szmmctag

  • Die wütende Echse wütet nun woanders! ;-)

    Es war nicht immer leicht - mit mir. B)

    Durchaus mit Wehmut schließe ich hier meine Pforten, auch wenn ich das alte Zuhause nicht abreiße, sondern noch unter Beobachtung stehenlasse, bis es denn vom Betreiber Mitte Dezember abgerissen wird.

    Aus dem eigentlich liebenswürdigen Dorf blog.de ziehe ich mit meinem Köfferchen voller Raserei nun um in die Stadt wordpress.com - und obschon das Wohnhaus ein anderes, größeres ist, steht das gleiche auf der Klingel:

    echsenwut.wordpress.com

    Allen Freunden, ob schreibend oder schweigend, lesend, hier meinen wirklich tief empfundenen Dank für Beteiligung, ihre zuweilen scharfe Kritik, ihr Schulterklopfen und ihren spitzen, mahnenden wie warnenden Zeigefinger.

    Wer immer möchte, wer immer meinen Beiträgen etwas für sich entnehmen konnte, wer auch weiterhin Interesse an Hintergrundinformationen frisch aus arabischen Druckpressen hat, ist herzlich zu meiner neuen Adresse eingeladen.
    Wer mich hier kannte, dem wird die Umgewöhnung unter der neuen Adresse nicht schwerfallen - der sieht nichts als eine konsequente Fortschreibung des hier Begonnenen.

    Aber eines ist mir doch wirklich sehr, sehr wichtig: auch die, die ich durch meinen Umzug verlieren werde, sind dringend dazu aufgerufen, weiterhin blogs zu frequentieren und noch dringlicher als je zuvor darum gebeten, ihre (woanders) weiterzuführen!

  • Iran - was passiert nach dem Atom-Deal?

    Das scheint eine immer interessanter, spannender werdende Frage zu sein – und zwar völlig losgelöst von den Auswirkungen des Deals auf das Verhältnis Irans zum Westen. An dieser Front wird kurzfristig nicht allzuviel passieren. Westliche Emissäre wie Gabriel etwa hetzen nach Teheran, um sich möglichst schnell möglichst lukrative wie langfristige Lieferverträge zu sichern. Das ist ebenso uninteressant wie eingeschränkt in der globalen Wirkung; wenigen Armen im Iran wird es etwas besser gehen, es wird sich ein halbwegs starker und gesunder Mittelstand und eine dicke Oberschicht etablieren.

    Die Rede von Ajatollah Khamenei kurz nach Abschluss des Deals sprach Bände – und trieb den machtvollen Akteuren in der gesamten Region den Schweiß auf die Stirn. Wenn auch dort niemand aufrichtig und wirklich daran geglaubt hatte, dass der Deal auch die Mission, den außenpolitischen Auftritt Teherans maßgeblich hätte beschneiden können, drehte Khamenei den Spieß kurzerhand um und beschied der Welt offensiv, dass Iran an seiner Politik und Strategie, Macht auszubauen und zu erhalten, festhalten wolle.

    Das wirklich Fatale daran ist, dass auf den Iran niemand verzichten kann. Sowenig verzichten kann, dass gerade der Abschluss des Deals ein Zeichen des Westens war, dass man die Präsenz des Iran nun anerkenne.

    Und jetzt entwickeln sich viele Dinge sprunghaft wie spontan:

    Das Königshaus von Saudi-Arabien schwenkt von seiner bisherigen Linie ab.

    Ohne eine minutiöse Planung zusammen mit dem ägyptischen Militär und dem unbedingten Willen des vorherigen Königs würde es den Putsch am Nil nie gegeben haben. Saudi-Arabien folgt dem Wahabismus, einer ganz besonders versteinerten, verkrusteten wie brutalen Lesart des Islam und die Wahl des ägyptischen Präsidenten Dr. Mohammed Mursi, der der ganz erheblich freieren und progressiveren Muslimbruderschaft entstammt, ließ am strikten wie zuweilen grausamen Kurs Saudi-Arabiens Kritik aufkommen. Zudem fürchteten viele Golf-Staaaten innerhalb der Arabischen Liga, die Präsenz eines demokratischen Ägyptens unter der Ägide eines modernen Islam könne in ihren Bevölkerungen Begehrlichkeiten aufkommen lassen und zur politisch-sozialen “Infektion” mit revolutionären Gedanken führen. Mit dem “Islamischen Staat” hat zu dem Zeitpunkt kaum jemand gerechnet. Aus diesem Grunde konzentrierte sich die Arabische Liga auf die Entfernung Dr. Mursis aus dem Amt; den Akteuren aus der Liga schwebte ein hart durch ein Militär regiertes und ersticktes Ägypten vor.

    Es war aber bereits ein Hosni Mubarak, der vor gut zehn oder fünfzehn Jahren bereits vor der Arabischen Liga erbittert Klage gegen den Iran führte – auf Zustimmung traf und einige Mitglieder erschreckte. Mubarak hatte eine stille Infiltration registriert; es waren viele Shiiten mit Geld und Aufträgen ausgestattet aufgetaucht, die zielgerichtet Einfluss gewannen und sammelten. Regional begannen Spannungen aufzutreten; in Kairo erschreckte sich die Polizei vor “absonderlichen Ritualen” in einer shiitischen Moschee und schloss diese kurzerhand mit der Begründung, diese Rituale könnten ägyptische, also sunnitische Bürger nachhaltig verstören. Sie haben wohl den Kult der Selbstpeitschung gemeint, der in der islamischen Welt ohne weiteres Beispiel ist und bewusst wie absichtsvoll sehr blutig abläuft.

    Nach dem Atom-Deal verlässt das neue Königshaus Saudi-Arabiens seine bisherige Politik; es muss einsehen, dass es neben einem “IS” nun einer weiteren Gefahr gegenüber steht, die nicht so einfach zu ersticken ist wie mögliche Opposition aus Ägypten. Es war den meisten Golf-Staaten ganz recht, dass Iran in wirtschaftlichen Fesseln lag; man misstraute den Shiiten ebenso wie den Politikern Irans, die aufgrund des Rohstoffreichtums, der günstigen, geostrategischen Lage auch auf ein mittlerweile gut ausgebautes Netz iranischer Emissäre in der ganzen Welt setzen können. Die Golf-Staaten begreifen den Atom-Deal tatsächlich als “Entfesselung” eines Gegners, der ihnen auf verschiedenen Ebenen staatlichen Handelns Unannehmlichkeiten bescheren wird.

    Nun erscheint König Salman bin Abdulaziz von Saudi-Arabien einen Kurswechsel vorzunehmen, der dem ägyptischen Diktator die Luft knapp werden lassen könnte – der König verhandelt mit der Bruderschaft und mit der Hamas und beide sind erbitterte Feinde des Diktators vom Nil. Beide sind aber auch erbitterte Feinde des “Islamischen Staates” und Irans und es werden genau diese Eigenschaften sein, wegen der der König dem ägyptischen Diktator in Kürze untersagen wird, die ägyptische Bruderschaft weiterhin so brutal zu verfolgen. Denn der König weiß: das ägyptische Militär kann vielleicht schießen, aber nicht wirtschaften. Die Eckdaten der ägyptischen Wirtschaft sind katastrophal; Kenner beobachten, dass die Militärs ihre eigene Hilf- wie Planlosigkeit damit überdecken, indem sie immer wieder mal bei Geberstaaten um immer weitere Geldspritzen und Kredite nachfragen. Ägypten ist Lichtjahre davon entfernt, ohne diese Infusion von Kapital von außen auszukommen. Damit hat der König Ägypten am Wickel und besitzt den magischen “Ein- / Aus-” Schalter, mit dem es jede Regierung Ägyptens wählen lassen oder stürzen kann.

