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  • Kurdistan, Irak - deutsche Waffenlieferungen für den eigenen Tod

    Man müsste schon ziemlich blöd sein, in eine abgedunkelte Garage dutzende von offenen Bezinfässern einzulagern um irgendwann einmal mit einem brennenden Streichholz dort nachzusehen, ob es noch da ist. 

    Konnte man mit Fug und Recht bisher beinahe nur den USA und dann England vorwerfen, genauso dumm zu sein, so beeilt sich nun die deutsche Regierung, die Genannten nicht allein so blöd dastehen zu lassen. Das nennt sich dann wohl "Solidarität". Es ist wohl auch "Solidarität", wenn man erlebt, wie sich ein Freund mit einem Hammer gegen den eigenen Kopf drischt und das gleiche tut, weil der Freund dann gar so weint und man ihm nachempfinden möchte.

    Sowohl die USA als auch England haben in den zurückliegenden zwanzig Jahren schier unglaubliche Mengen Waffen in die Region allgemein, und in den Irak im Speziellen gepumpt.
    Manchmal sauber in Containern zur Benutzung dargereicht, mal als scharfe Bomben aus Flugzeugen geworfen - "geliefert" wurde in jeder Form, die man sich bei Waffen vorstellen kann.
    Und jedesmal waren es Wohltaten, die natürlich immer Frieden herstellen oder sichern sollten.
    Und jedesmal waren es die Lieferanten selbst, die plötzlich entsetzt in die Mündungen der eigenen Waffen schauten.
    Und jedesmal starben britische und US-Soldaten durch Waffen und Munition "made in USA" oder "made in Great Britain" - zu schweigen von den hunderttausenden von Menschen, die ebenso selbstverständlich wie nebensächlich aus den dortigen Bevölkerungen sterben mussten.

    Sobald die USA vor gut vierzig Jahren damit angefangen hatten, sich um den Irak "zu kümmern", begann das Liefern, Schießen und Sterben. Und damit das auch Zukunft hat, schaute man ebenso amüsiert wie zynisch dabei zu, wie das letzte US-Produkt, der Shiite al-Maliki, jahrelang mit präsidentialer Macht (!) systematisch alles verfolgen, erschlagen und erschießen ließ, was Sunnit war.
    Denn dazu brauchte al-Maliki Waffen. US-Waffen natürlich.

    Wenn sich heute die Weltöffentlichkeit angesichts dessen, was da an blutiger Verfolgung seit vielen Jahren im Irak Tagesgeschäft war, angeblich "erschrocken" haben will, so ist das stahlhart gelogen, denn alle möglichen Spatzen pfiffen sich in all diesen Jahren medial die Kehle aus dem Halse. Ich bin nun wirklich alles andere als ein allsehendes Auge - dennoch weiß ich seit vielen Jahren von diesem anhaltenden Schlachten und Verfolgen des Blutsäufers al-Maliki.

    Und heute wird zum "Freiheitskämpfer" hochstilisiert, was gestern noch "Terrorist!" genannt und auf zahllose (Geheimdienst-) "Schwarze Listen" gesetzt wurde: die PKK.
    Heute versammelt sich die PKK, also die gestern noch "Terrororganisation" genannte Truppe, aber im irakischen Arbil - und darf auf deutsche Waffen hoffen.
    Heute stört die deutsche Bundesregierung, allen voran Miss Merkel, das eigene Geschwätz von gestern nicht mehr, mit welchem vollmundig wie energisch getönt worden war, kein deutscher Soldat setze auch nur einen Fuß in den Irak. Heute aber sind sechs von ihnen bereits da.

    Das giftige und gefährliche Natterngezücht mit Namen "IS" wurde politisch, militärisch und strategisch vom Westen satt-, hoch- und mächtiggezüchtet und dank der von den USA dort geöffneten Büchse der Pandora zischelt es nun, mit mehr als 3 Milliarden Dollar und einem riesigen Arsenal hochmoderner Waffen, zu zehntausenden gegen uns.
    Jedenfalls wird uns das so verkauft.
    Es gibt außer Schreiereien, Vermutungen, Vorwürfen, Fälschungen, gezielten Fehlinformationen im Grunde kaum belastbares Material, welches dazu taugen könnte, einen objektiven und nüchternen Sachstand zu erheben. Alle Beteiligten lügen, dass sich die Balken biegen und zumindest jedes dritte von vier "Fotos" ist vermutlich gefälscht - denn die auch noch so plumpe Fälschung ist beliebtes Stilmittel westlichert Politik. Wir füttern die "IS" mit unserer Angst, denn je kraftvoller die Bilder, je schlimmer die Berichte und je grausamer ihr Outstanding wird, desto attraktiver wird sie für alle dummgebliebenen Schrumpfhirne, die sich ihr anschließen wollen.

    Jede Bombe, jede Kugel, die in ihre Richtung fliegt, zieht neue Kämpfer in Scharen an. All das zukunftslose Gesindel, ohne Verstand, ohne Ziel, ohne Bildung und ohne Hoffnung denkt, im Reigen der "IS" könnte es "denen da" endlich einmal heimzahlen. Dort könne man sich ausleben und aus jedem Computer-Ego-Shooter endlich Realität machen. Heißa, wie lustig ist das! So lange lustig, bis die erste Rakete in ihrer Nähe einschlägt und sie sich in die Hose machen - weil Krieg, Krieg haben sie sich irgendwie anders vorgestellt und dann wollen sie alle nur noch nach Mama.

    Mit fliegenden Fahnen laufen wir in den globalen Abgrund hinein und merken noch nicht einmal, was da wirklich passiert: aufgrund von Schlagzeilen im "BILD"-Niveau, Gerüchten, hässlichen Bildern sind wir plötzlich bereit, in eine längst total zerstörte Region riesige Mengen Waffen zu pumpen - weil wir Feuer mit Benzin löschen wollen.
    Der Sündenfall ist somit komplett - und uns fehlt beim nächsten Mal jedes Argument, uns zu verweigern.

    Es hat einen Grund, einen sehr guten Grund, weshalb Obama so sehr zögert, eigene Soldaten in die Region zu schicken und lieber seine Dackel Deutschland und England nach vorne schickt: Obama weiß um die extreme Vergiftung von 75 Prozent irakischen Staatsgebiets durch die eigene Uranmunition, die unter Bush in großen Mengen dort ausgebracht wurde und bis heute stark ansteigende Teile aller Neugeborenen mit wirklich grauenvollsten Missbildungen zur Welt kommen lässt. Obama weiß, dass er die Stationierung nicht verantworten kann, weil sehr viele seiner Soldaten wegen Vergiftungserscheinungen Klage gegen ihr eigenes Land führen würden.
    Nur wenige Klicks reichen, um objektive und belastbare Berichte im Internet zum Thema aufzufinden - ich muss jedoch eine deutliche Warnung aussprechen: die Bilder und Berichte sind selbst für abgebrühte Erwachsene nur sehr schwer und häufig nur unter Tränen zu ertragen.
    Um US-amerikanischen Soldaten die Gesundheit zu bewahren, gehen ja nun deutsche hin. 

    Für uns ist das Leben einfach. 

    Wir sitzen hier, umgeben von all unserem Wohlstand und Frieden, und können lustvoll angetrunken an Stammtischen den Tod für andere herbeigröhlen. Es passiert uns ja nichts. Wenn wir uns geirrt und die Falschen haben töten lassen, dann wenden wir uns eben anderen Schlachtfeldern zu und trinken und feiern unsere ach so tolle Friedfertigkeit weiter, die wir zur Not mit großen Haufen Waffen tausende Kilometer weit entfernt von uns unter Beweis stellen. Am liebsten noch mit Kämpfern, die noch nicht einmal aus unseren eigenen Reihen stammen. 
    "Freunde ertüchtigen", nennt Merkel das.

    Das kann, das wird sich aber ändern:
    Steinmeier "begrüßt" die Unabhängigkeit Kurdistans "nicht". Die Kurden hingegen, die neben ihren neuerworbenen Ölquellen sitzen und sich bereits mit Arbil eine regelrecht prachtvolle Hauptstadt gönnen, die begrüßen ihre Unabhängigkeit doch ziemlich - und sie werden sie eines nicht allzu fernen Tages, wenn die nächste US-Marionette in Baghdad "Präsident" genannt wird, mit deutschen Waffen verteidigen.

