlich und allen Ernstes davon, die gesamte Bevölkerung des Gaza-Streifens auslöschen zu wollen - in dem sie entweder freiwillig von dort in die Wüste zieht oder eben stirbt.

  • Israel - tötet sieben Deutsche in Gaza-Stadt

    Es fällt mir nicht leicht, die äußere Ruhe zu wahren aber immerhin gelingt es mir, innerlich fest bei meinen Überzeugungen zu bleiben.

    Gestern noch schrieb ich: "Es wird zu beobachten sein, wann sich die Artillerie auf Gaza-Innenstadt richtet, wo sich gegenwärtig zehntausende Flüchtlinge konzentrieren."

    Das israelische, schwere Granatfeuer richtet sich demnach seit bereits gestern abend tatsächlich auf Gaza-Innenstadt, wohin die israelische Armee per Flugblättern palästinensische Flüchtlinge mit der Begründung dirigiert hatte, dort seien sie angeblich vor Luftschlägen gegen Militäreinrichtungen sicher.

    Bei den schweren Angriffen gegen Gaza-Stadt kam nun neben vielen anderen auch eine insgesamt 7-köpfige, deutsche Familie ums Leben. Sie hatte tragischerweise den israelischen Aufrufen Folge geleistet.

    (Zitat: SPIEGEL-Online) :

    Nach Angaben palästinensischer Medien sind sieben palästinensischstämmige Deutsche am Montagabend bei einem Luftangriff im Zentrum Gazas umgekommen: Ibrahim Kilani, seine Frau und ihre fünf Kinder.

    Nur der Vollständigkeit halber hier das zum Vorwurf passende Zitat, nach welchem das israelische Militär absichtsvoll Flüchtlinge in die Innenstadt geschickt hatte:

    Eigentlich lebten die Kilanis im Nordwesten Gazas, heißt es aus palästinensischen Quellen. Doch wegen der israelischen Evakuierungsaufforderung waren sie weiter ins Zentrum gezogen, um vor den Angriffen sicher zu sein.

    Natürlich wird noch nicht einmal der Tod dieser ganzen, deutschen Familie irgendeinen Einfluss auf deutsche (Außen-) Politik haben, denn das Kanzleramt wird noch nicht einmal um diesen Preis seine Liebedienerei Israel gegenüber verändern. Zjmal die Familie palästinensische Wurzeln hat und demzufolge in den nächsten Stunden das Gerücht installiert werden wird, es habe sich um zumindest Unterstützer der Hamas gehandelt.

    Schon scheint folgender Satz im SPIEGEL vollkommen überflüssig zu sein, weil ihm ja doch nichts folgt. Keine wie auch immer geartete Reaktion wird es darauf geben, nicht in Zusammenhang mit den Kilanis, noch mit den vielen anderen Toten:

    Was genau das Ziel der Attacke war, ist bisher unklar.

  • Israel - wer erwürgt die Wahrheit?

    Natürlich laufe ich jetzt Gefahr, dem gefürchteten Wildwuchs von Spekulationen, Vermutungen und vor allem den daraus resultierenden, wüsten Verschwörungstheorien neues Futter zu verschaffen - ich bemühe mich aber um der Wahrheit willen um die Wiedergabe strikter Fakten. Die Interpretation überlasse ich der Zukunft und dem Leser:

    Es gab vor wenigen Tagen zwei erstaunliche "Veränderungen" in der Zusammensetzung von Journalisten, die vor Ort in Gaza recherchieren.
    Auffällig vor allem sind zwei US-amerikanische Sender, die ganz plötzlich und in hektischer Manier zwei Journalisten von Gaza abgezogen hatten. Es handelt sich um NBC und CNN; wer sich in der Medienlandschaft auskennt weiß, dass es sich hierbei nicht um dörfliche Käseblättchen, sondern äußerst große und meinungsbildende Nachrichtensender handelt.

    NBC zog zunächst Ayman Mohyeldin zurück; Mohyeldin war es, der für seinen Sender von dem gezielten, israelischen Raketenangriff auf Kinder am Strand von Gaza berichtet hatte. Er hatte über NBC dargelegt, was sein Berufsethos ihm vorschrieb, offensichtlich war und, anderen Journalisten folgend, objektive Tatsache war. Seiner Beobachtung zufolge handelte es sich keineswegs um einen "tragischen Irrtum" seitens der Raketenschützen. Es gab nicht den geringsten (!) Hinweis auf irgendeine Anwesenheit irgendwelcher Hamas-Kämpfer, so dass offen zutage trat, treten musste, dass der Angriff bewusst auf Kinder erfolgt war. Erstaunlicherweise jedoch geschah tatsächlich das völlig Unerwartete: innerhalb der US-Medienlandschaft wurde seitens vieler einflussreicher Journalisten plötzlich harsche und laute Kritik an der Entscheidung NBC's laut, Mohyeldin aufgrund seines wohl als unangenehm empfundenen Berichts aus Gaza abzuziehen.
    Für die israelische Regierung und Militärführung ist Mohyeldins Anwesenheit ganz extrem unangenehm, da er sich als hervorragend beleumundeter Reporter und als sozial engmaschig verwobener Sohn eines ägyptischen Vaters und einer palästinensischen Mutter ganz besonders gut in der Region auskennt.