    Wie ich lese, lässt Saudi-Arabien derzeit nichts anbrennen; es gab bereits erste Unterredungen zwischen Khaled Mashaal, dem Hamas-Führer, dem König, dem Kronprinzen Saudi-Arabiens, Mohammed bin Nayef und dessen Stellvertreter. Dieser Termin ist nicht zuletzt durch den schweren Anschlag des “IS” gegen die Hamas und deren bewaffneten Arm, der Qassam-Brigade vor wenigen Tagen zusätzlich motiviert worden. Der König sieht in der Hamas nun nicht mehr den Feind, der sie gestern noch war, sondern einen wichtigen Verbündeten im Kampf gegen die shiitische Hisbollah und den “IS” – beides Kräfte, die Saudi-Arabien in Bedrängnis bringen könnten.

    Wir werden miterleben, wie sich die Karten nicht mehr neu mischen lassen – sondern wie sie entsorgt und durch neue Karten ersetzt werden. Möglicherweise wird es die ägyptische Muslimbruderschaft geradezu verrückterweise ausgerechnet den Shiiten und den durchgeknallten Extremisten wie Terroristen vom “IS” zu verdanken haben, dass die Diktatur in Ägypten vielleicht doch nicht erst nach zwanzig oder dreißig Jahren, sondern vergleichsweise kurzfristig ihr Ende findet. Beide Strömungen sind erklärte Feinde der Muslimbruderschaft, aber zumindest letzter hat theoretisch Einfluss darauf, Ägypten auf seine Weise gegen die Infiltration des “IS” und gegen eine Zunahme der Radikalisierung zu immunisieren.

    Was Saudi-Arabien tut, wird Kuweit unweigerlich ebenfalls tun – und Kuweit ist einer der mächtigsten wie reichsten Sponsoren des ägyptischen Diktators. Beide zusammen aber bilden die dominante Kraft in der Arabischen Liga; nach meiner persönlichen Einschätzung wird man sich dort an die weit verbreitete Muslimbruderschaft erinnern und sich ihrer bedienen wollen. Sie ist als moderate, progressive und nunmehr politisch vorbelastete Strömung ein naturgegebener Gegner des “IS” und kann ganze Völker zum Kampf gegen ihn motivieren – oder auch demotivieren.

    Iran wird seine isolierte Position nicht so leicht verlassen und durch die erhöhte Aufmerksamkeit der Golf-Staaten auch mittelfristig kein befriedigendes Prosperieren erfahren. Er wird sich aber auch nicht der westlichen Linie anschließen, sondern auch weiterhin aufgrund seines nachhaltigen Misstrauens allein, ohne mächtige Verbündete dastehen. Khamenei wird nicht das letzte, iranische Staatsoberhaupt sein, welches völlig korrekt und richtig jedwede Existenzberechtigung Israels ablehnt. Und warum auch. Immerhin teilt es nicht die Geschichte Israels und der USA, die für beide aus der gezielten wie absichtsvollen Ausrottung der Ureinwohnerschaft besteht. Und Iran teilt auch die Geschichte beider nicht, die beide mehrfach blutige Angriffskriege geführt und ethnische Säuberungen wie hinterhältige Intrigenpolitik bis in die Gegenwahrt durchgeführt haben.

    Fazit: es bleibt spannend – stay tuned.

  • Eine Polemik: Deutschland - Steine auf Hilfskräfte

    SPIEGEL-Online schreibt heute:

    Sechs Jugendliche haben in der Nacht zu Sonntag an einer Flüchtlingsunterkunft in Halberstadt Steine auf Helfer des Deutschen Roten Kreuzes geworfen. Dabei wurde eine 20-jährige Helferin an der Wange getroffen und leicht verletzt, teilte die Polizei mit. Zudem sei mehrfach “Ausländer raus” skandiert worden.

    Viel mehr, denke ich, muss man über unser Deutschland heutiger Tage eigentlich gar nicht mehr wissen um zu verstehen, weshalb das Bild Deutschlands und seiner Bewohner in der internationalen Wahrnehmung konsequent immer weiter absinkt.

    Hier muss man im Grunde genommen innehalten und sich kontemplativ der Frage stellen, was eigentlich passiert ist, dass deutsche Bürger Steine auf Hilfskräfte werfen, denen sie möglicherweise selbst einmal ihr Leben zu verdanken haben. Wir müssen uns wahrhaftig fragen, ob unser Gesellschaftssystem nicht ähnlich verbraucht und von vornherein falsch angelegt war wie das des Kommunismus etwa. Denn soviel steht fest: wenn dies Nachkriegs-Deutschland, das Auschwitz-Deutschland, das führergläubige, dumme wie hasserfüllte Deutschland der Vergangenheit durch eines abgelöst worden ist, in dem es wieder schick ist, Fremde und Gäste anzugreifen, anzupöbeln, abzustechen, zu beleidigen und ihnen das Dach über dem Kopf anzuzünden, dann ist irgendetwas gewaltig schiefgegangen in diesem Land. Dann ist es Ausdruck gefährlicher, politischer Dummheit, nach wie vor Forderungen nach einer “Willkommenskultur” durch die Medien zu posaunen – weil es nichts mehr als Pfeifen im dunklen Walde ist.

    Es liegt vermutlich, würde ich annehmen, an der gefährlichen Mixtur aus Demokratie und Geld. Diese beiden Dinge vertragen sich nicht.

    Der Bedürftige, der Notleidende, der Verfolgte und Entrechtete wird immer bereit dazu sein, jedem in seinem Umfeld möglichst alle Rechte zuzuerkennen, weil er selbst sie vermisst. Dadurch entsteht Solidarität – und die kann sich im modernen Zusammenleben etwa durch Demonstrationen und sonstige Protestaktionen zeigen.

    Es sei denn, hier wird ähnlich effektiv ein Keil zwischen die Menschen geschlagen, wie es die Bundesregierung verstanden hatte zu tun. Über einen Zeitraum vieler Jahre wurden Probleme, die Zuwanderer, Ausländer, Gäste und Flüchtlinge mitbrachten, grundsätzlich immer sehr laut und vernehmlich in Berlin diskutiert. Man gönnt sich auch auf Bundesebene lautgeführte Gespräche über die Annahme, ob es nicht vielleicht doch ein (arabisches) “Verblödungsgen” gibt und die “Islamkonferenz” unter derr Führung des Innenministers verweigert Verhandlungen über solche Themen und will viel lieber offen und aggressiv “diskutieren”, wie die Gäste sich zuverlässig selbst aushorchen und “Extremisten” an den Staat auszuliefern haben.

    Kein Zweifel: bislang erzielte die Bundesregierung dadurch massive Erfolge und verhinderte sehr zuverlässig, dass statt ihrer andere Elemente unserer Gesellschaft als Sündenböcke erkannt und verfolgt werden. Ich gehe fest davon aus, dass dies ausformulierte Strategie der Bundesregierung ist: “Dividere et Impere!” – “Teile und herrsche!” eben. Man gebe dem Volk ein Feindbild und suggeriere, dass die bezeichnete Minorität Probleme mit sich bringe, die nicht ins eigene Gepräge passe und wieviel Transferleistungen an diese fällig würde – und schon ist man vor Aufständen, Unruhen, brennenden Barrikaden und somit hässlicher Fotos und Berichte gegen sich selbst sicher. All dies wird lediglich durch Sagen und Nichtssagen erreicht; Probleme der Gäste werden laut diskutiert, die, die man selbst bereitet, eben nicht. Das reicht.

    Parallel dazu hat man die Vorzüge der breitflächigen, US-amerikanischen Bildungsnot erkannt und in Deutschland zwischenzeitlich durch konsequentes Zurückfahren von Bildung erreicht. In der Konsequenz fällt heute bereits auf, dass manche Bundesbürger nicht mehr wissen, wer Außenminister ist, wie die Sitzverteilung im Bundestag ist – oder was im Grundgesetz steht. Der Bürger wird zunehmend blöder und dadurch anfällig für extremistische Äußerungen, wie sie zuweilen von der Regierung selbst in die Medien durchgesteuert werden.

    Das Feld ist bereitet.

    Wer sich das nationalsozialistische Deutschland anschaut und sich den Beginn dessen näher vor Augen führt, was später dann zur industriell effizienten Vernichtung von Menschen geführt hatte, dem stockt der Atem – denn die gleichen Anzeichen sind wieder da. Die Juden und Muslime Deutschlands erfahren ein sprunghaftes Ansteigen von Anschlägen, während die Regierung und die “Sicherheits”-Behörden auch weiterhin ganz konsequent blind auf dem rechten Auge bleiben.