    Na also - wir kennen das ja von der "Lindenstraße": wir haben kein Problem mit end- wie sinnlosen Fortsetzungsromanen, solange sie nur unterhaltsam sind und uns ein tolles Gefühl vermitteln, weil wir dann wahrscheinlich Waffen nach Baghdad liefern, weil die PKK, die wir dann plötzlich nicht mehr liebhabenwerden und wieder "Terroristen!" nennen, beseitigt werden müssen.
    Das könnte beinahe amüsant sein, wenn nicht wieder einmal tausende von Toten auf den Schlachtfeldern liegen bleiben würden, denn exakt die gleiche Erfahrung haben die USA ja auch schon gemacht.

    Liefert ruhig Waffen .... ich machs derweil wie ihr alle: ich kaufe schon mal Kartoffelchips und Limo, damit ichs mir vor den Nachrichten so richtig gemütlich machen kann.
    Wozu denn noch Kriegsfilme aus einer Videothek leihen ... ?

  • Ägypten - Grüße von Präsident Mursi an die Menschen von Gaza

    Der amtierende Präsident Ägyptens, Mohammed Mursi, lässt die Menschen von Gaza grüßen und beglückwünscht sie zum ausgehandelten Waffenstillstand. Sein Berater Ahmed Abdel-Aziz, durch den er die Glückwünsche überbringen lässt, fügt dieser Nachricht noch den Ausdruck seiner eigenen Freude über den Sieg Palästinas über "den zionistischen Feind, den Inbegriff des Terrors" zu und schließt mit der Hoffnung, Palästina möge eines nicht allzu fernen Tages vollständig befreit sein.

    Ansonsten geht der ägyptische Alltag seinen seit Mubarak-Tagen gewohnten Gang: es werden natürlich noch immer Menschen auf Befehl des Putschistenregimes auf offener Straße erschossen und erschlagen.

    Zaynab Mahmoud, die Witwe eines bei einer Demonstration erschossenen Mannes, wurde letzten Freitag ihrerseits vom Putschistenmilitär erschossen, sie hinterlässt eine neun Jahre alte Tochter.
    Am gleichen Tag erlag die junge Medizinstudentin Omaima Hazem in Agami im Süden Alexandrias ihren schweren, inneren Verletzungen, nachdem Schläger des Regimes vom Dach einer Hochhausbaustelle Steine auf eine Pro-Demokratie-Demonstration geworfen hatten. Sie war die Tochter eines Demonstranten, der bereits vor einem Jahr bei einer Demonstration vom Militär auf offener Straße erschossen worden war. Hazems Schwester befindet sich seit längerem ohne jede Anklage in einem Putschistengefängnis in Haft.

    Die blutigen Angriffe des Regimes, gerade und gezielt gegen Frauen, dauern seit einem Jahr mit nahezu unveränderter Härte an, es kommt immer wieder zum Beschuss von Demonstrationen, zu Vergewaltigungen, Verhaftungen und Folterszenen, stellenweise auf offener Straße.


  • Israel - verliert den Krieg, das Gesicht und die Zukunft

    Insgesamt können wir hier das Ausmaß dessen, was da gestern offenbar in Kairo zwischen Palästinensern und Israelis verhandelt und als "unbefristete Waffenruhe" betitelt worden ist, gar nicht erkennen.
    Israelische Bürger, denke ich, können dies schon.

    Wie ich gestern schon schrieb: allein der Umstand, dass sich Israel an den Verhandlungstisch begeben hat, kommt einer Bankrott- und Kapitulationserklärung gleich. 

    Israel hat mit seinem Massaker und seiner Zerstörungsorgie gar nichts erreicht - und gleichzeitig weltweit ein hohes Maß an Reputation verloren.

    Es gibt nach wie vor ein vermutlich großes Arsenal an Raketen im Gaza-Streifen und es darf als sicher angenommen werden, dass sich extreme Kreise in Syrien und dem Libanon mittlerweile ebenfalls damit bewaffnet haben, denn immerhin erfolgte in den letzten Tagen auch Beschuss von dort auf Israel. Erst kurz vor Schluss feuerte die Hamas noch eine sehr ansehnliche Salve von 130 Raketen. Die so vollmundig von Israel angekündigte Entwaffnung der Hamas hat also definitiv nicht stattgefunden.

    Führende Militärs aus Israel haben schon vor Wochen offen zugegeben, dass sie nicht in der Lage dazu sind, das gesamte Tunnelsystem aufzudecken und zu vernichten; es wird noch eine erkleckliche Anzahl davon geben und möglicherweise auch unentdeckte, die unter der Grenze hindurch nach wie vor auf israelisches Gebiet führen.

    Und es kommt für Israel noch viel, viel schlimmer: wenn Netanjahu noch vor Monaten faustschüttelnd wetterte, er werde die neue Allianz von Abbas' Fatah und der Hamas nicht hinnehmen und sie im Gegenteil sogar zerstören, so akzeptiert die israelische Delegation zwar sehr kleinlaut, allerdings ausdrücklich diese neue Einheitsregierung - und verhandelt, ob sie will oder nicht, in Kairo zumindest indirekt tatsächlich mit genau der Hamas, die sie buchstäblich gestern noch als "Terrororganisation" vernichten wollte.

    Da muss die Frage gestattet sein, weshalb Israel überhaupt einer Waffenruhe zustimmt, die unangenehme Bedingungen mit sich bringt wie etwa die Öffnung der Grenze, die zumindest teilweise Aufhebung der Blockade und die Ausweitung der Fischereizone vor Gaza.

    Hier werden nach meiner Einschätzung zwei große und einige kleinere Faktoren ausschlaggebend gewesen sein:

    Israel wird sich über den Beschuss aus Libanon und Syrien ziemlich erschrocken haben; es hat lange geglaubt, die Gaza-Palästinenser seien auch in der arabischen Welt isoliert und das Massaker könnte grenzenlos einfach weitergeführt werden. Man wird in der Regierung die Entdeckung gemacht haben, dass sich offenbar tatsächlich viele Gegner in der Nachbarschaft versammelt haben, die auch zum Handeln bereit sind.
    Zum anderen stieß der extrem hohe, von Israel beabsichtigte Blutzoll international auf wohl unerwartet scharfe Kritik. Trotz aller Bemühungen seitens der Verbündeten war das tatsächliche Vernichtungsverlangen Israels hinter dem Angriff nicht mehr zu verdecken und niemand mehr kaufte das "Wir verteidigen uns doch bloß!" - Argument. Hier wirkte wohl als lauter Warnschuss, dass sich hunderte (!) Holocaust-Überlebender mit sehr scharfen Worten in den USA gegen Israel gestellt hatten. Deren Publikation wurde aus politischen Gründen in Europa in den Medien buchstäblich unterdrückt, sie hätte sich sehr nachteilig auf die Politik Berlins ausgewirkt und, wäre sie offiziell zur Kenntnis genommen worden, hätte zur Reaktion und zur Kursänderung gezwungen.

    Als "kleinerer" Faktor wirkt der unglaublich hohe Schaden, den die israelische Volkswirtschaft durch den Krieg genommen hat. die Kriegskosten würden Israel mittelfristig in eine Schieflage geritten haben, die die derzeit bereits existierenden Probleme multipliziert und zu unerträglichen Situationen für die Bevölkerung geführt hätte.

    Nicht Israel hat eine Hamas in die Knie gezwungen - die Hamas hat Israel besiegt.