    In den USA, so wird spekuliert, sollen politisch wie religiös "interessierte Kreise" (ich nenne dies so, um die Hintergründe zu versachlichen; der objektive Bericht, den ich kenne, nennt weitergehende Details!) massiv Einfluss auf die Personalentscheidung NBC's genommen und das Zurückziehen initiiert haben. NBC jedenfalls sah sich aufgrund des zunehmenden, zwischenzeitlich halböffentlichen Drucks gezwungen, Mohyeldin nach Gaza zurückzuschicken - was einen Sieg darstellt.

    Der zweite Fall seitens CNN betrifft die Reporterin Diana Magnay. Sie berichtete in einer Nachtausgabe live von der Grenze zu Gaza, als das Bombardement einen weiteren Höhepunkt in seiner Intensität erreichte. Magnay war dabei umgeben von einer israelischen Menschenmenge, deren "Kommentare" laut und deutlich mit übertragen wurden. Die Menschen klatschten und jauchzten bei jedem tödlichen Einschlag, den sie beobachten konnten und äußerten, vorsichtig ausgedrückt, offenbar größte Freude und Belustigung an der Zerstörung durch die schweren Waffen.
    Im Nachgang (!) zu ihrer Reportage machte sie einen zugegebenermaßen unangenehmen Fehler: sie twitterte zu diesem Erlebnis, es habe sich bei dem israelischen Publikum wohl um "Abschaum" gehandelt.
    Schon während ihrer Reportage vor Ort erlebte sie vom anwesenden Abschaum "vorsorglich" schwere Drohungen; man werde ihr Auto zerstören, wenn sie "auch nur ein falsches Wort" berichte.

    Die Medienpolitik Israels fußt auf offenbar mehrere Strategien: wie die Zeitung Ha'aretz vor einiger Zeit bereits berichtete, unterhält die israelische Regierung (wie manche andere auch!) eine ganze Stabsabteilung von Mitarbeitern, die die gezielte Manipulation aller erreichbaren, sozialen Netzwerke zum Ziel hat. Dort anwachsende Kritik am israelischen Vorgehen soll torpediert, mit künstlichen Zweifeln, Halb- und Unwahrheiten erstickt werden.
    Nach meiner persönlichen Meinung, für die ich wohl nachvollziehbarerweise allerdings keine Beweise habe, besteht die zweite Strategie auf die Meinungsproduktion innerhalb maßgeblicher, verbündeter Staaten. Ich halte es allerdings keinesfalls für einen Zufall (an den ich sowieso nicht glaube!), dass die oben beschriebenen Personalentscheidungen zugunsten eines Bildes getroffen wurde, welches von israelischen "Sach"-Darstellungen dominiert wird und das meiner Meinung nach zu mindestens 75 Prozent aus Lügen oder unterdrückten Berichten besteht.

    Dass es sich nach allem Dafürhalten, nach aller Wahrscheinlichkeit allerdings genauso verhält kann man daran erkennen, dass von den beschriebenen Sendermanövern in den USA hierzulande keine einzige Zeile berichtet wird oder wurde.

    Fragen, warum dem so ist, möge sich jeder angesichts unserer eigenen Medienlandschaft neben den zu beobachtenden Bemühungen unseres Außenministeriums und unserer Kanzlerin, jedwede Verantwortung und Schuld für die Toten des neuerlichen Gaza-Massakers ausschließlich im Gaza-Streifen zu verorten, selbst beantworten. Mir jedenfalls stinkt dies viel zu sehr nach dem Geruch Marke "Netanjahu".

  • Israel - Kriegsverbrechen in Reihe

    Die vereinbarte Feuerpause am gestrigen Sonntag nutzten israelische Scharfschützen, um erkennbar unbewaffnete Leute ohne Gegenwehr befürchten zu müssen, töten zu können.
    Joe Catron, US International Solidarity Movement (ISM), wurde selbst Augenzeugin eines solchen Übergriffs, von dem sogar eine Videoaufnahme existiert.