    Demokratische, humanistische Werte sind sturmreif geschossen. Es existiert kaum noch irgendwo irgendein Störgefühl, wenn eine “biodeutsche” Beziehungstat als solche bezeichnet wird, eine von Muslimen begangene aber immer ein “Ehrenmord” ist – selbst wenn der “biodeutsche” Täter klar und öffentlich zu Protokoll gibt, dass seine “Ehre” verletzt worden sei, wodurch er sich zu der Tat getrieben fühlte.

    Kinder verlieren das Wort “Muslim”. Sie reden nur noch von “Islamisten” – wie viele ihrer Eltern mittlerweile auch. Ich ernte immer Ärger, wenn ich im Gespräch einen “Biodeutschen” höflich darauf hinweise, dass ich beileibe kein “Islamist”, sondern “nur” ein “Muslim” bin. Man legt mir das als Korinthenkackerei aus – wohl weil der Begriff so inflationär gebraucht wird, dass in seiner Benutzung kein Problem mehr gesehen wird. Nichtmuslime verstehen, dass “Islamist” sich zu “Muslim” verhält wie “Wagen” zu “Auto”.

    Wenn Bürger heute Steine auf Hilfskräfte werfen, dann ist dies Land wirklich am Ende. Es setzt auf eine angeblich “demokratisch” gewählte Bundeskanzlerin, die, netto gerechnet, kaum jede vierte Stimme der Wähler auf sich vereinigt. Wenn sich also Anno 2017 bei der nächsten Bundestagswahl nur noch ein Altenheim zur Wahlurne schleppt und Merkel dies mit ausreichend hübschen Fotos, Kugelschreibern und hanebüchenem Unsinn vollgekippt hat, dann erreicht sie wie üblich von gefühlt 24 abgegebenen Stimme vermutlich 15 – und ist damit von den bundesdeutschen Wählern sauber “demokratisch” gewählt.

  • In eigener Sache - im Wohnzimmer sitzen und seufzen

    .... So empfinde ich den Newsletter von blog.de mit der Ankündigung, dass Mitte Dezember Schluss ist.

    Also sehe ich mein jetziges blog, als säße ich in meinem Wohnzimmer, blickte durch den Raum mit Augen, die etwas zum letzten Mal sehen. Etwas, was ihnen vertraut und sogar ans Herz gewachsen war.

    Ich bereite meinen Umzug vor und exportiere gemäß Empfehlung meine Beiträge, stopfe sie in (xml-) Kisten und Kartons, betrete die neue Wohnung und rieche die neue Farbe an den Wänden dort.

    Hier auf blog.de wird es noch ein Weilchen mit mir weitergehen; es dauert, bis auch der letzte (Dateien-) Sessel in der neuen Wohnung steht, dort mein Stallgeruch herrscht, die alten Ölschinken an den Wänden glänzen.

    Viele haben mir, wenn zumeist auch schweigend, die Treue gehalten und ich bin dankbar dafür.
    Einige haben sich beteiligt, sind mit mir in Diskussionen eingestiegen, haben Kritik an mir geübt - und das war gut und richtig so.
    Manche haben sich an mir aber auch gerieben, aufgeregt, geärgert - und das war gut und richtig so.
    Ebenso fand ich manch zuverlässigen Freund in einer wohl erklecklichen Anzahl irgendwelcher (Geheim-?, Nachrichten-?) Dienste, die regelmäßig ihre Bots von der Kette lassen und angestrengt etliche meiner Beiträge durchgearbeitet haben, wenn auch mit leicht anderer Intention als private Leser. :DD

    Nein - hier bin ich noch längst nicht weg.:roll:

    Ich habe eine Menge zu sagen und brauche mein tagebuchähnliches Töpfchen für all die aufbrausenden wie leidenschaftliche und manchmal aggressiven Gedanken, die mich heimsuchen und dringend einer Bearbeitung bedürfen, bevor ich damit über harmlose Zeitgenossen hereinbreche.
    Mein neues Zuhause ist in Arbeit, wie ich oben bereits erwähnte und für all diejenigen aus der privaten Leserschar wie auch für alle Dienste werde ich hier meine neue Adresse publizieren.

    Oooochh .... man kann blog.de manches nachsagen und vorwerfen und vielleicht färbt die reine Gewohnheit und daraus geborene Routine meine Meinung ein, aber es war eigentlich immer nett hier. Die Funktionen unter blog.de sind vielfältig, einprägsam und vergleichsweise unkompliziert.

    Keine Sorge - man wird sich hier noch einige Zeit vor meinen Beißereien fürchten dürfen.

    Auch Sie, mein hässlicher Christ, der zu den treuesten meiner Leser zählt. :wave:
    Und Sie sind, nebenbei bemerkt, in aller Deutlichkeit nicht eingeladen, mir in mein neues Zuhause zu folgen.:no:

  • Deutschland - Schuld an Dummheit sind immer andere.

    Natürlich. :roll:

    Das eigene Ego ist viel zu wichtig, als dass man es mit Fragen belasten könnte, die von der Konzentration auf Entertainment weitesten Ausmaßes und quantitativ wie qualitativ maximierten Konsum ablenken dürfte.
    Das geht ja gar nicht!

    Der SPIEGEL gönnt sich offenbar eine Schülerpraktikantin und lässt sie auch noch an die Tastatur. Man hat sie wohl dazu aufgefordert, den Ruf der Jugend irgendwie zu retten, Forderungen zu formulieren und Klage zu führen. Obschon sie das getan hat, entringen sich ihren Zeilen dennoch keine nachvollziehbaren oder akzeptablen Entschuldigungen für das Versagen ihrer Generation.

    Eingangs gesteht sie ihr Unwissen über politische Verhältnisse ein und stellt sich als Getriebene dar:

    Eine Zeitung oder ein Magazin lese ich zwar nicht, dafür hätte ich gar keine Zeit.

    Man kennt das ja und reagiert daher wohl wie gewünscht auch ganz schnell gemäß des Pawlowschen Reflexes mit dem Gedanken: die Arme. Vormittags Schule, hastig Mittagessen, dann Hausaufgaben / Projekte für die Schule, anschließend Nachhilfe fürs Abi, hastig Abendessen, ein kleines Schwätzchen im Kreise der Familie - und dann mit über der Bettdecke gefalteten Händen in die Heia.
    Aber hoppla - in der Rechnung stimmt was nicht, man muss ganz tief nach unten rutschen und den Eintrag: "Über die Autorin" lesen:

    Sie beschäftigt sich gern mit kreativen Aufgaben wie Zeichnen, Lesen oder Musik. Seit zehn Jahren spielt sie Klavier, mit ihrem Bruder und seinen Freunden hat sie eine Band gegründet. Ansonsten mag sie Sport, zum Beispiel Inline-Skating.

    Hier manifestiert sich eine dramatische Verschobenheit im Denkkasten; es zeigt sich eine üble Schieflage in Definitionen. Wer sich in einem Arbeits- und sonstigen Produktionsprozess wiederfindet, hat die Kunst des Definierens und des Priorisierens für gewöhnlich gelernt und verstanden, dass Feiern mit Musik und Bufett in einem Betrieb erst nach Beendigung der Arbeit anstehen. Es wäre seltsam, sich auf die Feier zu konzentrieren und die Forderung, man möge sich vielleicht doch abwechselungshalber mal mit der Idee des Arbeitens beschäftigen, mit dem Hinweis abzulehnen, man habe "keine Zeit".