    Gaza speziell, Palästina im Allgemeinen, gehen in eine neue Zukunft.
    Sie haben diese Lage mithilfe von 2.100 Toten herbeigeführt und die eigentlich ekelerregende Erkenntnis daraus gibt den Extremisten Gazas recht: ihr Kurs war erfolgreich; sie haben mit all diesem Blut, all diesen Toten, all dieser Zerstörung die Diskrepanz zwischen dem übermächtigen Israel und dem hilf- wie wehrlosen Gaza-Streifen wettgemacht.
    Und sie haben eine eindrucksvolle Waffenschau abgeliefert, denn im Gegensatz zur Vergangenheit reichen ihre Raketen heute viele Dutzend Kilometer weiter als je zuvor. Es steht zu befürchten, dass sie unter Hochdruck an der Zielgenauigkeit arbeiten und in nicht allzu ferner Zukunft recht sicher Flughäfen und Innenstädte ins Fadenkreuz bekommen. Dazu haben sie mit fast siebzig toten israelischen Soldaten das Leid tief nach Israel hineingebracht und gezeigt, dass solche Angriffe für Israel sehr viel verlustreicher ablaufen als je zuvor erfahren.

    Für Israel, für israelische Extremisten und somit für die israelische Regierung ist dieser Waffenstillstand eine vollendete Katastrophe - nie waren sie weiter entfernt davon, sich das fremde Land einzuverleiben und ethnisch zu säubern als jetzt, nach diesem ganzen Krieg, der sich umgekehrt und zur Strafe für Israel entwickelt hat. Man kann sicher sein, dass Arabien insgesamt diese Botschaft sehr gut und vollumfänglich verstanden hat und was wiederum daraus erwächst, davor darf man sich, denke ich, fürchten.

  • USA - Im Krieg (ums Geld) ist die Wahrheit das erste Opfer

    Neben Israel haben die USA nun einen weiteren Schützling gefunden, dem sie wieder einmal gegen jede Vernunft und mit viel Waffen und Krakeele die Stange halten: die Ukraine.
    Von der Zweifelhaftigkeit der "neuen Regierung" dort will man weder in Washington noch in Berlin etwas hören, die Rechtmäßigkeit dieser "Regierung" wird ganz einfach durch nachhaltige Bestätigung und Unterstützung künstlich hergestellt.

    Mit den dort handelnden wie Poroschenko und Konsorten hat man die gewünschten Schreihälse, die mit großer Mühe einen Krieg herbeireden wollen - ohne dabei zu begreifen, dass sie die ersten sein werden, die von einem irgendwann einmal tatsächlich ausgebrochenen Krieg gegen Russland zunächst das Amt, dann vermutlich die Freiheit oder gar das Leben verlieren werden.

    Es ist schon eine ziemliche Schmach, dass es den USA nebst ihren Verbündeten bis jetzt nicht ansatzweise gelingen konnte, jedwede russische Einmischung zurückzudrängen. Obschon man Waffen, Agenten, getarnte Soldaten und viel, viel Geld in die östliche Ukraine pumpt, verzeichnen die Separatisten dennoch immer wieder erstaunliche Erfolge.

    Die Hilfe der USA stützt sich aber auch auf ein Sammelsurium wahrhaft bizarrster Aktionen: so trötet die Sicherheitsberaterin der USA, Susan Rice, angeblich sei Russland mit "Dutzenden von Panzern und Soldaten" in die Ukraine vorgerückt - Beweise aber legt sie dafür nicht vor. Vermutlich hat man das Gefrotzele der Welt über diese ganzen famosen "Fotos" der USA einfach satt und fälscht daher auch keine mehr und hat auch sonst nichts in der Hand, was irgendeine Beweiskraft hätte.
    Und da bricht sich das Problem mit der allgemeinen Glaubwürdigkeit der USA Bahn: Nur noch ausgewiesene Dummköpfe können noch einfach glauben, was die USA behaupten.
    Die Liste der auch wahrhaft völlig unerträglichen Lügen ist dafür einfach ein paar Meter zu lang geworden. Noch nicht einmal mehr die angeblich ach so unbestechlichen Satellitenaufnahmen werden mehr bemüht. Dabei tönte Obama noch vor wenigen Wochen, dem allsehenden Satellitenauge der USA und der Welt entginge wahrhaft nichts, was sich dort abspiele.
    Ein paar Dutzend Panzer aber, die kann man wohl schon mal übersehen? 
    Kann es vielleicht sein, dass die Aufklärer des Zweiten Weltkrieges ganz erheblich bessere Arbeit geleistet haben mit ihren Propellermaschinen und untergeschraubten, fast handelsüblichen Fotokameras?
    Oder existiert diese "Invasion" vielleicht gar nicht?

    Das alles kann natürlich nicht heißen, dass es eine derartige Invasion Russlands keinesfalls gegeben habe. Darin genau liegt ja das Problem. Ich halte es sogar für höchst wahrscheinlich, dass sich mittlerweile ganze Einheiten der russischen Armee mehr oder weniger gut getarnt bzw. verkleidet in der Ukraine aufhalten.

    Mir schwant bei Allem nur eines: die USA sind zusammen mit Europa regelrecht beleidigt, weil ihr Coup, den sie für so wahnsinnig gerissen hielten, nicht funktionierte und sie entgegen aller Erwartung die Ukraine noch lange nicht in ihren Reihen begrüßen können. Die ganzen schönen Rohstoffe und Schwerindustrien der Ukraine verbleiben zum allgemeinen Entsetzen noch immer unter der russischen Faust - und man hatte sich mit dem beabsichtigten Assoziierungsabkommen schon dem Ziel so nahe gesehen.
    Putin, um es salopp auszudrücken, kichert sich derweil amüsiert ins Fäustchen. Im Augenblick gelingt ihm so ziemlich alles, was er sich vornimmt und was dem Westen zum Schaden gereicht. Nicht unwesentliche Teile des Irrsinns im Irak sind ebenfalls ihm zu verdanken, immerhin hat er mit Assad jemanden unverbrüchlich auf seiner Seite, der ihm sein bloßes Dasein verdankt und wie gewünscht mit den Extremisten spielt. Syrien wäre ohne die beständigen Drohungen aus Moskau längst überrollt und Assad entfernt worden, so aber versammelten sich dort recht ungestört und mit Assads Billigung tausende, wenn nicht zehntausende Kämpfer, die sich mit seiner Zustimmung (!) sogar von gekaperten, syrischen (!) Ölquellen finanziell unterhalten. Die "Rebellen", also wesentliche Teile der (jetzt) irakischen "IS", fördern Öl aus gekaperten Quellen und .... verkaufen es Assad.

    Die Destabilisierung des Irak würde ohne die "IS" nicht existieren und diese wiederum nicht ohne massive und nachhaltige Intervention durch Putin. Er bindet damit Kraft und Geld des Westens im Nahen Osten und zwingt der Internationalen Staatengemeinschaft einen sehr lange anhaltenden, verzehrenden Kampf auf. Gleichzeitig aber liegen beide Schlachtfelder, die Ukraine und Irak weit genug auseinander, um dem Westen einen unseligen Zweifronten-Krieg aufzuzwingen, dem sie sich kaum entziehen können, denn hier geht es über lang oder kurz auch um das Schicksal des US-Dackels Israel.

    Deshalb hat Putin mittlerweile kaum noch den Griff zur Halbwahrheit oder reinen Lüge nötig; er befindet sich längst in der sehr auskömmlichen Position, das Stilmittel der Unwahrheit und Hetzerei dem Westen überlassen zu können.
    Deshalb glaube ich allen Ernstes, dass der Hilfskonvoi zwischen den Gütern keine einzige Patrone (geschweige denn anderes) enthält. Wozu auch? Die russische Armee kann ganz offensichtlich die Grenze zur Ukraine überschreiten wie immer es ihr gefällt - denn wer glaubt denn noch den USA? Oder diesem fragwürdigen Kasperletheater aus Kiew?

    Die Ukraine ist weder Mitglied der NATO, noch der EU und deshalb reicht keine "Invasion" als Kriegsgrund. Der wäre noch nicht einmal gegeben, wenn der Westen dort offen Truppen stationieren würde, denn die hätten nach allen Völkerrechten dort nichts zu suchen.

    Die Verhandlungsoption, Russland die Ukraine zu überlassen um Ruhe im Nahen Osten erreichen zu können, existiert wohl nicht - denn dann würde man zeigen, was man mit letzter Kraft zu verbergen sucht: dramatische Schwäche, Uneinigkeit, Kurzsichtigkeit und Fehlinformationen bzw. Fehleinschätzungen.