    Ihre Zeugenaussage im Zitat (übersetzt):

    Das israelische Militär hat während einer angekündigten Waffenruhegerade einen Mann aus Gaza erschossen, der versucht hat, seine Familie zu erreichen. Er war mit einer Gruppe von Gemeindearbeitern und internationalen Menschenrechtsverteidiger unterwegs, die versuchten, verletzten Menschen in der Nachbarschaft Shujaiya aufzufinden.

    "Wir alle sahen nur einen Mann, der vor uns ermordet wurde. Er versuchte, seine Familie in Shujaiya zu erreichen, weil er nichts mehr von ihnen gehört hatte und besorgt um sie war. Sie erschossen ihn, und schossen weiter, als er am Boden lag. Wir hatten keine andere Wahl, als uns zurückzuziehen. Wir konnten ihn aufgrund der Artillerie nicht erreichen, und dann hörte er auf sich zu bewegen. "

    (Hier das Video: http://www.youtube.com/watch?v=sBakqLUBWP0 )


    Ma’an News Agency veröffentlicht grauenvolle Details von dem zur Zeit noch andauernden Massaker:

    "Im Inneren des (Gaza-Stadtteiles Shujaiya, d. Verf.) waren Szenen der absoluten Verwüstung: ganze Gebäude sind in sich zusammengebrochen und liegen auf den Straßen zerstreut. Geborstene Bäume waren umgeworfen, Kinderschuhe liegen herum - lila Hausschuhe eines Mädchens, blaue Flip-Flops eines Jungen - mit den Trümmern unter den Füßen vermischt.

    Ein ganzes Wohnhaus mit mehreren Etagen war immer noch in Flammen, das Feuer brennt im Erdgeschoss und bedeckt die Fassade mit schwarzem Ruß. Und es gab Leichen, die in den Straßen liegen.

    Einige waren fast bis zur Unkenntlichkeit verbrannt, ganze Körperteile fehlten. Ein Mann in seiner Hausrobe wurde komplett schwarz verkohlt außer seiner inneren Organe, die sich mit ihrer gelben Farbe stark gegen die Kohlenschwärze Rest seines Körpers abhoben. Die Toten waren jung und alt, die hektischen Rettungskräfte trugen mehr als ein lebloses Kind aus den Ruinen."


    Charlie Andreasson, eine Schwedin, sagt aus, dass Rettungswagen von israelischen Soldaten mit scharfer Munition beschossen werden.

    Diesmal ist die Todesrate unter Kindern besonders hoch:

    13-jähriges Mädchen aus Gaza

    Dieses Mädchen steht stellvertretend für viele Dutzend Kinder, die vornehmlich durch den unterschiedslosen Beschuss durch israelische Artillerie aus großer Entfernung getroffen werden.

    Es ist vollkommen undenkbar, angesichts des massenhaften und schweren Bombardements, die sich gegen zivile Wohnviertel richten, von Granatfeuer sprechen zu wollen, welches sich angeblich "gezielt" gegen "Militäreinrichtungen" richte, wie Netanjahu behauptet. Hier handelt es sich um unterschiedslosen Terror mit schweren Waffen gegen ein ganzes Volk.

    Es wird zu beobachten sein, wann sich die Artillerie auf Gaza-Innenstadt richtet, wo sich gegenwärtig zehntausende Flüchtlinge konzentrieren.

  • Israel - Ausschreitungen in Türkei und Frankreich

    Frankreich hat die widerliche Botschaft nicht verstanden, die Israel in die Welt sendet - die Franzosen offensichtlich hingegen schon.
    Am Wochenende haben zahlreiche Angriffe auf jüdische Einrichtungen in Frankreich stattgefunden und tausende empörte Franzosen haben ihrem Unmut Luft gemacht. Sie greifen sich, was sie an Repräsentanz Israels finden und was nicht durch die ganze Macht französischer Sicherheitsbehörden geschützt wird, die derartige Demonstrationen mehr oder weniger im Handumdrehen und mit maximaler Gewalt auflösen können. 
    Mir wollen keine guten Gründe für die französische Regierung einfallen, dass sie um der eigenen Ehre und dem Ansehen ihres Staates willen nicht zu einer scharfen Verurteilung Israels greifen - und den Franzosen offenbar auch nicht. Sie nehmen die Frage ihrer nationalen Ehre in die eigenen Hände und schaffen Lautstärke und Schlagzeilen. 

    Die Türkei hat die Botschaft verstanden, und die Türken erst recht.