    Hier mache ich einen thematischen Schnitt:
    In der aktiven Zeit der Kindererziehung habe ich mich immer von der Frage leiten lassen, wie ich selbst als Kind und Jugendlicher diverse Situationen empfunden und auf sie reagiert habe. Wie bin ich z.B. selbst damit umgegangen, als ich mich um eine Idee zu bemühen hatte, womit ich eines Tages meine Brötchen verdienen sollte? Und wie bin ich damals mit Politik umgegangen und welche Gründe hatte ich dafür? Was habe ich erkennen, einsehen können und wo war ich Opfer verfehlter Erziehungs- und Schulungsmaßnahmen? Wie stand ich zur Gesellschaft - und hatte ich belastbare Gründe für meine Haltung? Was in meinem Verhalten damals war Auflehnung, was Spiel, was Verstand, was Test? Wann habe ich wieviel Kopf mitarbeiten lassen, wenn ich mich entscheiden musste? Und, vor allem: war das, was ich damals gedacht, gefühlt, entschieden und abgelehnt habe, für mein Alter üblich und habe ich anders agiert und reagiert als meine Kameraden?

    Zurück zur Praktikantin Jette:
    Bezugnehmend auf den thematischen Schnitt bezeichne ich ihre Haltung, die Schule, ihr Umfeld, ihre Eltern und der kalte Kaffee seien schuld an ihrer Unwissenheit als bloße Schutzbehauptung ohne Substanz. Besonders ärgerlich daran ist, dass derlei Begründungen für Versagen heute sehr leicht, sehr schnell und ohne kritisches Hinterfragen akzeptiert werden.
    Dabei reden wir in Jettes (wohl exemplarischen!) Fall nicht von "Belastungen", die sie angeblich von einem politischen Engagement abhalten, sondern von Freizeitvergnügen - und das entwertet ihre Aussage, sie habe "keine Zeit", völlig.

    Denn in der Schule lernt man nicht, eine eigene Haltung anzunehmen. Dort lernt man auswendig.

    Auch das ist nur eine Schutzbehauptung, die das eigene Gewissen reinigen soll und daher halbgar, präpubertär und in allem ein wenig infantil daherkommt. Denn eines, und das weiß ich kraft eigener Einsicht im Schulverlauf von immerhin 4 Kindern, lernen Schüler aber in jedem Fall: methodisches Vorgehen. Man muss schon im Kopf kleines Kind geblieben sein, wenn man sich noch als 17-Jährige der Verschwommenheit der Realität hingibt und keinerlei Anstrengungen unternimmt, die umgebende Welt klarer zu erkennen.
    Mir war das nicht möglich; ich habe mit vielen Kameraden in unserem Politik- bzw. Sozial- und Wirtschaftskundeunterricht viel zu viel Ideen, Fakten, Theorien und Analysen kennengelernt, als dass ich mir als 17-Jährigem noch Flausen im Kopf und Ahnungslosigkeiten hätte erlauben können. Das hätte sich auch höchst prekär ausgewirkt; ich trat in eine Berufsausbildung in einem großen Konzern ein und dort verlangte man mir mehr oder weniger tiefe, längst vorhandene Einsichten in die Wirklichkeit als Grundvoraussetzung einfach ab.

    Ich würde gern im Politikunterricht mehr über laufende Debatten diskutieren und mehr darüber erfahren, wie unser Staat genau funktioniert, wie eine Wahl abläuft.

    Vielleicht ein bisschen weniger Musik machen und ein bisschen mehr durch die Tür auf die politische Straße Deutschlands schauen? :roll:
    Um ein Vielfaches intensiver als damals bieten sich alle politischen Parteien heute mit offenen Jugendorganisationen an und werben um sich. Früher betrachtete man diese Parteijugend als politsche Kindergärten und gestand ihnen nicht die geringste Teilnahme an politischen Entscheidungsfindungen in den "erwachsenen" Parteien zu. Das ist heute fundamental anders. Es ist sehr, sehr viel einfacher geworden, heute in eine Parteiversammlung zu latschen, sich hinzusetzen und hinzuhören.
    Politische Willens- und Meinungsbildung findet idealerweise sowieso nicht in Schulen statt - solches leisten zu wollen, würde den Bildungsauftrag verfehlen. Die Schule liefert nur Rüstzeug. Mit dem dort erworbenen Wissen muss der freie, mündige und erwachsene Bürger seinen eigenen Weg suchen.

    Aber viele Leute in meinem Alter äußern ihre Meinung gar nicht. Manchmal haben sie nicht einmal eine.
    Schuld daran ist auch die Politik.

    Warum sollte sie das sein? |-|
    Politik in einer Demokratie darf überhaupt keine Meinung vorgeben - sie kann höchstens eine anbieten.
    Auch hier vertritt Jette eine "Meinung", die dieses Wort nicht verdient. Denn das, was sie sagt, ist wieder einmal nur eine wohlfeile Schutzbehauptung fürs eigene Versagen.

    Man kann sich drehen und wenden, wie man will: die Jugend heute hat ein Definitionsproblem.
    Wenn man sich Liedtexte populärer Bands anschaut und die trivialen Liebesgeschichten einmal weglässt, so geht alles in einem Sumpf von Stöhnerei zugrunde, man sei ja so "unfrei" leide unter "Belastungen". Wenn man das kritisch hinterfragt, fördert man Erstaunliches zutage: die Aufgabe, regelmäßig einen Schulunterricht zu besuchen, ab und zu für die Familie einen kleinen Job zu erledigen und nicht automatisch alle gewünschten Konsumartikel zur Verfügung zu haben, ist exakt die "Belastung", unter der Jugendliche stöhnen müssen. Die Erfüllung ganz trivialer Pflichten bedeutet "Unfreiheit".
    Schon meine eigene Generation hatte an der Front echter Unfreiheiten kaum noch etwas zu kämpfen vorgefunden. :roll:
    Es gab kaum noch politische, weltanschauliche Positionen, mit denen man seine Eltern schockieren konnte. Es existierte kaum noch irgendwo irgendeine kopfinterne Zensur, nach welcher man einige Dinge nicht sagen konnte oder durfte. In den sechziger Jahren fand ich, als ich für Widerstand und Kampf denn alt genug wurde, kaum noch verschlossene Türen, die ich eintreten musste.
    Unsere Lebensverpflichtung, manchmal auch zum Preis von Langeweile, Anödung, Anstrengung, Basis- und weiterführendes Wissen nebst Qualifikationen erreichen zu müssen, war nie "Belastung", sondern gehörte ganz einfach nur zum Geschäft. Wie das Essen zum Leben etwa; unverzichtbar, unvermeidbar.

    Das Phänomen der "Belastung" nach heutiger Definition kannte meine Generation vor vierzig Jahren. Was in unser Leistungsspektrum passte und weder geistig noch körperlich zu einer dauernden Überbelastung führte, war nicht erwähnenswert und schon mal überhaupt keine "Belastung". Kameraden von mir, die neben ihrer Berufsausbildung nebst daraus resultierender Verpflichtungen im privaten Zeitbereich auch noch mit und für ihre Eltern "mal eben" auf Feldern und in Ställen schwer und stundenlang arbeiten mussten, die waren in der Tat "belastet" - alle anderen definitiv nicht.
    Und uns, die wir uns neben der Schule durch bloßes Hinsehen, engagiertes Nachfragen und eigene Recherche für Politik interessiert hatten wäre niemals in den Sinn gekommen, irgendetwas von "ich bin soooo unfrei!" zu faseln. Wir hatten damals verstanden, dass eine Demokratie ihre Bürger braucht wie ein Motor Benzin. Für uns war es völlig selbstverständlich, die Aufgabe verstanden zu haben, sich einbringen zu müssen. Auch wenn nur ein kleiner Teil dieser Aufgabe konsequent gefolgt war, so haben alle anderen zumindest mit schlechtem Gewissen ihren Job nicht erledigt.
    Wer damals dumm war und blieb - dem war das wenigstens noch peinlich.

    Ich finde es schwierig, neben dem ganzen Schulkram, den persönlichen Problemen und Verpflichtungen sich einem politischen Alltag anzunähern, der einem fremd ist.

    Nein, das ist nicht schwierig. Das geht ganz einfach. Was ich von Jette höre, ist infantiles Gequengele.

    Einer Partei beitreten will ich auch nicht. Bis ich da konkret etwas umsetzen dürfte, ist doch die nächste Generation nachgewachsen, mit eigenen Bedürfnissen.