  • Israel - die Vernichtung Gazas geht konsequent weiter

    Kein einziges der erklärten Kriegsziele ist von Israel bisher erreicht worden und es stellt sich die Frage, ob es diese kommunizierten Ziele überhaupt verfolgt.

    Zunächst hieß es, man wolle Extremisten im Gaza-Streifen vom Starten der zahlreichen Kleinraketen abhalten, die bisher ohne nennenswerten Schaden auf israelisches Gebiet niedergegangen sind.
    Im Ergebnis aber beweist die Hamas jeden Tag aufs Neue, dass sie wohl noch über bemerkenswerte Stückzahlen davon verfügt und durchaus in der Lage dazu ist, auch Salven von einem Dutzend und mehr Raketen abzufeuern.
    Dann behauptete Netanjahu, es ginge ihm um die Zerstörung der Tunnel.
    Kaum 48 Stunden nach dem "gezielten" Vorgehen gegen diese Tunnel aber hieß es, man werde sicherlich viele, keineswegs aber alle Tunnel entdecken und unschädlich machen können.

    Dafür aber beschießt Israel ziemlich gezielt reine Wohngebiete und zerstört vorzugsweise Infrastruktur wie Energieerzeugung und Bonbonfabriken, was zu Energienotstand und weiter ansteigender Arbeitslosigkeit führt.
    Überhaupt ist zu erkennen, dass das eigentliche Kriegsziel Israel die möglichst umfassende Demoralisierung der Bevölkerung Gazas ist, die durch Vernichtung lebensnotwendiger Einrichtungen erreicht werden soll. Den Menschen soll das Leben im Gaza-Streifen mehr oder weniger unmöglich gemacht werden. Sie sollen entweder sterben, oder sich als Untermenschen vor Israel niederwerfen.
    Ich fand, wie hier im blog nachzulesen, durchaus einiges an eindrucksvollen Beweisen für die Annahme, dass Netanjahus Vernichtungskrieg extremistischen Strömungen folgt - immerhin veröffentlichen einige Mitglieder seiner Regierung u.a. auf sozialen Netzwerken ganz offen, unverblümt ganz widerliche Hetztiraden gegen alle Araber und verwenden schon mal, ganz wie die Nationalsozialisten des Deutschen Reiches, entlarvende Vokabeln wie "Schlangen" in Bezug auf Araber und sie fordern ganz offen in ihren jeweiligen Facebook-Auftritten die Vernichtung alles Nichtjüdischen in der Region.

    Die Verbündeten stehen unverbrüchlich hinter diesen Vernichtungsfeldzügen. Wenn sie auch zuweilen Probleme sehen, ihre Partnerschaft zu diesem Genozid in ihrer eigenen Bevölkerung irgendwie zu verkaufen, so unterstützen sie Israel dennoch weitreichend. Manchmal führt dies zu ganz absurden Situationen: so fordert man, u.a. auch Deutschland soll die Rolle eines "Beobachters" in Gaza übernehmen und das reizt zu der Annahme, dass Deutsche im Gaza-Streifen zur Qualitätskontrolle der an Israel erst kürzlich gelieferten Zünder aufgerufen ist. Es kursieren ja einige Fotos von etwa zwei Meter langen (!) und gut einen halben Meter dicken, unexplodierten Bomben - das ist aber für deutsche Zünderhersteller wirklich unangenehm und dürfte dem Geschäft schaden.
    Nein - diese "Beobachtermission" ist gewollt ebenso sinn- wie nutzlos; sie wird kein einziges Bombardement verhindern.
    Es geht den Verbündeten mit leicht ansteigender Verzweiflung nur darum, sich selbst ihren eigenen Menschen gegenüber nicht als vollkommen tatenlos zu präsentieren. Diese Mission ist nichts als eine Alibimission, sie dient ausschließlich nur demonstrativen Zwecken und hat weder Inhalt, Ziel noch Hintergrund.

    Die Zerstörung von privat genutztem Wohnraum nimmt immer groteskere Züge an und niemand scheint sich an den gemurmelten "Erklärungen" Israels zum Sinn solcher Angriffe zu stören.

    (Zitat: SPIEGEL-Online zum vernichteten, dreizehnstöckigen Hochaus)

    "Zu dem Angriff auf das Hochhaus wollte sich Israel zunächst nicht äußern."

    Wie auch. Was gäbe es dazu schon zu "äußern".

    Wer ärgerlicherweise noch einmal nachfragen sollte, der bekommt halt die reichlich idiotische Behauptung serviert, dort hätte sich angeblich die Hamas eingenistet - was nach Maßgabe zahlreicher UN-Mitarbeiter, deren Einrichtungen gezielt mehrfach unter Feuer genommen worden sind, üblicherweise nicht der Wahrheit entspricht.
    Netanjahu erklärt selbst zu dem ungeheuren Blutzoll, angeblich hätten sich unter den bisher 2.100 Toten "40 bis 50" Prozent "Kämpfer" der Hamas befunden; selbst dem dümmsten Zeitgenossen dürfte auffallen, wie abwegig diese Behauptung ist.
    Aber auf Glaubhaftigkeit kommt es auch gar nicht an. Netanjahu hätte genausogut in dutzend Mikrophone der Weltpresse sprechen können: "Abends mundet mir Broccoli einfach besser als mittags." - es hätte keinen Unterschied gemacht. Der Inhalt seiner Aussagen ist vollkommen unerheblich, es kommt lediglich darauf an, dass man ihn überhaupt irgendetwas sagen hört. Den Rest besorgen schon die verbündeten Regierungen wie Obama, Merkel und Cameron in Richtung ihrer eigenen Bevölkerungen. 

    Im Gegensatz zur Vergangenheit aber könnte sich dieser "Konflikt", der nichts als eine nur schlecht getarnte Vernichtungsaktion ist, diesmal mittelfristig anders entwickeln:
    Zwischenzeitlich befindet sich nicht nur im Gefolge der "IS" eine weiter anwachsende Kämpferschar in der Region, die sich aus besonders hochmotivierten, extremistisch-muslimischen Leuten rekrutiert und die "Nationengrenzen" dort als das betrachtet, was sie im Grunde auch zu sein hätten: nicht existierend. Sie wechseln munter aus einem Land ins andere und richten ihre Angriffe ungeachtet ihrer Nationalität auf jedes lohnende Ziel; immer wieder fallen ihnen dort bedeutende Mengen und Qualitäten von (weitaus größtenteils westlichen, hochmodernen) Waffen in die Hände. Neben tausenden und abertausenden von "Kleinwaffen", zu denen auch Maschinengewehre zählen, erbeuten sie zunehmend auch schweres Gerät wie großkalibrige, moderne Artillerie, Kampfjäger, Hubschrauber, Raketensysteme. 
    Aus Syrien und dem Libanon sind die ersten Übergriffe auf Israel zu verzeichnen - und es bedarf meiner Ansicht nach nur eines kleinen Zündfunkens, um die "Aufmerksamkeit" bedeutender Teile der Extremisten auf Israel zu richten. Hiergegen gäbe es keine Armee (zu schweigen von der israelischen), um die Büchse der Pandora wieder irgendwie schließen zu können.