    Im Einklang mit ihrer Regierung legen die Türken Ehre für ihr Land ein. Die wütenden Großdemonstrationen erfüllen mich mit hohem Respekt. Wenn man die schweren und schwersten Fehler Erdogans auf nationalem Parkett vorübergehend einmal zugunsten einer schweren, internationalen Schieflage vergisst, kann man Erdogan nur begeistert zustimmen.
    Und sich aufrichtig wundern, weshalb er überhaupt mit seiner Feststellung, Netanjahu sei im Grunde nichts als ein verkappter Hitler, auf Kritik stößt.

    Leider verbergen sich hinter einigen dieser Versammlungen und unter den Demonstranten natürlich auch einige Idioten, die tatsächlich einem kruden wie trivialen und bösartigen Antisemitismus anhängen. Solche Untermischungen werden wohl nicht zuverlässig zu verhindern sein und sie bieten Grund zur Scham, wenn sich Organisatoren und Kameraden dieser und ähnlicher Demonstrationen diesen unsauberen Elementen nicht entgegenstellen und sie des Platzes verweisen. 
    Allerdings ist es ein ebenso hilfloser wie verräterischer Versuch für westliche Regierungen, gleich alle dieser Kundgebungen platt des Antisemitismus' zu beschuldigen.

    Trotz allen aufrichtigen Schmerzes, den ich über die Toten von Gaza verspüre, geht die Aufnahme nüchterner wie aufrührender Details aus den Angriffen Israels für mich weiter - und sie erhalten ihren emotionalen Geschmack, den ich nicht abschütteln kann:
    Wer um alles in der Welt kann irgendwie, bitte nur irgendwie verstehen, dass ganze Reihen schwerer Kanonen, die mitten in Dörfer und Städte hineinschießen, zwischen (Hamas-) Kämpfern und Müttern, zwischen Extremisten und Kindern unterscheiden?

    Wie ist es nur möglich, dass folgendes Zitat aus dem SPIEGEL nicht zu einem vereinten, internationalen Aufschrei führt?

    "Israels Premier Netanjahu zeigte sich unbeeindruckt [am Vorwurf von Kriegsverbrechen seitens der Arabischen Liga; d. Verf.]. Er sagte in einem CNN-Interview, man werde die gegen Israel gerichteten Raketenattacken aus Gaza stoppen, unabhängig davon, welches Vorgehen dafür nötig sei. Der Hamas warf Netanjahu vor, Bewohner von Gaza als "menschliche Schutzschilde" einzusetzen. Israel ziele auf Militärstandorte, manchmal gebe es dabei bedauerlicherweise Zivilopfer."

    Die gesamte Operation Israels hat mit einer zielgerichteten Aktion gegen kämpfende Einheiten im Gaza-Streifen nichts zu tun, und nie gehabt. Es ist eine himmelschreiende Zynik von dem Widerling Netanjahu, in Zusammenhang mit dem unglaublich hohen Blutzoll unter der Zivilbevölkerung, angesichts der breitflächigen Zerstörungen die Vokabel "manchmal" in Bezug auf Zivilopfer zu benutzen.

    Beinahe noch viel schlimmer, geradezu ekelerregend ist das eisige Schweigen der Welt und das alles wird nur noch übertroffen von der "Besorgnis" Obamas in seinem Telefonat mit Netanjahu, ob es nicht vielleicht doch ein wenig viele tote Zivilisten seien, die dem vorgeschobenen Grund für die breitflächige Menschenvernichtung zum Opfer fallen.
    298 tote Passagiere eines vermutlich versehentlich abgeschossenen Flugzeugs erzeugen in Obama "Wut", mehr als 500 wahllos und vollends absichtlich hingerichtete Zivilisten hingegen nur "Besorgnis".  