    Wenn da jetzt keiner kommt und Jette ein paar ganz triviale Wahr- wie Weisheiten erklärt, dann ist sie wieder auch nur ein Teil einer vollständig verlorenen, aus eigenem Antrieb und Willen dummgebliebenen Generation. Sie wird sich, für so intelligent schätze ich sie ein, selber sagen, dass sie sich mit ihren Ausflüchten nur zu tarnen und zu erklären versucht, weshalb sie eher zum Lustgewinn der Musik als zur Langeweile wie Ernsthaftigkeit ihrer staatsbürgerlichen Verantwortung tendiert.
    Die Aufgabe der Erwachsenen in ihrem Umfeld ist es, ihre Schutzbehauptungen und Entschuldigungen als genau das zu enttarnen und ihr zu verstehen zu geben, dass für sie die Kinderzeit vorüber ist, in welcher man als Erwachsener über solche Gedanken lächelt.

    Jette hat weder das Land, noch seine Politik, geschweige denn die für sie daraus resultierenden Aufgaben verstanden. Für eine angehende Abiturientin ist das ein niederschmetterndes Zeugnis - man möchte sagen: "Sechs. Setzen. Klassenziel nicht erreicht."
    Für mich ergibt sich daraus allerdings die Frage, ob Jette wirklich nicht verstanden hat. Ich bezweifele das, zumal sie sich wirklich angestrengt Mühe gibt, sich zu entschulden und die Verantwortung für ihr eigenes wie persönliches Versagen woanders zu finden. Sie fährt gleich mehrere Ansätze und bietet damit jedem an, sich das für ihn nachvollziehbare Entschuldungsmuster auszuwählen, ganz nach Gusto.

    Es ist die Schule.
    Es ist die Politik.
    Es sind die Parteien.
    Es ist die mangelnde Zeit.

    Es ist nie Jette.

  • Israel - es gibt wohl "gute" und "schlechte" Juden?

    Eine der größten Ängste Israels besteht darin, einen Staatsangehörigen in feindlichem Ausland vermissen zu müssen. In der Tat wurde häufiger beobachtet, wie sich Israel zähneknirschend zu Zugeständnissen bereit finden musste, um vermisste Israelis aus feindlicher Haft freizubekommen. Selbst wenn es nur Überreste heimzuholen gilt, setzt sich Israel mit maximaler Verhandlungsbereitschaft ein.

    Löblich.

    Sollte man meinen.

    Da Israel zu einem ungeheuerlichen Verbrecherstaat gemacht wurde, jedes moralische und geschriebene Gesetz längst hundertfach gebrochen hat und durch den Mund des Extremisten Netanjahu nur noch Lügen hören lässt, ist auch kein Verlass mehr auf das Verlangen, Israelis nach Israel zu holen.

    Es gibt nämlich gute und schlechte Israelis. Die "guten", das sind die hysterischen wie verrückten, jüdischen Extremisten um Benjamin Netanjahu, die "schlechten" natürlich alle nichtjüdischen Israelis. Arabische Israelis sind für die Regierung sowieso das Letzte - um sie zu demoralisieren, existieren gleich gute 50 Gesetze, die ihnen Rechte absprechen, die für jeden jüdischen Israeli selbstverständlich sind.

    Die "guten" Israelis aber teilen sich nochmals auf in "gute" und "schlechte"; äthiopische Juden etwa zählen im Gegensatz zu europäischen Juden zu den "schlechten" - und um die schert man sich ähnlich wenig in Israel wie um Araber.

    Avraham Mengistu ist so einer. So ein richtig "schlechter" Jude von den "guten".
    Ihm nutzt seine Religionszugehörigkeit nichts - er hat die falsche Hautfarbe, er ist nämlich Äthiopier.

    Und wie Allah entschieden hat, verschwand Mengistu vor ungefähr 10 Monaten auf letztlich völlig ungeklärte Weise in den Gaza-Streifen. Einige sagen, er habe unweit der Grenze in Israel vom Strand aus einen Schwimmausflug begonnen und aufgrund der Strömung im Gaza-Streifen gelandet. Andere sagen, er sei im Zustande geistiger Verwirrung über den Zaun in den Gaza-Streifen geklettert.

    Jedenfalls ist Avraham Mengistu, ein jüdischer Israeli, in der Hand der pööööhsen Gaza-Tiere (und soll vermutlich zum Fastenbrechen mit Apfel im Mund am Spieß gebraten werden).

    Der Ernstfall ist also eingetreten.

    Wäre Avraham Mengistu nun nicht schwarz oder, schlimmer noch, Äthiopier, sondern irgendein weißer Jude mit europäischer Abstammung, so wäre längst die ganze Armee in den Streifen einmarschiert oder es wären Verhandlungen zu seiner Freilassung aufgenommen worden.
    Nochmal: sein Verschwinden ist zehn Monate her.

    Seitdem aber tut Netanjahu, was er am besten kann: er lügt.
    Wortgewaltig erklärt er vor der Presse, er habe angeblich sofort alles Notwendige unternommen, als er vom Verschwinden Mengistus erfahren habe. Die Familie des Vermissten erklärt öffentlich, dass dies die Unwahrheit sei. Man habe zwei Wochen lang ergebnislos versucht, überhaupt den reinen Umstand, dass ihr Angehöriger in den Gaza-Streifen verschwunden sei, Regierung und Armee nur zur Kenntnis zu bringen.

    Nach Monaten eisigen wie eisenharten Schweigens, als die Familie in ihrer Not TV-Sender mit ihrem Fall bekannt gemacht hatte, ließ sich in einer Talk-Show der Chefunterhändler, Lior Lotan, bei seiner Drohung gegen die Familie hören und zitieren, "Kritik an der Verhandlungsführung und an Netanjahu könne dazu führen, dass Mengistu ein weiteres Jahr im Gaza-Streifen bleiben" würde.

    Es hat noch weitere, recht unverhüllte Drohungen israelischer Armee- und Regierungsvertreter gegen die Familie gegeben - die Mengistus sind eben, daran werden sie nie etwas ändern, eben "schlechte" Juden, weil sie Schwarze sind. Verschiedenste Versuche der Familie, mit irgendwelchen Politikern oder Armeeangehörigen über ihren Fall zu sprechen, wurden zurückgestoßen.

    Wie ich schon berichtete - weil es unsere Medien hier eben nicht tun - grassiert dieser vollkommen schwachsinnige und widerwärtige Rassismus in Israel bereits seit einigen Jahren. Da rotten sich Häuserbesitzer heimlich zusammen und vereinbaren, niemals ein Haus an Äthiopier verkaufen zu wollen, da werden Blutspenden von Äthiopiern heimlich vernichtet, weil man dem Blut Schwarzer nicht traut. Da werden auf Verdacht ganz genau wie Araber auch Äthiopier auf bloßen, vagen Verdacht hin von der Polizei blutig zusammengeschlagen und zu Verhören verhaftet.
    Manchmal bloß, weil sie grad da sind.

    Ich würde nie sagen: "Werft die Juden ins Meer!" und auch nie: "Werft die Juden aus der israelischen Regierung ins Meer!" - aber vielleicht: "Werft mit den widerlichen Extremisten in der israelischen Regierung auch gleich die widerlichen Extremisten aus Palästina ins Meer!"

    Denn auf diese Mischpoke kann die Welt ebenso gut verzichten wie auf hässliche Christen auch.

  • Ägypten - Todesurteile sollen künftig sehr zügig vollstreckt werden

    Die Diktatur Ägyptens sieht sich zunehmend einem Druck ausgesetzt, den es selbst angefacht hatte. Der Blutsäufer al-Sisi, einem Muslimen, an dessen Händen das Blut tausender Muslime klebt, sieht sich zur immer härteren, immer schnelleren, immer rücksichtsloseren und brutaleren Mitteln gezwungen.
    Möglicherweise hat er weder mit einem "IS" noch mit einer Antwort aus dem politisch-muslimischen Lager gerechnet. Nun aber sind beide Kräfte nicht nur da, sondern auch ganz extrem motiviert, den Diktator aus dem Amt zu jagen bzw. jedwede, erreichbare Öffentlichkeit gegen ihn aufzubringen.
    Ihre Taktik hat Erfolg - die Diktatur ist zu schwerfällig, zu langsam, zu ineffizient und damit hilflos gegen die Selbstfindung aller möglichen, mehr oder weniger radikalen Organisationen. Es kommt demzufolge auch in immer kürzeren Abständen zu immer blutigeren und zerstörerischen Anschlägen. Allein während der zurückliegenden 14 Tage forderte der Terror in Ägypten mehr als hundert Todesopfer und sah drei machtvolle und grauenvolle Anschläge. Jeder dieser Anschläge war minutiös geplant und verrät ein Maximum an Erfahrung, Vorsicht, Koordination - und hatte leider auch (auf jeder begrifflichen Ebene) wahrlich "durchschlagenden" Erfolg.