    Noch nicht einmal höchstgerüstete Armeen wie die der USA wären in der Lage dazu, zehntausend versteckte Ameisennester totzutreten - noch nicht einmal eine vermutlich höchst verlustreiche Bodenoffensive würde dies vermögen. Denn wir schreiben das Jahr 2014 und sowohl die Player wie auch die Lage im Allgemeinen hat sich gründlich verändert. 
    "War on terrorism" war schon immer eine schwachsinnige Absicht und wohl auch nur Schutzbehauptung für Schlachten, die man für die eigenen Konzerne in der Region schlagen wollte. Nun aber verkehrt sich alles und bietet ein völlig neues Lagebild: militärisch betrachtet hat sich der gesamte, Nahe Osten in unüberschaubares Gewirre aus unterschiedlichsten Interessengruppen, Hetzern, Enttäuschten, Warlords und Verzweifelten verändert. Flüchtlingsströme bewegen sich von Ost nach West, von Süden nach Norden, radikalisieren, tarnen und bewaffnen sich, sie befeuern die Heere der Kämpfer und Bevölkerungsteile liefern infrastrukturelle wie militärische und menschliche Unterstützung. Hier bietet sich keine geschlossene Front, die man ausradieren könnte und jeder, der hier mit Waffen "Ruhe" hineinbringen will, versinkt zwangsläufig in einem Meer von Bomben, Blut und Tränen.
    Die USA können sich ihre famose Luftwaffe an den Hut stecken und selbst wenn sie es wollten, bräuchten sie keine Soldaten für Bodenoffensiven dort hin bringen. Und die Bewaffnung der Kurden, wie Gregor Gysi in einem Interview völlig zu Recht befürchtet, würde nur zur Folge haben, dass man eines Tages gegen diese zu Felde ziehen müsste und eigenen Waffen in die Mündungen zu schauen hätte - wie schon so oft. Denn Kurdistan wird sich seine derzeit durchaus komfortable Situation auf keinen Fall mehr nehmen lassen und das nächste Schlachtfeld entsteht bereits jetzt auf dem Reißbrett: da mag ein Steinmeier mit noch so gesetzten Worten eine Unabhängigkeit und Souveränität Kurdistans "nicht begrüßen", weil der den nächsten Kampf der neuen, irakischen Führung dagegen schon heute sieht. Denn "Kurdistan" sitzt auf reichen Ölquellen - und die wird es ebenso verbittert verteidigen wie sie die irakische Führung für sich wird haben wollen.

    All das ist Grund genug mit hoher Sicherheit davon ausgehen zu können, dass das Bekriegen, Bombardieren, Sterben und Vernichten durch die vereinten Bemühungen der führenden, westlichen Industrie- bzw. Rüstungsnationen im Nahen Osten auch auf die nächsten zwanzig bis dreißig Jahre fortbestehen wird.
    Niemand hat ein Interesse daran, dies zu verhindern.

  • Meine persönliche Kritik: "Noah" - der Film

    Man kann, vermutlich muss man den Film auf verschiedenen Ebenen betrachten. Da er ganz bewußt, gewollt und gezielt mit einer ganz speziellen Episode in der Geschichte der Menschheit spielt, müssen seine Macher auch des Umstandes bewußt sein, dass er von verschiedensten Menschen auf verschiedenste Weise betrachtet - und letztlich auch beurteilt wird.

    Ich habe mich (ganz ohne Popcorn, dafür mit einem Sahne-Heidelbeer-Kefir) zum Publikum gemacht und versucht, mir das Dargebotene völlig offen als Version einer Geschichte von Kinomachern anzusehen.

    Und das kommt bei mir dabei heraus:

    Kamera- und Animationsarbeit des Filmes können nicht hoch genug gelobt werden; hier waren spürbar absolute Profis am Werk, die mit gutem Auge und einem hohen Maß an Kreativität ans Werk gegangen sind. Und ganz offensichtlich von der Idee des Fims begeistert waren. Jedenfalls sind die Bilder mehr als opulent, zuweilen dramatisch mit sparsamen Kontrasten und karger Gegenden in Front großartiger Gebirgskulissen in Szene gesetzt. Orchestriert zusammen mit beständig offenbar trübem und harschem Wetter, fokussiert der Hintergrund gewollt auf die handelnden Personen.
    Und die fügen sich hervorragend in die zugrundegelegte Kulisse und spielen mit ihr. Die Schnitte sind bei tragenden Szenen wohltuend lang und verkürzen sich der ansteigenden Dramatik der Szene angemessen.

    Keine Frage: für Freunde guter Bilder ist der Film ein Genuss.

    Damit enden aber leider auch die guten Nachrichten.

    Spirituell betrachtet gibt es für mich als Muslimen durchaus ein wenig Bauchschmerzen, eine so hochgeschätzte und wichtige Figur unseres Glaubens überhaupt dargestellt zu sehen. Für mich existiert durchaus ein gewisses Darstellungsverbot, und deshalb lehne ich persönlich auch jeden Bedeutungszusammenhang zwischen dem Film und meinem Glauben rigoros ab. Infolgedessen sehe ich den Film als Version einer weit überregional aufzufindenden, zentralen Legende der Umstände um die historisch belegte "Sintflut", die, selbst in den mannigfaltigen Versionen, immer eine Person aufweist, die Noah genannt wird.
    Wenn man die Eistenz eines solchen Noah für sich (noch) annimt, stolpert man dennoch (oder gar erst recht!) über die "Alten Wächter" im Film, die als haushohe, vielarmige Steinmonstren daherkommen und "gefallene Engel" sein sollten. Spätestens da fiel mir beinahe mein Sahnekefirlöffel aus den Fingern und ich fand für mich keine Antwort auf die dringliche Frage, weshalb zum Donnerwetter der Drehbuchschreiber auf eine solche Idee kommen musste. War seine erste, ehrwürdigere Version den Financiers zu "langweilig" und sie waren es, die lustige Aufreger hineinbringen wollten? Sie als filmisches Element zu verwenden, zeugt von der Panik der Macher und dem mangelnden Vertrauen in die Tragfähigkeit des Stoffes als solcher.

    Aber wenn es wenigstens noch dabei geblieben wäre - dann hätte möglicherweise noch Hoffnung bestanden.
    Stattdessen aber kraxelt Russel Crowe im linnernenden Gewand geschwind bergan, um einem vergreisten Anthony Hopkins zu begegnen. Den Moment, als die beiden also aufeinandertrafen und Russel leise flüsterte: "Mensch, Tony, diesen Film werden wir bald bereuen. Zumal: wir sind nicht mehr jung und das Geld brauchen wir eigentlich auch nicht.", haben sie beim Schnitt herausgenommen. Aber darin hätte viel Weisheit gelegen und man hätte den Mut sinken und das weitere Verfolgen des Films auch lassen können.

    Anthony Hopkins geriert sich als etwas beleibterer Gollum aus dem "Herrn der Ringe" und kriecht ähnlich wie dieser durch die Landschaft. Dabei verfügt er über ähnlich rätselhafte Kräfte wie die, die in diesen merkwürdigen Energiesteinchen eingearbeitet sind, mit denen man offensichtlich sowohl Eisen schmieden als auch Feuer anmachen kann. Diese seltsamen Filmelemente erschließen sich dem Betrachter überhaupt nicht - und geben dem gesamten Film zusätzlich den herben Charme eines halbdurchdachten X-, Y- oder Z-Movies. Er verpasst Crowe einen Trip mit einem Tee, macht mit einer Geste unfruchtbare Frauen fruchtbar und redet eine Menge halbgares Zeugs.

    Russel Crowe enttäuscht ebenfalls auf ganzer Linie.
    Zeitweise sieht man ihn als gewohnten Hau-drauf, der gegen überwältigende Übermachten feste zuschlagend den einen oder anderen Kiefer bricht oder Lanzen in Körper treibt. Dann wieder als etwas verschwiemelten, wohl irgendwie unter Drogen stehenden Waldhippie, der tiefsinnige Worte denkt und spricht, während er an einem Blümchen riecht. Nur wenige Momente später erlebt man ihn als wahrhaft durchgeknalltesten Salafisten, Sprengstoffgürtelattentäter und wirklich hässlichen Extremisten. Da tropfen gezischelte Hasstiraden unter zusammengezogenen Augenbrauen von seinen Lippen und sein Blick erzählt von tödlichem Hass, schmerzhafter Entschlossenheit und grenzenloser Wut. Die Hauptrolle zerbricht, weil der Charakter weder eine nachvollziehbare Entwicklung erfährt, noch weil zumindest wichtige Wesenszüge in jeder Situation wiederzuerkennen wären. Kurz: der Filmcharakter "Noah" ist von sich aus bereits unglücklich angelegt - ihr gibt letztlich nur noch der Umstand den Rest, dass Crowe von vornherein eine Fehlbesetzung war.
    Er hätte die Rolle zwingend ablehnen müssen, Hopkins im Übrigen ebenso.