    Denn, nochmal: ich fordere jeden auf, der glaubt, dies zu können, mir schlüssig zu erklären, wie anhaltendes Raketen-, Granaten- und Panzerfeuer auf zivilie Stadtteile dazu führen könnte, ein klar umrissenes, strategisches Ziel zu erreichen.
    Die Welt weiß von der Prahlerei Israels und seiner durchaus erstaunlichen Erfolge darin, auf der ganzen Welt sehr gezielt Einzelne zu kidnappen, zu erschießen und zu vergiften. Es ist bekannt, dass Israel längst palästinensische Agenten gekeilt und in Einsatz gebracht hat, um extreme und extremistische Organisationen zu unterwandern, abzuhören und gezielt zu beseitigen. Im Falle der Qassam-Brigaden aber soll dies alles plötzlich unmöglich sein und wer will mir um Himmels Willen erklären, warum Israel in diesem Fall plötzlich eine Massenvernichtung von Zivilisten braucht, weil es auf einmal mit Kanonen auf zivile Einrichtungen und Stadtteile schießt?
    Israel hat angekündigt, die Bodenoffensive noch einmal ausweiten zu wollen; ich denke, dass es möglicherweise nicht ohne das Ziel, mindestens tausend bis tausendfünfhundert zivile Tote unbedingt vor Feuereinstellung erreicht haben will, das Töten und Zerstören abbricht.
    Im Augenblick strömen zehntausende Menschen verzweifelt in Richtung Gaza-Stadt; sie werden Unterkunft in UN-Einrichtungen suchen und ich werde mich nicht wundern, wenn heute, morgen oder übermorgen auf einmal durch "tragisches Versehen" eine oder mehrere dieser total überfüllten Einrichtungen bombardiert und vollends zerstört werden. So war es bereits 2009, als gleich mehrere Krankenhäuser und Schulen von Israel gezielt beschossen worden sind - und das, obschon diese Einrichtungen nach den ersten Treffern Kontakt mit der israelischen Militärführung aufgenommen und von den großen Massen von Flüchtlingen in ihren Räumen informiert hatten.

    Ich entbiete den Franzosen und der ganzen Türkei meinen Gruß und bezeuge meinen Respekt vor ihrer Unbeugsamkeit, vor ihrer Ehre, die sie gerettet haben und vor ihrem Mut.

  • Israel - der Völkermord geht zügig und nach Plan voran.

    Zu keinem Zeitpunkt hatte die israelische Regierung jemals die Idee, auf das seit vielen Monaten eingeplante Massaker in Form einer (wieder einmal) breitflächig angelegten Bodenoffensive zu verzichten. Der Beschuss aus der Luft und aus der Ferne ist, was die Todeszahlen angeht, offensichtlich zu ineffizient. Außerdem können Journalisten aus der Ferne leider viel zu gute Aufnahmen vom Bombenhagel machen, was langfristig trotz aller Bemühungen der USA und Deutschlands, rhetorisch eine gewisse "Rechtfertigung" für das Töten herbeizureden, keine gute Stimmung macht.

    Bodentruppen müssen her - die werden vor Ort nicht von Journalisten begleitet und so können sie, wie damals in 2009 ja auch, beinahe unbeobachtet Zivilisten abknallen.

    Das war mir schon vor fast zwei Wochen völlig klar:

    http://echsenwut.blog.de/2014/07/03/israel-update-geirrt-18781804/

    Das bisherige Schießen war nichts als ein Auftakt; aller Wahrscheinlichkeit nach hat Netanjahu dies "Warmschießen" nur angesetzt, um die Reaktion der Verbündeten zu orchestrieren und darauf zu setzen, dass die Weltgemeinschaft den Völkermord auch zuverlässig als "Verteidigung" und seine Herrschaft eben nicht als die eines durchgeknallten, rassistischen und regelrecht verrückten Wahnsinnigen versteht.

    Es funktioniert ja auch: ganz wie von Netanjahu gewollt, melden sich also auch Obama nebst seines keifenden Merkel-Dackels zu Wort und fordert Palästina ebenfalls dazu auf, gefälligst alle Gegenwehr einzustellen, damit das Schießen und Sterben nicht gar so medial unappetitlich ausfällt und schnell gehen möge. 
    Denn soviel ist mir klar: die israelische Regierung und deren Militärführung haben sich offensichtlich ein gewisses Quantum an Opfern vorgenommen und das Ziel soll erreicht werden.

    Wer das für übertrieben oder gar hysterisch hält, der informiere sich bitte vielleicht über meinen gestrigen Beitrag über die Zionistenschlampe Shaked, die erst kürzlich in aller Offenheit und Öffentlichkeit für ihren wortwörtlich verfassten Aufruf zum Genozid an Palästinensern erstaunlich viel Zuspruch aus Israel erhalten hat.
    Es steht jedem frei, selbst seine Erkenntnis darüber zu gewinnen, dass Shaked keine isolierte Spinnerin ist, sondern lediglich den Vernichtungsphantasien durchaus prominenter und vielbeachteter, jüdischer Rabbiner folgt.

    Es ist bizarr und verstörend, dass die Welt den wütenden, absichtsvoll völkervernichtenden Angriffen Israels tatenlos zusieht und die Opfer sogar auch noch deutlich vernehmlich dazu auffordert, stillzuhalten.
    Niemandem will auffallen, dass der nunmehr seit vielen Tagen beinah unausgesetzte Bombenhagel nichts anderes ist als breitflächige Vernichtung und niemand will bemerken, dass wieder einmal mehrere Dutzend Kinder gezielt vernichtet und absichtsvoll Krankenhäuser zerstört werden.

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