    Der Terror besitzt eine geradezu unheimliche Sogwirkung; nicht allein frustrierte Systemgegner, die aus der Unbekanntheit, Anonymität hervorgehen, solidarisieren sich, sondern gerade im Verbund mit einem "IS" gelangen Kräfte in den Sinai und nach Ägypten, die große Erfahrungen mit Verfolgungsdruck und Operationen aus dem Hinterhalt haben. Dass ein "IS" geradezu märchenhaft mit Mitteln und Möglichkeiten ausgestattet ist und über jedwede Waffe verfügt, deren Einsatz sinnvoll erscheint, versteht sich beinah von selbst.

    Der Diktator sieht die Gefahr ganz offensichtlich - und kündigt bei der Beisetzung des durch einen Terroranschlag getöteten Generalstaatsanwalt, Barakat, eine erhebliche Ausweitung der Möglichkeiten der Justiz an. Ihm geht alles viel zu langsam.

    "Die Hand der Justiz ist durch das Gesetz gefesselt. Wir werden nicht darauf warten. Wir sind dabei, das Gesetz zu verändern um so schnell wie möglich Gerechtigkeit vollziehen zu können."

    So schnell wie möglich also ..... erst vor etwa sechs Wochen stöhnte die UN ganz offiziell, dass die Verfolgungen und Hinrichtungen Andersdenkender in Ägypten, wörtliches Zitat, "in der Menschheitsgeschichte ohne Beispiel" seien. Sogar westliche Medien (!) haben berichtet, dass die Gerichts-"Verhandlungen" ein schlechter Witz seien und ließen durchblicken, dass Freislers schreckliches, nationalsozialistisches Strafgericht kaum schlimmer gewesen sei. Wie Freisler damals verzichtet auch jedes ägyptische Gericht heute konsequent auf vollkommen unwichtige Störfaktoren wie "Beweise", die die schöne Anklage tatsächlich zusammenbrechen lassen könnten.

    Der erste, den diese Entscheidung persönlich und kurzfristig treffen könnte wäre genau der, der den meisten, politischen und spirituellen Nutzen daraus ziehen würde: der legal gewählte Präsident Ägyptens, Dr. Mohammed Mursi. Hinter vorgehaltener Hand diskutiert ganz Ägypten, ob der Diktator wirklich soweit gehen würde, aus dem legalen Präsidenten kurzerhand einen Märtyrer zu machen - und ihn nun rasch hinrichten lässt.
    Vermutlich wird dies so geschehen; einen lebenden Dr. Mursi kann der Diktator nicht ertragen. Der legale Präsident böte, wenn er denn am Leben bliebe, ein viel zu attraktives Motivationsziel für alle Systemkritiker und würde Anschläge zu dessen Freipressung provozieren. Viel zu viele könnten auf die Idee kommen, dass Dr. Mursi tatsächlich der legale Präsident ist und sie könnten sich an die ultimativen Freiheitsgrade in seiner aktiven Präsidentschaft erinnern. Sie könnten sich daran erinnern, wie oft der Präsident alle politischen Parteien und das ganze Volk händeringend um Beteiligung angefleht hatte und welch grotesken Vorwürfen den Einflüsterungen des Militärs geglaubt worden war.

    Einer der Volksverräter und Mitverschwörer, Ayman Nour, heute führender Kopf eines willen- wie wirkungslosen und uninteressanten "Parteien"-Bündels um den Diktator herum, schwant fürcherliches für den Fall, dass der Diktator tut, was er zum Machterhalt tun muss: die sofortige Hinrichtung des legalen Präsidenten.
    Abgesehen von dem bisschen vorübergehender und halblauter Kritik aus dem Ausland (das allerdings hinter verschlossenen Türen erleichtert aufseufzen wird) fürchtet er eine Zunahme von Frustration und Wut in Ägypten selbst - und eine so weiter gesteigerte Radikalisierung, noch mehr Terror und die Gefahr der totalen Destabilisierung. Wenn der Diktator diesen Nachbrenner in seinem Wüten auch noch zündet, könnte der moderne Staat Ägypten mittelfristig vollständig zusammenbrechen.

    Ich hege gar keinen Zweifel daran, dass der Diktator seinen Worten auch Taten folgen lässt. Selbst wenn er den legalen Präsidenten nicht unverzüglich umbringt, so wird die Welle von Hinrichtungen unvorstellbar ansteigen. Dr. Mohammed Mursi jedenfalls wird in jedem Fall sterben - und falls es für al-Sisi sonst zu bedrohlich wird, dann eben an einer "Infektion", an einem "Herzinfarkt" oder eben einem "Unfall".

  • Ägypten - Neues zur Pressezensur

    Obschon weltweit alle Medien davon berichten, dass die Diktatur in Wirtschaftsfragen keinen Meter weitergekommen ist und sich die Situation immer weiter verschärft, bewegen sich andere Instrumente des Diktators mit einer überraschenden Geschwindigkeit und Effizienz.

    Erst in der letzten Woche legte die Diktatur den nächsten Gang zur totalen Unterdrückung ein und überrannte die Medien mit einer weiteren Maßnahme zur "Korrektur" der Berichterstattung in ihrem Sinne. Die Putschisten haben nicht nur erkannt, dass eine freie Presse ihr schärfster Gegner sein kann, denn sie verfolgen bereits seit zwei Jahren missliebige Journalisten hart. Nun soll gewährleistet werden, dass ausländische Presseorgane ebenfalls eine manipulierte und handversiebte "Realität" verbreiten.

    Das Zensurbüro der Putschisten, der "State Information Service" (SIS), hat nun eine neue Abteilung mit dem Namen "Fact Check Egypt office" eröffnet und deren Aufgabe ist die Filterung aller Nachrichten, die im Ausland zum Thema Ägypten veröffentlicht werden. Sobald sich dort eine andere als die gewünschte "Fakten"-Lage abzeichnet, nimmt die Abteilung direkt Kontakt mit dem betreffenden Pressemedium auf. In Form von Emails werden die Medien dann direkt unter Setzung einer Deadline zur Korrektur ihrer Berichterstattung aufgefordert. Da man nur auf eigene, inländische Medien direkten Zugriff hat, sieht das neue Unterdrückungs- und Manipulationsgesetz auch eine Strafe von 2 Jahren Gefängnis aus, falls eine solche Korrektur nicht sofort erfolgt.

    Die Website "Middle East Eye" hat bereits erste Erfahrungen mit dem FactCheckOffice gemacht: während ausländische Berichte von 30 bis 60 toten Soldaten und Polizisten während der letzten Großangriffe der IS-gestützten Terrorgruppe im Sinai sprechen, will der Diktator nur eine Zahl von 17 Toten in den Berichten sehen.
    "Middle East Eye" hat sich an diese Vorgabe nicht gehalten - und erhielt vom Office folgende Email:

    "Ihr Artikel hat vier anonyme Quellen und Ihre Zahl toter Soldaten ist falsch. Andere wie das 'Wall Street Journal' haben die richtige Zahl angegeben (17). Werden Sie also eine Korrektur verfassen oder planen Sie eine solche?"

    Was niemanden noch verwundern kann ist die Tatsache, dass die Mannschaft des FactCheckOffice natürlich durch eine US-Firma trainiert und ausgebildet worden ist: iMediaEthics.
    Deren Website spricht verblüffend offen über ihre Bemühungen in der Disziplin der Pressemanipulation.