    Der Film wird nur dem Bildenthusiasten gerecht - aber niemandem sonst.
    Würde man ihn als nüchtern umgesetzte, säkular angelegte und regionale Legende sehen wollen, so ist man wegen der bizarren Steinmonster und der fragwürdigen Energiekristalle ebenso enttäuscht wie von den verrückten Zauberkräften eines Golum-Hopkins.
    Der spirituell empfindende Zuschauer muss das Machwerk nach nur wenigen Augenblicken mehr oder weniger entsetzt zurückweisen, selbst wenn man vom eigentlichen Bilderverbot (das eigentlich auch für Christen gilt!) aus künstlerischen Gründen einmal absehen wollte. Da scheint der Film etwas wie eine hilflose Bleistiftzeichnung eines Sechsjährige von einem Kernkraftwerk zu sein; er trägt ein unglaublich umfassendes Nichtwissen, Ignorieren und Verzerren in sich, dass er um Lichtjahre von jeder spirituellen Auslegung oder Version der Figur "Noah" entfernt blebt. Dieser Film stellt auch keine Fragen, er provoziert nicht, bietet keine Denkmuster, keine Entwürfe, keine Diskussionsgrundlage - er ist schlicht blöd.

    Den völlig schmerzfreien Unterhaltungssucher mag er zur Not neben dem reinen Bildliebhaber auch noch bedienen; Monster, Zauber, tolle Kulissen und Schlachtszenen mit ausreichend Brutalität sind ja üppig genug eingearbeitet.

    Wer aber Wert auf wenigstens ein bisschen Kultur, Stimmigkeit, Filmkunst legt und vielleicht sogar ein gewisses Geschichts- oder auch Religionsverständnis hat, der erspare sich das Machwerk und schaue lieber "Gladiator", da muss man Crowe nur die etwas lächerliche Gladiatorenmaske vorwerfen und sonst nichts. Da genießt man Hopkins viel besser und intensiver im "Schweigen der Lämmer".

  • Ägypten - findet in seinen alten (Mubarak-) Tritt zurück

    Es waren Massenhinrichtungen notwendig und es mussten wohl hunderte von Menschen auf offener Straße abgeknallt werden wie tollwütiges Vieh, bis die alte Marschrichtung, die den USA und Israel so sehr gelegen kam, wieder neu installiert war.

    Aber nun ist es soweit und die für die genannten Staaten so unbequeme, ärgerliche und sorgenbereitende Freiheit in Ägypten ist ausgestanden.

    Zuerst "freut" sich US-Außenminister John Kerry letzten Montag darüber, dass der neue Pharao alle notwendigen Beseitigungsfälle offenbar glücklich zum Abschluss bringen und das Land wieder dahin zurückbringen konnte, was schon unter Mubarak von den USA als "erfolgreiche Schritte auf dem Weg zur Demokratisierung" bezeichnet wurde.

    Das ist ja nun auch problemlos möglich - weil keine Opposition mehr da ist und die unbequeme, weil leider in einem Moment der Unachtsamkeit tatsächlich demokratisch vom Volk gewählte Regierung vollständig beseitigt ist und deren "Reste" nunmehr allumfassend mit dem Prädikat "Terroristen!" zur Zielscheibe ganz offener Verfolgung und Eliminierung gemacht worden sind.

    Zugegeben: die Zeit war für die USA nicht leicht. Obama muss das kleinkindhafte Aufheulen Netanjahus, welches von dutzenden von Fernsehkameras aufgezeichnet worden war, als man Mubarak endlich glücklich davongejagt hatte, bis Mitte letzten Jahres in den Ohren geklungen haben. Netanjahu bezeichnete Mubarak als "Freund" - Grund genug, ihn seinerzeit vollständig politisch zu beseitigen und zu verhaften.

    Derzeit liegt die Schätzung bei, wenn ich richtig informiert bin, ungefähr 47.000 politischen Häftlingen in Ägypten; vermutlich ist diese Zahl um einiges zu gering. Viele dieser und solcher Häftlinge sind als solche gar nicht bekannt, weil sie entweder längst erschossen und irgendwo verscharrt sind und man den Angehörigen erzählt, man habe angeblich "keine Informationen" über den Verbleib der Vermissten. Oder, was ebenfalls gern gemacht wird, man hat den Häftlingen bei ihrer Entlassung mit dem Tode gedroht, wenn sie irgendwelche Umstände ihrer Verhaftung und ihrer Folterung an Medien geben.

    Obama und Netanjahu können aufatmen - denn der Blutsäufer al-Sisi hat zwischenzeitlich sogar genau die "Opposition gegen Morsi", deren Existenz und Agitation er wiederum die Berechtigung für seine Massaker entnahm, in weiten Teilen verhaftet und verboten.

    Es ist also alles wie gehabt. Alles wie früher.

    Auf Ägyptens Straßen kann wie gewohnt kein offenes, geschweige denn ein unbedachtes Wort gesprochen werden, ohne das Verhaftung und Ermordung drohen. 
    Es gibt nirgendwo in Ägypten irgendeine politische Strömung, die al-Sisi als "Opposition" dulden würde und die Kräfte, mit denen er angeblich verhandele und spreche, reduzieren sich auf wenige, machtversessene Speichellecker, die von den alten Mubarak- zu den neuen al-Sisi-Fleischtöpfen wechseln.

    Selbst wenn es Kontakte zwischen der Muslimbruderschaft in Ägypten und der Gaza-Hamas gegeben hat, so sind die Erzählungen oder Vorwürfe von "konspirativen Tätigkeiten" oder Extremismus Märchen mit der gewünschten Auswirkung: Mursi wurde entfernt, da er dem rassistischen Abschlachten Israels keinesfalls tatenlos zugesehen hätte.
    Dem eifrigen Muslim al-Sisi hingegen sind Palästinenser und Muslime solange egal, wie er mithilfe der nun wieder ungestörten, parasitären Geldsaugerei am ägyptischen Volk nebst der Einnahme der 1,3 Milliarden Dollar "Militärhilfe" aus den USA mit seinem Militär gut versorgt im Luxus leben und Macht frei nach Belieben ausüben kann.

  • Israel - tendenziöse, halbblinde Berichterstattung und die Folgen

    Die Berichterstattung in unseren Medien (Tagesschau, Prersse) aus dem Gaza-Streifen zeigt, wie stark unsere Gesellschaften und Regierungen durch die Politik beeinflusst sind.

    Hier nur ein paar wenige, exemplarische Ereignisse, die in unseren Medien entweder gar keine oder eine verharmlosende Randnotiz darstellten - leider ist zu betonen, dass die erwähnten Beispiele für eine ungewisse, allerdings hohe Anzahl einschlägiger Vorkommnisse sind:

    In Khuzaa, einer kleinen Stadt im Süden des Gaza-Streifens, war es Anwohnern und Journalisten möglich, während einer kurzen Feuerpause dorthin zurückzukehren. Der Journalist Jesse Rosenfeld fand herumliegende Leichen, der gesamte Straßenzug stank nach Verfäulnis. In einem Haus fand er folgendes vor (Zitat):

    "Blut und geschwärzte Überreste sind auf dem Badezimmerboden verkrustet. Die Wände sind in Blut getränkt worden, und sie sind mit zahlreichen Einschusslöchern, die aussehen, als ob sie aus einer automatischen Waffe in Hüfthöhe abgefeuert wurden übersät."

    Hier handelt es sich recht offensichtlich um den Ort einer Massenexekution.

    Wiederholt ist nach Zeugenaussagen seitens israelischer Soldaten auf Zivilisten gefeuert worden, die gut sichtbar weiße Flaggen getragen hatten. Man muss ohnehin den Eindruck gewinnen, dass solche Zivilisten sehr häufig bevorzugte Ziele israelischer Soldaten sind, da es eine ganze Menge Berichte über derartige Vorkommnisse gibt.

    Am 24. Juli erlaubte die israelische Militärführung dem Roten Kreuz, das abgeriegelte Khuzaa zu Rettungszwecken zu betreten. Bei dieser Gelegenheit geriet dort ein Rot-Kreuz-Helfer unter israelisches Feuer, während er Verwundete versorgte. Ein weiterer Trupp von Helfern, die den verwundeten Rot-Kreuz-Freiwilligen bergen und in ein Krankenhaus verbringen wollten, wurde ebenfalls beschossen. Der Rot-Kreuz-Mann ist gestorben.