    Man muss also registrieren, dass sowohl Europa als auch die USA mit dem blutigen Wüten des Diktators überaus zufrieden sind. Italiens Ministerpräsident Matteo Renzi, Vorsteher der drittgrößten Volkswirtschaft Europas, erklärte unlängst, al-Sisi sei ein prima Kerl und sein persönlicher Freund. Man ginge in Ägypten nunmal augenblicklich durch eine etwas schwerere Zeit, aber das ginge schon in Ordnung, Ägypten dürfe halt kein Hort der Unruhe sein. Die deutsche Kanzlerin wollte, wäre ihr das nicht mit diversen Eklats furchtbar in die Hose gegangen, den Putschisten und Diktator ebenfalls mit Ehren und Würden willkommen heißen und gnadenvoll als Staatsmann in die Runde mit aufnehmen. Die USA beteiligen sich, was hätte man anderes erwartet, natürlich als hilfreicher Unterstützer des Diktators und liefert neben Kampfhubschraubern und haufenweise Gelder nun auch das Instrumentarium zur nachhaltigen Meinungsunterdrückung.
    Nur die zweitgrößte Volkswirtschaft Europas, Frankreich, hält sich augenblicklich noch etwas zurück - wohl aufgrund nachhaltiger Verschnupfung, weil ein höchst lukrativer und großer Nachrüstungsbeschluss in Ägypten für französische Rüstungshersteller nicht genug Beteiligung vorsah.
    Man hat sich halt um die Aufträge gebalgt - und Italien hat einen größeren Zuschlag bekommen. Wen wundert da noch Renzis Begeisterung für den Dikator ... ? :roll:

    Die Gesetzgebung in Ägypten, die in diesen Tagen die Installation des FactCheckOffice mit Strafandrohungen bei Zuwiderhandlung abrundet, steht zwar gegen die ägyptische Verfassung, interessiert aber niemanden außer vielleicht die Oppositionellen Ägyptens. Hier war natürlich ein gutes Timing ausschlaggebend. Die Unterzeichnung des Gesetzes durch den Diktator muss zeitlich mit der Erfolgsmeldung von iMediaEthics koordiniert gewesen sein, nun handlungsfähig zu sein und konkrete Verfolgung in Fällen aufnehmen zu können, wenn Presseberichte nicht nach Wunsch des Diktators ausfallen.

    Ich wünsche allen, die in Ägypten unter totaler Ignoranz der tagesaktuellen Realität dennoch Urlaub machen wollen, ein "intensives Gespräch" mit ägyptischen Oppositionellen und auch "engere Kontakte" zu ägyptischen "Sicherheits"-Behörden und Soldaten. Ein paar möglichst einschneidende Erfahrungen wären wohl heilsam. >:-[

    (Nachsatz: Da sich unsere "Kultur" zahllose, sehr hässliche Christen gönnt wäre auch ein Blick in die dortige "Meinungs"-Bildung aufschlussreich. Mein hässlicher Christ will immer noch denken, Ägypten und vor allem dessen Bevölkerung sei ganz allein an seinem Elend schuld und erhielte ja nur, was es gewollt habe. Zitate für diesen unerträglichen Schmonzes von ihm treibe ich leicht in dessen blog oder gar hier als "Kommentar" auf meinem auf. Solche Subjekte sähe ich wirklich sehr gern im Kreise von Familien sitzen, die Angehörige im Kugelhagel westlicher Waffen und unter der Folter nach westlicher Anleitung verloren haben.)

  • Ägypten - ist Pressezensur steigerungsfähig? Ja!

    Wir erleben zur Zeit das wohl letzte Aufbäumen der letzten Streiter aus der letzten Bastion in Ägypten - bald ist auch das wohl überstanden und der Diktator kann sich auf eine hundertprozentig ruhiggestellte, auf Linie und mundtot gebrachte Presse fest verlassen.

    Momentan liegen ihm nämlich zwei Gesetze erstaunlichen Inhalts zur Unterschrift vor; beide Gesetze verlangen, dass der Presse befohlen wird, grundsätzlich niemals offiziellen Regierungserklärungen in Bezug auf Terroranschlägen zu widersprechen. Jedes Fehlverhalten ist künftig strafbar, wer andere Sachverhalte veröffentlicht als die Regierung, muss mit Verfolgung und einer Verurteilung rechnen. Es darf nur geschrieben werden, was die Regierung explizit vorgibt.
    In Verbindung mit der klaren Ansage aus jüngerer Vergangenheit spricht dies Bände.

    Seit gut zwei Wochen stellen sich viele prominente Ägypter in der Öffentlichkeit dagegen; einige von ihnen haben den Diktator bereits wortwörtlich zum schnellen Rücktritt aufgefordert - in einigen Fällen sogar verbunden mit der wörtlichen Wendung: "Tritt zurück! Du bringst es nicht!"
    Im Ägypten unserer Tage ist dies ein extrem gefährliches Unterfangen, welches einem Dutzend Journalisten bereits Folterhaft und Todesurteile eingebracht hatte.

    Letzten Montag präsentierte eine ägyptische Seite ein Blatt Papier, welches vom Auswärtigen Amt Ägyptens anlässlich einer Pressekonferenz an alle Journalisten ausgegeben worden ist. Dem Amt wird es sehr unangenehm sein, dass dies direkt seinen Weg in die Öffentlichkeit gefunden hat:

    (Quelle: EgyptIndependent)

    http://www.egyptindependent.com//news/govt-tells-foreign-reporters-use-terrorist-not-jihadist

    Der Diktator hat längst per Befehl darauf erkannt, dass alle politisch aktiven Muslime Ägyptens für ihn und seine "Sicherheits"-Behörden "Terroristen" sind. Nun gibt es dazu auch eine schriftliche Anweisung, nach welcher es grundsätzlich in Ägypten keine "Jihadisten", "Islamisten", "Sheikh", "Emir" oder "Ulema" gibt und auch keine "Fundamentalisten" und "Puritaner" gibt - sondern alle nur noch von der Presse als "Terroristen" zu bezeichnen sind. Das ist kein Vorschlag, keine Empfehlung - das ist ein Befehl.
    Und nun geht er eben ganz konsequent wie unbeirrt den folgerichtig nächsten Schritt: wenn die Presse überhaupt noch von Anschlägen berichtet, dann hat sie unkorrigiert, unkommentiert nur noch die offizielle Erklärung des Putschistenregimes zu übernehmen. Der Kreis der Verfolgten wächst damit noch schneller und noch breiter - denn selbst der harmloseste "Islamist", der das Tolerante und Friedliche im Islam konsequent lebt, ist fürderhin ein "Terrorist". Auch der Begriff "Jihadist" wird verrenkt: nach offizieller Lesart ist jeder Muslim, der ein besonderes Augenmerk auf seine Fortentwicklung in seinem Glauben wirft und somit den "schönsten, den schwersten Jihad" lebt, ist fortan "Terrorist". Jemand, der nichts anderes tut als seine Nachbarn freundlich an die Gebetszeit zu erinnern und damit den wertvollsten "Jihad" begeht, darf nun als "Terrorist" verhaftet und abgeurteilt werden.

    Gleichzeitig aber befördert der Diktator islamistische Hysterie und akzeptiert ungerührt, dass ein TV-Sender mit einem erzkonservativen und hasserfüllten, furchtbar islamistischen Ansatz und vorgehaltener Kamera in eine Sauna einbricht, irgendwelche Männer filmt, als angeblich "Homosexuelle" brandmarkt und der Polizei übergibt. Dort wird eine von international anerkannten Medizinexperten als völliger Blödsinn bezeichnete Untersuchung des Anus vorgenommen - die natürlich regelmäßig zu der "Diagnose" führt, dass der Untersuchte angeblich Analverkehr hatte. Die Brandmarkung der Männer ist vollständig, schon weil sich neben dem TV-Sender etliche Presseorgane begeistert darauf stürzen und hetzerisch berichten. Im Ergebnis haben sich einige der Beschuldigten umgebracht, andere ihre gesamte Existenz und Familie verloren.
    Der Diktator lässt zu, was zur Amtszeit des Präsidenten Ägyptens, Dr. Mohammed Mursi undenkbar war: Jagden auf Andersdenkende. Während Dr. Mursi wiederholt (!) Anschläge auf Kopten mit den Worten: "Ein Angriff auf sie ist ein Angriff auf mich!" kommentiert und Täter bestraft hatte, ermuntert der Diktator ganz offen zur Denunziation, zur öffentlichen wie offenen Jagd auf Andersdenkende und erklärt öffentlich, dass "Religion das Wertvollste im Leben eines Menschen" sei.