    Am 25. Juli beschoss die israelische Armee ein Wohnhaus, in welchem 120 Menschen Zuflucht im Keller gesucht hatten. Bei diesem Beschuss starben drei Menschen: ein fünf Jahre alter Junge und zwei ältere Leute.
    Als die Überlebenden mit einer weißen Fahne erhoben flüchten wollten, erfolgte ein zweiter Angriff, der einen Mann tötete und einen weiteren verletzte.

    Akram al-Najjar, ein 15-jähriger Junge, gab zur Protokoll, dass er zusammen mit seiner Familie am 23. Juli in Khuzaa von Haus zu Haus hastete um Schutz vor den Bombenangriffen zu suchen. Sie fanden sich mit ca. 100 weiteren Flüchtlingen in einem Haus zusammen, das dann von den Soldaten aufgefunden wurde. Die Menge wurde dazu aufgefordert, das Haus zu verlassen. Akram sagt aus: 

    " .... Der erste, der aus dem Haus gehen konnte, war Shahid al-Najjar. Er hatte seine Hände erhoben, aber die Soldaten haben auf ihn geschossen. Er wurde in den Kiefer getroffen und schwer verletzt, aber er überlebt. "

    Man kann nur wiederholen: die geschilderten Ereignisse werden sich in der vorliegenden Form ungeahnte Male wiederholt haben, genaue Daten und vollständige Zeugenaussagen, sofern möglich, werden wohl erst Monate oder gar Jahre später vorliegen.

    Und auch dies ist nur ein einziges, allerdings sehr gut dokumentiertes Beispiel für die irrationale Hatz, den Ausbruch schieren Wahnsinnes in den Reihen der israelischen Bevölkerung selbst:

    Am 25. Juli wollten Amir Shwiki (17) und Samer Mahfouz (22) in Jerusalem zu Fuß von einem Abendessen zurück nach Hause. Ein jüngerer Mann trat an sie heran und verlangte eine Zigarette. Als er den arabischen Akzent hörte, wandte er sich zunächst ab und kehrte dann mit ungefähr zwölf anderen zu den beiden zurück. Die beiden wurden mit Eisenstangen halbtot geprügelt.
    Die herbeigerufene Polizei weigerte sich, einen Krankenwagen zu rufen. Die schwer Verwundeten wurden erst durch Passanten in ein Krankenhaus überstellt. Ermittlungen bzw. Verhaftungen fanden hierzu nicht statt.

    Am 24. Juli kam es in Westjerusalem zu einem vermutlich noch entlarvenderen Zwischenfall:
    Zwei Brotlieferanten, Amir Mazin Abu Eisha und Laith Ubeidat, wurden von einer Horde von etwa zwanzig rassistischer Israelis gestellt und brutal zusammengetreten. Als die Polizei hinzukam und sich die Horde ein wenig entfernte, legten die Polizisten ihre Gewehre auf sie an und schossen in ihre Richtung. Als die beiden daraufhin haltmachten, begann der Angriff der Meute erneut. Nachdem Abu Eisha wegen schwerer und bleibender Ohrverletzungen und Kopfwunden im Krankenhaus behandelt wurden, nahm die Polizei sie unter der Anschuldigung fest, sie hätten angeblich Messer bei sich getragen und die Arbeit der Polizei behindert.

    Israelischer Rassismus bricht sich offenbar zwischenzeitlich freie Bahn und scheint mittlerweile zur israelischen Normalität zu gehören. So wurde die Jaffa-Straße in Jerusalem mit Flugblättern bedeckt, die Araber davor warnen, an jüdische Frauen überhaupt nur zu denken. Die Flyer wurden von der Organisation "Lehava" gedruckt und verteilt, die eine Schwesterorganisation von "Hemla" ist. "Hemla" wird vom Staat unterstützt und will jüdische Frauen aus Romanzen mit Arabern "retten".

    In der vorletzten Woche wurde in Haifa der arabische, stellvertretende Bürgermeister zusammen mit seinem Sohn brutal zusammengeschlagen. Die Täter riefen "Tod den Arabern!".

    In Tel Aviv macht ein neues "Volkslied" die Runde:

    "Morgen ist schulfrei in Gaza,
    es sind keine Kinder mehr da!"

    Dov Lior, Chefrabbi der Siedlung Kiryat Arba im Westjordanland, veröffentlichte ein religiöses Edikt, nach welchem es erlaubt sei, mit "allen Mitteln, die geeignet erscheinen," eine "feindliche Bevölkerung zu schlagen", selbst wenn dies "die Auslöschung" sein sollte.

    All dies sind Szenen, Berichte, Vorkommnisse, die ihren Weg niemals in deutsche Presse finden werden - weil sie unserer politischen Führung unangenehm sind und, wenn sie denn zur Kenntnis genommen werden müssten, in jedem Fall Konsequenzen erforderlich machen würden. Und die wird man nicht ziehen wollen - weil man nicht darf.

    Das ist das wahrhaft Unangenehme und Peinliche für Angela Merkel: sie läuft konkret Gefahr, dass sie auf diese Ereignisse angesprochen wird und sich dazu stellen muss. Sie wird, solange sie es nur irgendwie vermeiden kann, all diese Übergriffe niemals zur Kenntnis nehmen. Und auf intensive Vorhaltungen wird und kann sie sich nur schützend vor Israel stellen und diese Ereignisse als "einzelne Vorkommnisse" bezeichnen, die "natürlich nichts mit dem Staat Israel" als solchem zu tun hätten.
    Deshalb schweigt sie auch zur Ermordung von sieben deutschen Staatsbürgern in Gaza - sie opfert ihre Landsleute, um bloß nicht politisch reagieren zu müssen.


  • Israel - erhält die zu erwartende Antwort

    Der Auftakt ist gemacht: in Jerusalem rastete ein offenbar palästinensischer Baggerfahrer aus, fuhr Amok und tötete einen Fußgänger, zerstörte einen Verkehrsbus und verletzte fünf weitere Personen.

    Wohl nicht ganz unbeteiligt an dieser Tat dürfte die Ansprache eines (laut SPIEGEL) "ranghoher Funktionär der palästinensischen Islamisten" namens Fausi Barhum sein, welcher letzte Woche zu Attentaten eben dieses Zuschnitts aufgerufen hatte - um damit den Terror der Angst, der Zerstörung und des Todes mitten nach Israel hineinzutragen.

    Ich habe mich schon immer gegen jede Form von Attentaten ausgesprochen; neben ihrer allgemein anerkannten, global installierten wie säkularen Rechtsphilosophie und, was mir persönlich noch wichtiger ist, meinen festgefassten Überzeugungen als Muslim sind sie als besonders schwere Straftat, als feiger Mord ohne jede Berechtigung aufzufassen.

    All diejenigen, die sich vorbereitend oder durchführend an derartigen Anschlägen beteiligen, machen sich vor jedem religiösen und nichtreligiösen Gesetz schwerstens schuldig - aber genau da liegt auch das Problem.

    Dass Israel ganz andere Möglichkeiten zur "Feindes"-Vernichtung als einem armgebliebenen Palästinenser zur Verfügung stehen, ist unstrittig. Und dass Israel genau diese Möglichkeiten auch konkret zur Massenvernichtung auf Basis niedrigster Absichten vollständig einsetzt, musste die Welt in den letzten Wochen erleben.
    Dass die Verbündeten Israels (u.a. auch ein Deutschland, das noch nicht einmal auf sieben in Gaza umgebrachte Landsleute reflektiert!) das massenhafte Schlachten Israels nahezu zwanghaft wie falsch als "Verteidigung" ummünzen, ändert nichts an den Tatsachen, so wie sie von Israel geschaffen worden sind.
    Die UN beklagt konkret, dass auf bestimmte (!) Schulen insgesamt fünf Mal gezielt mit schwerer Artillerie in dem konkreten Wissen, dass sich dort z.T. tausende Flüchtlinge aufgehalten haben, gefeuert worden sei. Krankenhäuser sind wiederholt unter Beschuss genommen worden - und die Presse der Verbündeten meldet zwar die "Aussage" Israels, angeblich hätten sich dort Hamas-Kämpfer oder Waffenlager befunden, nicht aber die empörte Entgegenhaltung der Betreiber, dass dem tatsächlich nicht so gewesen sei.