    Der wahre "Islamist", so scheint mir, war nie Dr. Mursi - sondern ist der Diktator al-Sisi.
    Obschon Dr. Mursi unter wahrlich hanebüchensten Vorwürfen verdächtigt wird, möglicherweise Gewalt verübt zu haben, ließ der Diktator tausende Menschen auf offener Straße töten, weitere tausende hinrichten und zehntausende ins Gefängnis werfen.
    Verdrehte Welt.
    Es war Dr. Mursi, der jede Pressezensur aufhob und alle Schranken fallen ließ.
    Im Ägypten des Diktators kann jedes unbedachte Wort den Tod bedeuten, Folter, Haft und Hinrichtung. In diesem Ägypten zerren sich Menschen gegenseitig gewaltsam aus Taxen und schleppen sich unter verrücktesten Anklagen gegenseitig zur Polizei. In diesem Ägypten "verschwindet" man plötzlich wieder spurlos - ganz wie zu Mubaraks Zeiten.

    Die Zensur ist in Ägypten total geworden und hat weitaus schlimmere Züge angenommen als unter Mubarak; dieser wirkte im Vergleich zu al-Sisi wie ein gutmütiger Großvater, ein liebevoller Landesherr, obschon auch er verhaften, foltern und beseitigen ließ.

  • Deutschland - Ausländerfeindlichkeit ist nur etwas für Blöde (II)

    Im Nachhinein muss man sich ernsthaft die Frage stellen, ob die Wiedervereinigung nicht doch ein fataler Fehler war. Heute stehen wir vor dem Phänomen der Rechtsradikalität und registrieren Vorgänge, die den ach so fotogenen Hasstiraden fanatisierter Muslime irgendwo auf der Welt nun wirklich in nichts mehr nachstehen.

    (Zitat: SPIEGEL-ONLINE)

    Redner, die sich für die Flüchtlinge einsetzen, wurden mit "Halt die Fresse"-Rufen niedergebrüllt und bedroht, es kam zu Handgreiflichkeiten.

    Im Grunde muss man hierüber hinaus nichts weiteres mehr zitieren. :(
    In diesem, einen Satz bündelt sich die ganze Widerwärtigkeit der offen zutage liegenden Probleme, die wir uns mit den alten "DDR"-Ländern eingefangen haben. Nun muss der westdeutschen Politik von damals sogar noch zugute gehalten werden, dass sie das Ausmaß der Dumm- wie Blödheit der Ostzonalen vermutlich nun wirklich nicht geahnt hatten.

    Gut - den einen gönne ich uns noch:

    Einer Vertreterin der Initiative für Weltoffenheit und Toleranz, die sagte, dass sie sich für Freital schäme, wurde das Mikrofon weggenommen.

    Seit nunmehr gut fünfzehn Jahren übt sich die deutsche Politik bewußt und gewollt in Einäugigkeit; da sie Rechtsradikalität glaubt gut für ihre Zwecke einsetzen zu können und in Teilen auch durchaus Erfolg damit hat, wird sie diese Strategie auch weiterfahren. Besonders bitter dabei ist die Erkenntnis, dass längst auch eine "S"PD zum Verräter am Menschen geworden und selbst in das Lager der Volksfeinde gewechselt ist, die nichts als das eigene Wohlergehen und lukrative Pöstchen, Ämter und Aufträge im Auge hat.
    Die Regierung, und mit ihr auch gleich die GRÜNEN, hat Deutschland aufgegeben und den Auftrag, der aus dem Grundgesetz resultiert, buchstäblich verraten - das Land wird den üblen Pöblern, den Dummköpfen, den aggressiven Schreihälsen und der Widerwärtigkeit überlassen.

    Es kann daher nicht überraschen, wenn es in nicht allzu ferner Zukunft von Seiten der Angegriffenen vermehrt zu Anschlägen und zur Radikalisierung kommt. Da es niemanden mehr gibt, der sich diesen Anritten gegen sie mit Kompetenz und Macht entgegenstellt, wird die Verteidigung gegen die zunehmenden Angriffe den Opfern überlassen und man wird sich wahrlich nicht wundern dürfen, wenn die ihren neuen Auftrag auch tatsächlich ernst nehmen. Und Taten folgen lassen. Rechnen wir also mit brennenden Nazi-Versammlungshäusern, erschossenen Rechtsradikalen und Bomben in Menschenmengen; begleitet wird dies als Ouvertüre mit weiterhin zunehmendem Reisestrom zum Kampf für einen "IS" - und diese Kämpfer werden handfest ausgebildet an Waffen und Sprengstoffen zu uns zurückkehren.

    Die letzten Entwicklungen in den USA -und wir wissen, dass Deutschland JEDEN Schwachsinn unkritisch mitmacht, der von dort kommt!- zeigen bereits erste Früchte in dieser Richtung: nunmehr marschieren bewaffnete, schwarze Kommandos durch Wohngebiete und übernehmen Verteidigungs- und Polizeigewalt. Übergriffe, Schießerereien und daraus resultierende Unruhen werden das Ergebnis sein.

    Während die schwachsinnigen Rechten noch immer glauben, sie setzten angeblich einer anwachsenden Gewalt von Migranten & Co. nur eine "Verteidigung" entgegen, zaubern sie selbst die wahre Gefahr genau damit erst herbei. Sie erregen, sie provozieren, wogegen sie angeblich stehen wollen. Und das tun sie, wie man in Freital sieht, in der Verrücktheit eines fanatisierten Kämpfers, der nur noch Gewalt, aber keinen Dialog mehr will. Sie benehmen sich wie einer, der fassweise Benzin in ein brennendes Haus kippt, weil er nichts anderes Flüssiges findet.

    Ihnen allen ist eines gemein: ernsthafter, schwerwiegender und besorgniserregender Bildungsmangel. Zu weit mehr als neunzig Prozent entstammen sie dem wirtschaftlichen und bildungsmäßigen Prekariat; sie fühlen sich alleingelassen weil sie nicht begreifen, dass dieser Staat ihre Arbeit, nicht aber ihre Gewalt braucht. Sie fühlen sich zurückgesetzt weil sie denken, sie hätten angeblich ein Recht auf breit angelegtes Wohlsein in Form von Geld und Konsum - während sie gleichzeitig eine Verweigerungshaltung aufbauen, aktiv selbst daran zu arbeiten. Nur die wenigsten von ihnen kommen tatsächlich einer geregelten Arbeit nach, viele sind kriminell, im Drogenmilieu verhaftet, mangelhaft ausgebildet und davon wiederum viele beherrschen noch nicht einmal die Kunst der einfachen Körperpflege. Dass diese den Zuzug von Migranten, die ihrerseits Mittel aus dem Volkseinkommen benötigen, als Konkurrenz (letztlich im Schnorren) betrachten, ist nach ihrer eigenen, trivialen wie dummen "Logik" sogar verständlich - um so zu denken, muss man allerdings grotesk cartoonhaft denken.

    Die Flüchtlinge sind nicht die, die wir in Deutschland als "Parasiten" bezeichnen müssen - und es verbietet sich aus kulturellen wie humanistischen und zivilisatorischen Gründen, diejenigen, die diese Bezeichnung möglicherweise sogar verdienen, so zu nennen. :roll:

    Es ist aber genau dies Heer sozial verkrüppelter Verlierer, die ihr Los ganz freiwillig und aus eigenen Stücken wählen, die sich besoffen und mit zuckendem, rechten Arm in die Phalanx des großen, blöden Heers eingliedern und eine Gefahr darstellen, ein noch größeres Heer von Verlierern anzustecken.

    Ich gebe zu: mich ekelt vor diesen Leuten.

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