    Israels Überfall ist in keinster Weise als "Verteidigung" aufzufassen, sondern lediglich als Versuch, die Bevölkerung im Gaza-Streifen zu dezimieren und zu traumatisieren; der Streifen soll so weit heruntergeschossen werden, dass menschliche Ansiedlung dort im Grunde nicht mehr möglich ist. Deshalb werden Schokoladenfabriken und Elektrizitätswerke vernichtet; neben großen Arbeitgebern sollte auch die Grundversorgung zerstört werden, was ja auch gelang.

    Dafür gibt es keinen anderen Begriff als den des Staatsterrors.

    Wie ich in den letzten Tagen recherchiert und in Grundzügen hier niedergelegt hatte, existiert in Israel, vorsichtig ausgedrückt, eine sehr starke, extrem rechtslastige und rassistische Bewegung. Diese speist sich aus diversen, extremistischen Judengruppen, allgemein aufgehetzter Bevölkerung und wird befeuert durch entsprechende, rhetorische Ausfälle und Auswürfe der Regierung selbst. Hohe Amtsträger veröffentlichen recht sorgenfrei Pamphlete mit, nochmal sehr vorsichtig ausgedrückt, höchst geringschätzigen Betrachtungen von Arabern und Palästinensern. 
    Zitate, die ich fand, bedienen sich gar schamlos an der Nazi-Terminologie und reden ganz offen und wörtlich von "Konzentrationslägern", in welche man Araber und Palästinenser stecken solle.

    Wo da nun der qualitative Unterschied zu Extremisten, die sich in den Reihen einer Hamas verstecken, noch liegen soll, entzieht sich vollständig meiner Kenntnis.

    Ich erlebe in den letzten Wochen nur einen Goliath, der David mit einer Hand den Hals zudrückt und wie von Sinnen mit dem Eselsbacken in der anderen Faust auf David einschlägt. Staatsterror eben.

    Palästina hat weder Kampfflugzeuge noch Panzer - es hat aber Bagger, Autos, Messer, hier und da eine Feuerwaffe, einzelne Granaten vielleicht, unverdächtige Existenzen und die Faust im Bauch, die Mörder macht.

    Wenn ich richtig aufgepasst habe, dann hatte Israel zumindest vorübergehend 85.000 bis an die Zähne hochgerüstete "Soldaten" in den Gaza-Streifen geschickt; ich nenne sie allerdings unterschiedslos zu palästinensischen Extremisten nur "feige Mörder". 
    Jeder einzelne von ihnen hätte natürlich von seinem Tun abgehalten werden müssen, denn sie haben wiederholt auf offener Straße "mal eben so" auf Flüchtende gefeuert, Moscheen, wie ausgesagt wurde, ohne jeden Grund gesprengt, in zumindest einem Fall sieben (!) Jugendliche in ein Bad getrieben und dort exekutiert.

    Israel wird mit einer jahrelang andauernden "Antwort" in den Reihen der eigenen Bevölkerung den Preis dafür zu bezahlen und selbst Tote zu beklagen haben. 
    Ebensowenig wie es möglich war, Israel während seines Wütens und Rasens in den Weg des Blutes zu treten und es aufzuhalten, sowenig wird es möglich sein, den jüngst tausendfach produzierten Hass einzudämmen und hunderttausende von leidzerrissenen Menschen von Attacken wie den Baggerangriff in Jerusalem abzuhalten.

  • Israel - setzt neue Spezialwaffen gegen Menschen ein

    Obschon die Menschen auf den Straßen beim Massaker 2008-2009 der Welt kaum bis gar nicht besonders darauf reflektiert hatten, scheint die israelische Armee beim diesmaligen Massaker in Gaza durchaus weniger auf Waffen zu setzen, deren Wirkung auch auf große Entfernung noch gut mit Kameras festzuhalten ist.

    Die Phosphorwaffen, die Israel seinerzeit über Gaza-Stadt angewendet hatten, setzten weithin sichtbar und hoch in der Luft bereits sehr viele, kleine Brandsätze ab, die weiß aufleuchteten und mit einer deutlich erkennbaren Spur zu Boden sanken. Dort platzten sie auf und ergossen ihren chemischen Inhalt über die Menschen - das durch diesen Phosphor erzeugte Feuer gilt größtenteils als unlöschbar. Die Flammen sind weder durch Luftabschluss oder durch Wasser zu ersticken.
    In der Folge gab es tausende von Fotos und Videos, die auf das wahrhaft entsetzlichste verbrannte Menschen zeigten. Dutzende von Kindern mit völlig verbrannter Körperoberfläche - das Bildmaterial ist tatsächlich nicht zu ertragen.

    Es wird wohl politischer Druck hinter den Kulissen aufgebaut worden sein, möglichst keine derartigen Waffen mehr zum Einsatz zu bringen, weil sie eben entsetzliche Bilder produzieren, die Israel langfristig schaden könnten. Denn eines zeigt der diesmalige Krieg gegen Gaza sehr deutlich: massenhafte Vernichtung von Mensch und Material, unterschiedsloses, beinahe wahlloses Feuern in Menschenmengen scheint der Weltbevölkerung zu verkaufen zu sein, denn einzelne Bilder von zerstörten Häusern und toten Menschen können isoliert betrachtet und mit gemeinsamer Anstrengung zu relativieren zu sein.

    Ein Arzt aus Norwegen ist es diesmal, Mads Gilbert, der im Gaza-Streifen bei seinen Notfallbehandlungen sowohl erstaunliche, als auch erklärbare Verletzungen und Wunden bei palästinensischen Angriffsopfern registrieren konnte.
    Al-Haq, eine Menschenrechtsorganisation, konnte weitere Details zu den bisher beinahe unbekannten Verletzungsmustern liefern und aufzeigen, dass die konkret Getroffenen von israelischen Drohnen unter Feuer genommen worden waren, die mit Hellfire-Raketen bestückt waren.
    Gilbert kam aufgrund der Befundung zu dem Schluss, dass hier "DIME"-Waffen eingesetzt worden sein mussten.

    Von DIME-Waffen Getroffene weisen keine (metallenen) Schrapnell-Verletzungen, dafür jedoch schier unvorstellbare Verbrennungen auf; die in diesen Waffen verarbeiteten Schwermetalle liegen in Pulverform vor, die das Feuer sehr breitflächig und tief in einen menschlichen Körper hineinbringen. 
    In der Tat liegen Berichte von herumliegenden Leichen vor, die nicht nur bis zur Unkenntlichkeit verbrannt sind, sondern auch im (letztlich aufgeplatzten) Körperinneren ein anderes Verbrennungsmuster aufweisen als auf (den Resten noch vorhandener) Haut.
    Nach Lage der Dinge sollen diese Waffen vorzugsweise in bzw. über reinen Wohngegenden eingesetzt worden sein, denn gerade dort häuften sich Beobachtungen über derartige Funde.

    Im Umkreis von 4 Metern ist eine derartige Waffe unbedingt tödlich - und dazu ist sie auch entwickelt. Sie soll eigentlich von Militärs gegen Schützengräben eingesetzt werden, um die dort verborgenen, feindlichen Soldaten sicher ausschalten zu können. Aufgrund dieser"Effizienz" im Vernichten von Menschen wurde diese Waffen vermutlich über Wohngebieten im Gaza-Streifen eingesetzt.

    Die US-amerikanische Firma "Defense Tech" schreibt, laut Wikipedia:

    «das Ergebnis ein unglaublich zerstörender Schlag in einem kleinen Area [sei] l» und die «zerstörerische Kraft der Mischung verursacht weit größeren Schaden als reine Explosivstoffe»

    Die 1980 ins Leben gerufene Konvention gegen chemische Waffen verbietet Systeme, die überflüssige Verletzungen oder übermäßiges Leiden verursachen.
    Israel hat diese Konvention ebenfalls unterzeichnet.

    Sowohl der Einsatz von Phosphorbomben als auch der von DIME-Waffen durch Israel wurden nie geahndet.

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